Was Philipp III. eigentlich
gefehlt hat, vermelden die Quellen nicht. Ob Olympias,
die Mutter Alexanders, die Schuldige
gewesen ist, die ihn von der Thronfolge ausschalten wollte, wird wohl für
immer ein Geheimnis bleiben. Olympias
kann man dies zutrauen, doch wird sich das kaum mit Sicherheit erweisen
lassen.
Olympias lebte nach
dem Tode Alexanders auch in Epirus,
da sie wegen ihres Konflikts mit Antipater Makedonien verlassen
hatte. Beide, die Mutter ebenso wie die Tochter Kleopatra,
waren streitbare Persönlichkeiten; ein harmonisches Zusammenleben
der beiden Königinnen war schwerlich denkbar.
Im Jahre 317 v.u.Z. gab es Ereignis von weittragender
Bedeutung: dies war der Untergang eines Teils der makedonischen Königs-Familie.
Olympias, die Mutter Alexanders
des Großen, war mit Truppen aus Epirus nach Makedonien
zurückgekehrt und hatte an ihren Feinden furchtbar Rache genommen.
Zahlreiche Freunde und Parteigänger Kassanders
fielen ihr zum Opfer, angeblich nicht weniger als einhundert. Nikanor,
ein Bruder Kassanders, wurde hingerichtet.
Das Grab des Iollas, eines anderen Bruders, wurde dem Erdboden gleich
gemacht. Auch Philipp III. Arrhidaios und
Eurydike, die Königin, wurden
beseitigt (Herbst 316 v.u.Z.). Im übrigen hatte der König nichts
von Bedeutung geleistet. Er war von seiner Frau abhängig gewesen.
Eurydike war mit dem makedonischen
Aufgebot der Olympias und den Epiroten
entgegen gezogen. Als Mutter Alexanders des Großen
war Olympias für die Makedonen
eine verehrungswürdige Gestalt. Sie ließen Eurydike
im Stich und lieferten sie dadurch dem Schicksal aus, das Olympias
über sie verhängte. Philipp III. wurde
umgebracht, Eurydike zum Selbstmord
gezwungen.
Olympias hatte sich
Kassander zum Todfeind gemacht. Dieser
hat sie in Pydna eingeschlossen und belagert; ein Entsatzversuch des Aiakides,
des Königs von Epirus, führte nicht zum Ziel. Im Frühjahr
316 v.u.Z. mußte Olympias
kapitulieren. Kassander wollte es noch
nicht zum äußersten kommen lassen; er bot ihr an, sie mit einem
Schiff außer Landes zu schaffen. Dies hat
Olympias entrüstet abgelehnt. Die Heeresversammlung sprach
über Olympias das Todesurteil
aus, das Urteil wurde durch Speerwürfe vollstreckt (die in
anderen Quellen überlieferte Steinigung ist unhistorisch).