Laodike II.                                      Königin von Syrien
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um 285 v.u.Z. um 240 v.u.Z. ermordet
 

Tochter des Prinzen und Heerführers Achaios der Ältere von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN, des Bruders von König Antiochos I. Soter
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 233
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Laodike
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Name mehrerer hellenistischer Fürstinnen. Eine war Frau und Cousine von Antiochos II. Sie gebar ihm zwei Söhne und drei Töchter, doch heiratete er später Berenike, die Tochter PtolemaiosII. Nach seinem Tod ließ Laodike Berenike und ihren Sohn ermorden und zettelte einen Krieg gegen Ptolemaios III. an (den 3. Syrischen Krieg, 246-241 v. Chr.). Laodikes Sohn Seleukos II. wurde Herrscher des SELEUKIDEN-Reiches.



Thiele, Andreas: Tafel 249
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

LAODIKE
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    um 238 v.u.Z. ermordet

  oo 267 v.u.Z.
      ANTIOCHOS II., König von Babylon
            246 v.u.Z.

Ihr Cousin.



Thiele, Andreas: Tafel 250
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIOCHOS II. "THEOS"
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* um 287 v.u.Z.246 v.u.Z.

  1. oo LAODIKE I. VON BABYLON
           um 285 v.u.Z. um 238 v.u.Z. ermordet

Tochter des Prinzen Achaios des Älteren, Cousine und Mitregentin (galt für manche als Halbschwester des Antiochos II.)
(Ermordung von den PTOLEMÄERN, da sie ihre Nachfolgerin Berenike Syra verdrängt und deren Ermordung angeregt hatte)

  2. oo BERENIKE SYRA VON ÄGYPTEN
           um 278 v.u.Z. 245 v.u.Z.

Tochter des Königs Ptolemäus II.
245 v.u.Z. mit dem Sohn durch Laodike I. umgebracht, was Anlaß für den 3. "Syrischen Krieg" wird.



KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS.: Seite 473,622,713,720
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Eine später wieder aufgezeichnete Urkunde von 236/35 belegt Landschenkungen Antiochos' II. an Laodike und seine Söhne, die letztere an Babylon, Borsippa und Kuta überschrieben.
Kurz darauf fiel er zugunsten der Ansprüche seiner Schwester Berenike "Syra" ins SELEUKIDEN-Reich ein und stieß mindestens bis zum Euphrat vor; die Ermordung seiner Schwester und seines Neffen durch Berenikes verstoßene Vorgängerin Laodike entzog ihm aber den Rechtsgrund.
253 verstieß er seine Frau Laodikeund heiratete 252 Berenike Syra, Tochter des Ptolemaios II., die ihm einen Sohn gebar.
Von Achaios Töchtern heiratete Antiochis Eumenes I. von Pergamon, Laodikeihren Vetter (?) Antiochos II. Theos, der sich 253 zugunsten der Berenike (Tochter Ptolemaios' II.) von ihr trennt; sie erhielt Güter in Kleinasien (RC 18-20), ließ 246/45 Berenike und deren Söhnchen ermorden und verhalf ihrem Sohn Seleukos II. (246-225) zur Herrschaft; der 3. Syrische Krieg wurde schon im Altertum nach ihr benannt (Laodikeios polemos). 242/41 zwang sie Seleukos, den jüngeren Bruder Antiochos Hieraxzum Mitregenten anzunehmen und beschwor dadurch einen Bruderkrieg herauf (siehe oben III 3). Dem gleichen Haus gehört eine weitere Laodike, Gemahlin Seleukos' II., an sowie Achaios der Jüngere.

Bengtson Hermann: Seite 127,187,199
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Ptolemaios II. gelangte mit Antiochos II. zum Frieden und gab ihm seine Tochter Berenike zur Frau, die von ihrem Vater eine riesige Mitgift erhielt. Vor der Übergabe der Braut gab es noch ein ernstes Problem im Königshaus derSELEUKIDEN. Antiochos II. hatte sich von seiner Gemahlin Laodike getrennt. Diese war zwar in königlicher Weise mit dem Besitz von ausgedehnten Ländereien abgefunden worden, ihre Zurücksetzung hat sie jedoch niemals verwunden. Dies aber war der Grund zum 3. Syrischen Krieg, dem Laodike-Krieg, der von 246 v.u.Z. bis 241 v.u.Z. geführt worden war.
Laodike aber war eine ungewöhnlich energische Frau, die sich die Zurücksetzung nicht gefallen ließ. Antiochos II., der im Sommer 246 v.u.Z. in Ephesos verstarb, hatte seinen Sohn aus erster Ehe, Seleukos II., zum Thronerben bestimmt und dadurch das verbriefte Recht des kleinen Söhnchens der zweiten Gemahlin Berenike beiseitegeschoben. Berenike und ihr kleines Söhnchen fielen einem Attentat von Anhängern der Laodike zum Opfer, als sie nach der Krone strebten.
Auch die Königinnen hatten große persönliche Besitzungen, wie zum Beispiel Laodike, die Großmutter von Antiochos III. Sie besaß nicht nur in Babylonien, sondern in Antaolien eigene Ländereien, die ihr natürlich bedeutende Einkünfte brachten.

Hölbl Günther: Seite 42,46,53
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"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung."

Der Friede wurde im Sommer 253 v.u.Z. geschlossen und durch die Ehe zwischen Antiochos II. und der Tochter Ptolemaios' II., Berenike, bekräftigt. Vorher hat Antiochos II. seine Gattin Laodike verstoßen.
Antiochos II. starb im Jahre 246 v.u.z. unter mysteriösen Umständen in Ephesos, wo seine ehemalige Gattin Laodike residierte. Laodike hatte dort ihre Söhne aus der Ehe mit Antiochos II., nämlich Seleukos und Antiochos. Die Ex-Königin behauptete nun, dass der Verstorbene noch auf seinem Totenbett einen der beiden, nämlich Seleukos II. (246 v.u.Z.-226/25 v.u.Z.), zu seinem Nachfolger bestimmt und damit den kleinen Sohn der PTOLEMÄERIN mit Antiochos übergangen hätte. Die in Antiocheia residierende Berenike beugte sich dem nicht, proklamierte ihren Sohn zum König und ersuchte ihren Bruder Ptolemaios III. um Hilfe. Dies hatte den Ausbruch eines neuen Krieges zur Folge, der auch unter dem Namen Laodike-Krieg bekannt ist.
Nach der einhelligen literarischen Tradition wären jedoch Berenike und ihr Sohn schon vor der Ankunft des PTOLEMÄER-Königs von den Schergen der Laodike ermordet worden.
 
 
 
 

  oo 1. Antiochos II. Theos
          292 v.u.Z.   246 v.u..Z.
 
 
 
 

Kinder:

  Selekos II. Kallinikos
  265/60 v.u.Z. 225 v.u.Z.

  Antiochos Hierax
  um 256 v.u.Z. um 226 v.u.Z. gefallen

  Stratonike
        um 220 v.u.Z.

  oo Ariarathes III. König von Kappadokien
        

  Laodike
      

  oo Mithridates II. König von Pontos
          220 v.u.Z.

     Er bekam durch die Frau Groß-Phrygien dazu.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 127, 187,199 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 28 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 227,232,244,245,246,251,254,260,265 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 153,157 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 177 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 42, 46,53 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 473,622,713,720,762 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 249,250 -