Grafen/Herzöge von Urslingen
 

Paul Friedrich Stälin: Seite 434
****************
"Geschichte Württembergs"

Nach der nur noch in schwachen Trümmern erhaltenen Burg Urslingen nannte sich seit dem 12. Jahrhundert ein Geschlecht, von welchem ein Zweig, durch die Gewogenheit der staufischen Kaiser schnell emporgehoben, mit der Herzogswürde von Spoleto bekleidet wurde. Zuerst tritt Egelolf von Urslingen auf, welcher wahrscheinlich im Jahre 1162 von Kaiser FRIEDRICH I. als Podesta zu Piacenza eingesetzt wurde, vom nächsten Jahr an jedoch am Hoflager dieses Kaisers und seines Sohnes HEINRICHS VI., in den 1180-er Jahren in Verbindung mit seinem Sohne Ulrich, erscheint. Weiterhin war Konrad von Urslingen seit 1172 für Kaiser FRIEDRICH I. in Italien tätig, bald als Graf von AssisI, sodann auch in größerem Gebiet als Herzog von Spoleto; steter Genosse Kaiser HEINRICHS VI. in Italien und in den Jahren 1195 und 1196 dessen Reichsverweser in Sizilien wurde er nach HEINRICHS Tode aus Italien vertrieben und erscheint nunmehr in Deutschland 1199 bei König PHILIPP. Von seinen Söhnen spielte Reinold, welcher sich schon in den Jahren 1195 und 1196 Herzog von Spoleto nannte, in Italien gleichfalls eine bedeutende Rolle; er wurde unter Kaiser FRIEDRICH II. Reichslegat für Tuszien, später überhaupt wohl für ganz Mittelitalien, während des Kaisers Kreuzzug Statthalter in Unteritalien, kam aber freilich auch mit FRIEDRICH in schweres Zerwürfnis, welches seine zeitweilige Einkerkerung zur Folge hatte. Sein Bruder Berchtold erscheint als Vikar seines Bruders in Tuszien und später bei dem aufrührerischen König HEINRICH (VII.).
Zufolge ziemlich gleichzeitigen Straßburger Annalen war der oben genannte Egelolf von Urslingen 1177 bei Logelheim unweit Kolmar in einen heftigen Kampf mit Kuno von Horburg verwickelt; nach allgemeiner Annahme erwarb er die Herrschaft Rappoltstein (mit der Stadt Rappoltsweiler) als  bischöflich baselisches Lehen und wurde der Stammvater der im Jahre 1673 augestorbenen Herren von Rappoltstein.
Als Wappen führte die Familie von Urslingen wenigstens in der Folge, wie diejenige von Rappoltstein, drei (2,1 gestellte) rote Schildchen in Silber.