Sohn des Grafen
Immed oder Sohn bzw. Enkel Alfrik/Abbos
Wenskus Reinhard: Seite 131-132
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"Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel."
J. Bauermann hat nun darauf hingeweisen [1122 J.
Bauermann, Vreden, in: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands
3, Nordrhein-Westfalen (1963) Seite 626.], daß der Gedächtnistag
des Waltbert in Vreden nicht mit dem des Wildeshausener Waltbert
übereinstimmt. Damit ist aber die Identität sehr zweifelhaft
geworden. In der Tat hat man bisher übersehen, daß es auch einen
gleichzeitig lebenden IMMEDINGER Waltbert gibt, der in einer Corveyer
Traditionn von etwa 840 als Bruder Thiadrics (= Deddis)
bezeugt ist [1123 Trad. Corb. A § 104; die bisher allein benutzte
Übberlieferung B § 328 hat die Lesart Waldi.]. Unter der Annahme,
daß der IMMEDINGER Waltbert Vreden gegründet hat, wird
allein die vielumrätselte Angabe Thietmars [1124 Thietmar VII
48. Vgl. dazu H.-J. Freytag, Die Herrschaft der Billunger in Sachsen (Studien
und Vrarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 20, 19551) Seite 56.
Die Tochter Wichmanns
des Älteren, Hadwig,
Schwiegertochhter Geros,
war nicht nur Äbtissin in Gernrode, sondern auch von Vreden.],
der BILLUNGER Wichmann
III. sei hier 1016 ad patres suos begraben worden, verständlich,
denn sein Großvater Wichmann der Ältere war ja mit einer
Schwester der Königin Mathilde,
also einer IMMEDINGERIN, verheiratet. Die zur Stützung der
Identität beider Waltberte herangezogenen Argumente, das Vorhandensein
von Alexanderreliquien in Vreden [1125 F. Tenhagen, Gesammelte Abhandlungen
zur Vredenr Geschichte (1939) Seite 42, 184.] und die Nennung Wichberts
bzw. Wyperts im Memorienbuch [1126 F. Tenhagen, (wie Anm.
1125) Seite 14; vgl. U. Lobedey, (wie Anm. 1121) Seite 327 Anm. 38.], lassen
sich genau so gut für die Annahme eines immedingischen Waltbert
nutzen.
Gerade dieses Ergebnis erlaubt uns die Annahme, daß
eben dieser Waltbert als Sohn oder eher Enkel Alfrik/Abbos,
des Schwiegersohnes von Widukind, der Stammvater der Hauptlinie
der IMMEDINGER war. Die Tradition des Thuring
comes zeigt deutlich, daß er keine Nachkommenschaft hatte
[1127 Trad. Corb. A § 42/B § 266 (etwa 829). Die Schenkung
wird gemacht, indem Thuring sich und seiner Frau die Nutzung auf
Lebenszeit vorbehält. Wenn seine Frau sich nach seinem Tode wieder
verheiraten sollte, würde das Erbe sofort dem Kloster heimfallen.
Etwa 847 wurde die Schenkung erneuert: Trad. Corb. A § 140/B §
364.]. Der Bruder des IMMEDINGERS Waltbert, Thiadric/Deddi,
hatte zwar einen Sohn Folchard, der aber ziemlich jung gestorben
zu sein scheint [1128
Vgl. oben Seite 118.], so daß
es zweifelhaft ist, ob der jüngere Folchard und dessen Brüder
bzw. auch dessen Schwester zu seinen Kindern gezählt werden könnnen,
oder ob sie Kinder des comes Alfrik sind [1129 Vgl. oben
Seite 120f.]
Waltbert wäre dann der Gemahl jener Mathilde,
die wir als Großmutter der gleichnamigen Königin und Äbtissin
von Herford kennen. Ob er ein Sohn des comes Immed gewesen
iist, bleibt unsicher. Dafür spricht, daß die Familie
zeitgenössisch als IMMEDINGI bezeichnet wurde. Da sonst
kkeinne anndere bbedeutsame Person dieses Namens bekannt ist, wird man
sie aus der Vorfahhrenreihe ungern ausschließen. Immed müßte
dann ein Sohn Abboo/Alfriks, der gener Widukinds gewesen
sein. Dennoch wird man nicht ganz ausschließen können, daß
Waltbert selbst ein Sohn Abbos gewesen ist, wenngleich dies
weniger wahrscheinlich bleibt. Es dürfte auch dieser Waltbert
gewesen sein, der mit seinem Bruder oder Vetter Alberich/Alfrik
859 die Grafschaft im Graingau und Threcwithi innehatte.
Von den Söhnen Mathildes
(und Waltberts, wenn unsere Annahme zutriffft) ist die Nachkommmenschaft
des Grafen
Dietrich (Theodericus comes) [1130 Widukind von Corvey
I 31.] am gründlichsten untersucht worden [1131 S. Krüger
(wie Anm. 5) Seite 90ff.; K. Schmid (wie Anm. 947) Seite 11ff.], da sie
die engere Familie der Königin Mathilde
bildet.