Bernhard                                                  Graf von Beauvais (936-949)
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880- nach 10.11.949
 

Sohn des Grafen Pippin von Senlis
 

Werner Karl Ferdinand: Seite 457
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)

VI. Generation
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Obgleich Brandenburg (Anmerkung zu Brandenburg VI, 1-2) richtig sah, daß für einen "Graf Pippin II. von Valois" jedes Quellenzeugnis fehlt, er also das Ergebnis einer willkürlichen Kombination" sei, nahm er ihn dennoch in die Tafel auf. Können wir also "Pippin"streichen, so müssen wir statt des einem Bernhard, den Brandenburg VI, 2 anführt, deren zwei berücksichtigen, in denen wir Vettern Heriberts II. (hier VI,3) zu sehen haben, ohne die genaue Filiation bestimmen zu können. Einer von ihnen erscheint in D 1 König Ludwig IV. von 936 VII 25 als Belvacensium comes (ed. Lauer, Receuil des actes de Louis IV, Paris 1914). Fünf Monate später handelt König Ludwig cum consilio prudentissimi viri Bernardi, in fidelitate nostra multum (sic) ultimi (D 4, 936 XII 25). Dieser offenbar ältere Ratgeber Ludwigs erscheint in D 33 erneut, 949 XI 10, zusammen mit einem Grafen Theodericus, beide Grafen als einzige weltliche regni primores der Urkunde namentlich aufgeführt. Diese beiden Grafen der Urkunde von 949 sind ganz offensichtlich identisch mit ... comitibus quoque Bernardo ac Theoderico nepote ipsius, die laut Flodoard, Ann. 945, ed. Lauer 96 dem König im Jahre 945 halfen, Erzbischof Artold von Reims wieder in Besitz seiner Bischofsstadt zu bringen. Den Weg zur richtigen Identifizierung der Belege für den Graf Bernhard von Beauvais hatte sich die Forschung verlegt, als Ph. Lauer, le regne de Louis IV. d'Outremer, Paris 1900, 127, Anm. 2 einer der zahlreichen willkürlichen Erfindungen des Alberich von Troisfontaines folgte, der im 13. Jahrhundert aus dem bei Flodoard vorgefundenen Grafen einen comes de Retest (MG SS 23, 765), also einen Graf von Rethel machte. Die Identität des Grafen Bernhard von 945 mit dem Graf Bernhard von Beauvais von 936 konnte damit nicht mehr deutlich werden (obgleich schon Kalckstein 249, Anm. 2, wie Lauer a.a.O. selbst erwähnt, sie vermutet hat), um so mehr, als Lauer seine unkritische Deutung ohne Kommentar in seine Ausgabe Flodoards aufnahm, von wo aus sie die späteren beeinflußt hat. Auch Dhoundt 119, Anm. 5 folgte Lauer, sah darum den Graf von Beauvais nur einmal, nämlich 936, erwähnt und dachte gar nicht daran, ihn mit dem gleichnamigen Graf von Senlis (hier VI,2) zu identifizieren. Hier lag nun ein weiteres Mißverständnis zugrunde. Graf Bernhard von Senlis ist mehrfach als Vasall Hugos des Großen bezeugt. Dhoundt verstand die Aufzählung der Intervenienten in Ludwigs D 1 so, als erscheine Bernhard von Beauvais "dans la suite" Hugos, sei also sein "fidele". Davon kann keine Rede sein. Die Diplome des 10. Jahrhunderts bezeichnen sehr genau den Umstand, wenn ein Petent oder Intervenient Vasall eines Großen und nicht des Königs direkt ist. Bernhard tritt jedoch als eigener Großer (vielleicht ebendarum die an sich seltene Nennung seiner Grafschaft) auf, nur im Range dem dux Hugo folgend. Daß er Graf von Beauvais war, schloß andere Positionen in N-Frankreich nicht aus (vgl. meine Ausführungen Unters. 93ff. über die Zone von unterer Seine bis Lothringen, in der die HERIBERTINER mächtig waren), so etwa die Burg, die Bernhard in Arches (bei Mezieres), also im Gebiet einer einstigen Königspfalz, erbaut hatte und die 933 vom Bischof von Lüttich zerstört wurde (Flodoard 933, ed. Lauer Seite 55; wahrscheinlich hat dieser Umstand den Alberich von Troisfontaines ermutigt, Bernhard zum Graf von Rethel zu ernennen). Fassen wir zusammen: Während es einen Graf Bernhard von Rethel im 10. Jahrhundert nicht gab, ist Graf Bernhard von Beauvais als einer der wichtigen Berater und getreuen Grafen in der Umgebung Ludwigs IV. festzuhalten. Seine Zugehörigkeit zum Haus der HERIBERTINER ergibt sich aus dem Besitz von Beauvais, in dem diese auch später begütert sind bzw. die Grafschaft innehaben, und aus dem Leitnamen Bernhard und Theodericus, vgl. Werner, Unters. 101-105. (Vgl. auch die folgende Anmerkung.)


Schwager, Helmut: Seite 66 Anm.318,400/01
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"Graf Heribert II. von Soissons"

So zum Beispiel Bur, Champagne, 89; der dabei genannte Graf Bernhard von Beauvais (+ nach 949) war stest königstreu und nie in engem Kontakt mit den HERIBERTINERN, ist daher also meines Erachtens niemals ein HERIBERTINGER gewesen. Zwar erwähnt eine Urkunde von Heriberts II. Enkelin Adela von Anjou (+ nach 974) vom 6. März 974 Besitzungen im Beauvais (Cartulaire de Saint-Aubin d'Angers 1, ed. Broussillon, 7-10 nr. 3; Halphen, Anjou, 244 nr. 1; Werner, Nachkommen, in: KdGr 4, Tafel (VIII,2) sowie 475 (Anmerkungen zu VIII,2), doch darf man daraus nicht gleich auf ein Grafenamt der HERIBERTINER spekulieren!
Die These, daß zeitweise HERIBERTINER Grafen von Beauvais gewesen seien, ist erst neuerdings von K.F. Werner aufgestellt worden.Jedoch kann er schon die behauptete Filiation eines vorhandenen königstreuen Grafen Bernhard von Beauvais (+ nach 949) und seines Neffen Theoderich von den HERIBERTINERN nicht genau bestimmen und verweist darauf, daß als Vater jenes Bernhard von Beauvais Graf Heriberts II. Onkel Graf Pippin von Senlis (+ nach 893) oder dessen schemenhafter Bruder Graf Bernhard (+ nach 877/78) in Frage kommen könnte, dies alles aber ohne jeglichen quellenmäßigen Beleg. Viel irrritierender ist aber, daß Graf Bernhard von Beauvais ein treuer Freund und Ratgeber des KAROLINGER-Königs Ludwig IV. (+ 954) gewesen ist, in dessen urkunden er mehrfach als Intervenient erscheint, so zuletzt am 10. November 949 in einer Urkunde des westfränkischen Königs für das Kloster Cluny. Nun sind aber die HERIBERTINER Anfang des 10. Jahrhunderts stets Todfeinde des karolingischen Königtums gewesen, weswegen dieser Bernhard von Beauvais infolge seiner Königstreue meines Erachtens kaum ein HERIBERTINER gewesen sein kann.
 
 
 
 

Literatur:
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Schwager, Helmut: Graf Heribert II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf. 1994 Seite 66 Anm. 318,400/01- Werner Karl Ferdinand: Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation) Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Seite 457 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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