Glismod                                           Markgräfin von Österreich
-----------
um 975/80-5.2. vor 1041
 

Tochter des Grafen Immed IV. in Westsachsen und der Adela von Hamaland, Tochter von Graf Wichmann
Richard Hucke, Die Grafen von Stade, Seite 66, sieht im Gemahl der Glismod einen Otger, Graf in Kärnten aus dem Hause der OTAKARE und verweist dabei vor allem auf die Namen von Idas Töchtern.
Ingrid Heidrich, Die Absetzung Herzog Adalberos von Kärnten, Seite 74, sieht in Glismod die Gattin Graf Ozis und Mutter des Patriarchen Poppo von Aquileja.
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen."

IX. 58. GLISMUD
------------------------
* ..., + ...

Gemahl:
----------
? Reting, Bayrischer Graf

Anmerkungen: Seite 131
************
IX. 58 Glismud.

Vita Meinwerci c. 3. Hier wird nur gesagt: cujusdam nobilis principis in Bajoaria matrimonio copulatur. Man hat diesen bayrischen Großen meist gleichgesetzt mit dem Grafen Reting, Vater der Frideruna, Gemahlin des bayrischen Pfalzgrafen Aribo, weil Ekkeh. v.  Aura c. 48 sagt, Frideruna sei aus dem Geschlcht der IMMEDINGER entsprungen. Jedoch ist dies nur eine vage Möglichkeit; ebensogut kann ihr Vater Reting irgendwie von den IMMEDINGERN abstammen.

Ergänzung (Wolf):
----------------------
58a. Glismund

Gemahl:
----------
(nicht ? Reting, sondern): Adalbert, Markgraf von Österreich 1018-1055 (BABENBERGER).
Beider Sohn ist zwischen X 64  und 65 einzuschieben: Liutpold, Markgraf der ungarischen Mark, + Ingelheim 1043,
Gemahlin: Ida, Tochter Ludolfs von Braunschweig (sieheX. 29.) (nach Karl Lechner, Die Babenberger, Wien 1976).



Lechner, Karl: Seite 79
************
"Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Aber Froiza war nicht die erste Gemahlin Markgraf Adalberts. Nicht nur, dass ihr Name in den genannten Urkunden auf einer Rasur steht, die für einen längeren Namen Platz läßt, sondern auch die Annalen des Benediktinerklosters Stade bei Hannover, geschrieben um 1250/56, sprechen von einem Lippold, dem Sohn einer Glismod, der verheiratet war mit einer Ida, der Tochter eines Halbbruders Kaiser HEINRICHS III., nämlich Liudolfs, des Sohnes Giselas, der späteren Gemahlin KONRADS II., aus ihrer 1. Ehe mit Bruno von Braunschweig. Glismod war die Schwester Bischof Meinwerks von Paderborn (+ 1036) und in Bayern mit einem nobilis princeps in Baioaria verheiratet. Nach Meinwerks Tod aber erhoben ein Liutpold und ein Adalbert Erbansprüche. Daraus ergibt sich, dass jener Liutpold (Lippold) der 1043 jung verstorbene Sohn Markgraf Adalberts ist, der gleich nach seiner Ernennung zum Markgrafen der ungarischen Mark starb. Dann aber war Glismod die erste Gemahlin Markgraf Adalberts, womit Beziehungen zu Sachsen eingeleitet wurden, die unter seinem Sohn und Nachfolger, Markgraf Ernst, deutlich in Erscheinung treten.

Schölkopf Ruth:
*************
"Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22."

Wenden wir uns nun noch der dritten Tochter Immeds und Athelas zu. Die Vita bezeugte, daß Glismod cuiusdem nobilis principis in Baioria matrimonio copulatur. Der Verfasser der Vita erwähnt weder den Namen des Gatten noch ihre weiteren Lebensschicksale. Vermutlich waren ihm diie erforderlichen Nachrichten aus diesem entfernten Gebiet nicht zur Hand.
Nun berichtete der Stader Annalist [15 Ann. Stad., a. 1112.], daß Ida von Elsdorf  [16 U. Heinrichsen, Süddeutsche Adelsgeschlechter in Niedersachsen, Seite 39f.], die Tochter Liudolfs von Braunschweig in erster Ehe mit einem Lippold, filius domine Glismodis vermählt war. Die Seltenheit des Namens Glismod erlaubt uns, in ihr eine Schwester Meinwerks zu sehen. Mit der Nachricht ihrer Heirat nach Bayern ist außerdem der Name ihres Sohnes vereinbar, der im bayrischen Gebiet üblich war.
Im Zusammenhang mit dieser Feststellung ist die Nachricht des sächsischen Annalisten und Ekkehards [17 Ann. Saxo, Eckehard, Chronicon universale, a. 1104.] zu betrachten, die 1104 den Tod eines Boto, cognomento Fortis verzeichneten. Boto und sein 1102 verstorbener Bruder Aerbo (Erbo, Aribo) waren dem Annalisten zufolge Söhne des Pfalzgrafen Hartwig vonn Bayern,, die sanguine Norice gentis antiquissimam nobilitatem trahebant. 1102 hieß es: nobilis de Carinthia princeps. Mütterlicherseits waren sie stemma de Saxonia, Immedingorum tribus egregia, que Ottonum inclite stirpe traditur. Als ihre Mutter wurde eine horum clarissimorum principum semine nobilis Friderun namhaft gemacht. Frideruna stammte a Retingo, filio Botonis, filii Retingi, item ex Botone nati. Frideruna war vermutlich mütterlicherseits IMMEDINGERIN, worauf ihr in Sachsen üblicher Name hinweist. Die Namen Reding und Bodo waren hier nicht gebräuchlich. Verständlicherweise erwähnte man ihre mütterliche Abstammung, weil diese Familie bekannter und berühmter war.
Hier bietet sich nun die Möglichkeit, Frideruna als Tochter der IMMEDINGERIN Glismod nachzuweisen, die dann mi jenem Reding vermählt gewesen sein muß, dem sie unter anderem die Kinder Frideruna und Lippold schenkte.An eine berühmte Familie wird wohl kaum zu denken sein, sonst wäre sie vermutlich dem Verfasser der Vita bekannt gewesen. Glismod starb am 5. Februar eines unbekannten Jahres. Zu diesem Datum wurde sie in dem Totenbuch des Klosters Addinghof als Glismod soror Meinwerci verzeichnet.
E. v. Uslar-Gleichen [1 E. v. Uslar-Gleichen, a.a.O., Seite 91f.] hielt mit weniger guten Gründen Adalbero, den Herzog von Kärnten und Markgrafen von Steiermark und Verona aus dem bayrisch-kärntnischen Geschlecht der EPPENSTEINER [2 Vgl. H. Pirchegger, Landesfürst und Adel in Steiermark während des Mittelalters, Graz 1951.], für Glismods Gatten. Als ihre Kinder nannte er den schon erwähnten Liutpold und Frideruna. Man müßte jedoch dann die durch den Annalisten bezeugten Vorfahren Friderunas außer acht lassen, wozu kein Anlaß vorliegt.
Auf die Möglichkeit einer Ehe zwischen Glismod und Reding verwies schon G. Bode [3 G. Bode, Geschichte der Grafen von Wernigerode, Seite 41ff.]. Der für die bayrische Familie typische Name Bodo erschließt noch einen weiteren Zusammenhang mit Sachsen. Bodo soll auch der Vater des Grafen Altmann geheißen haben, der vermutlich aus Bayern stammte [4 Siehe Seite 115.].
Festzuhalten ist, daß eine enge Verwandtschaft zwischen der Familie des Grafen Reding und der des Grafen Altmann bestanden haben muß. Gerade in dieser Generation scheinen enge Beziehungen zwischen Bayern und Sachsen geknüpft worden zu sein, wobei Heiratsverbindungen von Süden nach Norden - wie bei Graf Altmann - und von Norden anch Süden - wie bei Glismod - geschlossen wurden. Als sichtbarer Ausdruck dieser Wechselbeziehungen kann der um 1000 in Sachsen auftretende Name Bodo betrachtet werden.
Ein Graf Bodo begegnete erstmalig in der Zeugenliste der Bestätigungsurkunde über die Beilegung des Gandersheimer Streites [5 DH. II. 255 von 1013.]. Der Unterzeichnende war wohl mit dem Grafen Bodo personengleich, dessen Grafschaft 1021 dem Kloster Gandersheim verliehen wurde [6 DH. II. 444 von 1013.]. Sein Amtsbereich erstreckte sich über die Gaue Gandesemigavvi, Frithenigavvi, Flenthigavvi, Augangavvi, Venzigavvi und Eriggavvi. Dazu wurde dem Kloster vergabt, was er im Suilber- und Ammergau an Eigenbesitz besaß. Es handelte sich somit um eine Gebiiet zwischen den heutigen Kreisen Gandersheim, Alfeld und Einbeck. Außer im Flenithi, dem brunonischen Amtsbezirk, ist weder vorher noch gleichzeitig ein anderer Graf nachweisbar.
Die Geschichte des Klosters Gandersheim war eng mit den OTTONEN verbunden. Vielleicht erhielt Bodo [7 Vgl. Hildesheimer Totenbuch, das am 9. Januar, am 22. Juli und am 22. Auguist je eines Bodo comes verzeichnet.], der vermutlich nichtsächsischer Herkunft war, die Gandersheimer Klostergrafschaft erst durch Begünstigung von Seiten der IMMEDINGER, mit denen er wahrscheinlich versippt war.

Bayreuther Gerald: Seite 116
****************
"Meinwerk Bischof von Paderborn (1009-1036)" in: DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder:

So werden im Necrolog des Klosters Abdinghof, das Meinwerk für das eigene Seelenheil und das seiner Eltern gegründet hat, neben Meinwerk und seinen Eltern auch seine Geschwister Glismod und Dietrich aufgeführt. Da im Paderborner Dom bis in die Neuzeit hinein Glismods an ihrem Todestag gedacht wurde, ist noch mit weiteren, nicht überlieferten Schenkungen zu rechnen [12 Vita Meinwerci, cap. 10 und cap. 29; Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins, hg. von H. Bresslau u.a., Hannover 1900/03 (Nachdruck 1980) (MGH Diplomata regnum ez imperatorum Germaniae 3) Seite 311, Nr. 261. Vgl. Balzer, Zeugnisse, Seite 284ff.).].
 
 
 
 
 
 

  oo 1. Adalbert Markgraf von Österreich
           um 985-26.5.1055

 oder

    oo Reding Graf in Bayern
              -
 
 
 
 

Kinder:

  Frideruna
        -

  oo Hartwig II. Pfalzgraf von Bayern
             -24.12.1027

  Liutpold
       -   1052/53

  oo 1. Ida von Elsdorf, Tochter des Grafen Liudolf
           um 1020- vor 1082
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 11,131 - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 116 - Heidrich, Ingrid: Die Absetzung Herzog Adalberos von Kärnten durch Kaiser Konrad II. 1035, in Historischer Jahrbuch Band 91 (1971) Seite 70-94 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 79,82,330 A 12 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Wenskus Reinhard: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1976 -