Bengtson Hermann:  Seite 16,41-42,161
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Was Philipp III. eigentlich gefehlt hat, vermelden die Quellen nicht. Ob Olympias, die Mutter Alexanders, die Schuldige gewesen ist, die ihn von der Thronfolge ausschalten wollte, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Olympias kann man dies zutrauen, doch wird sich das kaum mit Sicherheit erweisen lassen.
Olympias lebte nach dem Tode Alexanders auch in Epirus, da sie wegen ihres Konflikts mit Antipater Makedonien verlassen hatte. Beide, die Mutter ebenso wie die Tochter Kleopatra, waren streitbare Persönlichkeiten; ein harmonisches Zusammenleben der beiden Königinnen war schwerlich denkbar.
Im Jahre 317 v.u.Z. gab es Ereignis von weittragender Bedeutung: dies war der Untergang eines Teils der makedonischen Königs-Familie. Olympias, die Mutter Alexanders des Großen, war mit Truppen aus Epirus nach Makedonien zurückgekehrt und hatte an ihren Feinden furchtbar Rache genommen. Zahlreiche Freunde und Parteigänger Kassanders fielen ihr zum Opfer, angeblich nicht weniger als einhundert. Nikanor, ein Bruder Kassanders, wurde hingerichtet. Das Grab des Iollas, eines anderen Bruders, wurde dem Erdboden gleich gemacht. Auch Philipp III. Arrhidaios und Eurydike, die Königin, wurden beseitigt (Herbst 316 v.u.Z.). Im übrigen hatte der König nichts von Bedeutung geleistet. Er war von seiner Frau abhängig gewesen. Eurydike war mit dem makedonischen Aufgebot der Olympias und den Epiroten entgegen gezogen. Als Mutter Alexanders des Großen war Olympias für die Makedonen eine verehrungswürdige Gestalt. Sie ließen Eurydike im Stich und lieferten sie dadurch dem Schicksal aus, das Olympias über sie verhängte. Philipp III. wurde umgebracht, Eurydike zum Selbstmord gezwungen.
Olympias hatte sich Kassander zum Todfeind gemacht. Dieser hat sie in Pydna eingeschlossen und belagert; ein Entsatzversuch des Aiakides, des Königs von Epirus, führte nicht zum Ziel. Im Frühjahr 316 v.u.Z. mußte Olympias kapitulieren. Kassander wollte es noch nicht zum äußersten kommen lassen; er bot ihr an, sie mit einem Schiff außer Landes zu schaffen. Dies hat Olympias entrüstet abgelehnt. Die Heeresversammlung sprach über Olympias das Todesurteil aus, das Urteil wurde durch Speerwürfe vollstreckt (die in anderen Quellen überlieferte Steinigung ist unhistorisch).