Ältester Sohn des Pfalzgrafen
Otbert I. von Italien
Thiele, Andreas: Tafel 29
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band I, Teilband 1"
ADALBERT II.
---------------------
+ um 1000
Adalbert II. war wohl
der Stammvater der Häuser MASSA-CARRARA, PARODI, MALESPINA und
von PALLAVICINI.
Otbert I. zumindest hatte immer zu den Anhängern des deutschen Herrschers gehört - 979 ist er allerdings schon etwa vier Jahre tot -, und seine Söhne Otbert II., Adalbert II. und Adalbert III. kann man sicher zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Feinde der OTTONEN bezeichnen, auch wenn das Pfalzgrafenamt Otberts I. nicht auf einen von ihnen, sondern auf Graf Giselbert II. von Bergamo übergegangen war; schließlich konnten die OTBERTINER ja auch in der Folgezeit noch ihren Herrschaftsbereich erweitern.
Hlawitschka, Eduard: Seite 245
*****************
"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien
(774-962)"
Am 15. Oktober 975 treten dann bereits Adelbertus
et
Otbertusgermani marchioni, filii
bone memorie Oberti marchionis et comitis
palatio, auf.
Über die Nachkommen Otberts
I., der bei einer Schenkung von Gütern in Volpedo an das
Kloster Cluny sich selbst Otbertus marchio
et comes palatio, qui professo sum ex natione mea legem
vivere langobardum, bezeichnete, ist vor allem die genannte Studie
Gabottos zu vergleichen, in der gegen Muratori und andere ebenfalls erwiesen
wird, daß zwischen dem Haus Otberts I.
und den Markgrafen von Tuszien bayrischer Abkunft keine direkten Verwandtschaftsbeziehungen
bestanden.
Bresslau Harry: Band I Seite 415-430
*************
"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."
Fest steht dagegen, daß unser Otbert
I. der Sohn eines Adalberts
I. war, der gleichfalls schon marchio heißt; sein
Sohn Adalbert II. wird in einer Urkunde
von 1011 einmal als Adalbertus marchio,
fil. b. m. Obberti qui Oppitio,
ein anderes Mal als Adalbertus fil.
b. m. Obberti et nepus b. m. Adalberti
qui fuit similiter marchio bezeichnet.
Otbert I. ist dann
spätestens im September 962 zum Pfalzgrafen ernannt worden, und die
Zeugnisse für seine Tätigkeit im Hofgericht sind häufig
genug. Sie reichen dafür bis zum 20. August 972; an diesem Tage ist
das letzte Placitum Otberts, von dem wir wissen, abgehalten; aus
der Urkunde darüber erfahren wir zugleich, daß er Kloster Bobbio
von Kaiser zum Besitz erhalten hatte. Gestorben ist er vor dem 15. Oktober
975; von diesem Datum an ist ein Vertrag seiner Söhne Adalbert
II. und Otbert
II. mit dem Bischof Alberich von Pisa (Adalbertus
et Obertus germani marchiones, filli b. m. Otberti
marchio et comes palatii). Außer diesen beiden Söhnen
muß aber
Otbert I. noch einen
dritten, gleichfalls Adalbert
(III.) oder Albert genannt, hinterlassen haben; denn in
einem Placitum OTTOS
III. von 996 (St. 1064) werden beklagt: Adalbertus
marchio et Alberto germani filii quondam
Holberti.
Nun läge zwar die Vermutung nahe, daß hier Alberto für
Atberto oder Otberto verlesen oder verschrieben wäre, so gut
wie Holberti offenbar für Otberti oder Hotberti verlesen
oder verschrieben ist. Allein die Existenz eines dem ersten gleichnamigen
dritten Sohnes Otberts I.läßt
sich auch anderweit erweisen. Adalbert II.nämlich,
den wir als den ältesten Sohn Otberts I.
zu betrachten Grund haben, da er im Juli 972 seinen Vater im Hofgericht
als Pfalzgraf vertrat und auch in dem oben angeführten Vertrag von
975 zuerst genannt wird, war im März 1000 bereits verstorben;
damals urkundet Adelbertus marchio filius beatae memoriae item
Adelberti,
der zu Langobardischem Recht lebt; und seinen Tod bestätigt eine Urkunde
seiner Tochter Bertha
(Berta filia beatae memoriaeAdelberti
marchio), die mit dem Grafen Lanfrank von Piacenza vermählt
war, vom Juli 1002. Da nun aber ein
Albertus
marchio (so unterschreibt er sich) der Sohn Otberts
I. noch 1002, ja vielleicht noch 1011 lebt, so müssen wir
in der Tat außer Otbert II. zwei
Adalberte
als Söhne Otberts I.angenommen
werden. Verfolgen wir nun diese Nachkommen
Otberts
I. im Einzelnen, und beginnen wir mit demjenigen, dessen Linie
sich am sichersten nachweisen läßt.
Wir kehren nach dieser Erörterung über die
Kinder Otberts II. zu seinen Brüdern
Adalbert
II. und Adalbert III. zurück.
Der erstere war im März 1000, wie wir oben sahen, mit Hinterlassung
eines Sohnes, den wir Adalbert VI. nennen wollen, bereits verstorben;
seine Tochter Bertha war mit Lanfrank von Piacenza vermählt.
Ihm wird man wahrscheinlich noch eine andere, von Muratori noch nicht gekannte
Urkunde zuschreiben müssen, durch welche 996 Adelbertus marchio
fil.
b. m. Otberti item marchio et comes palatii als Testamentsvollstrecker
seines bereits verstorbenen Sohnes Otbert, den wir als Otbert
III. bezeichnen müssen (predicti quondam Otberti
filio meo) eine Schenkung an dieKanoniker von Parma macht. Damit erhalten
wir für unseren Stammbaum eine von Otbert II. verschiedene,
gleichnamige Persönlichkeit, die vor 997 bereits dispositionsfähig
und im Besitz eigenen Gutes war, und nichts hindert uns diese als den Vater
jenes Otbert-Obizo anzusehen, der 1037 gerade in Parma begütert
war, und, wenn er 996 beim Tode seines Vaters noch in jungen Jahren stand,
sehr wohl bis 1060 gelebt haben kann.
oo Bertrada, Schwester des Pfalzgrafen Cunibert
-
Kinder:
Otbert III.
-
Adalbert VI.
-
Bertha
-
oo Lanfrank Graf von Piacenza
-
Gisela
-
oo Anselm I. (ALERAMIDE)
-
Literatur:
-----------
Bresslau Harry: Jahrbücher des Deutschen
Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker&Humblot Leipzig 1879 Band
I Seite 415-430 - Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen
zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag
Augsburg 1999 Seite 56,70,79,153, 212,262,263,298,358,362,366,376,378 -
Hermann
von Reichenau: Chronicon. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte
des Mittelalters Band XI Seite 566 - Hlawitschka, Eduard: Franken,
Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen
zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg
im Breisgau 1960 Seite 106,166,245 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae
in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 50 -
SCHWABEN
UND ITALIEN IM HOCHMITTELALTER. Vorträge und Forschungen Band LII
Jan Thorbecke Verlag Stuttgart 2001 Seite 135 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 29 -