Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1903
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Leovigild, westgotischer König 568-586
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†
oo Gosvintha, Witwe König Athanagilds
†
Bruder des 567 in Narbonne zum König erhobenen, 572 gestorbenen Liuva I., der sich auf Septimanien beschränkte und die Iberische Halbinsel, den er zum Mitregenten einsetzte, überließ. Leovigilds Regierung war von bedeutenden Erfolgen geprägt: Zurückdrängung der Ost-Römer 570-571, Einnahme Córdobas 572, Beseitigung regionaler Selbständigkeit von Stämmen und Vornehmen (unter anderem Unterwerfung Kantabriens 574, Eroberung baskischer Gebiets 581, Vernichtung des Sueben-Reichs 585). Leovigild besiegte seinen aufständischen Sohn Hermenegild und vermochte den Adel niederzuhalten. Bei der Erneuerung der monarchischen Gewalt war ihm das Kaisertum Vorbild. Das westgotische Recht ließ er neu kodifizieren. Die flexible Kirchenpolitik des arianischen Königs bewog viele Katholiken, zum Arianismus überzutreten.
J. Prelog
LEOWIGILD
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†
586
Leowigild war ab 569 Mitregent seines Bruders Leowa und residierte zu Toledo, wohin er als König endgültig die Residenz verlegte. Er hob das Eheverbot zwischen Goten und Römern auf, ein erster wichtiger Schritt zur Angleichung von Arianern und Christen. Er vervollkommnete die Gesetzgebung König Eurichs und eroberte das Sueben-Reich (Nordwest-Spanien) und auch auch Aragon/Kantabrien. Er bekriegte Byzanz und eroberte Teile Andalusiens mit Cordoba zurück. Leowigild verfolgte die Christen, beeinflußt von seiner zweiten Frau, mit großer Härte und Bürgerkriege gegen seinen Sohn Hermengild bestimmten seine letzten Jahre.
1. oo THEODOSIA
+
2. oo GUNSWINTHE
+
Witwe des Königs Athanagild
Claude, Dietrich: Seite 55,59-62,70,73
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"Adel, Kirche und Königtum im Westgotenreich. Vorträge
und Forschungen Sonderband 8"
Im zweiten Jahr seiner Regierung ernannte
Liuva I. seinen Bruder Leovigild zum
Mitregenten,
wobei er ihm die Pyrenäenhalbinsel als Herrschaftsgebiet zuwies.
Auch die Macht des westgotischen Adels hatte zu Beginn
der Regierung Leovigilds einen dem
König bedenklich erscheinenden Umfang angenommen. Wie Isidor berichtet,
ging er gegen die Mächtigsten und Reichen mit Todesurteilen und Vermögenskonfiskationen
vor. Einzelheiten sind leider nicht bekannt.
Antiaristokratischen Charakter trägt auch eine weitere
Maßnahme Leovigilds, die Ernennung
seiner beiden Söhne Hermenegild
und Reccared zu Mitregenten. Durch
diesen Schritt Leovigilds war echtlich
eine Triarchie geschaffen worden, doch erfahren wir nicht, ob die Söhne
tatsächlich an der Machtausübung beteiligt wurden. Vermutlich
führte Leovigild die Regierung
allein. Erst als es nach Hermenegilds
Ehe mit der fränkischen Königs-Tochter
Ingunde
zu Unzuträglichkeiten kam, da die Königin
Godsvintha
Ingunde zum Arianismus bekehren wollte, erhielt Hermenegild
ein eigenes Herrschaftsgebiet.
Die Bestellung der Söhne zu Mitregenten unter Ausschaltung
des Wahlrechts zielte auf die Bildung einer Dynastie. Vielleicht ist auch
die Hochzeit Leovigilds mit Galsvintha,
der Witwe Athanagilds, auf legitimistische
Erwägungen zurückzuführen; es kann aber auch nicht ausgeschlossen
werden, daß Leovigild, so wie
vor ihm Theudis, durch die Ehe mit
einer vermutlich sehr reichen Frau seine Position stärken wollte.
Oströmisches Vorbild wird auch bei der Umgestaltung
des westgotischen Königtums durch Leovigild
sichtbar.
Isidor von Sevilla berichtet, daß er "als erster (König) unter
den Seinen mit dem Königsornat angetan auf dem Thron" gesessen habe;
vor der Zeit Leovigilds habe der König
die gleiche Kleidung und die gleiche Sitzgelegenheit wie das übrige
Volk gehabt.
Leovigild war der
erste
Westgoten-König, der Goldmünmzen mit seinem eigenen Bild
prägen ließ.
Es gelang Leovigild,
das Königtum erheblich zu stärken. Dieses Ziel erreichte er einerseits
durch die Unterdrückung des Adels, andererseits durch eine weitgehende
Umgestaltung des Königtums. Es ist bezeichnend, daß Leovigild
nicht versuchte, auf den herkömmlichen Grundlagen des westgotischen
Königtums aufzubauen, sondern daß er in wesentlichen Punkten
römische Elemente übernahm.
1. oo Theodosia, Tochter des Byzantiners Severianus
†
567
2. oo 2. Godiswintha, Witwe des Königs Athanagild
†
Kinder:
1. Ehe
Rekkared I.
† Dez. 601
Hermenegild
vor 550 † 13.4.585
ermordet
Literatur:
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Claude, Dietrich: Adel, Kirche und Königtum
im Westgotenreich. Vorträge und Forschungen Sonderband 8, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1971 Seite 55-91 - Dahn Felix: Die Völkerwanderung.
Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt
1977 Seite 121,155,176,411,413,415 - Gregor
von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart
1988 Buch IV Kapitel 38; Buch V Kapitel 38,43; Buch VI Kapitel 18,29,33,40,
43; Buch VIII Kapitel 28,31,35,39,46; Buch IX Kapitel 1,25 - Hartmann
Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag
2003 Seite 62 -
Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum
Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover
2001 Seite 98-100,102,118,149,204 - Schneider, Reinhard: Königswahl
und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge
bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite
34,101,244,253 -
Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 - Thiess Frank: Die griechischen
Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien
1959 Seite 63,153,159,196,208,227 -