Jüngerer Sohn des Grafen
Arnold II. von Lambach-Wels und der Regilla
von Verdun, Tochter von Graf Gottfried
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 94
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Adalbero, Bischof von Würzburg (seit 1045)
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* ca. 1010/15, + 6. Oktober 1090
Lambach an der Traun
Sohn des Kärntner Markgrafen (seit 1035) Arnold (+ 1055) und der Reginlind aus ostfränkischem Geschlecht
Letzter des österreichischen Mannesstammes WELS-LAMBACH
Würzburger Domschüler, schon früh - vermutlich
als Hofkaplan
HEINRICHS III. - mit
den späteren Bischöfen Gebhard (von Salzburg) und Altmann (von
Passau) befreundet, vom König am 29. Juni 1045 zum Bischof bestellt.
Gründete mehrere Klöster (unter anderem Stift Neumünster
in Würzburg) und förderte den Dombau. 1048 empfing Adalbero
HEINRICH
III. in Würzburg, nahm an kaiserlichen Synoden teil (1049
in Mainz mit Leo IX., 1052 in Bamberg), während die isolierte Nachricht,
er sei (mit dem Abt Hugo von Cluny) 1051 Taufpate HEINRICHS
IV. gewesen, fragwürdig bleibt. Von 1057 an hält er
sich häufiger am Königshof auf.
Der ebenso reformeifrige wie königstreue Reichsbischof
wurde jedoch durch den Ausbruch des Investiturstreites zum entscheidenden
Gregorianer. Nachdem er das Wormser Absagemanifest vom 24. Januar 1076
noch widerstrebend unterzeichnet hatte, brach er mit dem exkommunizierten
König, schloss sich der Fürstenopposition an und ließ sich
nach Canossa (1077) auf keinen Ausgleich ein. Er beteiligte sich im März
1077 an der Forchheimer Wahl und der Mainzer Krönung des Gegenkönigs
RUDOLF, konnte aber in seine königstreue, im August von
RUDOLF
vergeblich belagerte Bischofsstadt nicht zurückkehren.
HEINRICH IV. erklärte
Adalbero
1085
für abgesetzt und erhob den Bamberger Domscholaster Meinhard (+ 1089),
1089 den Würzburger Domherrn Emehard (+ 1105) zum Gegenbischof. Dank
einem militärischen Erfolg HERMANNS
kehrte Adalbero
1086 für kurze
Zeit nach Würzburg zurück und wurde von der kaiserlichen Partei
auch publizistisch erbittert bekämpft. Nachrichten über Weiheakte
weisen ihn Ende 1088 in Comburg, 1089 im heimatlichen Lambach, 1090 in
Salzbach nach.
Quellen:
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Vita v. einem Lambacher Mönch um 1200, hg. I. Schmale-Ott,
Quellen und Forsch. Zur Gesch. des Bm.s Würzburg 8, 1954; dazu A.
Lhutsky, Quellenkunde zur ma. Gesch. Österreichs, 1963, 210f.
Literatur:
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DHGE s.v. - LThK s.v. – NDB s.v. - K. Hallinger, Gorze-Kluny,
1950/51, 320-331 u.ö. – A. Wendehorst, StGreg 6, 1959/61, 147-164
– Ders., Das Bm. Würzburg I, Germania sacra NF I, 1962, 100-117 [mit
Qq. Und Lit.] – W. Goez, Frk. Lebensbilder 6, 1975, 30-54.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 4
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Adalbero (von Lambach-Wels), Bischof von Würzburg
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* vor 1024, + 6.10.1090
Lambach
Vater:
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Arnold II., Markgraf der Kärntner Mark
Mutter:
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Reginlind (? Aus ostfränkischem oder lothringischen
Geschlecht)
Domschule Würzburg. 1045 zum Bischof von Würzburg
ernannt.
Schwerpunkt des Wirkens zunächst in der Würzburger
Diözese.
1057 Neugründung des Stifts Neumünster, Umwandlung
des Kollegiatsstifts St. Peter und Stephan in eine Benediktinerabtei, Reformierung
der Abtei Münsterschwarzach im Sinne der Gorzer Reform („zweiter Gründer“).
Nach 1056 häufig in der Umgebung König
HEINRICHS IV.
Als kompromißloser Anhänger der Kirchenreform
seit 1076 Entfremdung von HEINRICH IV.
Maßgebliche Beteiligung an der Wahl des Gegen-Königs
RUDOLF von Rheinfelden.
Mußte 1077 aus dem königstreuen Würzburg
weichen; 1086 kurzfristige Rückkehr; schlug alle Versöhnungsangebote
des Königs ab. Einer der wenigen konsequenten Gegner HEINRICHS
IV.
Starb in seiner zum Benediktinerkloster umgewandelten
Familiengründung Lambach.
Literatur:
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NDB 1; Lebensbilder Franken 6; Germania Sacra 1.
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GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 140
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25. Adalbero
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Bischof von Würzburg.
F. Vita Adalberonis SS 12, 129 und unten zu 1601 18/2;
Bischof 1045, resigniert 1088,
1089 15/9 Einweihung des Benediktiner-Klosters Lambach
Vita 136;
+ 6/10 1090 und in Lambach begraben;
1061 18/2 Regensburg
König
HEINRICH IV. bestätigt Lambach auf Intervention seines
getreuen Würzburger Bischofs Adalbero
den Markt in Wels und den Zoll in Lambach eo iure, quo parentes eius scilicet
avus Arnoldus et pater eius Arnoldus et frater suus marchio Gotfridus und
zuletzt der Bischof selbst besaßen DD 6, 90 ff. n 70.
Der Todestag ist in den Nekrologen von Admont, St. Lambert,
Asbach, Kremsmünster, St. Florian und Traunkirchen überliefert.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN
GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 40
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13. Adalbero
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1045 Bischof von Würzburg (MG.SS.XII.129ff. seine
Lebensdaten),
resigniert 1088. Stiftet Kloster Lambach, wo er starb:
6.X.1090 (MG.SS.XII.136; Nec.II.304 Admont; 339
St. Lambert; IV.97 Asbach; 229 Kremsmünster; 271,285,316 St. Florian;
434 Traunkirchen).
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Finckenstein Finck von: Seite 87,159
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"Bischof und Reich"
Die Verwandtschaft Adalberos
mit
HEINRICH
III. kann nur als denkbar angesehen werden, ist aber genealogisch
nicht nachweisbar. Letzter noch von HEINRICH III.
ernannter
Würzburger Bischof und Nachfolger Brunos wurde
Adalbero
(1045-1090), dessen Amtszeit weit in den Investiturstreit hineinreicht,
an dem er auch aktiv teilnahm. Über die Umstände seiner Erhebung
ist nichts bekannt.
Adalbero stammte
aus dem Hause der Grafen von Lambach an der Traun. Sein Vater Arnold
II. war seit 1035 Markgraf der Kärntner Mark, sein Bruder
Arnold
III., Graf im Rotagau, ein anderer Bruder war Gottfried,
Graf im Paltental und Markgraf der Kärntner Mark.
Adalberos Mutter
Reginlind stammte wahrscheinlich aus Lothringen und war vermutlich
die Tochter des Grafen Gottfried von Verdun, und damit eine Schwester Adalberos
von Verdun und eine Nichte Erzbischof Adalberos von Reims.
Seiner um 1200 verfassten Vita zufolge übergab ihn
sein Vater schon früh der Würzburger Domschule, die wie wir sahen,
in der Amtszeit Bischof Meginhards unter dem Scholaster Pernulf großes
Ansehen besaß. In seine Jugendzeit reicht vermutlich seine Freundschaft
zu Erzbischof Gebhard von Salzburg und Bischof Altmann von Passau zurück,
ohne dass sich jedoch ein gemeinsamer Lebensabschnitt im Werdegang der
3 Bischöfe nachweisen ließe, es sei denn Adalbero
wäre, wie seine beiden Freunde, auch Mitglied der Hofkapelle gewesen.
Weitere Hinweise auf einen solchen Hofdienst lassen sich für Adalbero
jedoch nicht finden, denn die Nachricht beim Zeitgenossen Marianus Scotus,
Adalbero
sei
neben Hugo von Cluny Pate
HEINRICHS IV.
gewesen, wird man kaum als solchen Hinweis werten dürfen, da Adalbero
bei
der Taufe des Kaisersohnes 1050 längst Bischof war.
Diese letztere Nachricht ist allerdings ein wichtiges
Zeugnis für das Verhältnis des Bischofs zu HEINRICH
III.
und damit wieder die Bedeutung des Würzburger Bischofssitzes
im Reichsepiskopat. Im Reichsdienst ist der Bischof in der Regierungszeit
HEINRICHS
III. kaum hervorgetreten. Deutlich wird jedoch eine energische,
wenngleich nicht immer erfolgreiche Erwerbungspolitik, die ihn zeitweise
in Gegensatz zu Bischof Gunther von Bamberg und zum Kloster Fulda brachte.
Bezeichnend für diese Politik, aber auch für den Typus des Reichsbischofs
jener Zeit, den Adalbero darstellte, ist die, in ihrer vollen Bedeutung
allerdings bezweifelte Behauptung Adams von Bremen: Solus erat Wirciburgensis
episcopus, qui dicitur in episcopatu suo neminem habere consortem, ipse
cum teneat omnes comitatus parochiae, ducatum provintiae gubernat episcopus.
Seine reformfreundliche Haltung, die aus seiner kirchlichen
Tätigkeit, besonders der Reform des bischöflichen Eigenklosters
Münsterschwarzach und seiner eigenen Gründung Lambach an der
Traun, aber auch aus seinem Freundschaften hervorgeht, hat ihn später
bereits in einem sehr frühen Stadium des Investiturstreites auf die
Seite Gregors VII. geführt, in dessen Anhängerschaft er bis zur
Konsequenz seiner Vertreibung aus dem Bistum Würzburg verharrte.
Er starb am 6. Oktober 1090 in seiner Kärntner
Heimat in seinem Kloster Lambach, nachdem er Würzburg 1086 endgültig
hatte verlassen müssen.
Sieht man von Adalberos
politisch desintegrativer Haltung für das Reich im Investiturstreit
ab, ergibt sich das Bild eines durch genealogische und freundschaftliche
Verbindungen den Süden und Westen des Reiches überspannenden
Bischofs. Durch seine Eltern mit den mächtigsten bayerischen und lothringischen
Familien verwandt und dem Kaiserhaus durch seine Patenschaft für HEINRICH
IV. auch persönlich eng verbunden, waren auch für
Adalbero
alle Voraussetzungen für eine übergreifend reichspolitische
Wirksamkeit gegeben, zumal ihm Freundschaften zu Gebhard von Salzburg,
Altmann von Passau und Gundekar I. von Eichstätt die notwendigen Verbindungen
im Episkopat verschafften. Diese Möglichkeiten zu nutzen, verhinderte
jedoch die kompromisslose Haltung des Bischofs in der nun heraufziehenden
grundsätzlichen Auseinandersetzung dieses Zeitalters.
Fenske Lutz: Seite 140
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"Adelsopposition"
Noch 1086 war ein sächsisches Heersaufgebot durch Thüringen südwärts nach Ostfranken gezogen, wo man mit den südwestdeutschen Gegnern des Kaisers zusammentraf und die vereinigten Streitkräfte das kaiserliche Heer bei Pleichfeld besiegten, woraufhin Erzbischof Hartwig den aus Würzburg vertriebenen Bischof Adalbero unter feierlichen Formen in seine Bischofsstadt geleitete.
Moritz Joseph: Seite 25-36 (1803)
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und
Pütten"
Markgraf Gottfried von Lambach und Pütten, Adalbero
Bischof von Würzburg und Herr von Wels, zwei Söhne des Grafen
Arnold II. von Wels und Lambach
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3) Adalbero,
Bischof zu Würzburg, der Stifter vom Kloster Lambach und mehrere andere
Klöster ist in der Geschichte seiner Zeit sehr bekannt und berühmt.
Seine Lebensbeschreibung hat ein Benediktiner vom Kloster Lambach im 13.
Jahrhundert verfasst und sie ist mehrmals aufgelegt worden. Darin wird
aber von seinen Eltern und seinem Bruder nur eine sehr kurze Erwähnung
getan. Eine dunkle Stelle, die dort von der Mathilde,
seiner Nichte vorkommt, hat die meisten Herausgeber verleitet, sie zur
Schwester des Bischofs Adalbero zu
machen; aber in den formbachischen Urkunden nennt Mathilde
ausdrücklich
den Bischof Adalbero ihren patruum,
Vaters-Bruder. Der Taten dieses berühmten Bischofs
Adalbero und sein Schicksal sind so viele, dass sie allein einen
Band ausmachen würden, wenn man sie aus den gleichzeitigen Urkunden
und Chroniken sammeln und in das gehörige Licht stellen wollte. Bischof
wurde er im Jahre 1045 den 30. Juni, nachdem sein Vorfahr Bischof Bruno
am Pfingstmontag, am 27. Mai gestorben war. Da sein Vater damals schon
Markgraf in Kärnten, dem heutigen Steiermark, und sonst in der Gunst
des Königs HEINRICH III. saß:
so muss man sich über die Beförderung des Adalbero
nicht
wundern; besonders da er schon in seiner Jugend von seinem Vater in das
Domstift zu Würzburg mit Hingebung vieler Güter in Franken oder
im Würzburgischen zur Erziehung und folgendes zur Dompräbende
übergeben war. Im Anfang seiner bischöflichen Regierung nahm
er sich fast zu eifrig für die rechte seines Hochstifts gegen das
Stift Fulda an. Seinem Hochstift brachte er nicht nur einen kaiserlichen
Immunitätsbrief vom Jahre 1049, sondern auch im Jahre 1060 einen wohl
vermarkten Wildbann an dem Fluss May vom König
HEINRICH IV. und der Kaiserin Agnes
zu wegen; ja auch andere berühmte Leute, zum Beispiel die Pfalzgräfin
Mathilde veranlasste er, gegen das Hochstift freigiebig zu sein. Unter
den Klöstern, in denen er als Stifter verehrt wird, ist Lambach in
Ober-Österreich das erste und zu unserem Gegenstand das merkwürdigste.
Eine Urkunde vom Jahr 1089 erzählt den ganzen Hergang der Stiftung
und schaltet den ganzen ersten Stiftbrief vom Jahre 1056 mit Tag, Ort und
Zeugen vollkommen ein. Dem Stiftungsjahr von Lambach, nämlich 1056,
kann nicht widersprochen werden, weil es klar ausgedrückt steht, und
die 9. Indiktion samt dem 12. Regierungsjahr des Bischofs
Adalbero genau damit übereintreffen. Was anfangs vom Bischof
Altmann von Passau und vom Papst Gregor VII. gesagt wird, dass die Stiftung
mit ihrer Erlaubnis geschehen sei, dies muss Erzählungsweise auf den
Verlauf der Geschichte der Stiftung vom Jahre 1056 bis 1089 verstanden
werden. Die Stiftung war nämlich schon anfangs den größten
Schwierigkeiten ausgesetzt. Bischof Adalbero
unterließ nichts, sie zu unterstützen. Im Jahre 1056 geschah
zu Regensburg die erste feierliche Errichtung des Stiftsbriefes im Beisein
des Grafen Eberhard, Advokaten des würzbürgischen Kirche, und
18 anderer Zeugen vom Adel. Der Bischof Egilbert von Passau wird sich nicht
dazu haben gebrauchen lassen. Die königliche Bestätigungsurkunde
vom Jahre 1061 heilte alle Mängel und konnte alle Widersprüche
ablehnen. Bischof Altmann, der im Jahre 1065 auf den passauischen Stuhl
erhoben wurde, willigte in die Stiftung ein; doch waren von anderen Seiten
noch Streitigkeiten, wovon uns die Urkunde vom Jahre 1072 deutliche Nachricht
gibt. Den Markgrafen Otachar von Steier und den Grafen Ekbert I. von Formbach
und Neuburg am Inn kennen wir als zwei Hauptgegner; den 1. wegen naher
Blutsfreundschaft mit Graf
Arnold II. von Lambach; den 2. als den Tochtermann des Markgrafen
Gottfried und Schwager des Bischofs Adalbero.
Was den älteren Markgrafen Otachar betrifft, ist es ganz glaublich,
dass Bischof Adalbero ihn überlebt
habe; weil er dem Aquilinus Caesar und allen andern steiermarkischen Geschichtsschreibern
zu Folge im Jahre 1088 starb; mit dem Grafen Ekbert aber scheint es, habe
sich Bischof Adalbero abgefunden, und
verglichen; denn die Mathilde,
seine Gemahlin, erwähnt, dass mehrere Dienstleute ohne Zweifel auch
viele Ortschaften und Gründe vom Bischof
Adalbero ihren Oheim an sie gefallen sind. Kurz Bischof
Adalbero handhabte sein Stift Lambach selbst, so lange er lebte;
die nachfolgenden Schicksale des Stiftes Lambach bis ins Jahr 1161 sind
dunkel und verwirrt. Zur Stiftung gab Bischof
Adalbero
a) 4 Wälder, 2 auf der Nordseite des Trauns
bei Wels, beide Hart genannt und 2 auf der Mittagsseite des nämlichen
Traunflusses, Buchenloch und Ewerwald genannt;
b) Zwisel, so er von seinem Oheim dem Arbo geerbt,
nebst dem nach gelegenen Bannmarkt bei Wels, der ein Erbstück seines
Vaters, und seines Bruders war, wie die Bestätigungs-Urkunde vom Jahre
1061 zu erkennen gibt;
c) 2 Märkte in Franken, einen bei Onolsbach
oder Anspach, den anderen bei Geroldshofen samt dazu gehörigen Nutznießung
und die Pfarre Tutenstetten.
4) Die andere Hauptstiftung, die
Bischof Adalbero bald nach jener zu Lambach gemacht, ist die
Abtei zu St. Stephan in Würzburg im Jahre 1057 für 30 Benediktiner,
wozu er die Schenkung der Pfalzgräfin Mathilde gegeben hat, wie der
Lebensbeschreiber dieser Mathilde bezeugt; nebst diesen hat er auch von
seinen Erbgütern 9 Höfe in Hettingsfeld oder Heidingsfeld und
einen beim Kloster gelegenen Garten hergeschenkt. In Banz, wie die Stiftungsurkunde
dieses Klosters selbst reden, muss des Bischofs
Adalbero Andenken, wie jenes des Stifters Markgrafen Hermann
und der Stifterin Alberada erhalten werden; wie er dann auch wirklich als
ein Hauptstifter dort verehrt wird. Überdies wird Bischof
Adalbero auch zu Schwarzach in Franken als ein zweiter Stifter
verehrt, weil er im Jahre 1074 die Klosterkirche neu erbaute und auf das
prächtigste dotierte. Dahin gab er den Zehnten vom Wein und Getreide
zu Dettelbach und Schwarzenau, den er von seinem eigenen Erbgut, das er
von seinem Vater ererbt, oder anderswo erworben, um bares Geld erkauft
hat. Der würzburgische Geschichtsschreiber Ludwig erwähnt auch
noch mehrere Schenkungen des
Bischofs Adalbero
nach Schwarzach, als: den Lichterwald, den Wald und alle Nutzung in Konobach,
den Zehnt in Dettelbach, einen Hof und den 3. Teil des Blutzehnts, der
zur Pfarre Dettelbach gehörte; weiter einen Weinberg in Lozelink.
Die Schicksale des Bischofs Adalbero,
besonders während der Spaltung zwischen dem König
HEINRICH IV. mit dem römischen Stuhle, und während
der 2 Nebenkönige RUDOLF und HERMANN
findet man sowohl bei mehreren gleichzeitigen Schriftstellern zerstreut,
als auch beisammen in den 9 würzburgischen Geschichtsschreibern aufgezeichnet.
Man ersieht hieraus, dass er bei König HEINRICH
IV. und anderen Fürsten seiner Zeit großes Ansehen
gehabt und dass man, ungeachtet er dem König
HEINRICH IV. widerstand, doch nicht daran dachte, ihn abzusetzen,
bis aufs Jahr 1085, wo er sich zwar auf eine kurze Zeit entfernen musste;
doch aber von Zeit zu Zeit zurückkehrte und seine bischöflichen
Handlungen ausübte. Berthold von Konstanz beim Jahre 1090 erteilt
ihm vieles Lob darüber, dass er einer der alten Bischöfe war,
der die Partei des heiligen Stuhles zu Rom auf das standhafteste hielt:
unus de antiquioribus Episcopis in causa S. Petri contra Guibertum et ejus
complices strenuissimus. Endlich, nachdem er viel Gefahren und Verfolgungen
großmütigst erlitten hat, starb er auf seinem Gut Lambach
im Jahre 1090 den 6. Oktober und wurde daselbst in seinem Kloster,
das er auf seinen Gütern gestiftet, begraben, wo er auch als ein Seliger
schon seit dem 12. und 13. Jahrhundert verehrt wird.
5) Vom seligen Bischof ist noch ein Vermächtnis
an das Hochstift Würzburg zu erwähnen, das er nach Zeugnis des
Ludwig in den würzburgischen Schriftstellern kurz vor seinem Tode
dahin gemacht haben soll. Das Vermächtnis ist richtig, weil
es zwei Urkunden vom Jahre 1222 die uns gelobter Ludwig in einem kurzen
Auszug geliefert hat, ausdrücklich anziehen; die Zeit aber ist so
gewiss nicht.Bischof Adalbero vermachte
nach Würzburg von seinem väterlichen Erbteil ein gutes Vorwerk,
Pflege oder Amt zu Lambach mit großen Einkommen und Nutzungen, Obrigkeiten,
Rechten und Zugehörungen, dafür man jährlich ein Amt mit
Vigilien und Messen im Domstift halten und die seine und seiner Eltern
Seele beten sollte. Diese Nutzungen und Gefälle zu empfangen musste
jährlich der Bischof von Würzburg einmal nach Lambach kommen,
bis endlich Bischof Otto im Jahre 1222 das ganze Amt samt seinen Zubehören
an Herzog Leopold von Österreich um 1.500 Mark Silbers verkauft und
davon 500 Mark zum Gedächtnis Bischof Adalberos
und zur Haltung eines Jahrtages angelegt hat. Diese Einkünfte werden
in rationario austriae des 13. Jahrhunderts pradia Erbipolensis, nämlich
vom Bischof von Würzburg erkaufte Kammergüter des Herzogs, genannt.
6) Der erwähnte Ludwig bringt endlich noch
ein altes Fragment vor, welches beim Tod des Bischofs
Adalbero meldet, zum Angedenken dieses Bischofs hätte Otto
seinen Bruder einen Weinberg zu Dungersheim und einen Diensthof daselbst
bestimmt; vorher hätte er 6 Fuder Wein zu Ingelheim und 1 Fuder zu
Königshofen den Domherren zum Weingeld vermacht. Es ist aber die Leseart
selbst in sich sehr dunkel und mir ist gar nicht wahrscheinlich, dass
Bischof Adalbero einen Bruder gehabt haben soll, der ihn überlebt
hätte. Ich lasse mir die Stelle wohl gefallen; aber ich lege sie entweder
von einem jüngeren Bruder, der aber geistlichen Standes war, oder
von einem vor dem Bischof Adalbero
verstorbenen Bruder aus, den vielmehr der Bischof, als er den Bischof geerbt
hatte.
Literatur:
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Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077)
Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 303,304,307,320,384
- Brunos Buch vom Sächsischen Kriege. Übersetzt von Wilhelm
Wattenbach, Phaidon Verlag Essen 1986, Seite 48,110,112 - Die Salier
und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I,
Seite 296/Band II Seite 98,137,227-229,232,235,240,246, 531/Band III Seite
311,331,392-394 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung
im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977,
Seite 50,95,133,140,217,246,291 - Goez, Werner: Lebensbilder aus
dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag
Darmstadt 1998, Seite 215-223 - Lechner Karl: Die Babenberger.
Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag
Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 70,89,102,176,212,259 - Pohl Walter:
Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta
Vacha, Verlag Styria, Seite 95,108,122,128,217 – Wies, Ernst W.:
Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle
Esslingen 1996, Seite 118,124,138,1253,202 -