Azela (Athela)                                Nonne im Kloster Elten
------------------
    -
 

Tochter des Grafen Immed IV. in Westsachsen und der Adela von Hamaland, Tochter von Graf Wichmann II.
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen."

IX. 59. ATZELA
----------------------
* ..., + 25.IV. vor 1048 als Nonne im Kloster Elten

Anmerkungen: Seite 131
************
IX. 59. Azela

Vita Meinwerci c. 2. Mit der ausdrücklichen Angabe, daß sie unvermählt und Nonne in Elten gewesen sei, ist es ganz unvereinbar, ihr den Grafen Siegfried von Northeim als Gatten zuzuschreiben.



Schölkopf Ruth: Seite 128-133
*************
"Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22."

Den gleichen Namen wie der thüringische Graf führte Bischof Meinwerk. Als seinen Vater bezeichnete die Vita [6 Vita Meinw., Kap. 2, Seite 6.] Graf Immeds, der eine Grafschaft im Gebiet der Diözese des Bistums Utrecht verwaltete, die ihm von seinen Vorfahren überkommen war. Immeds Gattin Athela [7 Der Name Athela stammt aus ihrer mütterlichen Familie, in die er über eine Frau gelangt war: Athela, die Tochter des Grafen Heribert von Vermandois, heiratete Markgraf Arnulf von Flandern.], die nobilis uxor de terra Saxonia genannt wird, schenkte ihm die Kinder Dietrich (Theodericus), Meinwerk, Glismod und Azela (Athela). Die Namen der Kinder spiegeln die Verwandtschaft der Eltern wider. Dietrich und Meinwerk waren Leitnamen der väterlichen Familie, Athela erhielt den Namen der Mutter, aus deren Familie auch der Name Glismod stammen mag. Zwei Kinder traten in den geistlichen Stand.
Meinwerks Schwester Athela wurde Nonne in Elten [4 Vita Meinw., Kap. 2.]. Dieses Kloster war eine Stiftung Wichmanns, der schon 968 [5 DO. I. 358.] seinen umfangreichen Lehnsbesitz [6 Vgl. Guido Rotthoff, Studien zur Geschichte des Reichsgutes in Niederlothringen und Friesland während der sächsisch-salischen Kaiserzeit, Seite 88.] als Eigengut für sein Kloster zugewiesen bekam. Eine weitere Urkunde [7 DO. III. 235 von 996.] erwähnte, daß Wichmann das Kloster pro anime sue remedio suorumque parentum erbaute und dort seine Tochter Liutgard als Äbtissin einsetzte. Aus der Urkunde geht hervor, daß Athela, Immeds Gattin, seine zweite Tochter war, so daß sich die Einweisung ihrer gleichnamigen Tochter Azela in die Familienstiftung erklärt.
Graf Wichmann von Hamaland [8 Mathilde Uhlirz, Jahrbuch, Exkurs V, Seite 449, zur Frage der Genter Grafen und der Doppelvasallität an der flandrisch-deutschen Grenze.], Athelas und Liutgarts Vater, war von OTTO DEM GROSSEN aus Sachsen ins Gebiet der Rhein- und Maasmündung verpflanzt worden. Er war mit Liutgart vermählt, einer Tochter des Markgrafen Arnulf von Flandern. Die Familie des Markgrafen läßt sich schon zu Anfang des 10. Jahrhunderts in dieser Stellung nachweisen. Sie war vornehmer Herkunft, was ihre Versippung mit dem englischen Königshaus, den KAROLINGERN und den BILLUNGERN bestätigt.
Azela tritt in der Vita ihres Bruders als Wohltäterin des Bistums Paderborn auf. Sie schenkte ihm cum consensu heredis sue iustissiome Glismod - worunter ihre Schwester zu verstehen ist - das Gut, das sie von ihren Erben Sicca und Vertherun [9 E. v. Uslar-Gleichen, Das Geschlecht Wittekinds und die Immedinger, Seite 89, hielt die Erben aus wenig stichhaltigen Gründen für Grafen von Goseck und damit für ihre Vettern.] in Engern und Ostfalen empfangen hatte [10 Vita Meinw., Kap. 46.]. Weder die Erben noch die Güter sind näher bekannt. Nach dem Tode ihrer Mutter wandte Athela die Masse des Erbgutes, in das sie sich mit dem Bruder geteilt hatte, dem Kloster Elten zu, während Meinwerk seinen Anteil Paderborn schenkte [11 Vita Meinw., Kap. 141.].
Die Behauptung E. v. Uslar-Gleichen [12 E. v. Uslar-Glleichen, a.a.O., Seite 90.], Athela sei aus dem Kloster wieder ausgetreten, um die Gemahlin des jüngeren Grafen Siegfried von Northeim zu werden, ist unhaltbar. Sie stützte sich einzig auf die Tatsache, daß Siegfried häufig für Paderborn testierte.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 11,131 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 Seite 128-133 -