Johannes XV.                                  Papst (VIII.985-III.996)
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     - III.996
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 542
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Johannes XV., Papst seit August 985
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     + März 996

Sohn des römischen Priesters Leo und als Kardinalpriester von S. Vitale unter dem Einfluß des Crescentius Nomentanus ohne Konsultation des deutschen Hofes erhoben. Trotz schwacher Stellung in der Stadt, woran auch Kaiserin Theophanu bei ihrem Besuch 989/90 nichts änderte, konnte Johannes XV. auswärts die päpstliche Autorität geltend machen: Er vermittelte 991 einen Ausgleich zwischen England und der Normandie, tauschte Gesandtschaften mit Rußland aus, empfing die Übereignung Polens an den Apostolischen Stuhl (Dagome-iudex-Dokument) und vollzog 993 mit der Heiligsprechung Ulrichs von Augsburg die erste formelle Kanonisation. Im Reimser Streit fand Johannes' XV. Festhalten an Erzbischof Arnulf zwar die Billigung cluniazensischer Kreise, führte aber zu heftigem, ins Prinzipielle gehenden Widerspruch des französischen Episkopats und König Hugos Capet (Synoden von Verzy, Mouzon). 995 wich er vor dem Druck des Crescentius nach Tuszien aus, rief die Hilfe OTTOS III. an und wurde noch vor dessen Alpenübergang wieder in Rom eingelassen, erlebte aber das Eintreffen des Königs nicht mehr.

Quellen:
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LP II, 260 - Jaffe I, 486-489; II, 707f. - RI II 5, Nr. 641-740 - H. Zimmermann, Papsturkk. 896-1046, I, 1988, 555-635.

Literatur:
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Haller II, 218f. - Seppelt II, 381-386 - H. Zimmermann, Das dunkle Jh., 1971, 227-254 - H. Wolter, Die Synoden im Reichsgebiet und in Reichsitalien von 916 bis 1056, 1988, 131ff.


Kühner Hnas: Seite 124
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"Lexikon der Päpste"

Seine Erhebung verdankte er dem Crescentius Nomentanus, dem Sohne des Crescentius de Theodora. Als Herr Roms nannte er sich mit dem alten Kaisertitel Patricius Romanorum. Der ihm hörige Papst machte sich durch Nepotismus schlimmster Art und durch krankhafte Geldgier allgemein verhaßt. Die Kaiserin-Regentin Theophano kam nach Rom, ohne die Stellung des Crescentius Nomentanus erschüttern zu können, der sich, sehr wahrscheinlich, weil er ebenso geldgierig und korrupt war, mit dem Papst verfeindete. Der Papst floh er in die Toskana und rief von da aus OTTO III., der inzwischen die Regierung übernommen hatte, zu Hilfe und zur Kaiserkrönung nach Rom. Doch beim Näherrücken OTTOS III. versöhnte er sich wieder mit Crescentius Nomentanus.

Schreiber Hermann: Seite 89
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"Geschichte der Päpste"

Als Johannes XV., starb, ein Papst, der den Nepotismus so gut wie schrankenlos ausgeübt und sich maßlos bereichert hatte, schlug die Stimmung in Rom begreiflicherweise um, und die Stadt, die 11 Jahre eines korrupten Regimes mit angesehen hatte, neigte dazu, sich vom Kaiser einen Papst benennen zu lassen, der von den innerrömischen Querelen frei seines Amtes walten konnte.
 
 
 
 

Literatur:
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Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 264 - Cawthorne Nigel: Das Sexleben der Päpste. Die Skandalchronik des Vatikans. Benedikt Taschen Verlag 1999 Seite 78,88 - Hermann von Reichenau: Chronicon. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters Band XI Seite 652 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 121 -