Ältester Sohn des Grafen
Arnold I. von Lambach-Wels und der Hiltiburg, Tochter von
Pfalzgraf Aribo
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1001
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Arnold II., Markgraf der Karantanermark
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Sohn des gleichnamigen Grafen aus dem Rotagau aus der Familie der WELS-LAMBACHER, die zusammen mit den FORMBACHERN und vielleicht auch mit den ANDECHSERN von den RAPOTONEN abstammen.
Erstmals erwähnt wird er 1025 zusammen mit seiner Gattin Regilla, vermutlich einer Tochter Graf Gottfrieds von Verdun, anlässlich der Schenkung von Besitz zwischen Donau und March durch KONRAD II. 1035 erhielt er nach dem Sturz Adalberos von Eppenstein die Karantanermark an der Mur mit dem vermutlich damit verbundenen obersteirischen Grafschaften - vielleicht zusammen mit seinem Sohn Gottfried, der 1042 zuerst als Markgraf auftritt und durch einen Ungarnsieg bei Pitten die Mark bis an die Lafnitz und Piesting ausdehnte. Nach 1043 ist Arnold nicht mehr als Markgraf nachweisbar; vermutlich kehrte er nach der Ermordung seiner Gattin und seiner Söhne Gottfried und Arnold 1050 auf die Stammburg Lambach (in Ober-Österreich) zurück. Dort gründete er das Kanonikerstift Lambach, das sein letzter überlebender Sohn, Bischof Adalbero von Würzburg (1045-1090), nach Arnolds Tod in ein Benediktinerkloster umwandelte. Der Rest der Güter fiel an den mit Arnolds Enkelin Mathilde verheirateten Grafen Ekbert von Formbach; die OTAKARE traten die Nachfolge in der Karantanenmark an.
Literatur:
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Genealog. Hb. zur bair.-österr. Gesch., hg. V. O.
Dungern, 1931, 37-51 – C. Plank, Die Regensburger Gft. im Unterinntal und
die Rapotonen, Veröff. des Museums Ferdinandeum 31, 1951, 561-565
– Genealog. Taf. zur mitteleurop. Gesch., hg. W. Wegener, 1962-1969, 136-147
– H. Mitscha-Märheim, Gf. Rapoto v. Ernstbrunn, seine Sippe und seine
Beziehung zu den Babenbergern, Unsere Heimat 46, 1975, 156-160.
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GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 138
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13. Arnold II.
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F. s. 25 zu 1061 18/2,
Sohn von 9 (siehe dessen Nekrolog); eV.
1025 11/5 Bamberg König
KONRAD II. schenkt seinem Getreuen, dem Grafen
Arnold, und seiner Gattin
Reginlind und den Kindern beider 50 Königshufen, gelegen zwischen
Donau und March in der Grafschaft des Markgrafen Adalbert DD 4, 35 n 32
(1035 Juli) nach der Absetzung des Herzogs Adalbero von
Kärnten (siehe Eppensteiner n 6) wird dessen Mark (Kärntner Mark
= Steiermark) dem A(rnold) von L(ambach)
übertragen Kärnt. UB 3, 107 n 250
1043 1/10 Regensburg Romatschachen östlich Graz
liegt in marchia et comitatu Arnoldi marchionis
DD 5, 139 n 110; gründete nach dem Tode seiner Söhne Gottfried
und Arnold III. (1050)
an Stelle seiner Burg Lambach Kollegialstift für 12 Kleriker
Vita Adalberonis episcopi Wirziburgensis SS 12, 131 f;
+ 3/3 c 1055 Lambach: Arnoldus
marchio 12. Jh. Necr. 4, 412.
Gemahlin:
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Regilinda
(Regilla), Tochter des Grafen Gottfried von Verdun, Schwester des
Herzogs Gottfried I. von Nieder-Lothringen und des Bischofs Adalbero von
Verdun, Nichte des Erzbischofs Adalbero von Reims (Trotter 40 f)
+ 1/2 Lambach: Regila
marchionissa, mater episcopi
Adalberonis, Arnoldus
comes frater episcopi Adalberonis, Hacecha laica uxor Arnoldi comitis
13. Jh. Necr. 4, 409; es handelt sich offenbar um einen gemeinsamen Jahrtag
am Todestag der Regilla;
weitere Schlüsse auf die gewaltsame Todesart der übrigen Genannten
liegen nahe.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN
GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 40
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6. Arnold II.
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1025 (MG.DD.III.693/4,Nr.2) unter den ostbayerischen Grafen.
1035 (Mon. Carint. III. Nr. 250) Markgraf in der Karantanischen Mark. Unklar
ist die Dauer seiner Markgrafschaft und sein rechtliches Verhältnis
zu seinem Sohne Gottfried,
bei dem als Markgrafen 8.XI.1042 (MG.DD.V.98) Göstling bei Graz in
seiner Grafschaft Hengist liegt, während 1.I.1043 (MG.DD.V.110) Romatschachen
östlich Graz bei Pischelsdorf in marchia et comitatu Arnoldi marchionis
sich befindet.
+ 3.III.1050 (Nec.IV. 412 Lambach) vor seiner
Frau und seinen beiden weltlichen Söhnen (siehe Nachweis bei seiner
Frau).
Vor 11.V.1025 (MG.DD,IV. Nr. 33), wo ihm, seiner Frau
und seinen Söhnen Kaiser KONRAD II.
Gut zwischen Donau und March schenkte, war er mit
Regilla
verheiratet.
Ihre Abstammungsangabe MG.SS.12.129 "ex francia orientali
oriunda" mit dem deutlich späteren Zusatz "fuerunt Weinsberg de gentecreata"
geht auf das 4. Viertel des 13. Jahrhunderts zurück und ist daher
sachlich allgemein gehalten, als dass diese Stelle eine Grundlage für
einen Abstammungsnachweis bilden könnte. Das Schrifttum über
ihre Abstammung (zuletzt Württembergische Vierteljahrhefte 1885, 1888)
befriedigt nicht; es übersah den wichtigen Umstand, dass die 2 Söhne,
welche in der Geschichte hervortreten, die Namen Gottfried
und Adalbero
trugen.
Diese und Regilla
= Reginlinde kommen nur im lothringischen Herzogshause gemeinsam
vor. Der Zeit nach würde sie sich als Tochter des Grafen Gottfried
von Verdun einordnen; damit wäre sie:
a) eine Nichte des Erzbischofs Adalbero von Reims;
b) eine Schwester der Herzöge Gottfried II.
von Nieder-Lothringen, Gozelo I. von Ganz-Lothringen und Adalberos Bischof
von Verdun
c) Tante vom 1. Herzog Gottfried III. von Ober-Lothringen,
Markgrafen von Antwerpen, + 24.XII.1069 (dux et marchio, filius Gozelonis
ducis, dessen Todestag (St. Maria in Verdun kennt ihn als 25.XII.) irrtümlich
auf seinen Vetter, den Karantanischen
Markgrafen Gottfried, übertragen wurde) - welcher mit Bischof
Gebhard III. von Regensburg - nach obigem Schrifttum ein Neffe der Regilla,
jedenfalls aber Stiefbruder Kaiser KONRADS II.
- sich dafür verwandte, dass der Karantanische
Markgraf Gottfried 2 Königshufen zu Göstling in seiner
Grafschaft verliehen erhielt: 8.XI.1042 (MG.DD. V.Nr.98).
Ferner Tante von: 2. Herzog Gozelo von Nieder-Lothringen,
Vater von Regilinde-Railende, Gattin des Grafen Albert von Namur.
Regilla
+ 1.II.1050 (Nec.IV. 409, Lambach). Dieses Jahresdatum gewinnt man aus
folgender Erwägung. Den Todestag bringt das Lambacher Nekrolog für
Regilla,
ihren Sohn Arnold
und dessen Gattin Hazecha auf einen gemeinsamen Tag: 1.II. - Ihren
Sohn
Gottfried
umringten seine Feinde und erschlugen ihn am 8.II.1050 (MG.SS. 20. 804);
diese werden daher zuerst die Stammburg Lambach erstürmt, die Mutter,
Bruder und Schwägerin getötet und dann, als Markgraf
Gottfried herbeieilte, diesen erschlagen haben. Diese Schreckensnachricht
wurde dem Vater überbracht, der sofort herbeieilte, alles zerstört
fand und vom Unglück niedergebeugt am 3.III., möglicherweise
noch 1050, starb (MG.SS.XII.131).
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Heidrich Ingrid: Seite 71
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"Die Absetzung Herzog Adalberos von Kärnten durch
Kaiser Konrad II."
in: Hjb 91 1971
Vasall des Bayern-Herzogs war Arnold von Lambach als Graf im Traungau. Durch seine Ehe mit der hochgeborenen Reginlinde besaß er Beziehungen und Gut in Franken. Überdies war er infolge der königlichen Schenkung von 50 Königshufen im Marchfeld aus dem Jahre 1025 östlicher Vasall des Markgrafen der Ostmark Adalbert. Die Beziehungen zu Kärnten werden erst nach der Absetzung Adalberos 1035 durch die Belehnung mit dessen angestammter Kärntner Mark, die an den Traungau grenzt, hergestellt. Die Überlassung der 50 Königshufen im Marchfeld an Arnold von 1025 ist nicht von vornherein als feindlicher Akt gegen Adalbero zu werten, wie das Breßlau tut. Dann ist aber auch der 2. Beleg Breßlaus für das schon für 1025 postulierte Misstrauen KONRADS II. gegen Adalbero zu untersuchen.
Trillich Werner: Seite 169,309
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Graf Arnold erhielt
samt Gemahlin und Söhnen 1025 von König
KONRAD II. nördlich des Stroms auf dem Marchfelde 50 Königshufen
nach eigener Wahl, um dort Burgen zu errichten, Wehrbauern und ritterliche
Vasallen anzusiedeln. Die stattliche Gabe verschaffte ihm eine beachtliche
Steigerung seines Ansehens. Diese offensichtliche Begünstigung richtete
sich zugleich gegen Adalbero von Eppenstein, dem es KONRAD
niemals
verzieh, dass er die SALIER
aus Kärnten
verdrängt hatte.
Nach der Absetzung des Herzogs Adalbero wurde die Kärntner
Mark mit den Grafschaften Hengst- und Ennstalgau Bayern unterstellt und
sofort an Arnold von Lambach-Wels zu
Lehen ausgetan, der damit für den 1031 erlittenen Verlust seiner Güter
auf dem Marchfelde eine überreiche Entschädigung erhielt.
Joerg Peter Josef: Seite 241
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"Adalbero Bischof von Würzburg"
Im Grafenamt folgte auf Arnold
I. sein Sohn Arnold II. Ihn
finden wir zum ersten Mal urkundlich in einem Diplom Kaiser KONRADS
II., ausgestellt in Bamberg am 11. Mai 1025. Darin schenkt KONRAD
II. "fideli nostro comiti Arnoldo eiusque Reginlinde
ac filius utrorumque quadraginta mansos..., qui ad nostrum regale ius pertinebant",
die zwischen dem Ort Pframa und den Flüssen Donau und March liegen.
Arnold
und
seine Gemahlin, sowie ihre Söhne sollen auch das Recht haben, sie
zu übereignen, zu verkaufen oder auch sonst nach eigenem Belieben
darüber zu verfügen. In einer Urkunde der Kaiserin
Kunigunde aus dem Jahre 1025 findet sich Arnold
unter
den ostbayerischen Grafen.
Als dann 1035/36 der damalige Herzog Adalbero II. von
Kärnten aus dem Hause der EPPENSTEINER wegen angeblicher hoch verräterischer
Pläne - ob mit Recht, lässt sich nicht entscheiden - abgesetzt
worden war, machte Kaiser KONRAD II. unseren
Grafen
Arnold II.
zum Markgrafen der oberen Kärntnermark, der späteren Steiermark,
die damals, wie es scheint, Kärnten gegenüber selbständig
gestellt wurde. Als Markgrafen finden wir ihn dann auch in einer Urkunde
Kaiser HEINRICHS III. vom 1. Oktober
1043, ausgestellt in Regensburg, bezeichnet. Gestorben ist
Arnold II. nach dem Lambacher Nekrolog
am 3. März 1050. Verheiratet war
Arnold
II. mit Reginlinde
(Regilla) "ex Francia orientali oriunda", mit dem späteren
Zusatz "fuerunt Weinsberg de gente creata".
Markgraf Arnold II.,
der auf die Schreckensnachricht von der Eroberung seiner Stammburg Lambach
herbeikam, fand alles zerstört. Er überlebte diesen schweren
Schlag nur noch kurze Zeit. Sein Todestag ist der 3. März,
sein Sterbejahr ist uns nicht überliefert. Trotter meint: "möglicherweise
noch
1050", während Juritsch "Ende 1055 oder anfangs
1056"
vermutet.
Lechner Karl: Seite 70,77,176
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"Die Babenberger"
Die dem Herzogtum Kärnten unterstellte Karantanische
Mark, die spätere "Steiermark", wurde nach der Absetzung des Herzogs
Adalbero von Eppenstein 1035 dem Grafen Arnold
II. von Wels-Lambach übergeben,
neben dem bereits 1042 sein ältester Sohn Gottfried
als
Markgraf auftrat; schon im Jahre 1050 wurde er aber erschlagen. Sein Vater
Arnold
hat ihn nicht lange überlebt. Der letzte Spross des Hauses,
Adalbero
(+ 1090), wurde Bischof von Würzburg und begründete auf
der väterlichen Stammburg das Benediktinerkloster Lambach.
In den Jahren 1052-1054 richteten die Ungarn ihre Einfälle
in erster Linie nach der Karantanischen Mark, die nach wie vor Graf
Arnold II. von
Lambach anvertraut war, der um
1055 auf seiner Stammburg Lambach starb, die seine Sohn Adalbero
zu
einem Kloster umgestaltete. Die Kärntner Mark aber ging an ein Grafengeschlecht
über, das aus dem Chiemgau stammte und im Traungau um Steyr reichen
Besitz hatte, zu dem die alte Stiraburg gehörte.
Die LAMBACHER verwalteten
Grafschaften im Enns-Palten-Tal, im Grazer Becken und die Grafschaft Hengist
um Wildon-Leibnitz.
Moritz Joseph: Seite 21-25 (1803)
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und
Pütten"
Arnold II. Graf zu Wels und Lambach. Regilla von Weinsperg
seine Gemahlin; Aribo sein Bruder
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1) Arnold II.
und
Aribo,
zwei Söhne
Arnolds
I., sind aus den Urkunden des Stifts Lambach bekannt. In der Urkunde
von 1088 wird Graf Arnold II.
magnificus comes de Wels et Lampach genannt. Er war also seinem
Vater nicht nur im Besitz von Wels und Lambach samt Zugebör gefolgt;
sondern er wird auch seines Vaters Grafschaft zu verwalten gehabt haben;
denn wenn Lambach und Wels nur eine Herrschaft war, und Arnold
II. nicht den ganzen Trungau als den Grafenbezirk besessen hatte,
so wäre keine hinlängliche Ursache, warum ihm in den Urkunden
öfters der Titel eines Grafen beigelegt wurde. Eine Stift-Gossische
Urkunde vom Jahre 1043 macht auch Meldung von der Mark- und der Grafschaft
eines Markgrafen Arnold, darin die,
einem gewissen königlichen Vasallen Aledram geschenktem, Güter
Ramprestetten, und Ramatstetten lagen, welche später samt der Urkunde
an das Stift Goß gekommen sind. Ich halte das Rampresteten für
das Gumprehtesteten, welches im Jahre 1056 und 1059 in doppelten Urkunden,
erstlich vom Kaiser HEINRICH III. auf
Fürbitte der Kaiserin Agnes und des jungen
Königs HEINRICHS III. und hernach vom König
HEINRICH IV. und seiner Frau Mutter der Kaiserin
Agnes dem Erzbischof Balduin von Salzburg geschenkt worden;
zu dem die Lage in einer Markgrafschaft bestärkt mich in meinem Schlusse.
Wenn diese Güter den Adalram im Jahre 1056 durch einen kaiserlichen
Hofspruch entgangen, weil er etwa die Partei des rebellierenden Herzogs
Kuno, des Grafen Botho usw. hielt; so kann ein solcher Spruch eben nicht
befremden. Nun wird in der letzten Urkunde vom Jahre 1059 ausdrücklich
gesagt, dass die Güter in marchio Carantana in der Markgrafschaft
der Markgrafen Otachar, und am Flusse Lousnitz oder Laßnitz, nämlich
im heutigen Unter-Steiermark gelegen seien. Ich ziehe hieraus den Schluss,
dass, so wie ehemals Graf
Arnold I. dem Grafen Otachar I. in der Grafschaft Grabenstadt im
Chiemgau, um das Jahr 980, so der Graf und nachmalige Markgraf Otachar
der Jüngere, oder II., jetzt dem Arnold
II. seinem Vetter sowohl in der Grafschaft Grabenstadt ums Jahr
1048, als hernach ums Jahr 1056 in der Markgrafschaft des nachmaligen Steyermark
nachgefolgt sei. Wenigstens wird man keine Urkunde aufweisen können,
die bezeugte, dass Otachar Graf von Steyer vor dem Abgang der Grafen
von Lambach ums Jahr 1056 jemals Markgraf genannt werde. Diese
Umstände berechtigen mich, zu behaupten, dass unter dem Markgrafen
Arnold kein anderer als Graf Arnold
II. von Wels und Lambach zu verstehen
sei. Die vielfältige Werbung um das Land Kärnten, wovon Steiermark
noch ein Teil war; das gute Verständnis Graf
Arnolds II. mit
Kaiser
HEINRICH III., der bald darauf im Jahre 1045 seinem Sohn Adalbero
das
Bistum Würzburg zu wegen brachte; endlich selbst der Titel magnificus
Comes, der ihm beigelegt wird, bekräftigen diese Behauptung. Man darf
auch nicht glauben, dass Arnold
den Titel Markgraf geführt, aber kein Gebiet gehabt habe;
denn die Urkunde räumt ihm beides ausdrücklich ein. Dass ihn
weder die Stiftungsbriefe seines Sohnes, des Bischofs
Adalbero vom Jahre 1056 und 1072 noch das Bestätigungs-Diplom
König
HEINRICHS III. für Lambach vom Jahre 1061 den Titel eines
Markgrafen geben, hat eben nicht soviel zu bedeuten. Arnold
muss im Jahre 1048 wenigstens 60 Jahre alt gewesen sein und mag den Titel
samt der Mark seinem Sohn Gottfried,
der allzeit Markgraf genannt wird, überlassen, und dann in Lambach
in die Ruhe zurückgetreten und folglich nicht bis zu seinem Tode der
Mark vorgestanden haben.
2) Graf Arnold II.
hatte wenigstens noch einen Bruder
Aribo, welchen uns Bischof
Adalbero nennt. Von diesem Aribo
wissen
wir nur soviel, dass er in der Teilung mit seinem Bruder
Arnold
unter
anderen auch Güter bei Wisilburch oder Zwisilburg, den Bannmark Wels,
und wiederum die Hälfte des Gutes Pachmanning bekommen hat. Aribo
muss vor seinem Bruder, dem Grafen Arnold II.,
und zwar ohne Kinder gestorben sein; weil in der Bestätigungsurkunde
für Lambach sein Haupterbgut der Bannmarkt zu Wels zuerst steht und
weil ihn Bischof Adalbero ganz beerbt hat.
3) Graf Arnold II.
hatte zwar aus seiner Ehe mit seiner Gemahlin
Regilla, einer adeligen Dame von Weinsperg im Rheinfranken viele
Kinder gezeugt; aber er überlebte sowohl seine Gemahlin, als seine
Kinder, ausgenommen seinen Sohn, den Bischof
Adalbero von Würzburg. So viel berichtet uns der alte Lebensbeschreiber
des seligen Bischofs
Adalbero und die Urkunden stimmen damit überein; denn wiewohl
zwei Urkunden sagen, die nach Lambach geopferten Güter wären
von Graf Arnold II. auf den Markgraf
Gottfried und endlich an Bischof
Adalbero gekommen: so ist es doch nicht so zu verstehen, als wären
die Güter des Grafen Arnold II.
erst nach seinem Tode an Markgraf
Gottfried gekommen, weil wie zuvor gemeldet worden, Arnold
II. schon alt war, er auch unter
seine noch lebenden Söhne Gottfried
und
Adalbero schon um Jahr 1048 alle seine Besitzungen geteilt und
sich nur etwas weniges vorbehalten hat, womit er hernach das Lambach für
Chorherren zu stiften angefangen hatte. Seinen Tod möchte ich nicht
später ansetzen, als ins Jahr 1056, weil Bischof
Adalbero nicht gesäumt haben wird, die Stiftung seines Vaters
ins Werk zu setzen und vollkommen auszuführen: dies geschah aber im
Jahre 1056.
oo Regilla (Reginlinde) von Verdun, Tochter des
Grafen Gottfried
-1.2.1050
Kinder:
Gottfried Markgraf
-8.2.1050
Arnold III.
-1.2.1050
Adalbero Bischof von Würzburg (1045-1088)
-6.10.1090
Kloster Lambach