EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XII Tafel 95 A
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 783
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Rheinfeldener (Herren von Rheinfelden)
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Nach der auf einer Felseninsel am linken Ufer des Hochrheins gelegenen Stammburg benanntes Adelsgeschlecht, entstammte vermutlich einer Nebenlinie des Burgundischen Königshauses, die im Wallis, im Waadtland sowie im oberen Aaregau begütert war und die Grafschaft im Sisgau (südöstlich Basel) innehatte. Der in der welfischen Hausüberlieferung erwähnte quidam de Rinvelden ist nicht mit dem mysteriösen Kuno von Öhningen gleichzusetzen, sondern wohl eher mit jenem um 1000 bezeugten burgundischen Pfalzgrafen Kuno, der ein Nachkomme des dux Rudolf, eines Bruders König Konrads I. von Burgund, gewesen sein dürfte (Hlawitschka). Bedeutendster Vertreter war RUDOLF von Rheinfelden, der 1057 das Herzogtum Schwaben erhielt und 1077 von der deutschen Fürstenopposition zum Gegenkönig erhoben wurde. Nach dem Tode seines Sohnes Berthold (1090), der 1079 zum Gegenherzog von Schwaben erhoben worden war, trat der RUDOLFS Tochter Agnes vermählte ZÄHRINGER Berthold II. das Erbe der RHEINFELDENER an. Das von RUDOLF reich dotierte Schwarzwaldkloster St. Blasien wurde zum Hauskloster des Geschlechtes.
Literatur:
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G. Meyer v. Knonau, JDG unter Heinrich IV. und Heinrich V., I, 1890,
652-655 [älterer Forsch.sstand] - H. Jakobs, Der Adel und die Kl.reform
von St. Blasien, 1968, 157-235 - H. Maurer, Der Hzg. v. Schwaben, 1978,
98, 167f., 219 - E. Hlawitschka, Zur Herkunft und zu den Seitenverwandten
des Gegenkg.s Rudolf v. R. (die Salier und das Reich I, 1991), 175-220.
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Nach der Stammburg Rheinfelden, einer auf dem sogenannten "Stein",
einer Felseninsel auf dem linken Rheinufer, errichteten Burg benanntes
Adelsgeschlecht. Die Grafen von Rheinfelden
entstammten einer Nebenlinie des burgundischen Königshauses der RUDOLFINGER.
Werner Trillmich: Seite 113
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Die Grafen des Sisgaus um Rheinfelden verfügten über
Besitzungen am Hochrhein, im Thur- und Zürichgau, aber auch im burgundischen
Aargau. Verwandtschaft verband sie mit den vornehmsten Häusern Ober-Lothringens
und Sachsens. Das macht den späteren Aufstieg von Graf
Kunos um 1020 geborenen Sohn RUDOLF
zum Herzog und Gegenkönig verständlich.