2. Tochter des Königs
Ludwig IV. von Frankreich und der Gerberga
von Sachsen,Tochter von König
HEINRICH I.
Glocker Winfrid: Seite 283
**************
„Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der
Politik“
V, 15 Mathilde
-------------------
* 943 Ende, + nach 981 am XI 26
oo ca. 964 Konrad, König von Burgund (seit 937), + 993 X 19.
Als Tochter König Ludwigs
Transmarinus ist
Mathilde
z.B. durch das Chronicon s. Benigni Divionensis S. 188 (Schwester König
Lothars), in der Chronik des Hugo v. Flauvigny a. 995, SS
VIII 364) uns (wohl von Hugo v. Flauvigny abhängig) in der Chronik
des Alberich v. Trois-Fontains a. 996, SS XXIII 773, hier ebenfalls als
Schwester
König Lothars, bezeugt.
Die uns hier interessierende Filiation von
Gerberga,
der Schwester OTTOS DES GROSSEN, bezeugt
uns der Brief des Abtes Siegfried von Gorze, betreffend die Heirat Kaiser
HEINRICHS III. mit Agnes von Poitou.
Durch den Annalisten Flodoard sind wir von der Existenz
zweier Töchter
König Ludwigs
und der Gerberga unterrichtet: a. 943
am Ende, Seite 90, und mitten in a. 948, Seite 116, findet jeweils die
Taufe einer Tochter statt. Wir kennen aus anderen Quellen jedoch lediglich
den Namen derjenigen Tochter Mathilde,
die ca. 964 König Konrad von Burgund heiratete.
Da wir aus Altersgründen nicht entscheiden können, ob die 943
oder die 948 geborene Tochter mit der Königin
Mathilde gleichzusetzen ist, schlägt Werner VII, 69-75
vor, die Gemahlin König Konrads
mit der Ende 943 geborenen Tochter zu identifizieren, weil Mathilde
der
Name der Großmutter mütterlicherseits sei. Doch muß hier
nochmals betont werden, dass genauso gut die Anfang 948 geborene Tochter
des französischen Königspaares die spätere
Königin
Mathilde von Burgund gewesen sein könnte wie ihre ältere
Schwester.
Die Belege für den Gemahl Mathildes,
König Konrad, sind von Diener, Könige Nr. 7, zusammengestellt.
Mathilde ist in einer
auf die Jahre 981-990 zu datierenden Urkunde ihres Gatten als verstorben
erwähnt (D Burgund 53).
Ihr Sterbetag ist im Merseburger Nekrolog (XI 25; vgl.
bei Althoff, Adelsfamilien, Kommentar K 45) aufgenommen; ich gebe jedoch
wie Diener, Könige Nr. 7 dem XI 26, den Mathildes
Epitaph (gedruckt bei Chorier, Recherches S. 221) nennt, den Vorzug.
K 45
Me: 25.11. Mathild regina burgundiorum + nach 981, Gemahlin König Konrads von Burgund (K 38)
(Es.) Mathilde,
die Tochter Ludwigs IV. von Frankreich und
der Schwester OTTOS DES GROSSEN,
Gerberga, heiratete um 964 Konrad
I. von Burgund und wurde damit Schwägerin der Kaiserin
Adelheid (K 49). Diese sorgte für die Aufnahme ihrer Verwandten
ins ottonische Gedenken; S. dazu ausführlich
oben S. 163f.
Mathilde begegnet
auch im Necrolog von Weißenburg; vgl. Althoff, Unerkannte Zeugnisse
vom Totengedenken der Liudolfinger, S. 395f.
Ihr Todesjahr ist nicht bekannt; vg. Lot, Les derniers
Carolingiens, S. 37 und 177; Poupardin, Le royaume de Bourgogne, S. 384f.
Erwähnt wird sie zuletzt im Jahre 981; vgl.
Die Urkunden der burgundischen Rudolfinger, Historisch-diplomatische
Einleitung, S. 15 mit Anm. 6, dort auch weitere Hinweise.
VII. Generation
70
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Zu den Vorbehalten, was die Geburtszeit (943 Ende oder
948 Anfang) der Mathilde und damit
ihre Stellung in der Reihe der Geschwister eingeht, siehe oben Anm. VII,
69-75. Die Angabe von Brandenburg "ca. 943" bringt unseren Informationsstand
nicht angemessen zum Ausdruck. Das von Brandenburg richtig angegebene Datum
der Eheverbindung mit König Konrad von Burgund,
c 964, wird von Köpke-Dümmler 376, Anm. 1 begründet: 963
III 23 schenkt Konrad für das
Seelenheil seiner 1. Gattin, Adelania;
966 VIII 10 erscheint Mathilde in einer
Urkunde des Gemahls schon mit ihrem Sohne Cuono (Konrad, vgl. untern VIII,
83).
In den Memoires et documents publies par la societe d'histoire
et d'archeologie de Geneve, Tome XVI, livraison 2 (1867), ist p. 201ff.
eine Abhandlung genealogischen Inhaltes von Ed. Secretan publiziert, betitelt
Notice sur l'origine de gerold comte de Geneve. Der Verfasser dieser mit
ebenso viel Scharfsinn und Beelsenheit kombinierten, als in anziehender
Weise verfaßten Arbeit sucht in derselben folgende genealogische
Verhältnisse zu beweisen.
Des 993 verstorbenen Königs
Konrad von Burgund Tochter
Mathilde
- mit dem Verfasser nennen wir sie, um sie von ihrer gleichnamigen Mutter,
der westfränkischen Prinzessin, und ihrer ebenfalls gleichnamigen
Schwestertochter, der Mathilde von Schwaben, zu unterscheiden, Mathilde
II.,
die Nichte aber Mathilde III. - hat in 1. Ehe den 1011
verstorbenen Konrad, Herzog von Kärnten, oder Conrad von Worms, wie
er hier genannt wird, den Vatersbruder des späteren Kaisers
KONRAD II., den Vater des
Mitthronbewerbers von 1024, in 2. Friedrich II., Herzog von Ober-Lothringen,
gestorben 1033, zum Gemahle gehabt: durch sie also war das burgundische
mit dem fränkischen Königshause verschwägert. Ihre Nichte
Mathilde III. dagegen, die Tochter des 1003 verstorbenen Herzogs Hermann
II. von Schwaben und der burgundischen Prinzessin
Gerberga, war mit Hugo III., einem Grafen von Egisheim, vermählt.
Eine Tochter aus der Ehe der Mathilde II.
mit Herzog Konrad, also eine Schwester des jüngeren Konrads, eine
Base Kaiser KONRADS II., ist Bertha,
die mit Eberhard von Egisheim vermählt war. Dieser beiden Sohn ist
Gerold.
Über diejenigen Teile dieser Erörterung, in
denen der Verfasser die Mathilde II.
an die Stelle der Mathilde III. setzt [Daß nicht die burgundische,
sondern die schwäbische Mathilde bis dahin als Gemahlin Konrads und
Friedrichs betrachtet wurde, so zum Beispiel Voigtels Stammtafeln ed. Cohn
Nr. 19,28, und Gisebrecht, Gesch. der deutschen Kaiserzeit 2. Band 3. Auflage
p. 219,221.], soll an diesem Orte gehandelt werden.
Es ist zu diesem Behufe notwendig, dem Verfasser auf
dem Gang seiner Untersuchung über diesen Punkt zu folgen. In Cap.
IV: Qui epoussa Conrad de Worms? (p. 223 ff.) führt er dieselbe, nachdem
er in den vorhergehenden Abschnitten, nach Voraussendung einer kurzen Einleitung,
erst dem Hause Burgund von Konrad an
überhaupt, dann von Mathilde II. speziell,
hernach von den Saliens de Franconie et de Souabe geredet, durch: insbesondere
kann er sich mit dem Gedanken nicht befreunden, daß die
Mathdilde II., eine burgundische Prinzessin, welche nach dem
Brief des Raynaldus comes Portinensis an den dux Aquitanorum G. (Flod.
ann., Mon. SS. III, p. 407) muß vermählt gewesen sein, un seigneur
inconnu de la Transjurane habe zum Gemahl haben können, und ist der
Ansicht, Gisela, die Tochter Herzog
Hermanns und Schwester der Mathilde III., könne nicht mit einem Bruno,
Grafen von Braunschweig in 1. Ehe verbunden gewesen sein: daß dieses
letztere jedoch wirklich der Fall war, hat Excurs V, C. der Jahrbücher
Heinrichs II. von Hirsch, Bd. I, p. 464 ff., gezeigt.
In Cap. IV. nun geht der Verfasser der folgenden Substraten
aus. - In erster Linie wird die Stelle der von Konstantin, Abt des Schottenklosters
St. Symphorian zu Metz, um 1015 verfaßten Lebensgeschichte des 1005
verstorbenen Bischofs Adalbero II. von Metz aufgeführt, in der von
der Beteiligung Adalberos an der 1003 gehaltenen Synode von Thionville,
speziell von seiner Erklärung gegen die kanonisch unerlaubte Ehe Konrads,
des Sohnes des Herzogs Otto von Kärnten, mit Mathilde von Schwaben
die Rede ist (M. SS. IV, p. 663 ff.). Adalbero sprach in dieser Versammlung
in Bezug auf Konrad und Mathilde: Domnus Otto dux, pater istius venerabilis
Conradi ducis consedentis, natus ex filia est magni
Otttonis, cujus soror Girbergia dedit
filiam suam Conrado Burgundionum regi.
Ex Conradi autem filia nata est domina Mathildis, hujus Conradi assidentis
uxor.
Es ist also Konrad der Urenkel OTTOS
I., Mathilde die Urenkelin der Gerberga,
und die Gereiztheit des Herzogs von Ober-Lothringen gegen den Bischof,
der von einem secundus locus sprach, während, selbst wenn man nach
kanonischer Rechnungsweise OTTO I.
und Gerberga, nicht HEINRICH
I. als Ausgangspunkt der Zählung gelten läßt,
nur vom 3. Grade die Rede sein konnte, höchst natürlich. In ganz
unzulässiger Weise, trotz der klaren Worte des Textes: ex Conradi
filia nata est Mathildis, nimmt hier der Verfasser zugunsten seiner Hypothese
an, hinsichtlich der Mathilde habe Adalbero die Wahrheit ausgesprochen:
Gerbergas
Enkelin, Mathilde II., sei Konrads
Gemahlin gewesen [Vgl. hierzu Hirsch, Jahrbücher Heinrichs II. Band
I, p. 246 n.2].
Als zweites Zeugnis für Mathilde
II. als Gemahlin Konrads von Worms - und dieses als das noch
zumeist Brauchbare wäre wohl besser in den Vordergrund gerückt
worden - betont der Verfasser die Stelle Thietmars, lib. V, cap. 7 (SS.
III, p. 794), wo es heißt, Herzog Hermann II. von Schwaben habe 1002
den Bischof von Straßburg bekriegt, Straßburg belagert, erobert
und verwüstet, und zwar cum Conrado suimet gero, wie der Dresdener
Codex 1. schreibt. Lappenberg - nicht Pertz, wie p. 227 gesagt wird - setzte
hierfür genero in den Text, dafür haltend, Konrad sei der Gemahl
der schwäbischen Mathilde III. Bekanntlich ist dieser Codex unter
der Aufsicht Thietmars selbst angelegt, von ihm mit eigener Hand korrigiert
worden, so daß, was der nicht eimal direkt aus demselben abgeleiteten
Brüsseler Codex 2, aus dem 15. Jahrhundert, oder der Annalista Saxo
(M. SS. VI, p. 649) bringen, ganz hinter den Angaben jener ersten Handschrift
zurücktritt. Wenn also Codex 2 und der Annalist hier germano haben,
so ist darauf bei weitem nicht jenes Gewicht zu legen, das der Verfasser
dieser Variante beimißt.
Dann fährt derseklbe p. 228 folgendermaßen
fort: La question serait certainement decidee en faveur de la version,
qui fait de Conrad de beau-frere (germanus) de Hermann, par consequent
le mari de Mathilde II., si Wipop,
auteur de la vie l'empereur CONRAD II.,
ne venait a son tour retablir l'equilibre dans le sens oppose. Presque
contemporain aussi, le precepteur de Henri III. etait en mesure d'etre
bien informe, c'est donclui qui a fait autorite. Wipo sagt nämlich
in der Vita Chuonradi c. 2 (SS. XI, p. 258) ausdrücklich von KONRADS
II. jüngerem Vetter und Mitbewerber: Jumioris Chunonis
mater Mathilda de filia Chuonradi regis Burgundiae nata fuit. Die Versuche
des Verfassers, die Autorität dieser Angebe zu erschüttern, dieselbe
als einen Irrtum des Wipo hinzustellen, sind denn auch gering. Die Bestimmthiet
der Worte ist auch ihm allzu groß.
Wir sehen, zwei Zeugnisse unterstützen die Hypothese
nicht, und ein drittes spricht von vornherein streng dagegen: la question
ne peut etre resolue quem recourant aux probabilites (p. 229). Und so tritt
denn der Verfasser im Folgenden auf eine Prüfung der chronologischen
Daten, der Altersverhältnisse der einzelnen Personen ein, welche allerdings
beim ersten Blicke, in äußerst gewandter und bestechender Kombinationsweise,
wie diese Beweise vorgebracht sind, für seine Vermutung zu sprechen
scheinen. - In folgenden Stücken liegen seine hauptsächlichen
Einwendungen gegen die Annahme, Mathilde III. sei Konrads von Worms und
Friedrichs von Ober-Lothringen Gemahlin gewesen:
1. der jüngere Konrad hätte in
diesem Falle nicht schon 1019 gegen Herzog Adalbero von Kärnten kämpfen,
1024 nicht als Mitbewerber auftreten können: er wäre noch allzu
jung zu beiden gewesen
2. was die drei Töchter Hermanns II.
von Schwaben und der Gerberga, Gisela,
KONRADS
II. nachherige Gemahlin, Beatrix, diejeneige des Eppensteiners
Adalbero, Herzogs von Kärnten, und unsere Mathilde III. betreffe,
so sei es höchst auffallend, daß Gisela
durch Eintritt in ihre dritte, mit KONRAD II.
geschlossene
Ehe die Nichte dieser ihrer zuletzt genannten Schwester geworden wäre
3. der Umstand, daß 996 ein Bruder Konrads
von Worms, Bruno, unter dem Namen Gregor V. Papst wird, in Verbindung gesetzt
mit der Erwägung, daß meist jüngere Söhne den geistlichen
Stand ergriffen, lasse den Altersunterschied zwischen Konrad von Worms
und Mathilde III. als sehr groß erscheinen
4. da Gisela,
die Gemahlin
Heinrichs des Zänkers
und Mutter
Kaiser HEINRICHS II. eine
Mutterschwester der Mathilde III. war, ihre Tochter Gisela
aber erst 1006 mit Stephan von Ungarn
sich vermählt habe, so stimme das abermals nicht zu einer Ehe Mathildens
III. mit Konrad von Worms [Hier irrt der Verfasser bedeutend. Gisela
ist von
Geisa noch vor dessen 995 erfolgtem
Tode zur Gemahlin seines Sohnes Waic
(als Christ Stephan) ausersehen worden
und hat wohl kurz nach Geisas Tod sich
vermählt; siehe Büdinger, Oesterreich, Gesch. I, p. 397.]. Schließlich,
von p. 235 an, wird zu zeigen versucht, inwiefern Mathilde II. besser in
deise Verhältnisse hinein passen würde.
Diesen Ausführungen gegenüber muß an
dieser Stelle der Beweis geführt werden, daß sich mit der durch
die Quellen bezeugten Ehe der schwäbischen Mathilde III. mit Konrad
und Friedrich die anderen, besonders die chronologischen Verhältnisse
vereinigen lassen.
König Konrad von Burgund
hat in zweiter Ehe - der Name der ersten Gemahlin, deren Tochter
die baierische Herzogin Gisela war,
ist nicht bekannt - eine westfränkische
KAROLINGERIN,
Mathilde,
Tochter König Ludwigs IV. und
der Gerberga, einer Schwester OTTOS
DES GROSSEN, gehabt. Da Gisela,
die Tochter 1. Ehe, ihren Sohn den späteren Kaiser
HEINRICH II., schon 973 gebar, so muß Konrad
sich um oder nach 950 zum ersten Male vermählt haben. Setzt man mit
Hirsch den Abschluß der zweiten Ehe gegen Ende der 50-er Jahre des
10. Jh. und faßt man die Worte der Miracula s. Verenae, daß
König Konrad von seiner rechtmäßigen
Gemahlin anfangs keine Kinder hatte, dann aber zuerst einen Sohn erhielt,
einerseits, andrerseits den Umstand in das Auge, daß Konrads
Tochter zweiter Ehe, Bertha, als ihr
Gemahl, Graf Odo, 995 starb, Kinder von demselben hatte, so wird man annehmen
dürfen, daß Gerberga, welche
nach der Stammtafel des Steynvelter Codex (SS. III, p. 215) das dritte
Kind der Mathilde, jünger als
Bertha war, etwa Mitte der 60-er Jahre
geboren worden ist.
Gerberga hat also
schon in den 80-er Jahren ihrem Gemahl Hermann, der 997 Herzog von Schwaben
wurde und erst 1003 starb, Kinder schenken können, und dieses anzunehmen
ist man auch durchaus gezwungen, da ihre Tochter Gisela
schon 1007 oder 1008 in 2. Ehe einen Sohn zur Welt bringt, nachdem ihr
erster Gemahl, Bruno von Braunschweig, um 1006 gestorben. Unter den anderen
Töchtern aus dieser Ehe hat nun Mathilde III. hier besondere Wichtigkeit.
Secretan sagt p. 230: Placons la naissance de Mathilde
III. en 983, on arrivera a peine, en supposant Conrad le jeune ne un an
apes le mariage de sa mere, a pouvoir le considferer comne etant ne en
1003, a l'epoque meme ou l'empereur HENRI II.
voulait
attaquer le mariagne de ses parents a la diete de Thionville, und gibt
so selbst die Möglichkeit davon zu, da Mathilde III. Konrads Gemahlin
gewesen sei. Mathilde, Hermanns und Gerbergas
Tochter, kann ganz gut zur Zeit der Synode von Thionville, im Januar 1003,
Konrads Frau gewesen sein. Nehmen wir das von Secretan angeführte
Jahre als das ihrer Geburt an [Daß die Töchter in Hermanns und
Gerbergas
Ehe die ältesten Kinder waren, der Sohn, der nachherige Herzog Hermann
III. bedeutend später geboren wurde, bezeugen außer den Stellen
welche aussagen, derselbe sei 1012 in noch sehr jugendlichem Alter gestorben
(Stälin, Wirtemberg Gesch. I,, p. 473 n.3).], so wurde sie Witwe im
28. Lebensjahre und vermählte sich hierauf nochmals mit Herzog Friedrich
von Lothringen, der noch einige Kinder von ihr empfing [Ein Sohn starb
früh; dagegen überlebten zwei Töchter den 1033 gestorbenen
Vater: Beatrix und Sophie, jene später die Mutter der großen
Gräfin Mathilde. Friedrich von Lothringen scheint seine Frau Mathilde
überlebt zu haben, denn nach seinem Tode kamen seine Töchter
an den kaiserlichen Hof. Die Stelle des Chr. s. Michaelos in pago Virdunensi
c. 32 (SS. IV, p. 84), welche hiervon erzählt, enthält übrigens
auch einen entscheidenden Protest gegen die Vertauschung der Mathilde III.
mit Mathilde II.; es ist da von den
duae puellulae Sophia et Beatrix die Rede, welche nutrien´bnantur
in aula regis (KONRADS II.); nam conjunx
imperatoris (Gisela), amita earum,
eas sibi adoptaverat in filias.]. Würden wir dagegen die burgundische
Mathilde der schwäbischen substituieren, so wäre 1011
von Konrad eine Witwe im Alter von mindestens 40 Jahren zurückgelassen
worden.
Indessen ist auch das Altersverhältnis zwischen
Mathilde III. und ihrem 1. Gemahl ins Auge zu fassen, und da ergibt sich
allerdings eine nicht kleine Altersdifferenz, welche hervorzuheben der
Verfasser auch nicht versäumt. (p. 233).
Otto, der Sohn des gewesenen Herzogs Konrad von Lothringen,
der 955 auf dem Lechfeld gefallen war, durch seine Mutter Liudgard
ein
Enkel OTTOS DES GROSSEN, ist der Vater
des Konrad von Worms, welcher ihm 1004 als Herzog von Kärnten folgte,
gewesen Ein anderer und wohl der älteste Sohn, Heinrich, der Vater
des nachherigen Kaiser KONRADS II.,
scheint früh, vor dem Vater, gestorben zu sein. Ein dritter ist Brun,
der durch OTTO III. 996 zum Papst gemacht
wurde und bis 999 als Gregor V. regierte, der erste Deutsche auf dem päpstlichen
Throne. Secretan nun macht mit vollem Recht darauf aufmerksam, daß
meist die jüngeren Söhne zum geistlichen Stand bestimmt wurden,
und daß, mag Brun bei seiner Erhebung auch noch so jung gewesen zu
sein, er doch ein gewisses Alter haben mußte: Bruno ne pouvait gueres
avoir moins de 30 ans, eine wohl zu hoch gegriffene Zahl. Und überdies
kann Heinrich, als Bruno zum geistlichen Stand bestimmt wurde, noch gelebt
haben, so daß man nicht gezwungen ist, Konrads Geburt vor derjenigen
Brunos anzusetzen, wie der Verfasser tut, indem er um 964 Konrad geboren
sein läßt: dergestalt allerdings wäre Konrad ungefähr
20 Jahre älter, als Mathilde III. gewesen, beinahe 40 Jahre, falls
nicht eine frühere kinderlose oder nur mit kurzlebigen Kindern gesegnete
Ehe angenommen wird, unvermählt geblieben. Wenn nun auch dieses anzunehmen,
wie bemerkt, nicht nötig ist, ein Altersunterschied von mindestzens
10 Jahren war zwischen Konrad und Mathilde III. immerhin vorhanden.
Konrad der Jüngere, der Sprößling dieser
Ehe, mag also um 1003 zur Welt gekommen sein, vielleicht auch schon etwas
früher; doch ist wohl hierbei nicht ganz außer Beachtung zu
lassen, daß
HEINRICH II. 1003
zu Thionville nur von der Existenz der ihm verhaßten Ehe, nicht schon
von derjenigen eines Kindes aus derselben redete. Ein puer war 1012 nach
Hermansn von Reichenau Ausdruck der filius Cuonradus, dem nach des Vaters
Tode HEINRICH II. das von demselben
inngehabte Herzogtum Kärnten nicht zuwies; als adolescens wird er
durch denselben bezeichnet, als er 1019 gegen Adalbero mit seinem Veter,
KONRAD
DEN ÄLTEREN, die Waffen ergriff. Und als HEINRICH
II. gestorben war, als es sich darum handelte, einen der beiden
Konrade mit der Reichsführung zu betrauen, würde der jüngere
nach dieser Berechnung nicht viel über 20 Jahre gezählt haben,
währen dem älteren durch Giesebrecht ein Alter von etwa 40 Jahren
zugeschrieben wird.
Auch gegen diesen ziemlich bedeutenden Altersunterschied
zwischen den beiden gleichnamigen Vettern wendet Secretan p. 232 nicht
mit Unrecht ein, er vertrage sich schecht mit les relations en quelque
sorte fraternelles, mit denen man die Beziehungen der Konrade zueinander
zu verbinden gewohnt sei. Allein was diese innigen Bande angeht, so ist
die Waffengenossenschaft von 1019 jedenfalls ebenso sehr durch "die gemeinschaftlichen
Interessen" als durch die "Freundschaft" zu erklären, und hat andererseits
Steindorff erst kürzlich gewiß mit Recht betont, daß die
Reden bei Wipo bei Anlaß des Wahlaktes ohne Zweifel erfunden sind,
in denen der ältere KONRAD seinem
Vetter unter anderem omnium cognatorum meorum dilectissimus nennt.
Gerade der bedeutende Altersunterschied de rbeiden läßt vielmehr
eher klar werden, daß der jüngere Konrad, trotz der Partei,
die für seine Erhebung war, sich von seinem älteren an Erfahrung
ihm überlegenen Vetter einschüchtern und gewinnen ließ.
Auch die Notiz der Annalen von Hildesheim, Konrad sei inmatura morte 1039,
nur kurz nach KONRAD II. gestorben,
paßt wohl zu einem Alter von etwa 36 Jahren.
So ist denn auch nach den chronologischen Verhältnissen
die schwäbische Mathilde an der bisher ihr angewiesenen Stelle in
den genealogischen Tafeln ohne Frage zu behalten, und es ist die Angabe,
Konrad der Jüngere sei ihr Sohn, nicht nur impossible dans toute la
rigeur du mot, sondern auch nicht tres-peu problable (p. 238) [Folgende
zwei Momente sprechen auch noch gegen Secretans Hypothese. Einmal ist in
der schon mehrfach erwähnten Steynverlter Stammtafel die angegebene,
weil in den Augen des Schreibers wichtigere Mathildis Mathilde III., nicht
Mathilde
II. - Als zweites ist anzuführen, daß Konrad der
Jüngere, wäre seine Mutter Mathilde
II. gewesen, ein Neffe König Rudolfs
von Burgund gewesen wäre, also dem Erblasser von 1032 noch
näher gestanden hätte als KONRAD II.
nach dessen Vermählung mit Gisela
(in Wirklichkeit, als Sohn der Mathilde III. ist er ein Großneffe
Rudolfs):
als Söhne von Schwestern
Rudolfs
wären 1032 Graf Odo von der Champagne und er die nächsten Erben
gewesen. Allerdings nun hat Konrad der Jüngere, der sich bald nach
KONRADS
Erhebung mit demselben entzweit hatte, 1025 offen mit dessen Stiefsohn,
Ernst II. von Schwaben, dem Großneffen
König
Rudolfs, dem es hauptsächlich um die Ansprüche auf
Burgund zu tun war, gemeinschaftliche Sache gemacht, und als 1027 Ernst
sich von neuem erhob, war Konrad "dem Kaiser weder treu, noch auch sehr
schädlich", sondern "hielt sich einstweilen im Hintergrund", mußte
aber dafür, nachdem Ernst sich unterworfen, gleichfalls hart büßen:
während jedoch besonders 1027 Ernsts Absichten auf Burgund deutlich
genug hervortraten, war Konrad 1025 wohl zumeist durch seine engen Beziehungen
zu seinem Stiefvater, Friedrich, und durch denselben zu den lothringischen
Dingen in die Reihen der Verschwörer gezogen worden, und hielt er
sich 1027, noch mehr nach Rudolfs Absterben,
als Odo, Gerold von Genf, der Erzbischof Burkhard III. von Lyon die Ansprüche
KONRADS
II. auf Burgund mit Waffengewalt bekämpften, von den burgundischen
Angelegenheiten, so weit wir erkennen können, ferne. Das läßt
sich begreifen, wenn er der Großneffe
Rudolfs
war; der Neffe desselben hätte wohl energischer seine Anrechte geltend
gemacht.].
Eine der Haupteinwendungen des Verfassers gegen die Mathilde
III. als Gemahlin Konrads und Friedrichs lag darin, daß es nicht
denkbar war, daß der Name des Gemahls einer Tochter des Königs
Konrad von Burgund unbekannt geblieben sei, während die
Schwestern derselben die glänzendsten Heiraten gemacht haben, eine
Herzogin von Bayern, Mutter eines deutschen Kaisers, die zweite Herzogin
von Schwaben, die dritte erst Gemahlin eines Rivalen Hugo
Capets, dann vorübergehend Königin von Frankreich
geworden sei. Daß Mathilde von Burgund vermählt
war, zeigt der Brief des Grafen Raynaldus, wonach sie eine Tochter Bertha,
diese einen Sohn, Geraldus Genevensis, hatte. Den Namen des Gemahls freilich
wissen wir nicht, und das kann bei den zerrütteten inneren Verhältnissen
des burgundischen Reiches uns nicht überraschen. Wie dieselben keine
Blüte der Künste des Friedens, also auch keine historiographische
Tätigkeit zum Gedeihen kommen ließen, so kann auch der Vater
der Bertha schon frühe in einer der zahlreichen inneren fehden
umgekommen sein. Dieses Schweigen der Quellen kann am wenigsten etwas zu
besagen im Stande sein.
Mit der Haltlosigkeit der Hypothese, die bis dahin besprochen
wurde, fällt selbstverständlich auch dahin, was in Cap. VII von
der Vermählung der schwäbischen Mathilde mit einem Grafen Hugo
III. von Egisheim, Vetter des Eberhard III., Grafen von Nordgau, Gemahl
der
Bertha (von Worms, wie sie irrig benannt
ist), aufgestellt ist. Dagegen ist jedenfalls der in dem Briefe genannte
Urenkel des Burgundischen Königs Konrad,
Geraldus Genevensis, der von Wipo im Leben KONRADS
c. 32 zum Jahre 1034 erwähnte Geroldus princeps regionis illius und
wohl auch der Gerolt Burgundio des Hermann von Reichenau zu 1045: jener
unterwirft sich zu Genf, zugleich mit dem Erzbischof von Lyon, KONRAD
II., dieser ergibt zu sich zu Solothurn HEINRICH
III. Auch das Alter Gerolds stimmt zum Briefe: Graf Gerold von
Genf ist gleich dem jüngeren Konrad ein Urenkel des burgundischen
Konrad.
Den Namen des Gemahls der Berthadagegen,
des Schwiegersohnes der burgundischen Mathilde,
liefert uns eben die schon oben berührte Stelle des Wibert. Die Nichte
des letzten burgundischen Königs Rudolf
(neptis Rodulfi regis Jurensis), Bertha
- denn hier ist es wohl gestattet, den Brief Raynalds mit Wiberts Bericht
zu verbinden - ist die Gemahlin des Gerhard, eines Sohnes des Grafen Hugo
von Egisheim, und Gerhards und Berthas Sohn ist Graf Gerold von Genf. Daß
dieser gegen KONRAD II. und HEINRICH
III. als Großneffe König
Rudolfs und als burgundischer Großer mehrmals zu den Waffen
griff, ist natürlich.
Eickhoff Ekkehard: Seite 55,117
****************
"Theophanu und der König"
Zur Feier des Osterfestes am 27. März 981 kamen auch
Adelheids
Bruder,
König
Konrad, und die Königin Mathilde
von Burgund nach Rom.
Für den Hochsommer 985 wurde in Metz ein Treffen
geplant, auf dem Adelheid und Theophanu,
Herzogin
Beatrix, die Königin Emma (Adelheids
Tochter,
König
Lothars Gemahlin), vielleicht auch Mathilde
von Quedlinburg, die Äbtissin
Gerberga von Gandersheim (Herzog Heinrich
des Zänkers Schwester), die Königin
Mathilde von Burgund
(Kaiserin
Adelheids Schwägerin und OTTOS
III. Cousine) und Adelheid,
die Gemahlin des Herzogs Hugo Capet von Franzien,
gemeinsam mit Heinrich dem Zänker die
schwelenden Streitfragen zwischen Mosel und Maas beilegen sollten.
Weinfurter, Stefan: Seite 23
****************
"Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten"
Der westfränkische Königssohn
Lothar erhielt OTTOS Stieftocher
Emma zur Frau, und König
Konrad von Burgund verband sich mit Mathilde,
einer Nichte OTTOS.
964
oo 2. Konrad der Friedfertige König von Burgund
um 923-19.10.993
Kinder:
Gerberga (Guepa)
ca 965/66-7.7.1018/19
um 980
1. oo Hermann Graf von Werl
- 985/88
988
2. oo Hermann II. Herzog von Schwaben
um 950-4.5.1003
Bertha
ca 967/68- nach 1010
984
1. oo Odo I. Graf von Blois
950-12.3.996
997
2. oo Robert II. König von Frankreich
- 1004 20.7.972-20.7.1031
Rudolf III.
ca 970-5./6.9.1032
Mathilde
-
oo Graf (Großeltern Gerolds I. von Genf)
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 158,164,372
K 45 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000, Seite 144 - Althoff
Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 61 - Boshof,
Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987,
Seite 26,67 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH
Stuttgart Berlin Köln 2000, Seite 42 - Ehlers Joachim/Müller
Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München
1996, Seite 47,61,64,70 - Eickhoff Ekkehard: Theophanu und der König.
Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 20,55,115,117,164,302
- Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München
1994, Seite 64,67 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen
und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989
V,15. Seite 169,283,287,300,321 - Hlawitschka Eduard: Die Anfänge
des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte
Lothringens und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag:
Minerva-Verlag Thinnes Nolte OHG Saarbrücken 1969, Seite 65 - Hlawitschka,
Eduard: Die verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen dem hochburgundischen
und dem niederburgundischen Königshaus. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte
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Waldemar und Peter Herde: Grundwissenschaften und Geschichte, Festschrift
für Peter Acht; Kallmünz 1976 (Münchener historische Studien:
Abteilung geschichtliche Hilfswissenschaften Band 15) Seite 28-57 - Hlawitschka,
Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des
11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich
klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1987, Seite 47,49,77,96 - Holtzmann Robert: Geschichte
der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München
1971, Seite 262 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt
Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991,
Seite 311 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH
Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 214,224 - Schmid, Karl: Gebetsgedenken
und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 408,412 - Schmid Karl:
Reich und Kirche vor dem Investiturstreit. Gerd Tellenabch zum 80. Geburtstag.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1985, Seite 55-56 - Schneidmüller,
Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. – Heinrich II. Eine Wende?,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 12, 13A - Schnith Karl
Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern
zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990, Seite 148 - Weinfurter,
Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich
Puset Regensburg 1999, Seite 23,220-
Wies, Ernst W.: Otto der Große,
Bechtle Esslingen 1989, Seite 122 –