Begraben: Franziskanerkloster, Berlin
Ältester Sohn des Kaisers
LUDWIG IV. DER BAYER aus seiner 2. Ehe mit der Margarete
von Holland, Tochter von Graf Wilhelm III.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2194
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Ludwig VI. der Römer, Herzog von Ober-Bayern, Markgraf
von Brandenburg
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* 12. Mai 1330, + zwischen 11. November 1364 und 27.
Februar 1365
München
Berlin
Begraben: Berlin, Franziskanerkloster
1. oo vor Mai 1352 Kunigunde, Tochter König Kasimirs III. von Polen
2. oo 15. Februar 1360 Ingeburg, Tochter Herzogs Albrechts I. von Mecklenburg
Ludwig VI. der Römer regierte ab 1347 gemeinsam mit seinen fünf Brüdern im Herzogtum Bayern, nach der Teilung von 1349 in Ober-Bayern und ab 1351 zusammen mit Otto V. in der Mark Brandenburg. Dort konnte er gegenüber Ritterschaft und Ständen zwar bis 1355 seine Herrschaft durchsetzen, mußte sich aber wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten der Kontrolle der Ritterschaft unterziehen. Beim Anfall des oberbayerischen Erbes 1363 übergangen, schloß er mit Kaiser KARL IV. einen Erbvertrag, womit er seinen Bruder Stephan II. in dessen Krieg um die Behauptung Tirols schwächte.
Literatur:
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NDB XV, 385 - S. v. Riezler, Geschichte Baierns II, 1880
[Neudruck 1964], 453f.; III, 1889 [Neudruck 1964], 18-47,70-101 - Spindler
II², 186ff., 200-215.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 495
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Ludwig VI., bayer. Herzog
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* 12.5.1330, + 17.5.1365
Rom
Berlin
Begraben: Franziskanerkloster, Berlin
Vater:
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Kaiser LUDWIG der BAYER (1283-1347)
Mutter:
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Margarethe von Holland (um 1293-1356)
1. oo Kunigunde von Polen (+ 1357)
2. oo Ingeborg von Mecklenburg (+ um 1395)
Auf dem Krönungszug seines Vaters in Rom geboren.
Erhielt zusammen mit seinem BruderOtto
V. die Mark Brandenburg, starb aber bald.
Literatur:
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Riezler.
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Rall, Hans und Marga: Seite 60
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
9. LUDWIG VI. der Römer
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* 7.5.1328, + 17.5.1365
Rom
Berlin
Grabstätte: Franziskanerkirche in Berlin
1. oo vor dem 19.5.1352 in Krakau
KUNIGUNDE
* um 1344, + 1357
?
Berlin
Grabstätte: Franziskanerkirche in Berlin
Eltern: Kasimir III., König von Polen (letzter PIAST), und Anna, Tochter Gedimins, Fürst von Litauen
2. oo 15.?2.1360 in Berlin
INGEBURG
* um 1340, + nach dem 25.7.1395
Grabstätte: Erbgruft der Grafen von Holnstein in Itzehoe
Eltern: Albrecht I., Herzog von Mecklenburg, und Eufemia, Tochter Herzog Erichs von Schweden
Ingeburg heiratete nach Ludwigs
Tod 1366 Heinrich, den Eisernen Grafen von Holnstein.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
Ludwig VI. der Römer verzichtete auf das Erbe seiner Mutter zu Gunsten seiner jüngeren Brüder, Wilhelm und Albrecht, da er durch eine Heirat mit einer Tochter Kasimirs III. von Polen zur polnischen Krone zu gelangen hoffte. Bei der Teilung mit seinen Brüdern 1349 erhielt er mit Ludwig dem Älteren und Otto dem Faulen Ober-Bayern, welches er und Otto 1351 gegen Brandenburg und die Nieder-Lausitz vertauschten. Er war ebenso unfähig wie Otto, dessen Beiname er auch tragen könnte. Es war eine Zeit totaler Rechtsunsicherheit und wildester Fehden eines rebellierenden Adels, in dessen Abhängigkeit Ludwig geriet. Er konnte wohl endgültig den "Falschen Waldemar" aus Brandenburg verdrängen, zumal dieser nicht mehr von Kaiser KARL IV. gestützt wurde und mußte aber endgültig auf brandenburgische Lehensrechte in Pommern und Mecklenburg verzichten. Er erlangte durch die Goldene Bulle 1356 die Kurwürde und unterstützte die Mutter in Holland, wo er vergeblich eigene Erbansprüche durchzusetzen versuchte, stritt ab 1363 mit seinem Halbbruder Stephan um Ober-Bayern, scheiterte mit seinen Forderungen, schwächte mit diesem Streit das Gesamthaus und schloß aus Haß gegen seine bayrischen Brüder 1363 eine Erbverbrüderung mit Kaiser KARL IV., welche diesem nach seinem und Ottos kinderlosen Tode die Mark zusicherte, wo er nie kurfürstliche Autorität erlangte. Er ließ die Stände dem Kaiser huldigen und wurde erst 1358 aus dem päpstlichen Bann getan.
Veldtrup Dieter: Seite 235-237,374
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"
Am 16. Mai 1335 hatte Ludwig
der Brandenburger mit Abgesandten des polnischen Königs
in Frankfurt an der Oder eine Übereinkunft getroffen, die neben dem
Bündnis gegen jedermann eine Ehe zwischen Kasimirs
älterer Tochter Elisabeth und
Ludwig,
dem Bruder des
Brandenburgers vorsah. Man einigte sich darauf, dass Elisabeth
eine
Heimsteuer in Höhe von 10.000 Schock Prager Groschen erhalten solle;
Ludwig sollte ihr 2.000 Mark jährlicher Einkünfte
hauptsächlich aus den Vogteien Landsberg und Soldin zukommen lassen;
als Zeitpunkt der copulatio, also des symbolischen Beilagers, wurde der
29. September 1338 bestimmt.
Als nun Meinhard
1363 starb, bemächtigte sich Herzog
Stefan II. von Nieder-Bayern des Landes, um eine Vereinigung
der beiden Landesteile vorzunehmen. Ludwig der
Römer begab sich deshalb sofort zum Kaiser, der es verstand,
die Situation in einzigartiger Weise für sich und seine Familie auszunutzen.
Er nahm die Verärgerung des Römers
über seinen bayerischen Bruder zum Anlaß, ihn zu einer Erbverbrüderung
mit dem Hause LUXEMBURG zu bewegen
und damit die Erbansprüche der nächsten Verwandten der WITTELSBACHER
zum Erlöschen zu bringen. So kam am 18. März ein Vertrag zustande,
nach dem Ludwig und Otto
dem
Kaiser, seinen Sohn WENZEL sowie Johann
von Mähren und seine Nachkommen in ihre Brüderschaft
aufnahm dergestalt, dass die LUXEMBURGER
nach dem kinderlosen Tod der beiden Brüder die Mark erben sollten.
Ludwig der Römer war damals 33
Jahre alt [Geboren 1330, wahrscheinlich Mai 12] und nach dem Tod seiner
ersten Frau, der jüngeren Tochter
Kasimirs
von Polen, die ihm keine Kinder hinterlassen hatte, seit 1360
mit Ingeburg von Mecklenburg in ebenfalls kinderloser Ehe verheiratet;
Otto
hingegen war noch ledig.
Veldtrup Diter:
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"Zwischen Eherecht und Familienpolitik"
Ludwig der Römer Herzog von Bayern
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* 12.5.1330, + Jan./Febr. 1365
München Berlin
Begraben: Franziskanerklosterkirche zu Berlin
Sohn von König LUDWIG IV. DEM BAYERN und seiner zweiten Frau Margaretha von Holland
1.) – Frankfurt/Oder 19.5.1335
Elisabeth
von Polen
* ca. 1330 (1326/34),
+ 1361
Begraben: Augustinereremitenkloster Marienthron bei Neustettin
Tochter von König Kasimir
III. dem Großen von Polen und seiner 1. Frau Anna
(Aldona) von Litauen
2.) oo Kunigunde von Polen
3.) oo Ingeburg von Mecklenburg-Schwerin
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1.1.1352
1. oo Kunigunde von Polen, Tochter von König
Kasimir III.
x um 1334-26.4.1357
Berlin
15.2.1360
2. oo 1. Ingeborg von Mecklenburg, Tochter von
Herzog Albrecht I.
x
um 1340- nach 25.7.1395
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 145,270
- Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 134,151,158 - Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger
im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart/Berlin/Köln
1994 Seite 135 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto
I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 60 -
Schnith
Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien
Köln 1997 Seite 271, 284,291,294,310,314,317,320,327 - Seibt
Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG, München 1994 Seite 309,327 -
Spindler
Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das
Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche
Verlagsbuchhandlung München Seite 200-215 -