Begraben: Dom, München
2. Sohn des Kaisers
LUDWIG IV. DER BAYER aus seiner 1. Ehe mit der Beatrix
von Schlesien-Glogau, Tochter von Herzog Heinrich III.
Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 115
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Stephan II., Herzog von Nieder-Bayern
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* 22. Dezember 1313, + 19. Mai 1375
Landshut
Begraben: München, Dom
1. oo 27.6.1328 Elisabeth, Tochter König Friedrichs II. von Sizilien
2. oo 14.2.1359 Margarethe, Tochter Burggraf Johanns II. von Nürnberg
Stephan II. regierte ab 1347 zusammen mit seinen fünf Brüdern, nach der Teilung von 1349 mit Wilhelm I. und Albrecht I. in Nieder-Bayern und den Niederlanden und ab 1353 allein in Nieder-Bayern (ohne Straubing). Nach dem Tod seines Neffen Meinhard(1363) sicherte sich Stephan II. sogleich Ober-Bayern. Das von Herzog Rudolf IV. von Österreich rasch in Besitz genommene Tirol konnte Stephan II. gegen den Widerstand seiner 1363 übergangenen Brüder, der habsburgischen Partei und des Kaisers nicht mehr zurückerobern. Doch seine erfolgreiche Diplomatie führte zum Bündnis mit Barnabo Visconti von Mailandund König Ludwig von Ungarn. Dieses stärkte seine politische Position erheblich und verschaffte ihm 1369 im Frieden von Schärding eine hohe finanzielle Entschädigung für den endgültigen Verzicht auf Tirol.
Literatur:
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S. v. Riezer, Geschichte Baierns, III, 1889 [Neudruck
1964], 1-106 - Spindler II², 199-202,205-217 - W. Volkert, Kanzlei
und Rat in Baiern unter Herzog Stephan II., 1331-1375 [Diss. Masch. München
1952].
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 753
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Stephan II., Herzog von Nieder-Bayern
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* 22.12.1319, + 19.5.1375
Landshut
Begraben: Dom, München
Vater:
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Kaiser LUDWIG DER BAYER (1283-1347)
Mutter:
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Beatrix von Glogau (+ 1322)
1. oo Elisabeth von Sizilien (+ 1349)
2. oo Margarete von Nürnberg (+ 1377)
Regierte zusammen mit seinen Brüdern Wilhelm
I. und Albrecht I. die Niederlande
und Nieder-Bayern.
Von 1353 an Alleinherrscher in Nieder-Bayern-Landshut.
1363 erbte er Ober-Bayern und vereinigte das Land bis
auf das Straubinger Land wieder.
Obwohl der tüchtigste Sohn Kaiser
LUDWIGS DES BAYERN, gelang es ihm nicht, den Zerfall der
wittelsbachischen
Macht aufzuhalten.
Literatur:
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ADB 36; Riezler.
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Rall, Hans und Marga: Seite 69
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
Herzog Stefan II. mit der Hafte (Spange)
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* im Herbst 1319, + 13. (19.?)5.1375
?
Landshut
Grabstätte: Dom in München
1. oo 27.6.1328
ELISABETH,
Prinzessin von Sizilien aus dem Hause
ARAGON
* 1309?, + 21.3.1349
? Landshut
Grabstätte: Dom in München
Eltern: Friedrich II., König von Sizilien aus dem Hause ARAGON, und Eleonore, Prinzessin von Sizilien aus dem Hause ANJOU
2. oo 14.2.1359 in Landshut
MARGARETE
* um 1333, + 19.9.1377
?
München
Grabstätte: Dom in München
Eltern: Johann II., Burggraf von Nürnberg, und Elisabeth, Gräfin von Hennebergh
Stefan II. regiert
von 1347 bis 1349 gemeinsam mit seinen Brüdern Ober-Bayern und in
allen anderen WITTELSBACHER Hoheitsbereichen,
1349 bis 1375 in Nieder-Bayern, 1363 bis 1375 auch in Ober-Bayern.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“
Stephan II. mit der Hafte
war Mitregent seines Vaters und zeitweise kaiserlicher Hofrichter in Bayern,
Landfriedenshauptmann und kaiserlicher Vogt im Elsaß. Er folgte 1347-1349
mit den Brüdern gemeinsam, 1349 in Nieder-Bayern, 1353 nach weiteren
Bruderzwisten zu Ingolstadt-Landshut und trat den Part Straubing
an die holländischen Halbbrüder ab. Er hatte mit Kaiser
KARL IV. Frieden geschlossen und nahm an dessen Italienzug 1354/55
teil. Er rückte wieder von ihm ab, da bayerische Kurrechte in der
"Goldenen Bulle" von 1356 unberücksichtigt blieben. 1361-1363 kam
es zum Regentschaftsstreit um Ober-Bayern und Tirol für den Neffen
Meinhard,
1363-1369 zum Erbkrieg um beides und er gewann wohl im Frieden von Schärding
ganz Bayern, dazu das Schärdinger Viertel und Rattenberg und Kufstein,
mußte aber ansonsten Tirol an HABSBURG
abtreten. Er anerkannte den Halbbruder Otto
den Faulen als Mitregenten, gegen den er geriet, da dieser
Brandenburg an Kaiser KARL IV. verkaufte.
Er erhielt für seinen Verzicht in Brandenburg unter anderem Donauwörth,
Nördlingen und Dinkelsbühl verpfändet, wurde erst 1362 als
letzter Kaisersohn aus dem päpstlichen Bann getan, befehdete mehrmals
die bayerischen Bischöfe und Städte, hielt den Landadel nieder
und sorgte in seinen letzten Regierungsjahren für Ruhe.
27.6.1328
1. oo Elisabeth von Sizilien, Tochter des Königs
Friedrich II.
1309-21.3.1349
Landshut
14.2.1359
2. oo Margarete von Nürnberg, Tochter des
Burggrafen Johann II.
um 1333-19.9.1377
München
Kinder:
1. Ehe
Stephan III. der Kneißl
um 1337-26.9.1413
Agnes
um 1338-
um 1356
oo Jakob I. König von Zypern
1334-20.9.1398
Friedrich Herzog von Bayern-Landshut
um 1339-4.12.1393
Johann II. Herzog von Bayern-München
um 1341-8.8.1397
Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher
auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 94,180,246,
269 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer
2000 Seite 134,139,158,163 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der
Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München
1989 Seite 71,231,307,335 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher.
Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite
59,69-72 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa
1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
1994 Seite 224 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte
Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12.
Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München II²,
Seite 199-202,205-217 -