Sohn des N.N.
Hlawitschka, Eduard: Seite 204-206
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien
(774-962)"
XCIV. Pfalzgraf HUCPOLD
ist, obwohl er in engeren Beziehungen zur Toskana gestanden
zu haben scheint, auch in Oberitalien nachweisbar und deshalb hier mit
zu behandeln. - Wir finden ihn zum Beispiel 851 in Pavia, wo Kaiser
LUDWIG II. Klagen von Einwohnern aus Cremona anhörte
und dann zur Abstellung der Mißstände einen ersten Gerichtstermin
in dieser Angelegenheit vor seinem Missus und Consilarius Theodericus und
dem comes sacri palatii Hucpaldus sowie den beiden Grafen
Adelgis und Achedeus einberief. Und so hat sich auch die eine der beiden
Töchter Hucpolds, Ingelrada,
in Oberitalien verheiratet; sie wurde die Gemahlin des Ravennater dux
Martinus [2 Vgl. unten Anm. 7.]
Im März 860 war Hucpold mit Kaiser
LUDWIG II. im Gebiet von Spoleto. Er erhob dort für LUDWIG
Klage
gegen den Grafen Hildebert wegen unrechtmäßiger Besitzergreifung
von Gütern in Oberitalien, Tuszien, Spoleto und in der Romagna.
War er selstverständlich meistens im Gefolge des
hin- und herziehenden Kaisers, so darf er vielleicht doch Florenz als die
Stadt angesehen werden, zu der er engere Beziehungen hatte. In Florenz
ist die andere der beiden Töchter, Berta,
Äbtissin des S. Andreas-Frauenklosters [4 Piattoli,
Le carte della canonica della cattedrale di Firenze Seite 6, nr. 2. - Florenz
852/Oktober/19: Ego Radingo uir uenerabilis, sancte Florentine ecclesiae
episcopus ... ordinare et confirmare pereuidi te Berta Deo deuota,
filia Hucpoldi comiti palati, ut tu inibi diebus uite tue abbatissa
et retrice ipsius monasterii esse debeas ...]; und ihr folgt dort eine
zweite Berta,
Nichte der ersten und Tochter eines Grafen
Hubald (wohl des bekannten WIDO-Anhängers,
der demnach ein Sohn unseres Pfalzgrafen Hucpold gewesen sein muß
[5 In der Epitome Chronicarum Casinensium (Muratori, Script. II,
1 Seite 370) findet sich eine romanhafte Erzählung des Schicksals
eines in der Zeit Kaiser LUDIGS II.
lebenden Tucbaldus comes palatii und seiner Familie. Obgleich die
Einzelheiten als fabulös außer acht zu lassen sind und auch
der Name Hucbald in Tucbald verderbt ist, scheint von den genealogischen
Angaben manches brauchbar zu sein. So wird neben der Gemahlin dieses Pfalzgrafen
namens Andaberta ein dem Vater gleichnamiger Sohn genannt.], als
Äbtissin nach [6 Piattoli, a.a.O. Seite 19, nr. 6. - Florenz
893/März/1: tradidit Berta Deo dicata, abbatissa, filia
bone memorie Ubaldi, qui fuit comes palatio, secundum suam firmitatem
et ordinationem, idem Berta neptia sua, ueste sancte religionis
induta, filia Ubaldi comitis, ad abbatissa in monasterio Sancti
Andree, sito infra hanc Florentina civitatem, ut post decessum ipsius
Berte ipsa idem Berta ibidem ordinata et confirmata fuisset
in ipso monasterio ...].
Auch für diesen Pfalzgrafen ist eine direkte Einwanderung
aus den Gebieten nördlich der Alpen oder die Nachkommenschaft von
einem nordalpinen Einwanderer offensichtlich. Die in Ravenna verheiratete
Ingelrada
verwandte nämlich bei der am 8. September 896 vorgenommenen reichen
Besitzschenkung an ihren Sohn, den Diacon Petrus von der Kirche
von Ravanna, die in den nordalpinen Stammesrechten übliche Traditionsformel:
cartam cum calamare et cultellum et festucum notatum et guazonem de
terra cum ramis arborum et vinearum de terra levavi et tiobi Dominico tabellioni
huius civitatis Rav. scribendum rogavi ... Auch ist ein Adeleongo
q.v.Acio ex genere Francorum im Gefolge Ingelradas bezeugt [7
Federici e Buzzi, Regesto della chiesa di Ravenna Seite 3, nr. 1. An
der Stelle: ego pro omnipotentis Dei clementia Ingelarda filia
Apaldi comitissa Latii profitens profiteor ... ist die Lesart
Ingelrada filia Apaldi comitis palatii, die sich in
den Drucken dieser Urkunde bei Muratori, Antiqu. Italiae I Seite
153, Vesi, Storia di Romagna (Documenti) Seite 142, Fantuzzi, Mon. Ravennati
I Seite 96, nr. 7 findet, vorzuziehen.]. Letzte Gewißheit geben aber
die Rechtsbekenntnisse der Nachkommen seines Sohnes Hubald.
oo Andaberta
-
Kinder:
Ingelrada
-
oo Martin dux von Ravenna
-
Berta Äbtissin in Florenz
-
Hubald Graf von Bologna
-
Hucpold
-
Literatur:
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Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern
und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen
Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau
1960 Seite 38,56,99,115,200,204-206,213,246,251,305 -