Fox Robin Lane: Seite 45,46,307,308
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"Die Suche nach Alexander."

Über Alexanders Mutter Olympias wurde viel gesagt, obwohl nur wenig bekannt ist. Sie hatte aus politischen Gründen jung geheiratet, vermutlich im Jahre 357 v.u.Z. Ihre Heirat schuf die Verbindung zwischen Epeiros und dem östlichen Nachbarn Makedonien. Nach der Überlieferung hat Olympias Philipp zum erstenmal bei der Feier der Mysterien in der Gewölbehalle auf der Insel Samothrake getroffen. Tatsächlich wurde dieser Kult bald darauf von den makedonischen Königen bevorzugt, angeblich weil er Olympias' Geschmack entsprach. Gerüchte und die Behauptungen ihrer Feinde fügten später hinzu, dass sie den Göttern in exzessiver Weise diente. Man sagte, sie halte Schlangen für den Kult des Gottes Dionysos, der in Makedonien lebendig war. Man behauptete sogar, sie ließe eine zahme Schlange in ihrem Bett schlafen. Eine andere Angelegenheit war Olympias' Rücksichtslosigkeit. Während ihres ganzen Lebens zögerte sie nicht mehr als ihre männlichen Gegner, die Feinde töten zu lassen, die ihr bedrohlich erschienen. Dabei schreckte sie vor keiner Grausamkeit zurück. Ihre Rache an Philipps junger Braut ist zweifelsfrei erwiesen, und es ist keineswegs unwahrscheinlich, dass sich diese auch auf Philipp selbst erstreckte. Während Alexander Asien eroberte, stritt sie in der Heimat mit dessen Regenten Antipatros und mit ihrer eigenen Tochter Kleopatra, der Herrscherin von Epiros. Ihre Herrschsucht wurde auch von Aristoteles bemerkt, der ein Freund des Antipatros und ein enger Vertrauter des Hofes war. Er schrieb, dass Kriegergesellschaften von Frauen beherrscht werden, nicht zuletzt deshalb, weil ihre Männer solange auf Kriegszügen abwesend sind. Während er dies schrieb, stand ihm das schlechte Beispiel der Olympias während Alexanders Abwesenheit vor Augen. Eine Inschrift bestätigt, dass sie und nicht Antipatros während der Abwesenheit des Sohnes der wahre Herrscher Makedoniens war.
Sechs Jahre nach dem Tode Alexanders nutzte Olympias ihre Chance, sich des geistesschwachen Philipp III., seiner Frau und hundert Freunde des Kassandros zu entledigen. Innerhalb eines Jahres nahm Kassandros Rache: Olympias wurde in der Küstenstadt Pydna belagert und mußte ihre Elefanten mit Sägemehl füttern, während einige ihrer ausländischen Begleiter das Fleisch der Toten um sie herum aßen; zur Übergabe gezwungen, wurde sie von Kassandros und den Verwandten ihrer eigenen Opfer getötet. Genau wie Olympias Philipp III. getötet hatte, nahm jetzt Kassandros Rhoxane und Alexanders Sohn auf seine Rechnung. Der königliche Friedhof in Aigai sah einige wilde Racheakte. Olympias hatte bereits das Grab des Iollas, des Sohnes des Antipatros, zerstört, den sie des Mordes an Alexander beschuldigte.