Tochter des Königs Pyrrhos
I. von Epeiros aus dem Hause der AIAKIDEN
seiner 2. Ehe mit der Lanasse
von Syrakus, Tochter von Tyrann
Agathokles
Thiele, Andreas: Tafel 244
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
OLYMPIAS II.
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†
vor 235 v.u.Z.
Mitregentin des Bruders und des Mannes
oo ALEXANDER
II., König von Epirus
† 245 v.u.Z.
Droysen Johann Gustav: Band III Seite 212,312,313
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"Geschichte des Hellenismus."
In Epeiros war Alexander
nicht mehr, er war vergiftet worden. Seine Gemahlin und Schwester
Olympias
führte die vormundschaftliche Regierung für ihre unmündigen
Kinder
Pyrrhosund
Ptolemaios.
Sie konnte um so weniger daran denken, in den Kriegswirren der Zeit eine
Rolle zu spielen, als der Besitz des epirotischen Anteils von Akarnanien,
nach welchen es die Aitoler zu gelüsten begann, ihr nur durch die
sichernde Befreundung mit Makedonien erhalten werden konnte.
Mit dem Epiroten Alexandros
hatten die Aitoler um 266 die akarnische Landschaft geteilt; nach dessen
Tode mochte es sie auch nach dem epirotischen Teil gelüsten, aber
des Königs Witwe Olympias, die
die Vormundschaft führte für ihre Söhne Pyrrhosund
Ptolemaios,
hatte, wie es scheint, in der Verbindung mit Makedonien Sicherheit gefunden,
und solange
Antigonos Gonatas lebte,
ließen die Aitoler jene Landschaft ungefährdet. Nun starb er;
sofort sind die epirotischen Akarnanen gefährdet; sie mißtrauen
dem Schutz des ohnmächtigen Molosser-Reiches, auch dessen Verbindung
mit Makedonien scheint sie jetzt nicht mehr schützen zu können;
so wenden sie sich an Rom; sie bitten den Senat, daß er die ihnen
entrissene Autonomie anerkennen und verwirklichen möge.
In Epeiros hat Olympias
- denn noch immer scheint sie den Staat zu leiten, obschon ihre Söhne
schon erwachsen sind - so von den Aitolern bedroht, dem König Demetrios,
um Makedonien ganz in ihr Interesse zu ziehen, eine Vermählung mit
ihrer
Tochter Phtia angetragen; noch im ersten
Jahre seines Königtums wendet er sich hinweg von der syrischen
Stratonike,
vermählt sich mit der
Epirotin, vielleicht schon nicht ohne
die Aussicht, einst das Königtum dort zu erben. Denn mit der Mutter
haderte der ältere Sohn Pyrrhos,
sie ließ die Leukadierin Tigris, der sich der junge Fürst
hingab, ermorden; und er wieder, so heißt es, ließ die Mutter
durch eine Dirne vergiften; nach anderer Nachricht überlebte
sie ihn wie ihren zweiten Sohn, den kränkelnden Ptolemaios;
der doppelte Verlust habe ihr das Herz gebrochen [319 Aus der Phrasensammlung
des sehr späten Ägypters Helladios bei Phot. Bibl. p.
530 a. 37; Justin. XXVIII 3. Diese Abweichung ist sehr auffallend. Eine
von beiden Darstellungen ist sicher aus Phylarch; man würde
erwarten, die des Justin, wenn nicht Helladios ebenso wahrscheinlich
sein Exzerpt aus einem guten Stilisten, wie Phylarch war, entnommen
zu haben schiene, und seine Angabe, mit der im Athenaios kombiniert, gar
sehr phylarcheisch aussähe. Noch auf ganz andere Zusammenhänge
weist Ovid, Ibis 307, hin: utque nepos dicti nostro modo carmine regis
(Pyrrhos) Cantharidum succos dante
parente bibas. Das Richtige ist nicht mehr zu finden.]. Auf dem Marsch,
hieß es, sei Ptolemaios gestorben;
er ware ermordet worden. War es die Ohnmacht oder Verworfenheit der letzten
Fürsten, war es mehr noch dieselbe Bewegung der Geister, welche das
Griechentum ergriffen hatte, die Epiroten wollten keine Könige weiter;
es galt, das Geschlecht der AIAKIDEN auszurotten,
im die Republik, die Freiheit zu gewinnen. Pyrrhos'
Tochter
Deidameiahatte
sich nach Ambrakia geworfen, entschlossen, den Mord zu rächen; in
Übermacht rückten die Epiroten heran; sie boten ihr einen Vergleich,
die Güter des Hauses und die Ehren der Vorfahren sollten ihr bleiben;
auf diese Bedingungen übergab sie dem Volke der Epeiroten, was sie
schon nicht mehr verweigern konnte. Aber daß sie nur lebte, schien
Gefahr; ihr Tod ward beschlossen; einer von König Alexandros'
alten Leibwächtern kam, sie zu ermorden; niederblickend erwartete
sie den Todesstreich, und die bebende Hand versagte ihm den Blutdienst
gegen die Enkelin seines Herrn. Sie floh in den Artemistempel, an
heiliger Stätte Schutz zu finden; ein Mensch, auf dem Muttermord lastete,
fand sich, sie dort zu erwürgen [320 Pausanias IV 35, 3; Polyaen.
VIII 52; Pyrrhos kann um 270 geboren
sein, seine Tochter mochte ein sechzehnjähriges Mädchen sein.].
Errington Malcolm: Seite 158
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"Geschichte Makedoniens."
Etwa um die Zeit des Todes des Antigonos
verstarb der Epiroten-König Alexandros II.
Er
hinterließ zwei junge Söhne, deren Mutter, Olympias,
das Land für sie regierte. Unter Bedrohung der Aitoler, die den nördlichen
Teil Akarnaniens begehrten, den Alexandros
für Epeiros gewonnen hatte, bot Olympias
dem
Demetrios
die traditionelle Verbindung der zwei Königshäuser an: ihre
Tochter Phthia sollte als Demetrios'
Gattin
nach Pella gehen.
Stratonike scheint
schon vor 246 von Pella zu ihrem Bruder Antiochos
zurückgekehrt zu sein, und Demetrios war
inzwischen eine Verbindung mit Chryseis,
einem
Mädchen unbekannter Herkunft, eingegangen, welche ihm
wohl 238 einen Sohn, Philipp, gebar.
Dieses Verhältnis war jedoch kein Hinderungsgrund für eine politisch
günstige Ehe mit Phthia, die dann
als Königin nach Pellas kam [44 Justinus 28.1-4. Alle
Widersprüche des Berichts des Justinus werden auch von Cabanes,
L'Epire 93f. nicht ausgeräumt. Doch dürfte er darin Recht haben,
daß Stratonike vor 246 zu Antiochos
zurückkehrte. Andererseits wird Demetrios
regem
genannt, was erst nach 239 korrekt wäre. Chryseis
muß aber spätestens um 239 bei Demetrios
gewesen sein, zumal Philipp 238 geboren
wurde (dies schließt den Ansatz von Seibert, Historische Beiträge
38-9, aus, der die Ehe mit Chryseis
erst nach dem Tode der Phthaia ansetzt).
Die im Text vorgetragene Lösung scheint sowohl der makedonischen Tradition
in diesen Dingen zu entsprechen als dem Quellenproblem gerecht zu sein.
Von älteren Lösungsversuchen vgl. Dow und Edson, 'Chryseis',
HSPh 28, 1937, 127f., die gegen frühere Zweifler deutlich machen,
daß Philipp doch Sohn der
Chhryseis war. Neue Zweifel daran, auch
nicht übberzeugend, von Le Bohec, REG 94, 1981, 34f.].
oo Alexander II. König von Epiros, ihr Bruder
um 295 v.u.Z. †
242
v.u.Z.
Kinder:
Pyrrhos II. König von Epeiros (240-234 v.u.Z.)
um 255 v.u.Z. † 234
v.u.Z.
Ptolemaios König von Epeiros (234-230 v.u.Z.)
†
Phtia
um 257 v.u.Z. † 235/34
v.u.Z.
239 v.u.Z.
1. oo 3. Demetrios II. König von Makedonien
278 v.u.Z. † 229 v.u.Z.
2. oo Antigonos III. Doson König von Makedonien
263/62 v.u.Z. † 221 v.u.Z.
Literatur:
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Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
Primus Verlag 1998 Band III Seite 212,312,313 - Errington Malcolm:
Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 158 -
Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 244 -