Wilhelm I.                                    Graf von Isenburg-Braunsberg (1327-1383)
--------------                                   Graf von Wied
um 1310
17.7.1383

Einziger Sohn des Grafen
Bruno IV. von Isenburg-Braunsberg ( 23.8.1325) und der Heilwig von Katzenelnbogen ( 1333), Tochter von Graf Wilhelm I. ( 18.11.1331) aus seiner 1. Ehe mit der Irmgard (Jutta) von Isenburg-Büdingen († 1302/03)
Neffe von Kanoniker
Salentin in Köln ( nach 1316), Landgräfin Isalda von Hammerstein ( nach 1335), Jutta von Isenburg ( 1328), Burggräfin Isengard von Rheineck ( nach 1315), Herrin Nesa von Henneberg, Margaretha von Katzenelnbogen ( 1336), Johann von Katzenelnbogen ( nach 1314), Äbtisin Jutte von Kloster Kaufungen ( 1378), Gräfin Anna von Isenburg-Limburg ( 1350), Gräfin Elisabeth von Sponheim-Kreuznach ( 1368)Agnes von Katzenelnbogen ( vor 1338), Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen ( vor 23.10.1385), Diether von Katzenelnbogen ( 3.10.1350), Pfarrer Berthold zu Gerau ( nach 1321), Graf Eberhard V. von Katzenelnbogen ( 9.12.1403) Heinrich von Isenburg ( 2.7.1298), Herrn Lothar von Isenburg-Cleeberg ( 1340/41), Kanoniker Ludwig in Wetzlar ( um 1295), Wilhelm von Isenburg ( nach 1313), Friedrich von Isenburg ( nach 1286)Herrin Luckarde von Falkenstein ( um 11.10. 1309)
Groß-Neffe von Herrn Salentin II. von Nieder-Isenburg ( 1334), Herrin Heilwig von Wied-Braunsberg, Herrin Elisabeth von Weinsberg ( 1330), Propst Berthold von Oberwesel ( 1316), Nonne Agnes im Kloster Klarenthal, Graf Diether VI. von Katzenelnbogen ( 1315), Herrin Heilwig von Wied-Braunsberg, Herrin Elisabeth von Weinsberg ( 1330), Propst Berthold von Oberwesel ( 1316), Nonne Agnes im Kloster Klarenthal, Graf Diether VI. Graf von Katzenelnbogen ( 1315)
Enkel von Graf Johann I. von Isenburg-Braunsberg ( 10.4.1327) aus seiner 1. Ehe mit der Agnes von Isenburg ( 1314)
Verwandter von König ADOLF VON NASSAU ( 2.7.1298), Erzbischof Diether von Trier (22.11.1307)


Erst Bruns Sohn Wilhelm von Braunsberg (1324-1383) war es beschieden wieder Herr der ganzen Grafschaft Wied zu werden. Nach seines Großvaters Tod wurde er von König LUDWIG DEM BAYERN mit allen Lehen von der Pfalz, sonderlich der Herrschaft Wied, belehnt, dazu konnte er 1328 auch das trierische Lehen, die Kirchsätze zu Dierdorf, Puderbach und Niederbieber, die Burg Dierdorf, die Höfe Rückeroth, Maischeid und Roth und den Wildbann im Spurkenwalde empfangen. Das Erbe seines Großvaters Johann von Braunsberg musste er sich erst durch eine Fehde mit dessen Schwieger-Söhnen Rorich von Renneberg und Burggraf Ludwig von Hammerstein 1329 bis 1331 sichern. Seine eigenen Ansprüche an die Grafschaft Katzenelnbogen wurden 1333 abgefunden (Erhielt vier Jahresnutzungen der Kirchen Niederbieber und Heddesdorf und 900 Mark Heller). Am 3.11.1331 versprach Wilhelm dem Trierer Erzbischof Baldewin auf Lebzeit Beistand außer gegen Pfalz, Katzenelnbogen und Virneburg. Vielleicht war Wilhelm damals bereits mit Agnes von Virneburg (1337-1352) (von Isenburg, Isenburg-Ysenburg) vermählt, die ihm Ansprüche auf den Virneburger Teil der Grafschaft Wied einbrachte.

Schon den Kampf um sein Erbe hatte Wilhelm tatkräftig und erfolgreich beenden können. Auch den Walpoden Ludwig von der Neuerburg, der damals im Kirchspiel Puderbach die Burg Reichenstein gebaut hatte, zwang Wilhelm, als Herr zu Isenburg und Niederwied, am 21.12.1331 ihm diese Burg zu Lehen aufzutragen und beschnitt damit die selbständige Stellung, die die Walpoden in der langen Zeit der zweiherrischen Regierung der Grafschaft Wied gewonnen hatte. Mit seiner Gemahlin Agnes von Virneburg übertrug Wilhelm von Braunsberg am 2.5.1338 seinen Anteil an der Burg Wied und die Hälfte der Grafschaft Wied, seine Häuser Braunsberg und Dierdorf, vorbehaltlich der saynischen Lehnshoheit, und seine Herrschaften sowie die Dörfer Heddesdorf und Bassenheim für den Fall, dass er kinderlos stürbe, dem Markgrafen Wilhelm von Jülich, der ihm seinerseits am 15.5.1338 sein Teil der Burg und Grafschaft Wied, das er vom Kölner Erzbischof gelöst, überließ (Noch 1407 trug Herzog Reinald von Jülich ½ Grafschaft Wied von König Ruprecht von der Pfalz zu Lehen). Erst jetzt nannte sich Wilhelm zuerst am 28.6.1340 Graf von Wied, Herr zu Isenburg und Braunsberg (zuletzt 1340 als Herr von Braunsberg). Die engen Beziehungen zu Markgraf Wilhelm von Jülich dauerten auch 1343 fort. Im April 1351 konnte Graf Wilhelm eine Vereinigung zustande bringen, um den Markgrafen aus der Gefangenschaft seiner Söhne zu befreien. Er trat am 13.6.1351 selbst gegen diese, die Grafen von Jülich und Berg, mit 25 Mannen in den Dienst Erzbischof Baldewins.
Von seiner Gemahlin Agnes von Virneberg ließ er sich am 12.9.1351 wegen Verwandtschaft im vierten Grad scheiden und sich wenige Tage später wegen des gleichen Hindernisses Dispens zu einer Heirat mit Johanna von Jülich erteilen, die ihm als Mitgift die Jülicher Rechte an der Grafschaft Wied, das Amt Sinzig, die Herrschaft Vernich und einige Güter bei Jülich einbrachte. Nach ihrem Tode wurde ihm 1367 auf Lebzeit dieser Besitz bestätigt. Ebenso vorteilhaft war die dritte Ehe Wilhelms, die er vor 1362 mit Lisa, einer Tochter Gerlachs von Isenburg-Arenfeld schloss, da diese die Hälfte des Arenfelser Besitzes erbte.

Von Kaiser LUDWIG konnte Wilhelm 1343 eine Belehnung mit Heimbach erhalten, die KARL IV. ihm 1349 bestätigte, wobei dieser ihm darüber hinaus 1349 einen Zoll zu Uckerath, 1354 in der Grafschaft Sayn, anzulegen gestattete. Dem Trierer Erzbischof Baldewin hatte er 1340 Beistand versprochen, als Wilhelm wegen schlechter Münze 1341 vor den Kaiser zitiert worden war, musste er 1342 Baldewin geloben, in dessen Geleit auf dem Rhein keine „grundrue“ zu nehmen, nicht mehr Münzen zu schlagen, als ihm von Kaiser und Reich zustehe, auch den Leuten von Hartenfels Wasser und Weide in seinem Land zu gestatten und die Burg „Rohrburg“, die er zu Dreifelden auf dem Bruch erbauen wollte, dem Erzbischof zu Lehen auftrug. Ein fester Platz, hart vor Hartenfels, dem äußeren Stützpunkt des Erzstifts im Nordosten, war Baldewin recht ungelegen. Anfang März 1343 sprach er den Wunsch aus, dass Wilhelm an dem „Nuwenhus“ bei Hartenfels vorderhand nicht weiterbauen sollte und machte es 1344 dadurch unschädlich, dass er Wilhelm zwang ihm Dierdorf, Rückeroth und Rohrburg zu verpfänden.
Wilhelm, der schon 1343 zu Reinhard von Westerburg in engen Beziehungen gestanden hatte, fand nun Anschluss an Baldewins Gegenspieler. In den Jahren 1349 und 1350 finden wir ihn im Kampfe mit Baldewin (Sühnen: 31.12.1349 = 20'000 Goldgulden Strafe für Sühnebruch; Endgültige Sühne 1350), doch blieb das Verhältnis, seit Wilhelm 1350 Amtmann zu Koblenz geworden war, erträglich. Dierdorf, Rückeroth, Rohrburg und Zubehör konnte Wilhelm 1355 einlösen. Für Dierdorf (1357 Stadt genannt), Engers, Almersbach und Nordhofen erwirkte er 1357 bei KARL IV. die Stadtrechte. 1357/59 begegnet er als Pfandherr des Amtes Sayn. Gegen die Herren von Reichenstein hat er wohl die Burg Grebeneck gebaut, die in Verfall und Vergessenheit geriet, als er 1366 mit Herrn Heinrich von Reichenstein einig wurde, dass sie sich aus Grebeneck und Reichenstein gegenseitig nicht schaden wollten (Vielleicht mit der mittelalterlichen Burgstelle bei Urbach gleichzusetzen). Als ihm in Köln angeblich Unrecht geschehen war, plünderte Graf Wilhelm im März 1371 kölnische Kaufleute unterhalb Engers am Rhein (Die Limburger Chronik 62 nennt niederländische Kaufleute). Schon am 9.3.1371 schloss die Stadt Köln mit Erzbischof Kuno von Trier ein Bündnis gegen Wilhelm. Nach kurzem Krieg, in dem Kuno die Grafschaft Wied und die Herrschaft Isenburg verwüstete und Dierdorf eroberte, musste Wilhelm am 25.4.1371 (25.4.1371 urkundet Kuno „vor Deyrdorf in dem velde“) bis zur Sühne mit den Kaufleuten Feste, Herrschaft und Gericht Dierdorf, den Hof Rückeroth und den „Roirbruch“ (Rohrburg) dem Erzbischof übergeben und diesem für dauernd Dorf und Gericht Engers abtreten, dafür wollte dieser den Frieden mit Köln vermitteln. Auch die Herren Gerlach und Salentin von Isenburg, die das Einbringen der Beute nach Isenburg gestattet hatten, mussten gleichzeitig auf Engers verzichten.


Graf Wilhelm hat seinen ältesten Sohn Wilhelm (1360-1409)(Lebt noch am 11.3.1409, war tot 1411. Führt im Siegel den Isenburger Schild mit einem Löwenschildchen belegt), der seit 1360 als Propst zu Aachen begegnet, wohl schon zu Lebzeiten als Mitherrn angenommen, da dieser schon vor des Vaters Tod, am 17.7.1383, seit 1380 Graf von Wied genannt wird. Graf Wilhelm blieb geistlich, doch zeugen mancherlei Händel, in die er verstrickt war und seine neun Kinder von einer durchaus weltlichen Lebensführung, die auch in seiner Politik sich widerspiegelt. Sein Vater hatte bei der Einlösung Dierdorfs diese 1355 als trierisches Offenhaus anerkennen müssen, was er 1400 widerrief, als er es dem Kölner Erzbischof zu Lehen auftrug, um es dem Machtbereicht des Trierer Erzstifts zu entziehen. Braunsberg und Anhausen überließ er seinem Bruder Gerlach, dem er 1404 auch Dierdorf und die Grafschaft Wied außerhalb der Aldeck und dem Rengsdorfer Kirchspiel außer Kirchgaben, der hohen Feste zu Wied und der Feste Rengsdorf verpfändete.



1329-1351
  1. oo AGNES VON VIRNEBURG
               
nach 26.12.1352

 1352
  2. oo JOHANNA VON JÜLICH, Tochter des Herzogs Wilhelm I.
          um 1335
vor 21.2.1367

 11.11.1362
  3. oo LYSA VON ISENBURG-ARENFELS, Tochter des Grafen Gerlach III.
             
1403



Kinder:
2. Ehe

  Wilhelm II. Graf von Wied
  1360
nach 11.3.1409

  Heilwig von Isenburg
       
nach 28.1.1389

  oo Gerlach von Heddesdorf
          


  Ysaldis Nonne in Gandersheim
      


  Elisabeth von Wied
     
um 22.5.1426

  oo Gerhard Graf von Blankenheim
          


3. Ehe

  Gerlach I. Graf von Wied
  um 1365
nach 5.2.1413

  Wilhelm Kanoniker in Trier und Köln
  um 1370
1439/46