Konrad I. von Urslingen                            Herzog von Spoleto
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ca. 1153-   1202
 

Einziger Sohn des N.N. von Urslingen und der N.N. aus dem Verwandtenkreis der Herzöge von Zähringen
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1347
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Konrad,  Herzog von Spoleto
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* ca. 1153, + Nov. 1202
                    Sizilien

Aus dem edelfreien schwäbischen Haus URSLINGEN (Stammburg Irslingen, Gemeinde Epfendorf, Kreis Rottweil).

  oo N.N. (möglicherweise Seitenverwandte der STAUFER [Hoch-Burgund?, Teck?]
              -
     Ziehmutter Kaiser FRIEDRICHS II. 1195-1197(98)

Kinder:

4 Söhne, mindestens 1 Tochter

Konrad erscheint ab 1172 mit Christian von Mainz in Italien, wurde wohl 1174 Legat im Herzogtum Spoleto und 1176/77 Herzog von Spoleto und Graf von Assisi, erhielt das Herzogtum aber erst ca. 1195 als Erblehen. Er bemühte sich um Frieden und dauerhafte Ordnung. Seit 1191 war Konrad mehrfach im Königreich Sizilien und wurde 1195 Vikar des Königreiches. Nach dem Tod HEINRICHS VI. konnte er sein Herzogtum gegen die päpstlichen Rekuperationen nicht halten. Von König PHILIPP weiter als Herzog anerkannt, ging Konrad 1202 nach dem Tode Markwards als Reichsverweser nach Sizilien.
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Paul Friedrich Stälin: Seite 434
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"Geschichte Württembergs"

Weiterhin war Konrad von Urslingen seit 1172 für Kaiser FRIEDRICH I. in Italien tätig, bald als Graf von Assisi, sodann auch in größerem Gebiet als Herzog von Spoleto; steter Genosse Kaiser HEINRICHS VI. in Italien und in den Jahren 1195 und 1196 dessen Reichsverweser in Sizilien wurde er nach HEINRICHS Tode aus Italien vertrieben und erscheint nunmehr in Deutschland 1199 bei König PHILIPP.
 
Wolfgang Stürner: Teil 1 Seite 50
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"Friedrich II."
 
Ihren Sohn vertraute sie der Gattin Konrads von Urslingen (heute Irslingen, nordöstlich Rottweil am Neckar) an, eines schwäbischen Adligen, der sich im Dienste BARBAROSSAS in Italien bewährt hatte, von diesem 1176 oder 1177 zum Herzog von Spoleto erhoben worden war und zu den engsten Vertrauten HEINRICHS VI. gehörte (+ 1202). Von seiner Frau, bei der nun die Verantwortung für den Neugeborenen lag, wissen wir leider kaum etwas Sicheres. Die Quellen geben nicht einmal ihren Namen preis, und ob sie aus einer adligen Familie der Gegend um Spoleto oder doch ehr aus Deutschland stammte, muß letztlich offen bleiben. Die jüngeren ihrer Kinder waren wenig älter als FRIEDRICH; dieser verbrachte seine ersten drei Lebensjahre also wohl vorwiegend in ihrem Kreise. Zwei von ihnen, Berthold (1190-1251) und vor allem Rainald (1185-1253) von Spoleto, sollten später erneut Bedeutrung für ihn gewinnen, zunächst als seine Helfer, dann als Gegner.

Klaus Schubring: Seite 28,37-42
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"Die Herzoge von Urslingen"

Am 6. März 1172, wohl in Siena, und am 13. Februar 1174 in Foligno taucht im Gefolge des Erzbischofs Christian von Mainz ein Konrad de Suevia oder Suevus auf. Wahrscheinlich ist er Ende 1171 mit Christian nach Italien gekommen.
Als Christian von Mainz - wie amn annehmen muß, im März oder April 1174 - die Stadt Terni wegen schwerer Vergehen zerstört hatte und ihr Gebiet dem benachbarten Narni übereignete, da handelte er unter ausdrücklicher Zustimmung von Conrado ducatus Spoletani legato. Denselben spoletanischen Legaten erwähnte der Kaiser noch einmal am 20. Dezember 1177 in Assissi. BARBAROSSA bestätigt damals die Rückgabe entfremdeter Kirchengüter, die unmittelbar nach Valfabbrica gehörten. Die Rückgabe war, so sagt der Herrscher, von 'Conradus Suevus Legatus noster' vorgenommen worden. Das Eingreifen Konrads als Legat scheint bereits vor 1177 erfolgt zu sein. - An der Identität mit Konrad dem Schwaben kann kein Zweifel bestehen. Er war wohl 1174 zum kaiserlichen Unterlegaten für den Bereich des Herzogtums Spoleto bestellt worden.
Im Februar 1177 führt "Konrad der Schwabe" jedoch erstmals - in einer Urkunde Christians von Mainz - den Titel dux Spoetinus. Corradus dux Spoleti nannte ihn darauf am 24. Mai 1177 FRIEDRICH I. bei Ravenna anläßlich einer Verfügung zugunsten Folignos. Am 19. Dezember desselben Jahres bezeichnete der Kaiser ihn als Conradus Suevus Comes Assissi. Es ist zu bedenken, dass diese Urkunde in Assissi ausgestellt wurde. Der Unterlegat im Herzogtum Spoleto war somit von BARBAROSSA 1176 oder allenfalls erst im Januar 1177 zum Herzog erhoben worden. Bereits 1178 wurde das 'Herzogtum' Konrads I. in der Datierungsformel einer Urkunde berücksichtigt, mit der ein Adelsgeschlecht die Hälfte seiner Burg an die Stadt Spoleto verkaufte.
Im Jahre 1183 war Herzog Konrad einmal nachweisbar in sein Stammland zurückgereist. Wahrscheinlich nahm er als Beobachter am feierlichen Abschluß des Konstanzer Friedens mit den lombardischen Städten teil. Denn in Konstanz steht er am 20. Juni in einem Diplom FRIEDRICHS I. unter den Zeugen als letzter der Herzoge (oder als 1. der Markgrafen) vor Markgraf Berthold von Andechs.
Die Reichsgewalt griff zur Zeit des urslingischen Regenten öfters unmittelbar ein, gelegentlich gab sie ihm zusätzliche Aufträge, manchmal handelte des Kaiser auch auf ausdrückliche Bitte des Herzogs. Konrad erteilte 1187 eine Vergünstigung ex potestate domini imperatoris et domini regis er nostra. Der Papst rechnete den spoletanischen Herzog 1186 einfach unter die Beauftragten des Kaisers.
Die Bemerkung OTTOS IV. liefert den Beweis, dass spätestens Kaiser HEINRICH VI. Konrad I. erblich mit Spoleto belehnt hat. Als terminus ante quem darf mit einiger Wahrscheinlichkeit das Jahr 1195 angesehen werden. Vom 24. April 1195 bis zum 19. Mai 1195 führt Konrad in den Urkunden den zusätzlichen Titel Regni Siciliae Vicarius.
Besonderes Vertrauen der STAUFER zur Familie des spoletanisdchen Herzogs spricht daraus, dass die Kaiserin ihren eben geborenen Thronerben FRIEDRICH II. - schon in den ersten Monaten des Jahres 1195 - zu Schutz und Versorgung der Herzogin von Spoleto übergab. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Frau Herzog Konrads von Spoleto unter den Angehörigen eines Seitenzweiges der Grafen von Burgund zu suchen ist. In Urkunden König HEINRICHS steht Konrad I. gegen Ende der 80-er Jahre denn auch einmal vor und einmal nach Pfalzgraf Otto von Burgund. In den Jahren der Alleinherrschaft HEINRICHS VI. tritt der URSLINGER-Herzog überhaupt öfter unmittelbar neben Angehörigen oder Verwandten des STAUFER-Geschlechtes auf.
Der 1. urslingische Herzog selbst war wohl am ehesten der Sohn eines älteren Bruders von Egenolf von Urslingen. Dieser ältere Bruder dürfte durch eine Ehe, die in den Sippschaftskreis der ZÄHRINGER führte, die nahen Beziehungen der URSLINGER zu den Herzögen von Zähringen begründet haben.
Der Tod HEINRICHS VI. hatte nicht bloß für die Reichsgeschichte, sondern auch für die URSLINGER einschneidende Folgen. Gegen den Herzog wurde die Exkommunikation ausgesprochen. Mit dem Vorstoß der päpstlichen Politik scheint ein heftiger Ausbruch der kommunalen Bewegung zusammengewirkt zu haben. Über den Ablauf der Ereignisse besteht keine Klarheit. Jedenfalls hat Konrad I. sein Land vor dem 16. April 1198 in irgendeiner Form der Kurie überlassen und vielleicht seine Untergebenen vom Treueid gelöst. Der Herzog heißt fortan kirchenamtlich "der frühere Herzog Konrad". Noch im Jahre 1198 soll der Papst ihn ausgewiesen haben.
Tatsächlich erscheint Konrad I. am 10. Juli 1199 als Herzog bei König PHILIPP in Straßburg. Dessen Partei erklärte 1199 und 1200 nachdrücklich, sie beharre auf den Rechtsansprüchen des Reiches in Mittelitalien. Konrad selbst wurde nach dem Tode Markwards von Annweiler wahrscheinlich nach Sizilien geschickt, um dessen Stelle als Reichsverweser einzunehmen. Auf dem Wege dazu ist der URSLINGER wohl, schon in Sizilien, gestorben (1202).
Herzog Konrads I. Lebenslauf hat für die Geschichte der URSLINGER grundlegende Bedeutung gewonnen. Konrad hatte den Herzogstitel und die Verwaltung eines Herzogtums erlangt. Durch seine Ehe war er aller Wahrscheinlichkeit nach in den Verwandtschaftskreis der HOHENSTAUFEN gerückt. Diese Heirat hat möglicherweise zur Umwandlung des urslingischen Amtsbereiches in ein erbliches Reichslehen beigetragen. Ständisch war Konrad in die Gruppe der Magnaten aufgestiegen. Gegen Ende seines Lebens hatte er die spoletanische Herrschaft wieder verloren, hielt jedoch an seinem Titel fest und wurde immer noch mit einem wichtigen Auftrag innerhalb der Reichsführung betraut. Seinen Söhnen hinterließ er den ihm verliehenen Erbanspruch an Spoleto.
 
 
 
 

ca. 1178
  oo N.N. von Burgund, gen. 1195-1219
               -
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich II.
  ca. 1180- vor 1217

  Konrad II.
  ca. 1183- vor 1217

  Rainald I.
  ca. 1185- vor 1253

  Berthold I.
  ca. 1190/95- vor 1251

  Adelheid Geliebte von Kaiser FRIEDRICH II.
  1194/95- nach 1218/34

 
 
 

Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 63,80,154,158,160,183,184,191, 193,195,215,217 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 50,53,57,81,84,100,233 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 2 Der Kaiser 1220-1250, Primus-Verlag Darmstadt 2000, Seite 76,141 - Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 106,120,146,154,165,165 A.122,169 A.151,170,173 A.165,174, 175,215 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 17, 122, 186 – Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 11,19,23,26,35,37,99,102,106,108-111,115, 116,119,144, 357,359 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 12,53,219 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 62,83,202,317,351,424,425,453,475 -