Einziger Sohn des Markgrafen
Azzo VI. von d'Este-Ferrara aus seiner 3. Ehe mit der
Alix von
Antiochien, Tochter von Fürst Raimund
Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
Azzo VII. der Jüngere folgte 1215 minderjährig seinem Vater, die Führungsrolle ging vorerst an die Familie SALINGUERRA verloren. Er erbte auch die horrenden Schulden seiner Vorfahren und beerbte 1228 seinen Großonkel Bonifacio III. Er wurde 1217 päpstlich mit der Mark Ancona belehnt, und erwies sich schon in jungen Jahren als kluger politischer Kopf. Azzo VII. ging jahrelang mit Kaiser FRIEDRICH II. zusammen, der ihm viele Ansprüche, Lehen und Rechte bestätigte, nahm an etlichen Feldzügen gegen die Städte teil, unter anderen 1237 an der Schlacht bei Courtenouvo. Er wechselte nach der endgültigen Bannung des Kaisers wieder voll auf die päpstliche Seite über, wurde vom Kaiser geächtet und geriet in jahrzehntelange erbitterte und verheerende Kriege gegen Ezzelino di Romano (+ 1235) und dessen Sohn Enzio, dessen Untergang er letztlich erreichte, als dieser bei dem Versuch scheiterte, Mailand zu erobern (1259 Schlacht an der Brücke am Cassano) und gewann damit für die Guelfen das politische Übergewicht in N-Italien zurück und war zuletzt wieder unbestrittenes Haupt dieser Partei. Er wurde Mitglied des Lombardischen Städtebundes und gewann auch in Ferrara die führende Rolle seiner Familie zurück, wurde Podesta und regierte schon wie ein souveräner Fürst. Azzo VII. wurde unter anderem auch Podesta von Padua und Volkskapitän von Mantua, verjagte die Flagellanten aus seinen Gebieten und sicherte seinem unehelichen Enkel Obizzo II. die Nachfolge und rettete so sein Haus vor dem Erlöschen.
Azzo VII. der Jüngere war das mächtige Haupt der italienischen Guelfen.
Stürner, Wolfgang: Teil 1 Seite 147
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"Friedrich II. Die Königsherrschaft in Sizilien
und Deutschland 1194-1220"
Im Osten dominierte der uns als früher Überläufer zu FRIEDRICH schon bekannte Markgraf Azzo VI. von Este, danach sein Sohn Azzo VII. (+ 1264). Begütert vor allem im südlichen Venezien, hatten die ESTE schon früh Ferrara als Zentrum ihrer politischen Aktivitäten gewählt; Azzo VII. brauchte dann aber doch die Hilfe Venedigs, um sich dort 1240 endgültig gegen die erbitterte Rivalin seines Hauses, die Familie SALINGUERRA, durchzusetzen.
Stürner, Wolfgang: Teil 2 Seite 99,331,463,480,572,582
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"Friedrich II. Teil 2: Der Kaiser 1220-1250"
Mehrfach, allerdings stets vergeblich, suchte in jenen
Jahren Markgraf Azzo VII. von Este Ferrara
seinem Gegner Salinguerra Torelli zu entreißen und in seine Gewalt
zu bringen. Im Gegenzug ermunterte Salinguerra seinen Schwager Ezzelino
III. da Romano dazu, Azzos Verbündeten,
den Grafen Richard von San Bonifacio, aus Verona zu vertreiben, und dieses
Vorhabern glückte tatsächlich: Ende 1225 fiel Verona in die Hand
von Ezzelinos Genossen, kurz darauf Vicenza in die seines Bruders.
Der Schlag gegen Vicenza bescherte der kaiserlichen Partei
eine ganze Reihe weiterer Erfolge. Noch im November unterwarfen sich Ferrara
und der dort bestimmende SALINGUERRA, im Februar 1237 folgten Padua und
Markgraf
Azzo VII. von Este, im März beugte sich Treviso.
Im Augenblick freilich schien die Entwicklung keineswegs
allzu ungünstig. Ezzelino da Romano, FRIEDRICHS
neuem Schwiegersohn und wichtigem Vertrauensmann in Nordosten Oberitaliens,
war es bereits im Juli 1238 gelungen, den im geheimen vorbereiteten Zugriff
Azzos
von Este auf die Stadt Padua zu verhindern und den Markgrafen
nach Este abzudrängen. Ende Januar 1239 begab sich der Kaiser selbst
in Begleitung seiner Gemahlin Isabella
nach
Padua, festlich empfangen und glänzend bewirtet von der dortigen Bürgerschaft.
Er blieb bis weit ins Frühjahr hinein, suchte die Region enger an
sich zu binden und traf unter anderem Azzo von
Este zu einem vertraulichen Gespräch.
Kurz darauf, im Juni 1239, floh Markgraf
Azzo von Este aus dem kaiserlichen Lager und trat zu den Gegnern
FRIEDRICHS
über.
Wie Azzo von Este verfiel auch Graf
Raimund Berengar von Provence der Acht.
Den aus Parma im Laufe der Zeit von der kaiserlichen
Verwaltung geflüchteten Anhänger Innozenz' IV. war es am 16.
Juni 1247 gelungen, die Miliz ihrer Heimatstadt in einen Kampf zu verwickeln
und die Verwirrung nach dem Tod des kaiserlichen Podestas zu nutzen, um
sich der Kommune zu bemächtigen Sofort strömten die Parteigänger
des Papstes von allen Seiten zu ihrer Unterstützung herbei, Graf Richard
von San Bonifacio und Markgraf Azzo von Este
mit den Truppen der ihnen ergebenen Städte.
Die tiefen Gegensätze, die die lombardische Gesellschaft
prägten und dem Kaiser so große Schwierigkeiten bereiteten,
verhinderten indessen auch den ungetrübten Erfolg seiner Gegner. Ezzelino
brachte während des Septembers und Oktobers die Stadt sowie, nach
mühseliger Belagerung, die Burg Este in seine Hand, dazu eine
ganze Reiher wichtiger anderer Plätze seines alten Gegners Azzo,
und im selben Frühherbst geriet Ravenna wieder unter kaiserliche Herrschaft.
Winkelmann, Eduard: 2. Band Seite 410,425,429
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von
Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"
Denn da Aldobrandin
keinen Sohn hatte und sein achtjähriger Bruder Azzo
Novello natürlich nicht der päpstlichen Partei in
der Mark als Führer gegeben werden konnte, zog Innocenz das erledigte
Lehen wiederum ein.
Der Umstand, daß die Partei der
ESTE wegen der Jugend Azzos VII.
eines Hauptes entbehrte, wird dazu beigetragen haben, daß in der
Mark eine verhältnismäßige Ruhe sich erhielt.
Sogleich kommt ein anderer Zug in die Dinge. Salinguerra
wird bestimmt, sich jene Verkürzung seiner mathildischen Lehen gefallen
zu lassen, während auch die Zukunft der ESTE
wieder an das Papsttum gekettet wird, von welchem der junge Azzo
VII. die Mark Ancona zurückempfängt.
Winkelmann Eduard: 1. Band Seite 87,117,122,123,183,256-259,274,284,285
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"Kaiser Friedrich II."
[Ficker II, 318. Ferrara wurde deshalb vom Papst Juli
8. mit Verlust des Bistums bedroht, Azzo von Este
zum Einschreiten aufgefordert.]
[Wenigstens ein Mal müssen sie jedoch noch zusammengekommen
sein, da Honorius 1221 Februar 18. sagt, daß er in des Kaisers Gegenwart
Azzo
VII. von Este mit Ancona belehnt habe. Aber der Tag dieser Belehnung
läßt sich nicht näher bestimmen.]
Was die Mark Ancona betrifft, welche nach dem im Jahre
1214 erfolgten Tode des Markgrafen Aldobrandin von Este unmittelbar unter
die päpstliche Verwaltung gestellt worden war, so hatte man sich im
Jahre 1217 doch wieder dazu verstanden, sie dem Bruder des Verstorbenen,
Azzo
VII., welcher auch Azzo Novello oder Azzolino
genannt zu werden pflegte, in der üblichen Weise zu Lehen zu geben.
Die Verwaltung wird freilich wegen der Jugendlichkeit des Belehnten zunächst
durch päpstliche Rektoren weiter geführt worden sein; aber es
scheint nicht, daß es mit besserem Erfolg als gleichzeitig im Spoletanischen
geschah. Denn noch im September 1220 sah Honorius sich veranlaßt,
die meisten der märkischen Städte aufs heftigste zu schelten,
weil sie dem Markgrafen den Gehorsam versagten, und als dann Azzo,
jetzt 14 Jahre alt, bei Gelegenheit der Kaiserkrönung persönlich
die Belehnung empfangen hatte und nun in den Besitz seines Lehens eingeführt
werden sollte, da wurde die Begleitung des päpstlichen Subdiakons
Pandulf, der dem Jüngling auch für die nächste Zeit als
Berater zur Seite stand, doch nicht jenes Geschäfts ausreichend erachtet.
Jesi wollte sich dem mit der Mark Ancona belehnten Azzo
von Este und dem ihm beigegebenen päpstlichen Delegierten
nicht fügen und war noch im Sommer 1221 im Aufstand.
Der untere Teil des Pogebietes litt vornehmlich dadurch,
daß der vom Geschlecht der ESTE
allein noch übrige Azzo VII. Novello,
eben herangewachsen [Geboren 1206.], den alten Gegner seines Hauses, Salinguerra
Torello, wieder aus dem Besitz von Ferrara verdrängen wollte. Er sammelte
schon im Jahr 1222 abenteuerlustige Leute von weit und breit um sich und
rückte mit ihnen gegen Ferrara heran. Da nun Salinguerra eine Erhebung
in der Stadt zu Gunsten des ESTE fürchtete,
zog er es vor, sich mit ihm friedlich zu verständigen, zu welchem
Zweck Azzo mit 100 Rittern eingelassen
wurde. Die Ungebührlichkeiten aber, welche die Anlömmlinge sich
erlaubten, empörten die Einwohner: sie griffen zu den Waffen und trieben
in blutigem Kampfe den Markgrafen mit seinen Freunden wieder aus.
Im Jahre 1224 machte jedoch Azzo
einen
zweiten Versuch, nach Ferrara zurückzukommen. Unterstützt von
dem in Verona einflußreichen Grafen Richard von S. Bonifacio, von
Paduanern, Mantuanern und Bolognesen, erstürmte er das auf dem nördlichen
Ufer des Po gelegene Kastell Fratta, ließ alle, die darin waren,
Männer, Frauen und Kinder, ohne Unterschied töten und belagerte
im September das auf dem südlichen Ufer liegende Bondeno. Die Belagerung
mißlang; obendrein wußte Salinguera den Grafen von S. Bonifacio
unter dem Vorwande von Friedensverhandlungen nach Ferrara zu locken, wo
er dann festgehalten wurde, und so gab Azzo,
wahrscheinlich um nicht das Leben seines Freundes zu gefährden, für
dieses Mal jeden weiteren Angriff auf Ferrara auf.
[Auch andere aus der Mark müssen dem Aufgebot gefolgt
sein, weil Tolos. cont. c. 181 unter den Bestandteilen des kaiserlichen
Heeres in Ravenna auch Marchiani nennt, und es ist zu beachten, daß
der päpstliche Markgraf von Ancona, Azzo
von Este, selbst sich im April 1226 beim Kaiser in Ravenna einstellte
und ihn bis Parma begleitete.]
Zu denjenigen, welche dort sich bei ihm einfanden, gehörte
auch Markgraf Azzo, und es scheint,
daß damals zwischen ihm und Salinguerra ein Vertrag vermittelt wurde,
welcher dem Streit der beiden Parteihäupter um den Besitz Ferraras
ein Ende machte, indem Salinguerra dort zwar die vorwaltende Geltung behielt,
aber doch auch den Anhängern des Markgrafen einen Anteil am Stadtregiment
und diesem selbst einige Ehrenrechte einräumte.
Winkelmann Eduard: 2. Band Seite 24,31,33,34,35,39,311
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"Kaiser Friedrich II."
Denn zu dem Bund, in dem Mailand unbestritten die Führung
hatte, gehörten jetzt in der engeren Lombardei Como, Bergamo, Brescia,
Lodi und Vigevano; im obigen Polande Novara, Vercelli, Turin, Alessandria,
Tortona, Alba und die meisten Grafen von Biandrate; sämtliche Städte
der Mark Treviso, also Verona, Padua, Vicenza, Treviso und Mantua, und
sämtliche dortigen Herren, also Azzo von
Este, der Grafen von S. Bonifacio und Ezzelin III. von Romano,
nachdem deren Zwistigkeiten durch Eingreifen der Bundesrektoren am 11.
Februar 1227 geschickt worden waren.
Eigentliche Feindseligkeiten waren jedoch, abgesehen
von der Einschließung Benevents, bis dahin noch nicht vorgekommen,
und für die nächste Zeit erwartete Gregor selbst so wenig einen
Angriff von jener Seite, daß er seinen Vasallen in der Mark Ancona,
den Markgrafen Azzo von Este, der auch
nach Perugia gekommen war, auf dessen Bitte gestattete, die Mark zu verlassen
[Azzo scheint am 20. Juli 1228 noch
in der Mark gewesen zu sein.].
Am 23. September erhielt Azzo
von Este die Weisung, sofort mit möglichst starker Streitmacht
zum Schutze der jetzt auch schon durch die Umtriebe der Gegner unterwühlten
Mark zurückzukehren.
Als in Padua durch einen Aufstands der MONTECCHI, der
Partei Ezzelins III von Romano, am 29. Juni 1230 der Graf Richard von S.
Bonifacio mit seinen vornehmsten Freunden gefangen genommen, der Podesta,
ein Venetianer, vertrieben und durch Salinguerra von Ferrara ersetzt war,
da erkannte Padua den Gegenpodesta an, den die nach S. Bonifacio geflüchteten
Anhänger des Grafen aufgestellt hatten, und bemühte sich, ihnen
die Rückkehr nach Verona zu erwirken. Die Paduaner aber hatten sich
kurz vorher mit Vicenza verbündet, und der Einfluß des Markgrafen
von Este, der wie immer auf derjenigen Seite zu finden war, auf der Salinguerra
nicht war, führte ihnen auch die Hilfe Mantuas zu.
1. oo Johanna
-19.11.1233
1238
2. oo Amabilia von Pallavicini, Tochter des Markgrafen
Guido
- nach 27.9.1274
Kinder:
1. Ehe
Contardo
-
1249
Er stand im Ruf der Heiligkeit und starb auf einer Pilgerreise.
Alisia
-
Rinaldo I.
-
1251 ermordet
Cubitosa
-
oo Ismardo von Malaspina
-12.6.1275
Konstanze
- nach
10.3.1274 als Nonne
1. oo Uberto von Aldobrandeschi zu Maremma
- 1259 ermordet
2. oo Wilhelm von Pallavicini zu Scipione
-28.12.1284
Beatrix Nonne zu St. Antonio bei Ferrara
-
1262
Literatur:
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Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1:
Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag
Darmstadt 1997, Seite 147 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II.
Teil 2: Der Kaiser 1220-1250, Primus-Verlag Darmstadt 2000, Seite 99,331,463,480,497,
572,582 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 87,117,120,122, 123,183,235,256-259,274,284,285
- Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 24,31,33,34,35,39,56,311,368,422,462
- Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte,
Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Band Verlag von Duncker
& Humblot Leipzig 1873, Seite 410,412,425,429 -