Berthold                                                    Herzog von Schwaben(1079-1090)
----------                                                 Graf von Rheinfelden
1060-18.5.1090
 

Einziger Sohn des Gegenkönigs RUDOLF von Rheinfelden aus seiner 1. Ehe mit der Mathilde, Tochter von Kaiser HEINRICH III.
 

Karl Schmid: Seite 60
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"Die Zähringer"

Als im Jahr 1090 Herzog Bertold von Schwaben, Sohn des Gegenkönigs RUDOLF von Rheinfelden, in noch jungen Jahren starb, gelangte das Hausgut in der Hauptsache an seine Schwester Agnes und deren Gemahl Herzog Bertold II. von Zähringen.
 
Hansjörg Frommer: Seite 114
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"Die Salier und das Herzogtum Schwaben"

Welf von Bayern und Berthold II. von Zähringen beriefen einen schwäbischen Landtag nach Ulm und ließen dort etwa zeitgleich zur Ernennung Friedrichs (Ostern 1079) Berthold von Rheinfelden zum neuen Herzog wählen. Mit der Wahl knüpfte dieser Landtag an sehr alte Traditionen an, denn seit HEINRICH I. waren alle Herzöge vom König ernannt worden.
Berthold war ein Sohn RUDOLFS, aber offenbar nicht aus der Ehe mit Adelheid. Über seiner Herkunft liegt ein eigenartiges Dunkel. Bei seiner Wahl war er ein Jüngling, der unter der schützenden Hand Welfs stand. Aber das ist eine sehr allgemeine Altersangabe, und die schützende Hand Welfs und Bertholds von Zähringen brauchte er während seiner ganzen Regierungszeit, er selbst trat kaum in Erscheinung. Würde er aus einer Ehe RUDOLFS vor 1057 stammen, dann wäre er fast im Alter König HEINRICHS und die Bezeichnung Jüngling wirklich nicht mehr angemessen. Von einer Ehe RUDOLFS zwischen 1060 und der von der Kaiserin Agnes vermittelten Heirat mit Adelheid von Turin ist nichts bekannt, und die Ehe RUDOLFS mit HEINRICHS Schwester Mathilde dauerte nur kurz. Es wäre aber durchaus möglich, dass die 15-jährige Mathilde an der Geburt dieses Sohnes starb. Dies würde auch erklären, warum sich die Quellen über die Mutter Bertholds so hartnäckig ausschweigen. Denn die Partei der weltlichen Fürsten war sich mit der päpstlich-gregorianischen theoretisch darin einig, dass der Tüchtigste zu einem Amt gewählt werden sollte und nicht durch Erbrecht oder durch Ernennung von außen bestimmt.
Außerdem war es nicht klug, daran zu erinnern, dass RUDOLF von 1057 bis 1075 die wichtigste Stütze des Königs HEINRICH gewesen und auch familiär eng mit ihm verbunden war. Und wenn Berthold wirklich der Neffe HEINRICHS war, dann war es umso verständlicher, wenn die Fürsten bei der Wahl RUDOLFS 1077 die Nachfolge Bertholds ausdrücklich ausschlossen. Aber auch HEINRICH, der eben einen neuen Herzog von Schwaben ernannt hatte, hatte keinen Grund, frühere oder familiäre Beziehungen mit RUDOLF und seinem Sohn Berthold zuzugeben. Immerhin meldet eine Chronik, dass HEINRICH dem Sohn RUDOLFS das Herzogtum schon als Kind zugesagt habe.
Berthold von Rheinfelden war keine aktive Persönlichkeit, er überließ den Kampf um das Herzogtum Welf und vor allem Berthold von Zähringen. Dieser heiratete um Ostern 1079 die Halbschwester Bertholds, eine Tochter aus der Ehe RUDOLFS mit Adelheid von Turin, die ebenso wie die Braut des STAUFERS nach der Kaiserin-Witwe den Namen Agnes trug. Bertholds Einsatz im Kampf um das Herzogtum und um die Sache der Gegner HEINRICHS war so groß, dass sein Schwager Berthold von Rheinfelden in der Erinnerung verblaßte und oft mit dem ZÄHRINGER verwechselt und verschmolzen wurde.
 
 
 
 

Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 182,205/Band II Seite177,179/ Band III Seite 507 - Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 16,56,59,60,70,112 - Hils, Kurt: Die Grafen von Nellenburg im 11. Jahrhundert. Ihre Stellung zum Adel, zum Reich und zur Kirche, Eberhard Albert Verlag Freiburg 1967, Seite 38,102-105,113,117,119 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 239,251,253,259 -