Olympias                                        Königin von Makedonien
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375 v.u.Z. 316 v.u.Z. ermordet
                    Pydna
 

Tochter des Molosser-Königs Neoptolemos I. von Epeiros aus dem Hause der AIAKIDEN
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 292
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Olympias
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Tochter des molossischen Königs Neoptolemos, Frau Philipps II. und Mutter von Alexander dem Großen (* 356 v. Chr.) und Kleopatra. Angeblich hing sie dem Dionysioskult an, und sicher war sie leidenschaftlich und dominierend. Olympias hielt es mit den anderen Frauen Philipps nicht aus; sie verließ ihn und kehrte nach seinem Tod zurück, wobei sie sich den ehemaligen Rivalinnen gegenüber grausam verhielt. Alexander hing an ihr, ließ sie aber an der Regierung Makedoniens nicht teilhaben. Sie haßte Antipatros, der aber dennoch in all den Jahren von Alexanders Abwesenheit das Königreich beherrschte. Nach Alexanders Tod wandte sich Olympias wieder gegen Antipatros bzw. nach dessen Tod gegen seinen Sohn Kassandros. Mit Hilfe von Polyperchon gelang es ihr, die Macht in Makedonien zu erreichen. Sie mißbrauchte aber ihren Einfluß (zum Beispiel tötete sie - neben vielen anderen - Philipp III., den schwachsinnigen Sohn Philipps II.). Kassandros konnte Makedonien zurückgewinnen und Olympias gefangennehmen. Nach einem Militärprozeß wurde Olympias hingerichtet.

Literatur:
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Berve, Das Alexanderreich 2, 283 ff.



Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 65
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Olympias, makedonische Königin
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* 375 v. Chr. 316 v. Chr.
                         Pydna

Tochter des Molosser-Königs Neoptolemos I.

Seit 357 verheiratet mit Philipp II. von Makedonien, Mutter Alexanders des Großen und Kleopatras. Mit ihrer Hilfe wurde ihr Bruder Alexander I. König der Molosser. Wegen Philipps letzter Heirat (337) zog sie sich vorübergehend nach Epirus zurück und übte nach dessen Ermordung (336), an der sie wohl Anteil hatte, blutige Rache. 318 zugunsten ihres Enkels, Alexander IV., mit Polyperchon und Eumenes von Kardia verbündet (317 Ermordung des Philippos Arridaios, des Halbbruders Alexanders des Großen und Tod Eurydikes), wurde Olympias, eine der dämonischsten Herrscherinnen der Weltgeschichte, 316 von Kassander bei Pydna gefangengenommen und auf dessen Veranlassung ermordet.



Thiele, Andreas: Tafel 236
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

PHILIPP II.
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* um 382 v.u.Z.336 v.u.Z. ermordet

  4. oo OLYMPIAS VON EPIROS
              

Tochter des Königs Nepotolemos I.

Olympias I. war Königin von Epiros, 323 Regentin von Makedionien gegen Euridike II., die sie ermorden ließ. 316 v.u.Z. durch Kassandros hingerichtet. Sie war eine der blutrünstigsten und hemmunglosesten Frauengestalten der antiken Geschichte.



Thiele, Andreas: Tafel 243
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

OLYMPIAS I.
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 * 375 v.u.Z. 316 v.u.Z. ermordet

  oo 357 v.u.Z.
       PHILIPP II., König von Makedonien
          336 v.u.Z.

Olympias wurde im Jahre 357 v.u.Z. mit König Philipp II. von Makedonien vermählt, der während der Hochzeitsfeierlichkeiten seiner Tochter Kleopatra mit Alexander I. von Epiros mit Wissen seiner Frau ermordet wurde. Olympias verdrängte ihre Tochter und ihren Enkel Neoptolemos II. und wurde Regentin in Epiros. 323 v.u.Z. wurde sie völlig in die Nachfolgekriege der Diadochen hineingezogen. Sie streute das Gerücht aus, dass ihr Sohn Alexander der Große durch die Sippe des Antipatros I. vergiftet wurde, gegen die sie zu wüten begann. Der Mord am Mann wurde erklärt durch die Tatsache, dass sie 337/36 v.u.Z. nach Epiros verdrängt wurde durch Philipps siebente Frau, die sie bestialisch ermorden ließ. Ab 318 v.u.Z. war sie Regentin von Makedonien für ihren Enkel Alexander IV., geriet 316 v.u.Z. in Gefangenschaft des Königs Kassandros und wurde durch Votum des Heeres von ihm hingerichtet.



Im Jahre 360 v.u.Z. lernte Philipp II. auf der Insel Samos Olympias kennen und hielt um ihre Hand an. Die Ehe wurde durch die Leidenschaft der Königin für die Magie überschattet. Olympias, eine der großen Frauen der Geschichte, war von leidenschaftlichem Charakter. Schon in Epeiros hatte sie an den dionysischen Orgien als Tänzerin und Mainade teilgenommen. Sie war von stärksten Gefühlen getrieben, selbstbewußt und stolz, für ihre Umgebung unberechenbar, religiös exaltiert, durch ihre Herrschsucht gefährlich, im Haß und in der Rache furchtbar. Ihrem Sohn Alexandervererbte sie vermutlich dämonische, irrationale Züge dieser Art. Er bewahrte zeitlebens eine starke Bindung an seine Mutter, der er Briefe schrieb und die er in manchen persönlichen Fragen als seine einzige Vertraute ansah. 337 v.u.Z. trennte sich Philipp II. von ihr, um Kleopatra, die Nichte des Attalos zu heiraten und entfachte damit den Haß der schönen Frau. Nach dem Hochzeitsfest, auf dem es zum Zerwürfnis zwischen Alexander und seinem Vater kam, floh Alexander mit seiner Mutter nach Epeiros. Um Olympias zu versöhnen, die haßerfüllt in Epeiros blieb, vermählte Philipp seine Tochter Kleopatra mit Alexander I. von Epeiros, dem Stiefbruder der Olympias. Bei der Ermordung Philipps II. hatte sie ihre Hände im Spiel. Sie ließ sich unverzüglich zur Regentin ausrufen und erdrosselte Kleopatra und deren Tochter im Wochenbett. Während Alexanders Abwesenheit hatte sie wiederholt Streit mit dem Reichsverweser Antipatros. Nach dessen Tode mußte sie erneut fliehen, denn sie besaß viele Feinde, unter anderen Antipatros, dessen Pläne sie dauernd durchkreuzte. Nach dem Tode des Antipatros übte Olympias erneut die Regentschaft über Makedonien aus und mißbrauchte ihr Amt und ließ viele Gegner ihres tyrannischen Regimes töten. Sie  veranlaßte die Tötung von AlexandersHalbbruder und Nachfolger Philipp III. und dessen Gemahlin Eurydike. Von Kassandros in Pydna belagert, wurde sie auf Beschluß der makedonischen Heeresversammlung von einem seiner Verwandten hingerichtet. Olympias galt als schöne, aber stolze, selbstherrliche, rachsüchtige und herrschsüchtige Despotin, deren Willkür und Haß viele Makedonen zum Opfer fielen.

GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild.: Seite 366
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Olympias
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um 375-316 v. Chr.

Nach der Überlieferung ist Philipp von Makedonien der schönen, grünäugigen Tochter des Königs Neoptolemos von Epirus zum erstenmal auf der Felseninsel Samothrake begegnet; als Ehrengast nahm der Herr über die schlagkräftigste Armee Griechenlands und über die reichsten Goldminen von Hellas teil an einem Bacchanal zu Ehren der Vulcantöchter, das die "thrakischen Berghexe" mit ihren berühmten Schlangentänzen verschönte. Als der Makedonier erfolgreich um sie geworben hatte, nahm sie ihre Schlangen auch mit in dessen Hauptstadt Pella. Am Hofe der lauten, barbarischen Makedonier ist die in mystischen Neigungen befangene Königs-Tochter jedoch nie heimisch geworden; hochmütig, unnahbar und verschlossen, hat sie den Glauben ihres Sohnes, der als Alexander der Große in die Weltgeschichte einging, an seine göttliche Herkunft von Ammon, dem griechischen Zeus, mit Bewußtsein genährt und damit den Weltmachtanspruch Alexanders aufs stärkste unterstützt. Nie sind die Gerüchte verstummt, dass die in ihrem Stolz verletzte Frau nicht ganz unbeteiligt gewesen sei an der Ermordung Philipps, der sie zugunsten seiner zweiten Gemahlin verstoßen hatte. Nach Philipps Tod trieb sie die verhaßte Rivalin zum Selbstmord, man gab ihr auch die Mitschuld an der Ermordung von Philipps Sohn Arrhiados und dessen Gattin Eurydike. Ihre Gegnerschaft zu Antipater, der während Alexanders Indienzug die Regentschaft innehatte, zwang sie ins Exil nach Epirus; nach dem frühen Tod ihres großen Sohnes kehrte sie zurück und intrigierte weiter gegen Antipaters Sohn Kassander, unterstützt von Alexanders Soldaten, welche die Mutter ihres Königs wie eine Göttin verehrten. Von Kassanders Truppen überwältigt, wurde Olympias von den Angehörigen der vielen, denen sie den Tod gebracht hatte, gesteinigt.



 357 v.u.Z.
  oo Philipp II. König von Makedonien
       382 v.u.Z. 336 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Alexander III. der Große
  356 v.u.Z. 13.6.323 v.u.Z.

  Kleopatra
  355 v.u.Z. 309 v.u.Z. ermordet

 336 v.u.Z.
  oo Alexander I. König von Epeiros
       362 v.u.Z. 330 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 48,49,50,306 - Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 16,41-42,81,107,161 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 11,12,93 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 12,116,126-129,190,209,255 - Benoist-Mechin Jacques: Kleopatra oder der entschwundene Traum. Societäts-Verlag Frankfurt 1980 Seite 100,107 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 63-428/Band II Seite 30,50,58,62,114,118,121,138,150,151,154,157 - Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 47,112, 115,117,119,123,125,129158,159,203 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 18,31,33,41,49, 52,207 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 28,45,46,47,57,62,63,68,108,127,153,154,268,281,300,301,307,308 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 6,9-21,24,83,106,111,119,121,126,129 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 17,109, 226 - GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild. Neuer Kaiser Verlag 1987 Seite 366 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 10,25,47,52,104,143,394 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 17,70,283 A27 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 47,52,186,202,280,341,431 - Kornemann Ernst: Große Frauen des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 77-110,399,413 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 43,83,111 - Kytzler, Bernhard: Frauen der Antike. Kleines Lexikon antiker Frauen von Aspasia bis Zenobia. Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 1997 Seite 125 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 21,22,5,24,26,35,39,57,63,6,74,19,98,176,188,200 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236,243 -