Harmatios                                      Magister militum
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   484 ermordet
 

Sohn des N.N.; Neffe der Kaiserin Verina und des Gegen-Kaisers Basilikos
 

Norwich John Julius: Band I Seite 200
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Hauptverantwortlich für den Sturz des Basiliskos waren jedoch weder Zenon noch Illos, sondern sein eigener Neffe Harmatios. Dieser lächerliche junge Mann, in ganz Konstantinopel als Stutzer und Geck bekannt, war von seinem Onkel trotz der skandalösen Affäre, die er und Basiliskos' Frau, seine Tante Zenonis, unterhielten, in den Rang eines Magister militum erhoben worden. Dieser Ernennung stieg ihm so zu Kopf, dass er als Achilles verkleidet im Hippodrom paradierte. Als er an der Spitze des Heeres gegen Zenon und Illos erschien, luden ihn die beiden zu Verhandlungen ein. Sie versprachen, ihm das Amt des Prätorianer-Präfekten und seinem Sohn den Titel eines Cäsaren zu verschaffen, worauf er sich nur zu gern auf ihre Seite schlug. So kehrte Zenon im Juli 477 in die Hauptstadt zurück, ohne dass sich Widerstand geregt hätte. Der Möchtegern-Augustus, der einmal mehr in die Hagia Sophia Zuflucht suchte, kapitulierte gegen das Versprechen, sein Blut werde nicht vergossen; der rechtmäßige Kaiser schickte ihn getreu seinem Wort mit seiner Familie in die Wildnis Kappadokiens in die Verbannung, wo im darauffolgenden Winter Kälte und Hunger ihr Los besiegelten.
Zenons früheres Mißtrauen konzentrierte sich nun auf Harmatios, dessen Arroganz und Narzißmus ein Ausmaß erreicht hatten, dass man um seinen Verstand fürchten mußte. Um selbst Prätorianer-Präfekt zu werden und seinen Sohn zum Cäsar zu machen, hatte er skrupellos seinen Onkel Basiliskos und seine Geliebte hintergangen. Warum sollte er also seinem Kaiser gegenüber loyal sein, vor allem nachdem der junge Cäsar erwachsen geworden war? Die Chronisten betonen einhellig, daß Zenon mit seinemk Gewissen rang, doch stand die Entscheidung bereits fest: Harmatios mußte weg. Es war nicht schwer, unter dessen vielen Feinden einen Mörder zu dingen, und die war rasch ausgeführt. Dem Sohn des Toten gegenüber, der den Namen seines Großonkels Basiliskos trug, war der Kaiser nachsichtiger: Er wurde bloß seines Ranges und Titels entkleidet und gezwungen, in den Kirchendienst einzutreten. Ein paar Jahre später taucht er als Lector in der Kapelle des kaiserlichen Blachernenpalastes auf, und er beschloß sein leben als Bischof von Kyzikos. Kann sein, daß ihm die Entlastung von kaiserlicher Verantwortung durchaus gelegen kam; falls dies zutrifft, kann man es ihm nicht verübeln.
 
 
 

  oo N.N.
         
 
 
 

Kinder:

  Basiliskos II.
      
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 200 -