Einzige Tochter des Königs
Amalrich
I. von Jerusalem aus dem Hause
ANJOU aus seiner 2. Ehe mit der Maria
Theodora von Byzanz, Tochter von
Sebastos
Johannes Komnenos
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 669
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Isabella I., Königin von Jerusalem
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* 1172, † 1205
Tochter König Amalrichs I. von Jerusalem (aus dem Hause ANJOU) aus dessen 2. Ehe mit Maria Komnena
1. oo Humfried von Toron
†
2. oo Konrad von Montferrat
†
Tochter:
----------
o Maria von Montferrat, spätere Königin von
Jerusalem
3. oo Heinrich II. von Champagne
†
Töchter:
----------
o Alice, spätere Gemahlin Hugos von Zypern
o Philippa
4. oo Amalrich II. von Lusignan König
von
Zypern
†
Töchter:
----------
o Sibylle, spätere Gemahlin Leos II. von Armenien
o Melisende, spätere Gemahlin Bohemunds IV. von
Antiochia
Das Königtum der
Isabella,
die selbst politisch kaum hervortrat, fällt in die Krisenperiode
nach
der Katastrophe von Hattin und in die Zeit des 3. Kreuzzuges. Nach dem
Tod ihrer älteren Halbschwester,
Königin
Sibylle († 1190),
verstärkte sich der Widerstand gegen
Sibylles
Gemahl
Guido von Lusignan,
der sich seit 1186 des Königtums bemächtigt hatte. Um Guidos
Absetzung
zu erreichen, betrieben seine Gegner, allem voran Balian von Ibelin und
dessen Gemahlin
Maria Komnena,
Isabellas
Mutter, den Plan, die Prinzessin
Isabella
mit dem von ihnen begünstigten Thronkandidaten
Konrad
von Montferrat zu verheiraten, was nach Auflösung der
Ehe
Isabella mit Humfried von Toron gelang (14. November
1190). Nachdem Konrad am 28. April
1192 Opfer eines Mordanschlags geworden war, heiratete
Isabella schon kurze Zeit später in kanonisch
anfechtbarer
Ehe den Grafen
Heinrich II. von Champagne,
der allerdings den Königstitel nicht annahm. Nach dem
plötzlichen
Unfalltod ihres 3. Gemahls (10. September 1197) ging
Isabella im Januar 1198, nach Prüfung anderer
Heiratsprojekte,
noch eine 4. Ehe, mit Amalrich II. von Zypern,
ein. Die Wahl des Gemahls erfolgte auf Vermittlung des Erzbischofs
Konrad
von Mainz und entsprach den Interessen des Kaisers wie des Papstes
Innozenz
III. Isabella starb 1205,
bald
nach ihrem vierten Ehemann.
XIV. 59 b. ISABELLE
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* 1172, † ca. 1208
Gemahl:
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a) 1183 X.
Humfried von Thoron, geschieden 1190
b) 1190 24. XI.
Konrad Markgraf von Montferrat (siehe XIII. 273.)
† 1192 28. IV.
c) 1192 5. V.
Heinrich II. Graf von Champagne (siehe XIV. 79.)
† 1197 10. IX.
d) 1198
Amalrich von Lusignan, König von Jerusalem und Zypern
† 1205 1. IV.
ISABELLA D' ANJOU
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* 1172, †+ 1206
Tochter und Nacherbin des Königs Amalrich I. von Jerusalem
1192 Titular-Königin von Jerusalem zu Akkon
1190
oo KONRAD,
Markgraf von Montferrat
† 1192 ermordet
1192
oo HEINRICH
II., Graf von Champagne
†
1198
oo AMALRICH
II. DE LUSIGNAN
† 1205
Mayer Hans Eberhard: Seite
119,121,122,131,132,135,136,148,149
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Die einzige Alternative zu Prinzessin
Sibylle war ihre Halbschwester
Isabella
aus der 2. Ehe König Amalrichs,
die bei den IBELINS in Nablus
lebte. Noch im selben Jahr (1180) gelang
es der Hofpartei, sie dem Einfluß der IBELINS zu entfremden und
sie
zu verloben mit
Humfred IV. von Toron, der vor allem der Erbe Transjordaniens
war und bei seinem Stiefvater Rainald
von Chatillon lebte.
Nach der
Krönung
seines Neffen
Balduin V. (20. November
1183) entsetzte der König die belagerte Burg Krak in
Transjordanien,
wo gerade die Hochzeit zwischen Isabella
und Humfred von Toron gefeiert wurde. Um die IBELINS aus
Transjordanien
fernzuhalten, untersagte Humfred seiner Gemahlin jeden Kontakt
mit
ihrer Mutter in Nablus.
Der im Jahre 1186 von Raimund
III. von Tripolis
durchgeführte
Versuch, Isabellas Gemahl zum
Gegen-König
zu machen, scheiterte daran, dass dieser zu Guido
von Lusignan überlief.
Nach dem Tode ihrer
Halbschwester Sibylle und
deren Töchter im Herbst 1190 fiel die Erbfolge des
Königreiches
Jerusalem an Isabella. Konrad
von Montferrat ließ durchsickern, dass Isabella
geheiratet
habe, ehe sie das vorgeschriebene Alter erreicht hatte. Geschickt
verknüpfte
er diese juristische, wahrscheinlich unzutreffende Argument mit der
politischen
Opposition der Barone gegen den jungen Humfred, der 1186 sich
sofort
Guido
unterworfen hatte. In einer Justizkomödie wurde
Isabella
von Humfred geschieden
und anschließend
mit Konrad getraut (24. November
1190), obwohl dieser bereits
verheiratet
war.
Wenige Tage nach der Ermordung Konrads
heiratete
dessen Witwe den Grafen Heinrich
von der
Champagne,
der dann vom Volk von Tyrus als König akklamiert wurde, aber nie
den
Königstitel führte. Aus der Ehe ging eine Tochter Alice
hervor,
die dann illegitim war, wenn Isabella
1190 zu Unrecht geschieden wurde.
Isabella war mit
33 Jahren einmal geschieden und dreimal verwitwet. Sie selbst starb
kurz
nach Amlrich II. Die Krönung Amalrichs
II. verhalf seiner Gemahlin
Isabella
zur Erstkrönung.
Csendes, Peter: Seite 122,200
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"Heinrich VI."
So wurde Konrad von
Montferrat
zum König gewählt. Doch noch ehe er gekrönt war, fiel er
am 28. April 1192 einem Mordanschlag zum Opfer. Der Auftrag dazu ging
von
dem legendenumwobenen Alten vom Berg aus, dem Führer der syrischen
Assassinensekte. Es verbreitete sich aber das Gerücht,
Richard
hätte
hinter dem Anschlag gestanden, und noch später sollte daraus ein
Anklagepunkt
gegen Löwenherz
werden. Nachfolger
Konrads
wurde der Graf
Heinrich von Champagne,
der die Witwe des Ermordeten, Isabella,
ehelichte.
Nach dem Tod Heinrichs von
Champagne
mußte natürlich, nicht zuletzt im Hinblick auf
die
Zeit nach dem Kreuzzug, ein neuer König gefunden werden. Von den
ansässigen
Baronen trat eine Gruppe für Ralph von
Tiberias
aus dem französischen Haus FALCONBERG
ein, einen der ihren,
der als besonders rechtskundig galt, aber über her geringe eigene
Mittel verfügte. Konrad von
Hildesheim hingegen forcierte Amalrich
von Lusignan, der als König
von Zypern bereits staufischer
Vasall
war. Trug dieser nun auch die Krone von Jerusalem, so konnte der Kaiser
die Oberhoheit über die Heilige Stadt in jedem Fall für sich
in Anspruch nehmen. Der Vorschlag des Kanzlers wurde gut aufgenommen. Amalrichs
Frau Eschiva
war jüngst
verstorben,
und damit konnte er König Heinrichs
Witwe
Isabella, die eigentliche Erbin
des Königreiches Jerusalem [Sie war die Tochter
König
Amalrichs I. von Jerusalem, eines Angehörigen des Hauses
ANJOU.], heiraten. Amalrich
nahm das Angebot mit einigem Zögern an. Er schloß die Ehe
mit
Isabella
-
es bereits ihre vierte - und empfing gemeinsam mit ihr die
Königskrone
von Jerusalem.
22.11.1183-1190
1. oo Humfried IV. Herr von Toron
1166 † nach
1191
24.11.1190
2. oo Konrad I. Markgraf von Montferrat
um 1146 † 28.4.1192
5.5.1192
3. oo Heinrich I. Graf von Champagne
29.7.1166 † 10.9.1197
1198
4. oo Amalrich II. Graf von Lusignan
um 1155 † 1.4.1205
Kinder:
2. Ehe
Maria I. la Marquise
Königin von Jerusalem
1192 † 1212
3. Ehe
Alice von Champagne
um 1193 † 1246
Philippa von Champagne
um 1195 † 1250
1211/14
oo Erard III. Sire de Brienne
† um 1246
Marie von Champagne
†
4. Ehe
Sibylle von Lusignan
um 1200 † nach 1255
oo Leon I. König von Armenien
† 5.1219
Melisende von Lusignan
1197/99 † nach 1249
1218
oo 2. Bohemund IV. Fürst von Antiochia
† März 1233
Isabella
†
Amalrich
†
1204
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des
Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 7 Seite 15 - Csendes,
Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993,
Seite 122,200 - Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter.
Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag Darmstadt 1998,
Seite 338-341 - Gillingham John:
Richard Löwenherz. Eine Biographie.
Classen Verlag GmbH Düsseldorf 1981 Seite 183,221,224 - Jones Terry/Ereira Alan: Die
Kreuzzüge.
Bechtermünz Verlag 2000 Seite 150,155,158,182, 190 - Kugler
Bernd: Geschichte der Kreuzzüge. Reprint-Verlag-Leipzig 1880 - Mayer
Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge Seite 119,121,
122,131,132,135,136,148,149
- Payne Robert: Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um
das
Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 202,272,273
-
Pernoud
Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Seite 128,137-138,143 -
Röhricht, Reinhold: Geschichte des Königreichs
Jerusalem (1100-1291). Verlag der Wagnerschen
Universitäts-Buchhandlung
1898 Seite 361 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge. Sonderausgabe in 1 Band
Verlag H.C.
Beck München 1978, Seite
706,716,725,740-742,743,746-748,801-803,817,824,837,839-840,858,869-870,
879-880,911,958,1107 -
Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 172 - Weller
Tobias: Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag
Köln
Weimar Wien 2004 Seite 140 - Winkelmann
Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft
Darmstadt 1963, Seite 88 - Zöllner Walter: Geschichte der
Kreuzzüge.
VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1977 Seite 126 -