Sohn des Grafen N.N.
Karl Schmid: Seite 260,268
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"Wolvene und das Kloster Rheinau"
Im August 876 fand in Eschenz am Ausfluß des Rheins aus dem Bodensee
zwischen Abt
Wolvene und KARL, König Ludwigs Sohn,
auf der einen und dem Grafen Cozpert
auf der anderen Seite ein Besitztausch statt. Dass
Graf Cozpert in naher Verwandtschaft zu Wolvene
stand, geht nicht nur aus dem bisher Gesagten und aus noch zu behandelnden
Quellen hervor, sondern wird auch durch die Lage der Besitzungen, auf die
sich der Tausch erstreckt hat, bestätigt: Cozpert erhält zum
Nordteil der Laufener Mark Besitztitel im Klettgau, und zwar in Lottstetten
(Lozestetin) und Rafz (Raffo). Er gibt dagegen im Klettgau die Kirche samt
Zehnten in Erzingen (Arcingen), dazu in Balm(Balba) die Hufen, über
die er dort verfügt hat, sowie die Zehnten in Jestetten (Iestetin)
und Hofstetten (Houestetin), überdies seinen Anteil an der Halbinsel
Schwaben, die sich rüsselartig um die Rheinauer Klosterinsel legt.
Wenn der Graf Cozpert im unmittelbaren
Umkreis des Klostesr als begütert erscheint - in Balm, Jestetten,
Hofstetten und vor allem auf der Halbinsel Schwaben -, so weist er sich
damit als Angehöriger der Rheinauer Gründersippe aus.
Nach
Wolvenes Tod residierte derselbe Cozpert
schon als übernächster Abt auf dem Stuhl von Rheinau.
Als Laienabt, der er zweifellos war, führte er bald nach seinem Amtsantritt
Laufen und den Nordteil der Laufener Mark nunmehr seinem Kloster zu. Doch
der Abtei sollte es nicht vergönnt sein, dieses so wertvolle Besitztum
zu behalten. Schon Cozpert selbst hatte
sich bei der Tradition das Rückkaufsrecht vorbehalten. Sofern er dieses
nicht selbst in Anspruch nehmen würde, sollte es auch sein consobrinus
Adalbert (Adilpreht) oder dessen legitimus heres haben.
Die Übertragung, bei der der comes Adalbert zugegen war, erfolgte
neben anderen am 18. Juni 892 im Wäldchen Huonirislo in der Nahe von
Rheinau.
In den Güterveräußerungen der Verwandten Wolvene
und Cozpert wird ein Teil der Besitzlandschaft
der Klostergründersippe faßbar. Er reichte vom westlichen Ende
des Bodensees bis an die Schwarzwälder Alb. Qualitativ handelt es
sich um Besitz des hohen Adels. Dieses Adelsgut war im unmittelbaren Bereich
der Klosterinsel so dicht und umfangreich, dass man hier eine wesentliche
Besitzbasis einer Aristokratenfamilie vermuten muß. Ähnlich
dichte Adelsgutkomplexe in Alemannien aus dem 8./9. Jahrhundert sind nur
noch in der Baar zwischen Rottweil und Ebingen und dem Kloster Marchtal
herum durch die Schenkungen der Grafen Gerold, Berthold und Chadaloh an
St. Gallen bekannt.
Die Konzentration der Güter war am stärksten unterhalb von
Schaffhausen, wo der Rhein nach Süden biegt: in der Laufener Mark
und im westlich angrenzenden Klettgau zwischen Hofstetten und Lottstetten.
Diese Massierung von Adelsgut einer Grafenfamilie wird nur noch sprechender
und eindrucksvoller, wenn man daran erinnert, dass 2 Jahrhunderte später
unmittelbar in dieser Besitzlandschaft im Norden anschließend die
Nellenburger Grafen ihr Hauskloster Allerheiligen in Schaffhausen errichteten
und ausstatteten. Kaum mahr als sieben Kilometer voneinander entfernt lagen
also 2 Klöster, deren Gründung auf hervorragende Grafenfamilien
zurückgeht, und zwar auf dem Grund und Boden erfolgte, der zur Zeit
der Gründung von den Klostergründern wie Eigengut behandelt wurde.
Im frühbesiedelten Merishausener Tal waren die in dieser Gegend
nicht als Inhaber von Grafenrechten nachweisbaren comites Liutold
und Peringer begütert.
Nach dem Tode des älteren
Cozpert konnte der jüngere
Cozpert in die Rheinauer Gegend zurückkehren und sogar
Laufen in Empfang nehmen. Es scheint so, als habe der ältere
Cozpert im Groll verharrt, als sei es erst der jüngeren
Generation gelungen, die Gegensätze innerhalb der Familie zu überbrücken.
Von nun an taucht der jüngere Graf Cozpert
häufig in der Umgebung von Rheinau auf. Im Jahre 886 ist er sogar
als legatus imperatoris in Winterthur tätig, ein Zeichen dafür,
dass er sich das Wohlwollen Kaiser KARLS III.
zu erwerben verstand. Und im Jahre 888 sehen wir ihn als Laienabt auf dem
Stuhl von Rheinau! Offenbar also hat es Cozpert
auch verstanden, die Absetzung des Kaisers mit persönlichem Erfolg
zu überstehen.
Kinder:
Folkere
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