Einziger Sohn des Gegenkönigs
RUDOLF von Rheinfelden aus seiner 1. Ehe mit der
Mathilde, Tochter von Kaiser HEINRICH
III.
Karl Schmid: Seite 60
**********
"Die Zähringer"
Als im Jahr 1090 Herzog Bertold von Schwaben,
Sohn des Gegenkönigs
RUDOLF von Rheinfelden, in noch jungen Jahren starb, gelangte das
Hausgut in der Hauptsache an seine Schwester Agnes
und deren Gemahl Herzog Bertold II. von Zähringen.
Hansjörg Frommer: Seite 114
***************
"Die Salier und das Herzogtum Schwaben"
Welf von Bayern und Berthold II. von Zähringen beriefen einen schwäbischen
Landtag nach Ulm und ließen dort etwa zeitgleich zur Ernennung Friedrichs
(Ostern 1079) Berthold von Rheinfelden
zum neuen Herzog wählen. Mit der Wahl knüpfte dieser Landtag
an sehr alte Traditionen an, denn seit HEINRICH
I. waren alle Herzöge vom König ernannt worden.
Berthold war ein Sohn RUDOLFS,
aber offenbar nicht aus der Ehe mit Adelheid.
Über seiner Herkunft liegt ein eigenartiges Dunkel. Bei seiner Wahl
war er ein Jüngling, der unter der schützenden Hand Welfs stand.
Aber das ist eine sehr allgemeine Altersangabe, und die schützende
Hand Welfs und Bertholds von Zähringen brauchte er während seiner
ganzen Regierungszeit, er selbst trat kaum in Erscheinung. Würde er
aus einer Ehe RUDOLFS
vor 1057 stammen, dann wäre er fast im Alter König
HEINRICHS und die Bezeichnung Jüngling
wirklich nicht mehr angemessen. Von einer Ehe RUDOLFS
zwischen 1060 und der von der Kaiserin Agnes vermittelten
Heirat mit
Adelheid von Turin ist nichts bekannt, und die Ehe RUDOLFS
mit HEINRICHS Schwester Mathilde
dauerte nur kurz. Es wäre aber durchaus möglich, dass die 15-jährige
Mathilde an der Geburt dieses Sohnes starb. Dies würde auch
erklären, warum sich die Quellen über die Mutter Bertholds
so hartnäckig ausschweigen. Denn die Partei der weltlichen Fürsten
war sich mit der päpstlich-gregorianischen theoretisch darin einig,
dass der Tüchtigste zu einem Amt gewählt werden sollte und nicht
durch Erbrecht oder durch Ernennung von außen bestimmt.
Außerdem war es nicht klug, daran zu erinnern, dass RUDOLF
von 1057 bis 1075 die wichtigste Stütze des Königs HEINRICH
gewesen und auch familiär eng mit ihm verbunden war. Und
wenn Berthold wirklich der Neffe HEINRICHS
war, dann war es umso verständlicher, wenn die Fürsten bei der
Wahl RUDOLFS
1077 die Nachfolge Bertholds ausdrücklich
ausschlossen. Aber auch HEINRICH, der
eben einen neuen Herzog von Schwaben ernannt hatte, hatte keinen Grund,
frühere oder familiäre Beziehungen mit RUDOLF
und seinem Sohn Berthold zuzugeben.
Immerhin meldet eine Chronik, dass HEINRICH dem
Sohn RUDOLFS
das Herzogtum schon als Kind zugesagt habe.
Berthold von Rheinfelden war keine
aktive Persönlichkeit, er überließ den Kampf um das Herzogtum
Welf und vor allem Berthold von Zähringen. Dieser heiratete um Ostern
1079 die Halbschwester Bertholds, eine Tochter aus der Ehe RUDOLFS
mit Adelheid
von Turin, die ebenso wie die Braut des
STAUFERS nach der Kaiserin-Witwe den Namen Agnes
trug. Bertholds Einsatz im Kampf um das Herzogtum und um die Sache
der Gegner HEINRICHS war so groß,
dass sein Schwager Berthold von Rheinfelden
in der Erinnerung verblaßte und oft mit dem ZÄHRINGER verwechselt
und verschmolzen wurde.
Literatur:
----------
Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag
1991, Band I Seite 182,205/Band II Seite177,179/ Band III Seite 507 - Die
Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl
Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 16,56,59,60,70,112
- Hils, Kurt: Die Grafen von Nellenburg im 11. Jahrhundert. Ihre Stellung
zum Adel, zum Reich und zur Kirche, Eberhard Albert Verlag Freiburg 1967,
Seite 38,102-105,113,117,119 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 239,251,253,259 -