Amelung (I)                                    Graf
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    - nach 811
 

Sohn des N.N.
 

Amelung (I) gehörte dem sächsisch-thüringischen Zweig der BILLINGE an, die S. Krüger als "BILLUNGER" bezeichnet hat. Sie gehörte zu jenen Familien in Sachsen, die in ihrer Loyalität zu KARL DEM GROSSEN gespalten waren.

Krüger Sabine: Seite 79-82
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"Studien zur sächsischen Grafschaftsverfassung"

c) Quellen zur Genealogie der BILLUNGER

I. Nachkommen Amelungs I.

a) Amelung (DKdGr. 213, p. 285, 811)
b) Sein Sohn Bennid comes (a.a.O.); Bennicho (Trad. Fuld., c. 41, nr. 52)
c) Sein Bruder Billung (Dronke a.a.O.)
d) Sein Bruder Rudrat (Dronke a.a.O.)
e) Bennids Sohn Amelung comes (Kaufunger Urkundenbuch I, nr. 2, p. 3); Besitz in Rimbeck (§ 316); Zeuge in Liedingen (§ 271), Kaisede (3 305); vermählt mit Haduwy, EKBERTINERIN (3 373).
f) Sein Bruder Wicman comes (Kaufunger Urkundenbuch I, a.a.O.); vermählt mit Imhild (Kaufunger Urkundenbuch I, nr. 3, p. 4); gefallen 880 gegen die Dänen (Ann. Fuld. MG. SS. I, p. 393). Zeuge in  Vaake bei Veckerhagen, Kreis Hofgeismar (§ 458), Ötenhausen (§ 470), in der Ziesdorfer Mark bei Wünnenberg (§ 485).
g) Rudrats Sohn Hrodrah comes, beneficium in pago Grainga in Kilver (DLdDt. 61, p. 84. 851); Zeuge in Bielefeld und Ditzen (§ 410)
h) Kinder Amelungs und Haduwys: 1. Bennid; 2. Amelung comes (Trad. Corb. § 373) (§ 349 avunculus Cobbo); Besitz im Bikethorp (unbekannt) (Catal. donat. Corb. Wilm. I, p. 509). Zeuge in Blekisi und  ehem. Andepe bei Wünnenberg (§ 431), Mühlhausen (§ 462); 3. Alberat Abbatissa; 4. Hemma (Kaufunger Urkundenbuch I, nr. 3, p. 4/5).
i) Sohn Wicmans und Imhildes Athelbert comes (Kaufunger Urkundenbuch, a.a.O.); Besitz in Wahnhausen und Speele (ibidem); vielleicht seiner Schwester Rihhilde (cod. Dipl. Fuld., nr. 582).
k) Athelberts Sohn Billung (Kaufunger Urkundenbuch, a.a.O.) vielleicht seine Brüder Unwan und Baldung (Dronke a.a.O.).

II. Nachkommen Folculfs, Folcberts und Amelungs II.

a) Folculf, vermählt mit Wentilpurg (Hersfelder Urkundenbuch)
b) Ihre Kinder: 1. Retun; 2. Bruning; 3. Asarich; 4. Amelung (ibidem)
     Vermutlich deren Nachkommen:
c) Folchard venerabilis prasbiter und Hiltipurg nobilis femina, Gründer von Möllenbeck (DA. 147, p. 224/225. 896)
d) Folcbert vir illuster ac potens (vita S. Lebuini MG. SS. II, p. 362).
e) Vielleicht sein Sohn Folcheri fidelis regis (DLdDt. 95, p. 137, 859: beneficium in pagis Grainga et Threcwithi); Zeuge in Stahle, Kreis Höxter (§ 245), in pago Derlingo (§ 248), Büchten, A. Ahlden (§267), Bostel bei Soltau, Bommelsen, Loingowalde (§ 296), Marcberterhusen (unbekannt) (§ 298), Wuringereshusun (§ 336), Hiddeshusen bei Erwitzen, Kreis Höxter (§ 407).
f) Sein Bruder Delheri (Trad. Corb. § 226).
g) Vielleicht sein Bruder Folcmar; Besitz in Büren, in pago Hessi (§ 327); Zeuge in Kaierde (§ 293); Huntlosen bei Bremen (§ 347), Helperdun bei Paderborn (§ 380), Heisede bei Sarstedt (ibidem), Schachten bei Hofgeismar (§ 421), Upmaim (§ 426), Sirikeshusun, Kreis Büren (§ 430).
  Vermutlich ihre Nachkommen:
h) 1. Folcbert comes, Zeuge bei Schenkung Wolfhelms von Münster (Wilm. I, p. 530); 2. Folcwart comes, gefallen 880 gegen die Dänen (Ann. Fuld. MG. SS. I, p. 393); 3. Folclog fidelis femina, vermählt mit Bevi, Besitz in pago Marstem in Venreder (§ 367; 456).
i) Amelung II. (Trad. Corb., § 244).
k) Sein Sohn Enno comes (ibidem); Besitz in Merseburg (Trad. Fuld., c. 41, nr. 71) und Theutmareshusun, Kreis Warburg (Trad. Corb. § 242); Zeuge in Wülpke, Kreis Minden (§ 229), in pago Nordthuringi (§ 224), Hohnsleebn in pago Thuringia (§ 249), Ossendorf, Kreis Warburg (§ 287), in pago Hasugo (§ 363).
l) Sein Bruder Erih comes; Besitz in villa Wardri (unbekannt) (Trad. Fuld., c. 41, nr. 70) und Merseburg (a.a.O. nr. 71).
m) Sein Bruder Folcger; Besitz in Merseburg (a.a.O.)
n) Ihre Schwester Cunihild (Trad. Corb. § 242).

Die billungischen Besitzverhältnisse bestätigen durchaus das, was uns das Diplom KARLS DES GROSSEN von 811 berichtet, daß nämlich zumindest ein Zweig von ihnen relinquens locum nativitatis suae von seinen Verwandten vertrieben wurde. Dieser locus nativitatis ist nicht ganz leicht zu finden; Brecht scheint ihn in Gr.-Orden bei Quedlinburg vermutet zu haben. Dort war zweifellos billungischer Besitz [1 Vgl. Trad. Fuld., c. 41, nr. 52, und die Schenkung an Hersfeld 835 (Große a.a.O.).]. Gehörte zu Orden auch Quedlinburg selbst mit seinen beträchtlichen Pertinenzien, wie es später über Hersfeld an die LIUDOLFINGER kam, so handelt es sich um einen umfangreichen Besitz, der wohl die Wiege eines mächtigen Geschlechts gewesen sein kann. Leider wissen wir nicht, ob die urbs Quedlinburg ältere Vorgänger hatte. Nachdem die BILLUNGER aus diesem ihrem alten Kerngebiet vertrieben waren, faßten sie neu Fuß in dem in den Urkunden KARLS DES GROSSEN genannten Gebiet zwischen Werra und Fulda. Kaufungen scheint ursprünglich eine billungische Eigenkirche gewesen zu sein [2 Kaufunger Urkundenbuch I., nr. 2: ... quoddicti fratres et comites (Amelung und Wichman) in rebus ecclesiae illius a progenitoribus essent iuste et rationabiliter potentes.], um die herum sich die billungischen Güter Wahnhausen, Speele, Marxhausen und Benterode gruppieren. Auf der Grenze zwischen Sachsen und Franken gelegen, halten sie den BILLUNGERN die Möglichkeit offen, in beiden Stämmen ihren Einfluß geltend zu machen. Fränkischen Besitz können wir in Steinach nachweisen (cod. dipl. Fuld. 582, 863), südsächsischen in Rimbeck im sächsischen Hessengau (Trad. Corb. § 316) [3 Vgl. aber über die Möglichkeit, daß es sich hier um ekbertinischen Besitz handelt o. p. 74.], in Alten-Gossern (DO I, 223, 961, Besitz des Grafen Billing), Burgsdorf und Einzingen im Schwabengau (tradiert an Hersfeld 835, zitiert bei Große, Heinrich I., p. 8), thüringischen bei Wormstedt, Utenbach, Hohlstedt, München-Gosserstedt (DO. I, 198, 958). Die Herkunft dieser einzelnen Güterkomplexe ist nicht immer leicht festzustellen, da uns vielfach die Sippen der billungischen Gemahlinnen unbekannt sind. Wie beträchtlich deren Güter eine Erbmasse verändern können, sieht man an dem Besitz, den Billung 953 (DO. I, 165) an OTTO I. tauscht und der 966 (DO. I, 328) bezeichnet wird als quidquid conjux sua herdeitari juris habere videbatur. So muß es auch unklar bleiben, ob die BILLUNGER ursprünglich Besitz im Moswiddi und nördlich der Elbe hatten, wie aus einer Tradition vor 836 (Trad. Corb. § 349) hervorzugehen scheint.
Den ältesten BILLUNGER nennt uns das Diplom KARLS DES GROSSEN von 811, Amelung. Und er ist wirklich schon ein "BILLUNGER" oder zumindest mit einer BILLUNGERIN vermählt, denn unter seinen Söhnen begegnet ein Billung. Ein Sohn Bennid wird in dem Diplom selbst genannt, wir dürfen ihn wohl in dem Bennicho wiedererkennen, der zusammen mit Billung ob remedium anime fratris sui Rudrati Besitz in villa Orda (Orden) in pago Hardegowe an Fulda tradiert. Bennids Gemahlin kennen wir nicht, man könnte aus dem Namen seines Sohnes Wichman schließen, da sie in verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem älteren Grafen dieses Namens gestanden habe. Amelung und Wichman sind uns als Söhne Bennids zwar nirgends ausdrücklich bezeugt, doch darf man sie wohl dafür halten, da Bennids Name bei Amelungs Sohn wiederkehrt. Amelung und Wichman sind uns in der ersten Kaufunger Urkunde ausdrücklich als Brüder genannt. Über ihre Familienverhältnisse sind wir ein wenig besser unterrichtet. Amelung war nach Trad. Corb. § 373, vermählt mit der EKBERTINERIN Haduwy, Enkelin Ekberts und der heiligen Ida, vermutlich Tochter Aedas und eines  princeps Billung [5 Von Heinemann, Zur Genealogie und Geschichte des Bill. Herzogshauses, Zeischrift des Historischen Vereins für Niedersachsen (1865), p. 145 u.ö., hält diesen Billung für identisch mit dem Sohn Amelungs I. gleichen Namens, während er Haduwy, einem schon von Waitz widerlegten Irrtum folgend, für eine Schwester Herzog Liudolfs, beide also für Kinder Eckerts und Idas, hält. Er muß infolgedessen annehmen (p. 150), daß die ursprünglich sächsische Abkunft der BILLUNGER bei ihren Stammesgenossen in Vergessenheit geraten sei, und Hrotsvith deshalb Oda als aus fränkischem Stammes entsprossen bezeichnen kann. Daß der princeps Billung mit den sächsischen BILLUNGERN, vermutlich in weiblicher Linie, versippt war, macht auch mir sein Name wahrscheinlich. Die Beispiele dafür aber, daß mehrere Sippengenossen zu gleicher Zeit den gleichen Namen tragen, sind zu häufig (vgl. LIUDOLFINGER und die drei Bardos 880!), als daß man die beiden Billungs unbedingt für identisch halten müßte.]. Gleichfalls in dieser Tradition bezeugt sind ihre Söhne Amelung und Bennid. In der zweiten Kaufunger Urkunde werden die Namen ihrer beiden Schwestern, der Äbtissin Alberat und Hemmas, genannt. Im gleichen Diplom erhalten wir auch Nachricht über Wichman, den von Heinemann wohl richtig mit dem 880 gefallenen Grafen identifiziert. Dann sind wohl auch Trad. Corb. §§ 458; 470; 485 auf ihn zu beziehen. Er war vermählt mit einer Imhilde, deren Abkunft wir nicht kennen. Sie könnte eine Tochter des Garfen Ricdag sein, dessen Gemahlin den gleichen Namen trug. Als Sohn Wichmans und Imhildes nennt sich Athelbert comes, als Enkel Billunc. Wahrscheinlich ist er identisch mit dem Billung, der 863 zusammen mit Unwan und Baldung eine Tradition in Steinach macht. Sie waren sicherlich untereinander und mit der Rihhild verwandt, die ihnen den Besitz iure hederditario hinterlassen hatte. Vielleicht dürfen wir in ihr eine Tante der drei und die Schwester des Grafen Athelbert sehen.
 
 
 
 

  oo N.N.
            -
 
 
 
 

Kinder:

  Billunc (Billung)
       -

  Bennid (I) = Bernhard
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  Rudrat
        -
 
 
 

Literatur:
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Krüger, Sabine: Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hannover Seite 79-82 -