So läßt sich ohne Zweifel ein Graf
Gero der weiteren Familie des Markgrafen
Gero einordnen, obwohl keine Quelle ein unmittelbares Zeugnis einer
verwandtschaftlichen Beziehung ablegt. Die Lage seines Amtsbezirkes und
seines Eigenbesitzes lassen diesen Schluß zu, selbst wenn wir den
gleichen Namen - der in dieser Zeit außerhalb der Familie in Sachsen
nirgendwo bezeugt ist - nicht als hinreichenden Beweis gelten lassen wollen.
Geros Herrschaftsbereich lag im Nordthüringgau,
in dem 970 Bornstedt in der Nähe von Magdeburg als in seiner Grafschaft
gelegen bezeichnet wurde. Aus mehreren Urkunden wissen wir, dass Markgraf
Gero in der sogenannten Magdeburger Mark amtierte. Graf Gero
wurde also hier sein unmittelbarer Nachfolger. 975 wurde Lübs im Gau
Morazani in seiner Grafschaft genannt. Noch vor 10 Jahren war Markgraf
Gero hier tätig gewesen, also folgte er ihm auch in diesem Gebiet
im Amt. Erwähnenswert ist, dass
Gero
mit
seiner Gemahlin Adela
auf seinem Eigengut (in civitate sua) in Alsleben ein Kloster erbaute,
für das er am 20. Mai 979 die kaiserliche Bestätigungsurkunde
erwirkte. Alsleben ließ sich einwandfrei als Erbgut des Markgrafen
Gero nachweisen. HEINRICH
II. bestätigte dem Kloster 1003 seine Immunität
in einer Urkunde, die hervorhob, dass Graf Gero
zusammen mit seiner Gattin das Nonnenkloster gegründet habe. Thietmar
berichtet, dass dieses Kloster zum Gedächtnis Geros
von dessen Gattin und Schwester Tetta
errichtet worden sei, was nicht unbedingt im Widerspruch zu der Urkunde
zu stehen braucht, in der ausdrücklich gesagt wird, dass der Bau durch
den Grafen Gero begonnen wurde. Wahrscheinlich
erlebte er die Vollendung nicht mehr; denn noch im gleichen Jahr fand er
den Tod. Im August 979 bezichtigte ihn ein sonst unbekannter Mann
namens Waldo der Untreue gegen den Kaiser. Auf Geheiß des Markgrafen
Dietrich von der Nordmark und Erzbischofs Adalbert von Magdeburg wurde
er zu Sömmeringen (wüst) gefangengenommen und den Söhnen
des Grafen Liuthar von Walbeck in Gewahrsam übergeben. Eine vom Kaiser
nach Magdeburg einberufene Fürstenversammlung entschied für ein
Gottesurteil in Form eines Zweikampfes. Waldo zwang in diesem Kampf Gero
zwar zu Boden, fiel dann aber plötzlich selber tot nieder. Daraufhin
wurde Gero auf kaiserlichen Befehl
am 11. August vom Henker enthauptet. Sein und Waldos Todestag
wird im Magdeburger Necrolog erwähnt. Gero
wird auch im Lüneburger Totenbuch geführt. Die Ursache
für die Anschuldigung ist dunkel. Thietmar sprach verschleiernd von
vilis causis. Wahrscheinlich standen hinter diesem Vorgehen Eifersüchteleien
des Markgrafen Dietrich, der Gero nicht
zu mächtig werden lassen wollte, oder eine Feindschaft des Erzbischofs,
in dessen Sprengel Gero amtierte. Auf
jeden Fall waren die beiden zuvor genannten die einzigen, die Geros
Tod gut hießen. Schon unmittelbar darauf erhob sich laute
Kritik. Welch lebhafte Beachtung dieses Ereignis fand, spiegelte sich in
den Quellen wider, die ausführlich und zahlreich darüber berichten.
Wahrscheinlich hätte Geros Sturz
nicht so große Aufmerksamkeit gefunden, wenn er nicht der Sohn einer
berühmten Familie gewesen wäre.
Geros einzige Tochter
Athela,
die den Namen ihrer Mutter trug, heiratete den Grafen Siegfried von
Stade und schenkte ihm drei Kinder: den Grafen Liuthar und die beiden
Töchter Irmgard und Bertha, die beide nachweislich Äbtissinen
von Alsleben wurden.
Das Kloster war schon von Geros
Gattin
und Schwester mit einem Teil ihres Erbes ausgestattet worden. Leider wurden
die Güter nicht näher bezeichnet. Hier fand er auch mit seiner
Gattin die letzte Ruhestätte. Seine Tochter wies der Magdeburger Kirche
Besitz zu, um sein Haupt einzulösen. Außerdem dotierte sie das
Kloster Harsefeld, das von der Familie ihres Mannes gegründet worden
war, und das Kloster Alsleben ihrer Eltern. Unter dem geschenkten Gut befand
sich die Dorfmark Trebnitz (an der Saale), die ihr aus dem Besitz des Markgrafen
Gero als Erbe zugefallen sein muß; denn er hatte sie selber 945
als Eigentum erhalten. Kann man also nach der Lage der Besitzverhältnisse
kein Zweifel darüber bestehen, dass Gero
von Alsleben - wie ihn der sächsische Annalist nennt -
zur Sippe des Markgrafen Gero gehörte, so bereitet doch das
Wie der Einordnung Schwierigkeiten.
Gero
kann nämlich nicht in direkter Linie von dem Markgrafen abstammen,
da dessen Sohn gleichen Namens bereits frühzeitig starb und deshalb
vermutlich keine Kinder hinterlassen hatte. Es ist ebenfalls unmöglich,
Gero
in die Familie des Markgrafen Christian einzuordnen, da dieser nachweislich
ebenfalls einen Sohn
Gero
hatte, der Erzbischof von Köln wurde. Wir müssen uns jedoch
vergegenwärtigen, dass wir nicht die gesamte Familie des Markgrafen
Gero erfaßt haben [Ungewiß ist, ob der 1024 nach den Annalen
von Corvey gestorbene Graf Gero der weiteren Sippe des Markgrafen
zuzurechnen ist.]; denn Widukind berichtete von einem unbekannten Neffen
des Markgrafen Gero, der 963 als vir optimus in einem Unternehmen
seines Oheims fiel. Vermutlich hatte Markgraf Gero außer seinem
Bruder Siegfried
und seiner Schwester
Hidda
noch weitere Geschwister, deren Söhne der gefallene Neffe und der
enthauptete
Gero von Alsleben gewesen
sein können.
Geros Herrschaftsbereich
lag im Nordthüringengau, in dem 970 Bornstedt in der Nähe von
Magdeburg als in seiner Grafschaft gelegen bezeichnet wurde. Gero
wurde
hier also der Nachfolger des Markgrafen Gero I., ebenso wie in Lübs
im Gau Morozani. Zusammen mit seiner Gattin und seiner Schwester Tetta
erbaute er auf seinem Eigengut in Alsleben, einem Erbgut des Markgrafen
Gero, ein Kloster, für das er am 20.5.979 die kaiserliche Bestätigungsurkunde
erwirkte. Im August 979 bezichtigte ihn ein sonst unbekannter Mann
namens Waldo der Untreue gegen den Kaiser. Daraufhin wurde er auf Geheiß
des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg und des Grafen Dietrich von der
Nordmark zu Sömmeringen, einem jetzt eingegangenen Ort zwischen Dedeleben
und Pabstdorf, gefangengenommen und Siegfried und Lothar von Walbeck in
Gewahrsam gegeben. Das vom Kaiser nach Magdeburg einberufene Fürstengericht
entschied auf das Gottesurteil des Zweikampfes. Auf einem Elbewerd traten
die Gegner zum Kampfe an. Zweimal im Nacken verwundet, drang Waldo mit
jäher Wut auf den Beklagten ein und streckte ihn mit wuchtigem Schwertschlag
zu Boden. Während Gero seine Kampfunfähigkeit
bekennen mußte, stürzte der Sieger, der seiner Rüstung
entledigt und gelabt worden war, tot zu Boden. Nun wurde Gero
vom Gericht zum Tode verurteilt und am Abend des 11. August auf
Befehl des Kaisers von einem Henker schmachvoll enthauptet. Noch
am selben Tage waren Herzog
Otto von Bayern-Schwaben und Graf Berthold vom Nordgau,
gewiß des Kaisers treueste Anhänger, eingetroffen und hielten
mit ihrem Tadel darüber, dass ein tapferer, verdienter Mann von hohem
Range in solcher Weise seines Lebens beraubt worden war, nicht zurück.
Seine Gemahlin und seine Schwester setzten ihn in Alsleben bei.