Isabella I.                                          Königin von Jerusalem (1205)
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1171nach 1.4.1205
 

Einzige Tochter des Königs Amalrich I. von Jerusalem aus dem Hause ANJOU aus seiner 2. Ehe mit der Maria Theodora von Byzanz, Tochter von Sebastos Johannes Komnenos
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 669
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Isabella I., Königin von Jerusalem
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* 1172, 1205

Tochter König Amalrichs I. von Jerusalem (aus dem Hause ANJOU) aus dessen 2. Ehe mit Maria Komnena

  1. oo Humfried von Toron
                   

  2. oo Konrad von Montferrat
                 

Tochter:
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o Maria von Montferrat, spätere Königin von Jerusalem

  3. oo Heinrich II. von Champagne
                

Töchter:
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o Alice, spätere Gemahlin Hugos von Zypern
o Philippa

  4. oo Amalrich II. von Lusignan König von Zypern
                 

Töchter:
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o Sibylle, spätere Gemahlin Leos II. von Armenien
o Melisende, spätere Gemahlin Bohemunds IV. von Antiochia

Das Königtum der Isabella, die selbst politisch kaum hervortrat, fällt in die Krisenperiode nach der Katastrophe von Hattin und in die Zeit des 3. Kreuzzuges. Nach dem Tod ihrer älteren Halbschwester, Königin Sibylle ( 1190), verstärkte sich der Widerstand gegen Sibylles Gemahl Guido von Lusignan, der sich seit 1186 des Königtums bemächtigt hatte. Um Guidos Absetzung zu erreichen, betrieben seine Gegner, allem voran Balian von Ibelin und dessen Gemahlin Maria Komnena, Isabellas Mutter, den Plan, die Prinzessin Isabella mit dem von ihnen begünstigten Thronkandidaten Konrad von Montferrat zu verheiraten, was nach Auflösung der Ehe Isabella mit Humfried von Toron gelang (14. November 1190). Nachdem Konrad am 28. April 1192 Opfer eines Mordanschlags geworden war, heiratete Isabella schon kurze Zeit später in kanonisch anfechtbarer Ehe den Grafen Heinrich II. von Champagne, der allerdings den Königstitel nicht annahm. Nach dem plötzlichen Unfalltod ihres 3. Gemahls (10. September 1197) ging Isabella im Januar 1198, nach Prüfung anderer Heiratsprojekte, noch eine 4. Ehe, mit Amalrich II. von Zypern, ein. Die Wahl des Gemahls erfolgte auf Vermittlung des Erzbischofs Konrad von Mainz und entsprach den Interessen des Kaisers wie des Papstes Innozenz III. Isabella starb 1205, bald nach ihrem vierten Ehemann.


Brandenburg Erich: Tafel 7 Seite 15
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 59 b. ISABELLE
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* 1172, ca. 1208

Gemahl:
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a) 1183 X.
Humfried von Thoron, geschieden 1190

b) 1190 24. XI.
Konrad Markgraf von Montferrat (siehe XIII. 273.)

      1192 28. IV.

c) 1192 5. V.
Heinrich II. Graf von Champagne (siehe XIV. 79.)

      1197 10. IX.

d) 1198
Amalrich von Lusignan, König von Jerusalem und Zypern

      1205 1. IV.


Thiele, Andreas: Tafel 172
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ISABELLA D' ANJOU
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* 1172, + 1206

Tochter und Nacherbin des Königs Amalrich I. von Jerusalem

1192 Titular-Königin von Jerusalem zu Akkon

 1190
  oo KONRAD, Markgraf von Montferrat
                 1192 ermordet

 1192
  oo HEINRICH II., Graf von Champagne
               

 1198
  oo AMALRICH II. DE LUSIGNAN
                1205


Nach dem Tode ihrer Halbschwester Sibylle wurde sie Thronerbin von Jerusalem. Sie mußte sich scheiden lassen und wurde zur Ehe mit Konrad I. von Montferrat gezwungen. Nach dessen Ermordung mußte sie, obwohl hochschwanger, Heinrich I. von Champagne heiraten.

Mayer Hans Eberhard: Seite 119,121,122,131,132,135,136,148,149
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Die einzige Alternative zu Prinzessin Sibylle war ihre Halbschwester Isabella aus der 2. Ehe König Amalrichs, die bei den IBELINS in Nablus lebte. Noch im selben Jahr (1180) gelang es der Hofpartei, sie dem Einfluß der IBELINS zu entfremden und sie zu verloben mit Humfred IV. von Toron, der vor allem der Erbe Transjordaniens war und bei seinem Stiefvater Rainald von Chatillon lebte.
Nach der Krönung seines Neffen Balduin V. (20. November 1183) entsetzte der König die belagerte Burg Krak in Transjordanien, wo gerade die Hochzeit zwischen Isabella und Humfred von Toron gefeiert wurde. Um die IBELINS aus Transjordanien fernzuhalten, untersagte Humfred seiner Gemahlin jeden Kontakt mit ihrer Mutter in Nablus.

Der im Jahre 1186 von Raimund III. von Tripolis durchgeführte Versuch, Isabellas Gemahl zum Gegen-König zu machen, scheiterte daran, dass dieser zu Guido von Lusignan überlief.
Nach dem Tode ihrer Halbschwester Sibylle und deren Töchter im Herbst 1190 fiel die Erbfolge des Königreiches Jerusalem an Isabella. Konrad von Montferrat ließ durchsickern, dass Isabella geheiratet habe, ehe sie das vorgeschriebene Alter erreicht hatte. Geschickt verknüpfte er diese juristische, wahrscheinlich unzutreffende Argument mit der politischen Opposition der Barone gegen den jungen Humfred, der 1186 sich sofort Guido unterworfen hatte. In einer Justizkomödie wurde Isabella von Humfred geschieden und anschließend mit Konrad getraut (24. November 1190), obwohl dieser bereits verheiratet war.
Wenige Tage nach der Ermordung Konrads heiratete dessen Witwe den Grafen Heinrich von der Champagne, der dann vom Volk von Tyrus als König akklamiert wurde, aber nie den Königstitel führte. Aus der Ehe ging eine Tochter Alice hervor, die dann illegitim war, wenn Isabella 1190 zu Unrecht geschieden wurde.
Isabella war mit 33 Jahren einmal geschieden und dreimal verwitwet. Sie selbst starb kurz nach Amlrich II. Die Krönung Amalrichs II. verhalf seiner Gemahlin Isabella zur Erstkrönung.

Csendes, Peter: Seite 122,200
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"Heinrich VI."

So wurde Konrad von Montferrat zum König gewählt. Doch noch ehe er gekrönt war, fiel er am 28. April 1192 einem Mordanschlag zum Opfer. Der Auftrag dazu ging von dem legendenumwobenen Alten vom Berg aus, dem Führer der syrischen Assassinensekte. Es verbreitete sich aber das Gerücht, Richard hätte hinter dem Anschlag gestanden, und noch später sollte daraus ein Anklagepunkt gegen Löwenherz werden. Nachfolger Konrads wurde der Graf Heinrich von Champagne, der die Witwe des Ermordeten, Isabella, ehelichte.
Nach dem Tod Heinrichs von Champagne mußte natürlich, nicht zuletzt im Hinblick auf die Zeit nach dem Kreuzzug, ein neuer König gefunden werden. Von den ansässigen Baronen trat eine Gruppe für Ralph von Tiberias aus dem französischen Haus FALCONBERG ein, einen der ihren, der als besonders rechtskundig galt, aber über her geringe eigene Mittel verfügte. Konrad von Hildesheim hingegen forcierte Amalrich von Lusignan, der als König von Zypern bereits staufischer Vasall war. Trug dieser nun auch die Krone von Jerusalem, so konnte der Kaiser die Oberhoheit über die Heilige Stadt in jedem Fall für sich in Anspruch nehmen. Der Vorschlag des Kanzlers wurde gut aufgenommen. Amalrichs Frau Eschiva war jüngst verstorben, und damit konnte er König Heinrichs Witwe Isabella, die eigentliche Erbin des Königreiches Jerusalem [Sie war die Tochter König Amalrichs I. von Jerusalem, eines Angehörigen des Hauses ANJOU.], heiraten. Amalrich nahm das Angebot mit einigem Zögern an. Er schloß die Ehe mit Isabella - es bereits ihre vierte - und empfing gemeinsam mit ihr die Königskrone von Jerusalem.
 
 
 
 

 22.11.1183-1190
  1. oo Humfried IV. Herr von Toron
           1166 nach 1191

 24.11.1190
  2. oo Konrad I. Markgraf von Montferrat
           um 1146 28.4.1192

   5.5.1192
  3. oo Heinrich I. Graf von Champagne
          29.7.116610.9.1197

    1198
  4. oo Amalrich II. Graf von Lusignan
           um 11551.4.1205
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Maria I. la Marquise Königin von Jerusalem
  1192 1212

3. Ehe

  Alice von Champagne
  um 1193 1246

  Philippa von Champagne
  um 11951250

 1211/14
  oo Erard III. Sire de Brienne
            um 1246

  Marie von Champagne
        

4. Ehe

  Sibylle von Lusignan
  um 1200 nach 1255

  oo Leon I. König von Armenien
              5.1219

  Melisende von Lusignan
  1197/99nach 1249

 1218
  oo 2. Bohemund IV. Fürst von Antiochia
                   März 1233

  Isabella
      

  Amalrich
         1204
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 7 Seite 15 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 122,200 - Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag Darmstadt 1998, Seite 338-341 - Gillingham John: Richard Löwenherz. Eine Biographie. Classen Verlag GmbH Düsseldorf 1981 Seite 183,221,224 - Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 150,155,158,182, 190 - Kugler Bernd: Geschichte der Kreuzzüge. Reprint-Verlag-Leipzig 1880 - Mayer Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge Seite 119,121, 122,131,132,135,136,148,149 - Payne Robert: Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 202,272,273 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Seite 128,137-138,143 - Röhricht, Reinhold: Geschichte des Königreichs Jerusalem (1100-1291). Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung 1898 Seite 361 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge. Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 706,716,725,740-742,743,746-748,801-803,817,824,837,839-840,858,869-870, 879-880,911,958,1107 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 172 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 140 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 88 - Zöllner Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1977 Seite 126 -