Aldobrandino I.                                         Markgraf von Ferrara (1212-1215)
-------------------
    -10.10.1215 ermordet ?
 

Ältester Sohn des Markgrafen Azzos VI. d'Este aus seiner 1. Ehe mit einer namentlich unbekannten Tochter des Pfalzgrafen Aldobrandini von der Toskana
 

Thiele Andreas:
*************
„Erzählende genealogische Stammtafeln“

Aldobrandino I. folgte 1212 in jugendlichem Alter, blieb auf Grund des hohen Ansehens seines Vaters Haupt der norditalienischen Guelfen, wurde Podesta von Verona, Mantua und Ferrara und gab den Halbbruder als Geisel nach Florenz für die großen Finanzmittel, die er brauchte. Es war eine Zeit ständiger Fehden, Feldzüge und gegenseitiger Verwüstungen. Trotz päpstlicher Mahnungen wollten ihn die Städte von Mark Ancona nicht als Herren anerkennen und hatte deshalb ständig Streit mit ihnen. Er verglich sich mit seinem streitsüchtigen Großonkel Bonifacio III., trat ihm etwa die Hälfte des Erbes ab, um den Rücken gegen die Ghibellinen freizuhaben. Er verlor die Stammburg Este an Padua und mußte, oben erwähntem Trend folgend, Bürger von Padua werden. Aldobrandino I. hatte versucht, Padua zu erobern.

Stürner, Wolfgang: Teil 1 Seite 160,194,241
****************
"Friedrich II. Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220"

Freilich konnte Innocenz bei weitem nicht in allen beanspruchten Gebieten an tatsächliche Herrschaftsausübung denken. Noch hielt sich Diepold von Acerra in Spoleto; der Markgraf Aldobrandin von Este zögert anderer Bedrängnisse wegen zunächst, in die ihm verliehene Mark Ancona einzumarschieren, und stieß dort dann auf erheblichen Widersdtand.
Die meisten Adligen werden freilich wie Graf Matthaeus Gentilis von Lesina die Gelegenheit zum rigorosen Ausbau ihrer eigenen Macht benutzt haben, ohne daß die Legaten König FRIEDRICHS, Aldobrandin, der Markgraf von Este und der Mark Ancona, und der 1215 in Apulien auftretende Bischof Lupold von Worms, allzuviel dagegen vermochten.
Im Nordosten mußte sich damals die Kommune Padua, zeitweise unterstützt von Ezzelino da Romano und seinem knapp 20-jährigen, energischen Sohn Ezzelino III. (+ 1259), mit Heeresmacht gegen den Markgrafen Aldobrandin von Este (+ 1215) behaupten.

Winkelmann, Eduard: 2. Band Seite 405,408-410,412
******************
"Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"

Es fehlte also nicht an solchen, welche berechtigt waren, im Namen FRIEDRICHS Gehorsam zu fordern, und ihre Zahl vermehrte sich noch dadurch, daß der König den Markgrafen von Ancona Aldobrandin von Este zu seinem Vikar und Legaten für das Festland bestellte [Die Ernennung wird wohl noch ins Jahr 1213 fallen.]. Indessen ist Aldobrandin wohl kaum als solcher wirklich in Tätigkeit getreten und ebensowenig gibt die an sich spärliche Überlieferung dieser Jahre einen Anhalt zu dem Glauben, daß von irgendeiner anderen Seite her eine größere Unternehmung gegen die Anhänger OTTOS IV. im Königreich ins Werk gesetzt worden sei.
Innocenz soll sich gleich, nachdem OTTO Italien verlassen hatte, mit Hilfe des Markgrafen Azzo VI. von Este der strittigen tuscischen Landstriche bemächtigt haben und ist das wirklich gelungen, so konnte dieser Erfolg wohl zu weiteren Unternehmungen in Bezug auf Spoleto und das adriatische Litorale ermutigen. Indessen der erste Versuch in dieser Richtung, sich durch die am 10. Mai 1212 wiederholte Belehnung Azzos mit der Mark Ancona eine kräftige Stütze zu verschaffen gegen den damaligen Vertreter des Kaisers in Mittelitalien gegen Herzog Dipold von Spoleto blieb schon deshalb wirkungslos, weil Azzo gar nicht dazu gelangte, das Lehen anzutreten. Er starb im November 1212 und sein ältester Sohn Aldobrandin konnte zunächst ebensowenig daran denken, sich der Mark zu bemächtigen, wie Innocenz am 11. Januar 1213 von ihm verlangte, weil er als gleichzeitiger Podesta von Verona, Mantua und Ferrara vollauf mit den heimischen Gegnern, mit Ezelin von Romano und Salinguerra, zu tun hatte.
Seite Anfang des Jahres 1214 trat jedoch ein Wechsel ein. Die Drohung des Papstes, daß er die Mark, wenn Aldobrandin einzugreifen zögere, einem Anderen verleihen werde, scheint im Zusammenhang mit der Legation in Apulien, welche FRIEDRICH II. an Aldobrandin übertrug, diesen wenigstens zu einem Versuche bestimmt zu haben, wieviel sich dort machen ließe, und dieser Versuch, welcher von Innocenz mit nachdrücklichen Ermahnungen an Klerus und Volk der Mark unterstützt wurde und für den derselbe auch seine Getreuen im Herzogtum Spoleto aufbot, hatte in der Tat einigen Erfolg. Fano wurde durch Verzicht auf die Güter des früheren Reichsgrafen Walther gewonnen; Fabriano Fermo und wahrscheinlich auch Osimo wurden durch Bestätigung der zu Markwards Zeit genossenen Freiheiten ebenfalls zur friedlichen Unterwerfung gebracht; im Herbst bemühte man sich Ascoli auf die päpstliche Seite herüberzuziehen. Da ist nun gerade Aldobrandin, von dessen Mut noch viele tapfere Taten erwartet wurden, plötzlich gestorben. Die Kurie wußte jedoch auch in diesem scheinbar so widrigen Zwischenfalle für sich einen Vorteil herauszufinden. Denn da Aldobrandin keinen Sohn hatte und sein achtjähriger Bruder Azzo Novello natürlich nicht der päpstlichen  Partei in der Mark als Führer gegeben werden konnte, zog Innocenz das erledigte Lehen wiederum ein.
 
 
 
 

  oo N.N.
             -
 
 
 
 

4 Kinder:

  Beatrix
  um 1210/15- vor 8.5.1245

14.5.1234
   oo 3. Andreas II. König von Ungarn
           1176-26.10.1235

  Eudokia
         -

  oo Mathias II. von Estoria
              -

  Bonifacio
         -

  Alessina
        -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 160,194,241 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 2: Der Kaiser 1220-1250, Primus-Verlag 2000 Seite 1 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 122,127 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Band Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 405,406,408-410,412,416 -
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de