Hermann Grote Stammtafeln europäische Herrscher- und Fürstenhäuser
Seite 194
Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 518
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Tecklenburg
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Ein Anteil des Erbes Graf Heinrichs von Zutphen fiel nach 1139 an Graf Egbert aus der Familie der Grafen von Saarbrücken, der sich seit 1139 nach der Burg Tecklenburg (nordwestliches Westfalen, westlich von Osnabrück) nannte. Zeitweilig hatten die Grafen von Tecklenburg die Vogteien über die Bistümer Münster (bis 1173) und Osnabrück (bis 1236) sowie das Stift Metelen (ab 1173) inne, zudem das Schenkenamt des Erzbistums Mainz. In Ständiger Auseinandersetzung mit den Bistümern sowie den Grafen von Ravensberg bauten die TECKLENBURGER ihr Territorium aus und sicherten es durch intensive Klosterpolitik. 1184 Verkauf der Burg Tecklenburg an Erzbischof Philipp I. von Köln, Rücknahme als kölnisches Lehen. Nach der Ermordung Erzbischof Engelberts I. von Berg 1225 erlitten die TECKLENBURGER Rückschläge. Der von Ravensberg unterstützte Versuch Kölns und Osnabrücks, die Grafschaft zu zerschlagen (1227), mündete in Friedensschlüsse (1231 [Ravensberg], 1232 [Köln], 1236 [Osnabrück, Verlust der Vogtei]. Die Witwe Graf Heinrichs, Jutta von Ravensberg, verkaufte 1248 den Besitz um Vechta und im Emsland an das Bistum Münster und besiegelte das Absinken zur zweitrangigen Macht in Westfalen. Otto II. von Bentheim übernahm 1261 das Erbe seiner Frau Heilwig und übertrug Tecklenburg seinem ältesten Sohn Otto III. Tecklenburg fiel 1328 an Nikolaus, Sohn Gunzelins IV. von Schwerin und Neffe Ottos IV. von Tecklenburg. Territoriale Gewinne (1365 Rheda, 1385 Iburg) konnten die Verluste an Münster und Osnabrück 1385-1400 nicht aufwiegen. 1493 Teilung in die Grafschaft Tecklenburg (mit Rheda) und Lingen.
Literatur:
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J. Bauermann, Die Abkunft des ersten Gf.en v. T., Jbb. Hist. Ver. Gft.
Ravensberg 68, 1972, 9-42 - W. Kohl, Gft. T. (Köln Westfalen 1180-1980,
I, 1980), 194-196 - M. Matscha, Heinrich I. von Müllenark, Ebf. v.
Köln, 1992.
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