Begraben: Minoritenkirche zu Valenciennes
Älteste Tochter des Grafen Wilhelm III. der Gute
von Holland-Seeland-Hennegau und der Johanna
von Valois, Tochter von Graf Karl
Thomas Heinz: Seite 269
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in Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern.
Verlag Styria Graz Wien Köln 1997
Kaiserin Margarete
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* ca. 1307/10, + 23.6.1356
vermutlich Valenciennes Quesnoy
Eltern:
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Wilhelm I. Graf von Hennegau, Holland, Seeland, Herr
zu Friesland (* ?, + 8.6.1337) und Jeanne
von Valois (* nach 1293, + 14.3.1352), Tochter Karls
I., Graf von Valois, Anjou etc.
Geschwister:
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Wilhelm II., Graf von Hennegau, Holland etc. (* 1317,
+ 26.9.1345)
Philippa, Gemahlin
König
Eduards III. von England (* Januar 1314, + 15.8.1359)
oo 25.2.1324 in Köln
LUDWIG IV., Herzog
von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, römisch-deutscher Kaiser, in 2. Ehe
(1. Gemahlin: Beatrix,
* ca. 1290, + 24.8.1322, Tochter Herzog Heinrichs III. von Schlesien-Glogau,
6 Kinder aus dieser Ehe)
* ca. 1282, + 11.10.1347 in der Nähe von Puch bei
Fürstenfeld
Grabstätte: Liebfrauenkirche München
Eltern:
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Ludwig II. (der Strenge), Herzog von (Ober-)Bayern, Pfalzgraf
bei Rhein (* 13.4.1229, + 2.2.1294) und Mechthild
von Habsburg (* 1251/53, + Juni 1304)
17.1.1328 Krönung zur römischen Kaiserin in
Rom, Peterskirche
15.1.1346 Belehnung mit den vom Reich lehsnrührigen
Grafschaften
Holland und Seeland sowie dem Land Friesland
durch ihren Gemahl in Frankfurt
Frühjahr 1346 Anerkennung Margaretes
als Gräfin durch die Stände Hennegaus, Hollands und Seelands
30.7.1351 Verzicht auf König- und Kaisertum
7.12.1355 Verzicht auf die Regierung über Holland,
Seeland und Friesland zugunsten ihres Sohnes Wilhelm
(III.). Regierung nur noch in der Grafschaft Hennegau.
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Margarete war die
Erbin
von Holland-Hennegau-Seeland und Friesland. Sie geriet in erbarmungslose
Erbkriege gegen ihren ältesten Sohn Wilhelm
und blieb letztlich nur Gräfin von Hennegau.
Margarete von Avesnes wurde 1346 von ihrem Mann, Kaiser LUDWIG IV. DEM BAYERN, mit der Grafschaft Holland belehnt, womit erbitterte und leidenschaftliche Bürgerkriege gegen den Sohn begannen, wobei sich die Parteien "Kabeljaus" (städtisches Bürgertum) und "Hoeks" gegenüberstanden. Im Frieden von 1354 bekam sie Hennegau und wurde dort Gräfin.
Benker Gertrud: Seite 111,215,254
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„Ludwig der Bayer“
Der einflussreichste Fürst im Nordsee-Küstenbereich
war Graf Wilhelm III. von Holland, mit dem LUDWIG
in ein lockeres Verhältnis wohlwollender Anerkennung trat, das dann
1324 durch die Vermählung mit Wilhelms Tochter Margarete
gefestigt wurde.
Papst Benedikt warf nun Kaiser
LUDWIG franzosenfeindliche Machenschaften vor, wogegen sich
dieser höflich verwehrte: Man sei bereit, mit dem französischen
König und dem Herzog von Burgund den Fall zu klären. Auch Kaiserin
Margarete, die eine Nichte Philipps
VI. war (die Gattin ihres Vaters, Gräfin
Johanna, war die Schwester König
Philipps) suchte in einem persönlich gehaltenen Brief bei
ihrem Onkel zu vermitteln.
Der letzte Graf aus dem Hause AVESNES, Wilhelm
IV., wurde 1345 bei einem Aufstand von den Friesen erschlagen. Nun war
die Gemahlin Kaiser
LUDWIGS, Margarete, Erbin
der Grafschaft Hennegau. Die gleichzeitig vakant werdenden Grafschaften
Holland, Seeland und die Herrschaft Friesland übernahm der Kaiser
in eigner Hand bzw. übergab sie seinem Sohn Wilhelm
zur Verwaltung. Er setzte sich somit über Ansprüche der jüngeren
Schwester Margaretes, die mit Eduard
III. von England vermählt war, hinweg, und ebenso über
die Erbrechte des Grafen von Jülich.
Veldtrup Dieter: Seite 292
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“
Es ist nicht auszuschließen, dass KARL inzwischen davon Kenntnis erhalten hatte, dass die WITTELSBACHER nach der Absage Eduards III. nun einen anderen Thronkandidaten in Aussicht genommen hatten: Es war derselbe Friedrich II. von Meißen, dessen Sohn KARLS Tochter Catharina 1344 zur Ehe versprochen worden war. Die Söhne DES BAYERN hatten ihm zugleich die Hand der Kaiserin-Witwe Margaretha angetragen, so dass Friedrich, wäre dieser Plan verwirklicht worden, in zweiter Ehe die Stiefmutter seiner ersten Frau geheiratet hätte.
Hundt Barbara: Seite 163,325,329,331
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"Ludwig der Bayer"
Die schwärmerischen Worte Konrad von Megenbergs aus
dem Jahre 1337 sprechen von Margarete von Holland-Hennegau
(ca. 1296-1356), die der Witwer LUDWIG
am 26. Februar 1324 heiratete - eine vitale Frau, und wie sich nach LUDWIGSTod
herausstellte, auch eine höchst energische und kriegerische Dame!
Die Ehe wurde geschlossen, um LUDWIGSPosition
im NW des Reichs zu stärken. Margaretes
Vater, Graf Wilhelm III., zu dessen Besitz Holland,
der Hennegau; Seeland und Frieslands gehörten, war eindeutig der mächtigste
und einflußreichste Fürst im NW. Durch ihre Mutter, Johanna
von Valois, war Margarete
mit dem französischen Königshaus verwandt. Ihre Schwester Philippa
heiratete
den englischen König Eduard III.,
ihre Schwester Johanna den Grafen von Jülich - eine weitere wichtige
Verschwägerung für König
LUDWIG. Eine politische Ehe also mit einer Dynastentochter
aus hohem und kultiviertem Haus! Aber es wurde ganz offensichtlich weit
mehr. 10 Kinder schenkte Margarete
das Leben - das letzte kurz vor LUDWIGSTod
im Jahre 1347 geboren.
Die in Köln ausgerichtete Hochzeit kostete LUDWIG
über 70.000 Dukaten.
Aber Johann konnte nichts verhindern. Der Hennegau ging
als Frauenlehen ohne Wenn und Aber an Kaiserin
Margarete als der ältesten der Schwestern Wilhelms über.
Holland,
Friesland und Seeland
fielen nach dem kinderlosen Tod des
Grafen an das Reich zurück. Die Stände der vier Länder erklärten
entschlossen, daß sie nicht geteilt werden wollten. LUDWIGvergewisserte
sich der Zustimmung der Großen des Reiches und belehnte am 16. Januar
1346 Kaiserin Margarete und später
noch seinen vierten Sohn, Herzog Wilhelm,
mit dem nordwestdeutschen Besitz.
Kaiserin Margarete
reiste nach der Belehnung in die Niederlande, um ihre Länder in Besitz
zu nehmen und sich huldigen zu lassen. Sie kam erst im September 1346 nach
Deutschland zurück und traf in Frankfurt mit dem Kaiser zusammen.
Kaiserin Margarete hatte
die Nachricht von KARLS Königswahl
in Holland erhalten. Sie sandte dem Kaiser eine Botschaft, sie könnte
mit ihren Untertanen eine genügend große Streitmacht aufstellen,
um KARLS Krönung in Aachen zu
verhindern. Aber dazu bestand keine Notwendigkeit
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25.2.1324
oo 2. Kaiser LUDWIG IV. der BAYER
1282-11.10.1347
Kinder:
Margarete
1325- 1374
München
Januar 1351
1. oo Stephan von Anjou-Ungarn Herzog von Kroatien
26.12.1332- 1353/54
1358
2. oo Gerlach Graf von Hohenlohe
- nach 16.10.1387
Anna
um 1326-3.6.1361
18.2.1339
oo Johann I. Herzog von Nieder-Bayern
29.11.1329-20.12.1340
Ludwig VI. der Römer
7.5.1328-17.5.1365
Elisabeth
1329-2.8.1402
Stuttgart
22.11.1350
1. oo Cangrande II. della Scala Fürst von
Verona
8.6.1332-14.12.1359
1362
2. oo Ulrich Herzog von Württemberg
1342-23.8.1388
Wilhelm I.
12.5.1333-15.4.1389
Albrecht I.
25.7.1336-13.12.1404
Otto V. der Faule
1340/42-15.11.1379
Beatrix
1344-25.12.1359
1356
oo Erich XII. König von Schweden
1337-21.6.1359
Agnes II.
1345-11.11.1352
München München
Ludwig
Anfang Oktober 1347- 1348
München
München
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 - Hoensch,
Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie
gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000
Seite 115 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem
Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 - Rall,
Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag
Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 53 - Schnith Karl: Frauen
des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997
Seite 269-298,371-375 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht
und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls
IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger
Warendorf 1988 -