Serena
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um 370 Herbst 408 hingerichtet
                Rom
 

Einzige Tochter des Honorius und seiner namentlich unbekannten Gemahlin; Nichte und Adoptiv-Tochter des Kaisers Theodosius I. der Große
 

Thiele, Andreas: Tafel 484
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

SERENA
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von Theodosius adoptiert

  oo FLAVIUS STILICHO
               408



Norwich John Julius: Seite 126,132,148
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Serena war die Nichte und Adoptiv-Tochter des Kaisers Theodosius und dessen ganz besonderer Liebling. Gerüchten zufolge war sie die einzige, die ihn bei seinem schrecklichen Anfällen von Jähzorn beruhigen konnte, wenn sich sonst niemand in seine Nähe traute.
Und es wurde Mitte Januar 395, bis der 10-jährige Honorius, begleitet von seiner Cousine Serena, der Frau von Stilicho, durch den Schnee nach Mailand reisen konnte.
Nach der Hinrichtung Stilichos wurde seine Tochter Thermantia aus dem Kaiserpalast verbannt, wie es heißt, ohne die Ehe vollzogen zu haben, wie vor ihr schon Maria. Sie ging zu ihrer Mutter Serena zurück. Diese blieb vorerst verschont, wurde jedoch einige Monate später auf Geheiß des römischen Senats unter dem Vorwurf der Pietätlosigkeit stranguliert: Sie hatte Jahre zuvor, anläßlich einer Reise mit ihrem Onkel Theodosius, in Rom im Tempel der Göttermutter Rhea der Statue der Göttin eine Halskette abgenommen und sie sich spöttisch selbst umgehängt, ein Vorfall, den man ihr nie verzieh.

Günther Rigobert: Seite 44-47,52,54,57-59
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"Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion."

Mit einer anderen jungen Frau war Theodosius familiär eng verbunden. Es war Serena, die Tochter seines Bruders, der wie der zweite Sohn des Theodosius den Namen Honorius trug. Nach dem Tod seines Bruders nahm er seine Nichte in die Familie auf und hielt sie wie eine Tochter. Im Jahr 384 verheiratete er sie mit einem jungen, aufstrebenden, ehrgeizigen und fähigen Offizier vandalischer Abkunft, der bald das höchste Heermeisteramt im Reich innehaben sollte, Flavius Stilicho. Dessen Mutter war zwar eine Römerin, aber seine Zeitgenossen sahen in ihm immer den Vandalen. 385 oder 386 wurde Serena und Stilicho die Tochter Maria geboren, darauf ihr Sohn Eucherius, später noch eine zweite Tochter Thermantia.
Serena war der besondere Liebling des Theodosius, sie begleitete ihren Onkel auf Reisen und betreute auch nach dem frühen Tode seiner zweiten Gattin, von der noch die Rede sein wird, seine Kinder. Als Theodosius am 17. Januar 395 starb, weilte sie bei ihm, begleitete den Leichenzug nach Konstantinopel, kehrte dann aber wieder nach Mailand zurück, wo sie auf ihren Vetter Honorius zeitweilig größeren Einfluß ausübte. Im Jahr 398 wurde sie außerdem Schwiegermutter von Honorius, denn er wurde mit Maria, der Tochter Serenas und Stilichos, verheiratet.
Arcadius hatte keine Lust, unter der Obhut Serenas stehen zu müssen, zumal Stilicho inzwischen von Arcadius als Feind angesehen wurde.
Im Jahr 396 kehrte Serena mit ihren Kindern und mit Galla Placidia nach dem Westen zu Honorius zurück.
Als Honorius im Jahr 398 vierzehn Jahre alt war, wurde er erst einmal von Stilicho mit seiner Tochter Maria verheiratet. Als Maria Anfang des Jahres 408 starb, beeilten sich Stilicho und Serena, Honorius mit ihrer zweiten Tochter Thermantia zu verehelichen.
Am 1. Januar 404 begingen der Kaiser und Stilicho in der Stadt Rom anläßlich des sechsten Konsulatsantritts des Honorius eine Feier des Triumphes über die Westgoten. Serena, ihr Sohn Eucherius, die Kaiserin Maria und Galla Placidia nahmen daran teil.
Die städtische Ordnung brach zusammen. In Rom befand sich außer Serena und ihrer Tochter Thermantia auch Galla Placidia, zu der Zeit etwa 19 Jahre alt, als sich eine schreckliche Familientragödie abspielte. In seiner Kopflosigkeit glaubte die Mehrheit des römischen Senats Gerüchten, wonach angeblich Serena Alarich nach Rom gerufen habe, um sich damit wegen des Mordes an ihrem Mann und an ihrem Sohn zu rächen. Der Senat verurteilte Serena zum Tode durch Strangulierung. Galla Placidia, in Rom offiziell als Schwester des Kaisers Repräsentantin der kaiserlichen Macht, tat nichts, um Serena, die sie aufgezogen hatte, zu retten; im Gegenteil: Sie war an diesem Vorhaben beteiligt und stimmte der Resolution des Senats zu. Es ist unwahrscheinlich, daß Galla Placidia das unsinnige Gerücht glaubte. Serena hatte nach dem Tod des Arcadius ihrem Mann abgeraten, sich derart aggressiv gegen Ostrom zu engagieren. Weshalb sich Galla Placidia dennoch so entschied, darüber gibt es nur Vermutungen. Sie könnte geglaubt haben, im Sinne ihres Bruders Honorius zu handeln und kaiserliche Autorität über faniliäre Bande zu stellen; auch könnte ihr Ärger über die von Stilicho geplante Heirat mit dem ungeliebten Eucherius sie zu ihrer Haltung veranlaßt haben. Möglich ist auch, daß sie einen Blick auf das persönliche Vermögen Serenas geworfen hatte - Stilichos Güter waren bereits beschlagnahmt worden -, das ihr Kaiser Theodosius I. vermacht hatte. Man kann auch annehmen, daß Serena früher gegenüber der Kaiser-Tochter eine strenge Zucht geübt hatte, so daß die Bindungen nicht sehr herzlich gewesen waren. Im Senat schließlich gab es noch viele Mitglieder, die erst in letzter Zeit zum Christentum übergetreten waren und insgeheim noch zu den traditionellen römischen Göttern hielten. Diese Senatoren waren gegen Serena eingenommen, weil sie als eine orthodoxe Christin im Jahr 394 eine Statue der Göttin Rhea Silvia verstümmelt hatte. Wie dem auch sei, ein Menschenleben spielte in der kaiserlichen Politik nie eine besondere Rolle; Intrigen standen auf der Tagesordnung, und Galla Placidia glaubte einfach, der Staatsraison Rechnung tragen zu müssen.
 
 
 
 

  oo Flavius Stilicho
       359 22.8.408 hingerichtet
 
 
 
 

Kinder:

  Maria
  um 386 408

 398
  oo 1. Honorius Kaiser des Weströmischen Reiches
           9.9.384 15.8.421

  Thermantia
  um 390 415

  oo 2. Honorius Kaiser des Weströmischen Reiches
           9.9.384 15.8.421

  Eucherius
  um 387 Herbst 408 erdrosselt
 
 
 
 
 
 

Literatur:
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Gottschalk Gisela: Die großen Cäsaren. Ihr Leben, ihre Taten, ihre Zeit. Scherz Verlag Bern und München 1980 Seite 247,261 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 355 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 19, 44-47,49,50,52,54,55,57-59,100 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 126,132,148 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 23,30,45 - Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 143,172 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 484 -