Älteste Tochter des Königs Ptolemaios
XII. Neos Dionysos Auletes von Ägypten aus dem Hause
der PTOLEMÄER aus seiner 3. Ehe mit
einer namentlich nicht bekannten Frau wohl aus priesterlichen Kreisen
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 221
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Kleopatra VII.
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Sie wurde 69 v. Chr. als Tochter Ptolemaios XII. Auletes geboren. Nach dem Tod des Vaters (51) wurde sie Mitregentin ihres Mannes und Bruders Ptolemaios XIII., der sie 48 vertrieb. 47 wurde sie von Caesar wieder eingesetzt, und als sie ihren Bruder besiegt hatte und der im Nil ertrunken war, bestimmte sie ihren zweiten Bruder, Ptolemaios XIV., zum Mann und Mitregenten. 47 gebar sie den Sohn Ptolemaios Caesar, der Caesarion genannt wurde. 46-44 besuchte Kleopatra VII. Rom. Caesar, der vielleicht für den Tod von Kleopatras Mann verantwortlich war, setzte 44 Caesarion als Mitregent ein. 41 begegnete sie Mark Anton in Tarsos, und sie gebar ihm die Zwillinge Alexander Helios und Kleopatra Selene. 37 v. Chr. nahmen sie die Beziehung wieder auf, doch ließ sich Antonius erst 32 scheiden. Kleopatra VII. erhielt die ehemaligen ptolemäischen Gebiete Kyrenaika, Teile Phöniziens und Kilikien. Aus Dank unterstützte sie Antonius nach dessen Niederlage gegen die Parther (35). Er anerkannte Kleopatra VII. als Erbin und Herrscherin des Alexander-Reiches, indem er ihr den Titel "Königin der Königinnen" verlieh und Caesarion "König der Könige" nannte. Als es zum endgültigen Bruch zwischen Antonius und Octavian kam, wurde Kleopatra VII. zum Hauptangriffspunkt von dessen Propaganda: sie wurde als Nationalfeind, der die Einheit Roms bedrohte, dargestellt. 32 erklärte Octavian ihr, nicht Mark Anton, den Krieg. Viele Offiziere aus Mark Antons Armee desertierten ihretwegen.Nach der Niederlage bei Actium flohen Kleopatra VII. und Antonius nach Ägypten. Am 10. August 30 v. Chr. beging sie Selbstmord, um nicht im Triumphzug mitgeführt zu werden. Kleopatra VII. war zweifellos eine reizende Frau, die mit ihren Fähigkeiten aber keienswegs eine Ausnnahme der ptolemäischen Dynastie darstellte. Sie versuchte, ihre persönliche Macht und die des PTOLEMÄER-Reiches auszudehnen, und wandte dafür alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel auf.
H. Volkmann, Kleopatra, 1953.
3. Tochter Ptolemaios XII.
Regierte 51-48 mit ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII., 47-44 mit ihrem Bruder Ptolamaios XIV. Von Vertrauten ihres älteren Bruders 48 vertrieben, wandte sie sich an Caesar, der nach der Schlacht von Pharsalos in Alexandreia weilte, und ließ sich von ihm nach schweren Kämpfen (Alexandrinischer Krieg) zusammen mit ihrem Bruder Ptolemaios XIV. wieder in ihre Herrschaft einsetzen. 46-44 auf Caesars Einladung in Rom, kehrte sie nach dessen Ermpordung zurück, beseitigte Ptolemaios XIV. und erhob ihren von Caesar stammenden Sohn Kaisarionzum Mitregenten. Im Bürgerkrieg 43/42 verhielt sie sich neutral und wurde deswegen 41 von Marcus Antonius nach Tarsos vorgeladen, wo sie als neue Isis und Aphrodite erschien und Antonius für sich gewinnen konnte. 37 erfolgte in Antiochia die Eheschließung; die Königin gebar dem römischen Triumvirn drei Kinder (Alexander Helios [* 40, 30], Kleopatra Selene [* 40], Ptolemaios Philadelphos [* 36, 30]. Antonius schenkte ihr aus römischem Bersitz Koilesyrien, Kilikien und Kreta und proklamierte sie 34 zur "Königin der Könige". 31 verschuldete sie durch die Flucht der ägyptischen Flotte in hohem Maße die Niederlage des Antonius gegen Oktavian bei Actium. Als es ihr nicht gelang, den nach Ägypten vorgestoßenen Oktavian auf ihre Seite zu ziehen und Ägypten für ihre Kinder zu retten, beging sie Selbstmord durch Schlangenbiß. Von ihren Kindern überlebte sie nur ihre Tochter, die um 20 v. Chr. mit Iuba II. von Mauretanien vermählt wurde. - Schon in der Antike schwankte die Beurteilung Kleopatras zwischen würdevoller Königin (Horaz, Vertgil) und heuchlerischer Buhlerin (Properz, Lukan, Plutarch).
Literatur: Becher, I.: Das Bild der Kleopatra in
der griechischen und lateinischen Literatur Berlin (Ost) 1966. - Grant,
M.: Kleopatra. Neuausgabe Herrsching 1986.
KLEOPATRA VII. "DIE GROSSE"
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* um 69 v.u.Z. 30 v.u.Z.
Kleopatra VII. folgte 51 v.u.Z. gemeinsam mit dem Bruder Ptolemaios XIII., was erbitterte Bürgerkriege nach sich zog, auch gegen die Schwester Arsinoe IV., von der sie 48 v.u.Z.-47 v.u.Z. verjagt wurde. Sie kam im sogenannten Alexandrinischen Krieg durch Caesar wieder zurück. Kleopatra VII. hatte ihren Vater ins Exil begleitet, war hochgebildet und politisch versiert und verschlagen. Sie ließ sich 47 v.u.Z. in einen Teppich eingewickelt zu Caesar bringen, der in Alexandria residierte und wurde dessen Geliebte. Ihr Bild wurde lange Zeit durch den Haß der Römer völlig verzerrt. Sie lebte 46 v.u.Z.-44 v.u.Z. in Rom, kehrte nach Caesars Ermordung zurück, verhielt sich zuerst neutral, wurde die Geliebte und später die Frau von Marc Anton und durch ihn "Groß-Königin". Kleopatra VII. erhielt Kreta, Zypern, Syrien, Chalkis und Kilikien zuerkannt, was zum Krieg gegen Rom in der Seeschlacht bei Aktium 31 v.u.Z. führte. Sie hatte sich besonders auf hellenistische Kreise gestützt und die ihr feindlichen kreise Alexandrias zurückgesetzt. Sie scheiterte mit ihrem Versuch, auch Octavianus für sich zu gewinnen und beging durch Schlangenbiß Selbstmord.
1. oo PTOLEMÄUS
XIII.
61 v.u.Z.
47 v.u.Z. gefallen
2. oo PTOLEMÄUS
XIV.
59 v.u.Z.
44 v.u.Z.
3. oo MARC ANTON
82 v.u.Z.
30 v.u.Z.
GROSSE FRAUEN DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien
in Wort und Bild. Seite 269
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Kleopatra
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69 v. Chr.-30 v. Chr.
Kleopatra war eine
Königs-Tochter aus dem griechisch-ägyptischen Herrscherhaus
der
PTOLEMÄER,
das seit fast 300 Jahren von Alexandrien aus über das Nilreich gebot.
Der uralten Sitte der Pharaonen folgend, heiratete sie nach dem Tode ihres
Vaters, 17 Jahre alt, ihren Bruder und Mitregenten, einen 13-jährigen
Knaben. Sie war von
bezaubernder Schönheit, eine der gebildetsten
Frauen ihrer Zeit, die alle dominierenden Kultursprachen fließend
beherrschte. Sie war von dem hohen Ehrgeiz beseelt, eine entscheidende
politische Rolle zu spielen. Als die Berater ihres Bruders sie aus der
Regierung verdrängen wollten, sammelte sie ein Heer in Syrien und
zog gegen Alexandria. Den Zusammenprall der beiden Heere verhinderte die
Landung Cäsars in Ägypten, Kleopatra
gelang es, den Mann, der über die Machtmittel des römischen Weltreiches
gebot, in ihren Bann zu ziehen und ihn für ihre Pläne zu gewinnen.
Die Legende erzählt, sie habe sich nachts verkleidet in die Burg von
Alexandrien geschlichen und sei Cäsar hilfeflehend zu Füßen
gefallen. Prunkvolle Feste mit dem raffinierten Luxus einer jahrtausendealten
Hochkultur verherrlichten den mit Hilfe Cäsars errungenen Sieg
Kleopatras.
Auf vergoldeten Barken mit seidenen Segeln fuhr die Königin an der
Seite ihres Geliebten den Nil aufwärts und zeigte ihm die Schönheit
ihres Landes. In den Jahren 48 bis 46 v. Chr. hielt sie sich in Rom auf
und gebar Cäsar einen Sohn, der den Namen Cäsarion
erhielt. In den politischen Wirren nach Cäsars Tod gewann sie
die Gunst des Triumvirn Antonius, des Gebieters über die römischen
Ostprovinzen. Antonius wurde 31 v. Chr. von seinem Schwager Octavian
besiegt und nahm sich das Leben. Als der Versuch
Kleopatras, auch Octavian in
Fesseln zu schlagen, mißlang, tötete sie sich, indem sie sich
eine Giftschlange an den Busen legen ließ.
Taucher fanden im Osthafen von Alexandria die Überreste
des marmornen Palastes, in dem die letzte Pharaonin, auch "Königin
der Könige" genannt, regierte und rauschende, ausschweifende Feste
feierte.
Eine "unwiderstehliche Anziehungskraft, ausgeübt
durch den Zauber ihrer Rede", schrieb ihr der griechische Dichter Plutarch
zu. Und weiter: "Die geistige Anmut ihres ganzen Wesens verlieh ihren Reiz
einen Stachel, der sich tief in die Seele eindrückte."
Machthunger, Verschwendungssucht und ein
schier unstillbarer sexueller Appetit sind untrennbar mit ihr verbunden.
Sie regte die Phantasie von Dichtern und Historikern an, Hollywood setzte
ihr mit der betörend schönen Liz Taylor ein Denkmal. Und
der Frankfurter Professor für Geschichte Manfed Clauss faßt
zusammen: "Ihre Person und ihr Name gerieten zur Chiffre für die Träume
wie Alpträume der Männer aller Zeiten."
Die Rede ist von Kleopatra VII.
(69-30 v.Chr.), einer sagenumwobenen Frau, die jetzt plötzlich
in die Schlagzeilen geraten ist. Im Osthafen der ägyptischen Stadt
Alexandria sind Forscher nämlich nach über 3.500 Tauchgängen
auf Überreste ihres märchenhaften Palastes gestoßen: tonnenschwere
Granit- und Basaltblöcke, Amphoren, Reste von Statuen und Säulen,
in Stein gemeißelte Hieroglyphen.
Der Palast muß ein architektonisches Wunderwerk
seiner Zeit gewesen sein. Historische Überlieferungen berichten über
500 verschwenderisch eingerichtete Gemächer mit Möbeln aus Edelhölzern
und Elfenbein. Es gab überdachte Schwimmbäder mit fließendem
Wasser. Es war ein Palast, in dem die Sünde wohnte - in Gestalt einer
Frau, die nach landesüblichen Vorstellungen noch nicht einmal besonders
schön war. Plutarch: "Ihre Schönheit vermochte nicht,
durch den bloßen Anblick zu berücken." Aber sie wußte
offenbar, was eine Frau tun muß, um einen Mann in ihren Bann zu schlagen:
Julius Caesar verfiel ihr ebenso wie sein Nachfolger Mark Anton,
dem sie bei ihrer ersten Begegnung nur mit einem knappen Lendenschurz aus
Perlen bekleidet gegenüber trat.
Abfällig berichten römische Geschichtsschreiber
über Orgien, über Knaben und Mädchen, die ihr jederzeit
zur Verfügung stehen mußten, über 70 Männer, mit denen
sie sich in einer einzigen Nacht vergnügt habe. Während einer
"Party" warf sie eine der teuersten Perlen, die es zu ihrer Zeit gab, in
Essig. Die Perle löste sich auf, und Kleopatra
schlürfte den "Cocktail" genüßlich - vielleicht der teuerste
Drink aller Zeiten.
Kleopatra dürfte
aber auch einer der gebildetsten Frauen ihrer Zeit gewesen sein.
Sie sprach fließend mehrere Sprachen und konnte in ihrer Palastbibliothek
unter rund 700.000 Büchern auswählen. Als sie starb, tat sie
das, wie sie gelebt hatte - so ist es überliefert - mit einer großen
dramatischen Geste. Im August des Jahres 30 eroberte der Römer
Oktavian Alexandria, und Kleopatras
Geliebter Antonius stürzte sich in sein Schwert. Oktavian
erlaubte ihr, den Geliebten zu bestatten. Danach wollte er sie im Triumphzug
durch Rom schleifen. Diesen Plan durchkreuzte sie. Oktavians Soldaten
fanden sie tot auf. Angeblich hatte sie ihrem Leben durch den Biß
einer Giftschlange ein Ende gesetzt.
1. oo Ptolemaios XIII. Dionysos
61 v.u.Z. 47 v.u.Z.
2. oo Ptolemaios XIV.
59 v.u.Z. 44 v.u.Z.
37 v.u.Z.
3. oo 3. Marcus Antonius
14.1.82 1.8.30 v.u.Z.
Kinder:
3. Ehe
Alexander Helios
39 v.u.Z. 30 v.u.Z
Kleopatra Selene
39 v.u.Z. 11
u.Z.
20 v.u.Z.
oo Juba II. König von Numidien
um 50 v.u.Z.
24
u.Z.
Ptolemaios Philadelphos
36 v.u.Z. 30.v.u.Z.
Illegitim von Caesar
Ptolemaios XV. Kaisarion
23.6.47 v.u.Z. 30
v.u.Z.
Literatur:
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- Domitian. Geschichte eines römischen Kaiserhauses. Verlag C.H. Beck
München 1979 Seite 158,185 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten
des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 279-321 - Benoist-Mechin
Jacques: Kleopatra oder der entschwundene Traum. Societäts-Verlag
Frankfurt 1980 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte.
Eugen Diederichs Verlag München 1995 - FISCHER WELTGESCHICHTE.
Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum
II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 64,142 - Grant,
Michael: Kleopatra. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1988
- Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische
Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 - GROSSE FRAUEN
DER WELTGESCHICHTE. Tausend Biographien in Wort und Bild. Neuer Kaiser
Verlag 1987 Seite 269 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders
Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München
1978 Seite 74,92,107,114,216,369,379,381,388 - Hölbl Günther:
Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse
Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung.
Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 - KLEINES LEXIKON
DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 55,83,
191,370,373,406,412,501,534,626,719,805 - Kornemann Ernst: Große
Frauen des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 134,249,399,416
- Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag
Berlin 1982 Seite 201 - Kytzler, Bernhard: Frauen der Antike. Kleines
Lexikon antiker Frauen von Aspasia bis Zenobia. Insel Verlag Frankfurt
am Main und Leipzig 1997 Seite 93-95 - Ludwig Emil: Kleopatra Geschichte
einer Königin. Bertelsmann Lesering - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 248 - Vandenberg Philipp: Cäsar
und Kleopatra. Die letzten Tage der römischen Republik. C. Bertelmanns
Verlag GmbH München 1986 - Wertheimer Oskar von: Kleopatra.
Die genialste Frau des Altertums. Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser
Verlag GmbH Berlin 1950 -