Begraben: Viseu
Sohn des Herzogs
Theodefred von Cordoba und der Prinzessin Rekilona;
Enkel des Königs Rekkeswinth
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 928
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Roderich (Rodericus, span. Rodrigo), letzter König
der Westgoten 710-711
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† 711
Kam nach dem Tode Witizas, dem ein Interregnum folgte, auf den Thron, unterstützt vom Adel der südlichen und westlichen Hispania und gewählt vom ‚Senatus‘ der Westgoten. Roderich, vorher wahrscheinlich ‚Dux‘ der Baetica, “vielleicht ein Enkel Chindaswinths, gewiß aber Vertreter eines neuen Legitimationsanspruchs” (L. Vones), hatte ständige Kämpfe mit den Anhängern des verstorbenen Witiza, die bei den Arabern in Nord-Afrika Hilfe suchten, auszutragen. Die gesamte Hispania hat Roderich wohl nie kontrolliert. Als die Muslime (zumeist Berber unter arabischem Oberbefehl), begünstigt durch die innerspanischen Machtkämpfe, 711 bei Gibraltar landeten, kämpfte Roderich in Nord-Spanien gegen die Vaskonen und suchte gegen die Invasoren eilends ein Heer aufzubieten. Die von ihm in Córdoba versammelte Streitmacht unterlag am 23. Juli 711 am Guadalete dem von Tariq kommandierten muslimischem Heer, wobei Roderich höchstwahrscheinlich den Tod fand. Er soll von den Witiza-Anhängern, die die Flügel des westgotischen Heeres befehligten, verraten worden sein. Sein Leichnam wurde in Viseu bestattet. Roderichs Witwe Egilo heiratete den Wali Abd-al-Aziz, Sohn des arabischen Oberbefehlshabers Musa ibn Nusair.
J.-M. Alonso Núñez
RODERICH
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†
711 gefallen
Roderich war der Sohn
des Herzogs Theodefred von Cordoba und der Rekilona,
Prinzessin
von Cordoba; Neffe von König Rekkiswinth
Er verdrängte 710 König Witika
und wurde letzter König der Westgoten. Dessen Söhne
und Anhänger riefen die Araber zu Hilfe und gegen deren Feldherr
Tarik verlor
Roderich 711 bei Jerez
de la Frontera Schlacht und Leben. Nach seinem Tod wurde Spanien islamisch.
Claude, Dietrich: Seite 195-197
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"Adel, Kirche und Könihgtum im Westgotenreich. Vorträge
und Forschungen Sonderband 8"
Es gelang Witiza nicht,
das Königtum seiner Familie zu erhalten. Nach seinem Tode - vermutlich
im Frühjahr 710 - kam es zur Wahl Roderichs.
Unsere einzige vertrauenswürdige Quelle, die Chronik von 754, läßt
erkennen, daß Roderich von einer
Versammlung gewählt wurde, die als senatus bezeichnet wird
und die vermutlich gemäß dem Königswahlkanon aus Palastadligen,
gardingi
und Bischöfen bestand. Gegen die Wahl Roderichs
erhob sich heftiger Widerstand, dessen Träger unbekannt sind, in denen
man jedoch vermutlich die Anhänger der Söhne Witizas
zu sehen hat [186 Sanchez Albornoz, op. cit., p. 97 vermutete sogar,
daß Witiza das Reich unter seine
Söhne teilen wollte.]. Der Streit, der die Mitschuld an der Niederlage
Roderichs
im Kampf gegen die Araber trug, erscheint auf den ersten Blick als Konflikt
zwischen den Anhängern der Wahlmonarchie und des Erbkönigtums.
Berücksichtigt man jedoch die genealogischen Zusammenhänge, so
wird man die Ereignisse anders beurteilen. Unsere Hauptquelle für
die Familienverhältnisse der letzten Westgoten-Könige ist die
ältere Version der Chronik Alfons III.,
das Chronicon Rotense. Wenn es bisher auch nicht gelungen ist, mögliche
westgotische Vorlagen für diese Chronik nachzuweisen, so besitzen
ihre Angaben doch einen hohen Grad an Wahrscheinlichkeit. Demnach hatten
seit 642 nur noch Angehörige zweier Familien den westgotischen Thron
inne, die seit 680 miteinander im Kampf lagen.
Roderich war demnach
ein Enkel Chindaswinths. Sein Vater
Theodefred
wurde angeblich von Egica
geblendet,
weil der König in ihm einen Rivalen fürchtete. Diese Feindschaft
scheint sich auf die Söhne - Roderich
und Witiza - vererbt zu haben. Unter
diesen Umständen wird man die Wahl Roderichs
als
letzten Akt eines Kampfes zwischen zwei Familien - oder zwei Zweigen einer
Familie - zu werten haben. Einne Wahl war 710 das einzige Mittel, eine
Thronbesteigung eines oder mehrer Söhne Witizas
zu verhindern. Diese Handlung hat deshalb nur sekundäre Bedeutung,
im Hintergund standen die ebenfalls durch Abstammmung begründeten
Thronansprüche
Roderichs.
Noch ein Jahr nach der Erhebung Roderichs
hatten die Witizaner, die anscheinend über einen bedeutenden Anhang
verfügten, die Hoffnung auf einen Sieg nicht aufgegeben, denn die
Chronik von 754 berichtet, daß das Heer, mit dem der König gegen
die Araber zog, "nebenbuhlerisch und betrügerisch aus ehrgeizigem
Streben nach der Herrschaft" ins Feld gegangen sei. Vermutlich geht auch
der Bürgerkrieg, der nach dem Tode Roderichs
ausbrach, auf den Streit beider Parteien zurück. Die starke Stellung
der Witizaner läßt den Schluß zu, daß zwei große
Familien mit Hilfe mächtiger Klientelen um die Macht kämpften.
oo 1. Egilo
†
Literatur:
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Claude, Dietrich: Adel, Kirche und Könihgtum
im Westgotenreich. Vorträge und Forschungen Sonderband 8, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1971 Seite 195 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung.
Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt
1977 Seite 150,176, 503 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum
Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover
2001 Seite 103 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 219 - Thiess Frank: Die griechischen
Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien
1959 Seite 731 -