Eucherius
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um 387 Herbst 408 ermordet
              Rom
 

Einziger Sohn des Feldherrn Stilicho und der Serena, Tochter von Honorius; Großneffe von Kaiser Theodosius I. dem Großen
 

Eucherius war mit der Prinzessin Galla Placidia verlobt.

Günther Rigobert: Seite 45,52,54,56,59
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"Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion."

Im Jahr 384 verheiratete er sie mit einem jungen, aufstrebenden, ehrgeizigen und fähigen Offizier vandalischer Abkunft, der bald das höchste Heermeisteramt im Reich innehaben sollte, Flavius Stilicho. Dessen Mutter war zwar eine Römerin, aber seine Zeitgenossen sahen in ihm immer den Vandalen. 385 oder 386 wurde Serena und Stilicho die Tochter Maria geboren, darauf ihr Sohn Eucherius, später noch eine zweite Tochter Thermantia.
Galla Placidia wuchs inzwischen zu einem hübschen Mädchen heran. Theodosius hatte ihr schon als Kind den Titel einer "alleredelsten Jungfrau" (nobilissa puella) gegeben. Bald verdichteten sich Gerüchte, daß Stilicho eine spätere Heirat - zu einem geeigneten Zeitpunkt - von Galla Placidia mit seinem etwa zwei Jahre älteren Sohn Eucherius plante. Sie galten schon als so gut wie verlobt.
Am 1. Januar 404 begingen der Kaiser und Stilicho in der Stadt Rom anläßlich des sechsten Konsulatsantritts des Honorius eine Feier des Triumphes über die Westgoten. Serena, ihr Sohn Eucherius, die Kaiserin Maria und Galla Placidia nahmen daran teil. Galla Placidia, damals etwa 15 Jahre alt, stand in jenen Jahren mehr im Schatten Stilichos und Serenas. Es ist aber nicht überliefert, daß sie sich nach einem Leben in christlicher Jungfräulichkeit und klösterlicher Abgeschiedenheit sehnte.
Stilicho suchte sich in Ravenna in Sicherheit zu bringen, aber auch das Asyl einer Kirche half ihm nichts. Ein Offizier, Heraclianus, der dafür später Militärbefehlshaber von Afrika wurde, erschlug ihn am 22. August 408. Stilichos Sohn Eucherius, der nach Rom geflohen war, wurde dort getötet. Das in Italien stationierte weströmische Heer löste sich zeitweilig auf, 30.000 germanische Krieger desertierten und flohen zu Alarich.
 
 
 
 

  v oo Galla Placidia, Tochter von Kaiser Theodosius I.
          388 oder 392 27.11.450
 
 
 
 

Literatur:
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Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 45,49,50,52,54,56,59 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 171 -