Adalbero von Lambach                            Bischof von Würzburg (1045-1088)
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ca.1010/15-6.10.1090
                 Kloster Lambach an der Traun
 

Jüngerer Sohn des Grafen Arnold II. von Lambach-Wels und der Regilla von Verdun, Tochter von Graf Gottfried
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 94
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Adalbero, Bischof von Würzburg (seit 1045)
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* ca. 1010/15, + 6. Oktober 1090
                        Lambach an der Traun

Sohn des Kärntner Markgrafen (seit 1035) Arnold (+ 1055) und der Reginlind aus ostfränkischem Geschlecht

Letzter des österreichischen Mannesstammes WELS-LAMBACH

Würzburger Domschüler, schon früh - vermutlich als Hofkaplan HEINRICHS III. - mit den späteren Bischöfen Gebhard (von Salzburg) und Altmann (von Passau) befreundet, vom König am 29. Juni 1045 zum Bischof bestellt. Gründete mehrere Klöster (unter anderem Stift Neumünster in Würzburg) und förderte den Dombau. 1048 empfing Adalbero HEINRICH III. in Würzburg, nahm an kaiserlichen Synoden teil (1049 in Mainz mit Leo IX., 1052 in Bamberg), während die isolierte Nachricht, er sei (mit dem Abt Hugo von Cluny) 1051 Taufpate HEINRICHS IV. gewesen, fragwürdig bleibt. Von 1057 an hält er sich häufiger am Königshof auf.
Der ebenso reformeifrige wie königstreue Reichsbischof wurde jedoch durch den Ausbruch des Investiturstreites zum entscheidenden Gregorianer. Nachdem er das Wormser Absagemanifest vom 24. Januar 1076 noch widerstrebend unterzeichnet hatte, brach er mit dem exkommunizierten König, schloss sich der Fürstenopposition an und ließ sich nach Canossa (1077) auf keinen Ausgleich ein. Er beteiligte sich im März 1077 an der Forchheimer Wahl und der Mainzer Krönung des Gegenkönigs RUDOLF, konnte aber in seine königstreue, im August von RUDOLF vergeblich belagerte Bischofsstadt nicht zurückkehren. HEINRICH IV. erklärte Adalbero 1085 für abgesetzt und erhob den Bamberger Domscholaster Meinhard (+ 1089), 1089 den Würzburger Domherrn Emehard (+ 1105) zum Gegenbischof. Dank einem militärischen Erfolg HERMANNS kehrte Adalbero 1086 für kurze Zeit nach Würzburg zurück und wurde von der kaiserlichen Partei auch publizistisch erbittert bekämpft. Nachrichten über Weiheakte weisen ihn Ende 1088 in Comburg, 1089 im heimatlichen Lambach, 1090 in Salzbach nach.

Quellen:
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Vita v. einem Lambacher Mönch um 1200, hg. I. Schmale-Ott, Quellen und Forsch. Zur Gesch. des Bm.s Würzburg 8, 1954; dazu A. Lhutsky, Quellenkunde zur ma. Gesch. Österreichs, 1963, 210f.

Literatur:
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DHGE s.v. - LThK s.v. – NDB s.v. - K. Hallinger, Gorze-Kluny, 1950/51, 320-331 u.ö. – A. Wendehorst, StGreg 6, 1959/61, 147-164 – Ders., Das Bm. Würzburg I, Germania sacra NF I, 1962, 100-117 [mit Qq. Und Lit.] – W. Goez, Frk. Lebensbilder 6, 1975, 30-54.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 4
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Adalbero (von Lambach-Wels), Bischof von Würzburg
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* vor 1024, + 6.10.1090
                    Lambach

Vater:
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Arnold II., Markgraf der Kärntner Mark

Mutter:
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Reginlind (? Aus ostfränkischem oder lothringischen Geschlecht)

Domschule Würzburg. 1045 zum Bischof von Würzburg ernannt.
Schwerpunkt des Wirkens zunächst in der Würzburger Diözese.
1057 Neugründung des Stifts Neumünster, Umwandlung des Kollegiatsstifts St. Peter und Stephan in eine Benediktinerabtei, Reformierung der Abtei Münsterschwarzach im Sinne der Gorzer Reform („zweiter Gründer“).
Nach 1056 häufig in der Umgebung König HEINRICHS IV.
Als kompromißloser Anhänger der Kirchenreform seit 1076 Entfremdung von HEINRICH IV.
Maßgebliche Beteiligung an der Wahl des Gegen-Königs RUDOLF von Rheinfelden.
Mußte 1077 aus dem königstreuen Würzburg weichen; 1086 kurzfristige Rückkehr; schlug alle Versöhnungsangebote des Königs ab. Einer der wenigen konsequenten Gegner HEINRICHS IV.
Starb in seiner zum Benediktinerkloster umgewandelten Familiengründung Lambach.

Literatur:
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NDB 1; Lebensbilder Franken 6; Germania Sacra 1.
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GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 140
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25. Adalbero
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Bischof von Würzburg.
F. Vita Adalberonis SS 12, 129 und unten zu 1601 18/2;
Bischof 1045, resigniert 1088,
1089 15/9 Einweihung des Benediktiner-Klosters Lambach Vita 136;
+ 6/10 1090 und in Lambach begraben;
1061 18/2 Regensburg König HEINRICH IV. bestätigt Lambach auf Intervention seines getreuen Würzburger Bischofs Adalbero den Markt in Wels und den Zoll in Lambach eo iure, quo parentes eius scilicet avus Arnoldus et pater eius Arnoldus et frater suus marchio Gotfridus und zuletzt der Bischof selbst besaßen DD 6, 90 ff. n 70.
Der Todestag ist in den Nekrologen von Admont, St. Lambert, Asbach, Kremsmünster, St. Florian und Traunkirchen überliefert.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 40
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13. Adalbero
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1045 Bischof von Würzburg (MG.SS.XII.129ff. seine Lebensdaten),
resigniert 1088. Stiftet Kloster Lambach, wo er starb:
6.X.1090 (MG.SS.XII.136; Nec.II.304 Admont; 339 St. Lambert; IV.97 Asbach; 229 Kremsmünster; 271,285,316 St. Florian; 434 Traunkirchen).
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Finckenstein Finck von: Seite 87,159
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"Bischof und Reich"

Die Verwandtschaft Adalberos mit HEINRICH III. kann nur als denkbar angesehen werden, ist aber genealogisch nicht nachweisbar. Letzter noch von HEINRICH III. ernannter Würzburger Bischof und Nachfolger Brunos wurde Adalbero (1045-1090), dessen Amtszeit weit in den Investiturstreit hineinreicht, an dem er auch aktiv teilnahm. Über die Umstände seiner Erhebung ist nichts bekannt.
Adalbero stammte aus dem Hause der Grafen von Lambach an der Traun. Sein Vater Arnold II. war seit 1035 Markgraf der Kärntner Mark, sein Bruder Arnold III., Graf im Rotagau, ein anderer Bruder war Gottfried, Graf im Paltental und Markgraf der Kärntner Mark. Adalberos Mutter Reginlind stammte wahrscheinlich aus Lothringen und war vermutlich die Tochter des Grafen Gottfried von Verdun, und damit eine Schwester Adalberos von Verdun und eine Nichte Erzbischof Adalberos von Reims.
Seiner um 1200 verfassten Vita zufolge übergab ihn sein Vater schon früh der Würzburger Domschule, die wie wir sahen, in der Amtszeit Bischof Meginhards unter dem Scholaster Pernulf großes Ansehen besaß. In seine Jugendzeit reicht vermutlich seine Freundschaft zu Erzbischof Gebhard von Salzburg und Bischof Altmann von Passau zurück, ohne dass sich jedoch ein gemeinsamer Lebensabschnitt im Werdegang der 3 Bischöfe nachweisen ließe, es sei denn Adalbero wäre, wie seine beiden Freunde, auch Mitglied der Hofkapelle gewesen. Weitere Hinweise auf einen solchen Hofdienst lassen sich für Adalbero jedoch nicht finden, denn die Nachricht beim Zeitgenossen Marianus Scotus, Adalbero sei neben Hugo von Cluny Pate HEINRICHS IV. gewesen, wird man kaum als solchen Hinweis werten dürfen, da Adalbero bei der Taufe des Kaisersohnes 1050 längst Bischof war.
Diese letztere Nachricht ist allerdings ein wichtiges Zeugnis für das Verhältnis des Bischofs zu HEINRICH III. und damit wieder die Bedeutung des Würzburger Bischofssitzes im Reichsepiskopat. Im Reichsdienst ist der Bischof in der Regierungszeit HEINRICHS III. kaum hervorgetreten. Deutlich wird jedoch eine energische, wenngleich nicht immer erfolgreiche Erwerbungspolitik, die ihn zeitweise in Gegensatz zu Bischof Gunther von Bamberg und zum Kloster Fulda brachte. Bezeichnend für diese Politik, aber auch für den Typus des Reichsbischofs jener Zeit, den Adalbero darstellte, ist die, in ihrer vollen Bedeutung allerdings bezweifelte Behauptung Adams von Bremen: Solus erat Wirciburgensis episcopus, qui dicitur in episcopatu suo neminem habere consortem, ipse cum teneat omnes comitatus parochiae, ducatum provintiae gubernat episcopus.
Seine reformfreundliche Haltung, die aus seiner kirchlichen Tätigkeit, besonders der Reform des bischöflichen Eigenklosters Münsterschwarzach und seiner eigenen Gründung Lambach an der Traun, aber auch aus seinem Freundschaften hervorgeht, hat ihn später bereits in einem sehr frühen Stadium des Investiturstreites auf die Seite Gregors VII. geführt, in dessen Anhängerschaft er bis zur Konsequenz seiner Vertreibung aus dem Bistum Würzburg verharrte.
Er starb am 6. Oktober 1090 in seiner Kärntner Heimat in seinem Kloster Lambach, nachdem er Würzburg 1086 endgültig hatte verlassen müssen.
Sieht man von Adalberos politisch desintegrativer Haltung für das Reich im Investiturstreit ab, ergibt sich das Bild eines durch genealogische und freundschaftliche Verbindungen den Süden und Westen des Reiches überspannenden Bischofs. Durch seine Eltern mit den mächtigsten bayerischen und lothringischen Familien verwandt und dem Kaiserhaus durch seine Patenschaft für HEINRICH IV. auch persönlich eng verbunden, waren auch für Adalbero alle Voraussetzungen für eine übergreifend reichspolitische Wirksamkeit gegeben, zumal ihm Freundschaften zu Gebhard von Salzburg, Altmann von Passau und Gundekar I. von Eichstätt die notwendigen Verbindungen im Episkopat verschafften. Diese Möglichkeiten zu nutzen, verhinderte jedoch die kompromisslose Haltung des Bischofs in der nun heraufziehenden grundsätzlichen Auseinandersetzung dieses Zeitalters.

Fenske Lutz: Seite 140
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"Adelsopposition"

Noch 1086 war ein sächsisches Heersaufgebot durch Thüringen südwärts nach Ostfranken gezogen, wo man mit den südwestdeutschen Gegnern des Kaisers zusammentraf und die vereinigten Streitkräfte das kaiserliche Heer bei Pleichfeld besiegten, woraufhin Erzbischof Hartwig den aus Würzburg vertriebenen Bischof Adalbero unter feierlichen Formen in seine Bischofsstadt geleitete.

Moritz Joseph: Seite 25-36  (1803)
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Markgraf Gottfried von Lambach und Pütten, Adalbero Bischof von Würzburg und Herr von Wels, zwei Söhne des Grafen Arnold II. von Wels und Lambach
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3) Adalbero, Bischof zu Würzburg, der Stifter vom Kloster Lambach und mehrere andere Klöster ist in der Geschichte seiner Zeit sehr bekannt und berühmt. Seine Lebensbeschreibung hat ein Benediktiner vom Kloster Lambach im 13. Jahrhundert verfasst und sie ist mehrmals aufgelegt worden. Darin wird aber von seinen Eltern und seinem Bruder nur eine sehr kurze Erwähnung getan. Eine dunkle Stelle, die dort von der Mathilde, seiner Nichte vorkommt, hat die meisten Herausgeber verleitet, sie zur Schwester des Bischofs Adalbero zu machen; aber in den formbachischen Urkunden nennt Mathilde ausdrücklich den Bischof Adalbero ihren patruum, Vaters-Bruder. Der Taten dieses berühmten Bischofs Adalbero und sein Schicksal sind so viele, dass sie allein einen Band ausmachen würden, wenn man sie aus den gleichzeitigen Urkunden und Chroniken sammeln und in das gehörige Licht stellen wollte. Bischof wurde er im Jahre 1045 den 30. Juni, nachdem sein Vorfahr Bischof Bruno am Pfingstmontag, am 27. Mai gestorben war. Da sein Vater damals schon Markgraf in Kärnten, dem heutigen Steiermark, und sonst in der Gunst des Königs HEINRICH III. saß: so muss man sich über die Beförderung des Adalbero nicht wundern; besonders da er schon in seiner Jugend von seinem Vater in das Domstift zu Würzburg mit Hingebung vieler Güter in Franken oder im Würzburgischen zur Erziehung und folgendes zur Dompräbende übergeben war. Im Anfang seiner bischöflichen Regierung nahm er sich fast zu eifrig für die rechte seines Hochstifts gegen das Stift Fulda an. Seinem Hochstift brachte er nicht nur einen kaiserlichen Immunitätsbrief vom Jahre 1049, sondern auch im Jahre 1060 einen wohl vermarkten Wildbann an dem Fluss May vom König HEINRICH IV. und der Kaiserin Agnes zu wegen; ja auch andere berühmte Leute, zum Beispiel die Pfalzgräfin Mathilde veranlasste er, gegen das Hochstift freigiebig zu sein. Unter den Klöstern, in denen er als Stifter verehrt wird, ist Lambach in Ober-Österreich das erste und zu unserem Gegenstand das merkwürdigste. Eine Urkunde vom Jahr 1089 erzählt den ganzen Hergang der Stiftung und schaltet den ganzen ersten Stiftbrief vom Jahre 1056 mit Tag, Ort und Zeugen vollkommen ein. Dem Stiftungsjahr von Lambach, nämlich 1056, kann nicht widersprochen werden, weil es klar ausgedrückt steht, und die 9. Indiktion samt dem 12. Regierungsjahr des Bischofs Adalbero genau damit übereintreffen. Was anfangs vom Bischof Altmann von Passau und vom Papst Gregor VII. gesagt wird, dass die Stiftung mit ihrer Erlaubnis geschehen sei, dies muss Erzählungsweise auf den Verlauf der Geschichte der Stiftung vom Jahre 1056 bis 1089 verstanden werden. Die Stiftung war nämlich schon anfangs den größten Schwierigkeiten ausgesetzt. Bischof Adalbero unterließ nichts, sie zu unterstützen. Im Jahre 1056 geschah zu Regensburg die erste feierliche Errichtung des Stiftsbriefes im Beisein des Grafen Eberhard, Advokaten des würzbürgischen Kirche, und 18 anderer Zeugen vom Adel. Der Bischof Egilbert von Passau wird sich nicht dazu haben gebrauchen lassen. Die königliche Bestätigungsurkunde vom Jahre 1061 heilte alle Mängel und konnte alle Widersprüche ablehnen. Bischof Altmann, der im Jahre 1065 auf den passauischen Stuhl erhoben wurde, willigte in die Stiftung ein; doch waren von anderen Seiten noch Streitigkeiten, wovon uns die Urkunde vom Jahre 1072 deutliche Nachricht gibt. Den Markgrafen Otachar von Steier und den Grafen Ekbert I. von Formbach und Neuburg am Inn kennen wir als zwei Hauptgegner; den 1. wegen naher Blutsfreundschaft mit Graf Arnold II. von Lambach; den 2. als den Tochtermann des Markgrafen Gottfried und Schwager des Bischofs Adalbero. Was den älteren Markgrafen Otachar betrifft, ist es ganz glaublich, dass Bischof Adalbero ihn überlebt habe; weil er dem Aquilinus Caesar und allen andern steiermarkischen Geschichtsschreibern zu Folge im Jahre 1088 starb; mit dem Grafen Ekbert aber scheint es, habe sich Bischof Adalbero abgefunden, und verglichen; denn die Mathilde, seine Gemahlin, erwähnt, dass mehrere Dienstleute ohne Zweifel auch viele Ortschaften und Gründe vom Bischof Adalbero ihren Oheim an sie gefallen sind. Kurz Bischof Adalbero handhabte sein Stift Lambach selbst, so lange er lebte; die nachfolgenden Schicksale des Stiftes Lambach bis ins Jahr 1161 sind dunkel und verwirrt. Zur Stiftung gab Bischof Adalbero
a) 4 Wälder, 2 auf der Nordseite des Trauns bei Wels, beide Hart genannt und 2 auf der Mittagsseite des nämlichen Traunflusses, Buchenloch und Ewerwald genannt;
b) Zwisel, so er von seinem Oheim dem Arbo geerbt, nebst dem nach gelegenen Bannmarkt bei Wels, der ein Erbstück seines Vaters, und seines Bruders war, wie die Bestätigungs-Urkunde vom Jahre 1061 zu erkennen gibt;
c) 2 Märkte in Franken, einen bei Onolsbach oder Anspach, den anderen bei Geroldshofen samt dazu gehörigen Nutznießung und die Pfarre Tutenstetten.
4) Die andere Hauptstiftung, die Bischof Adalbero bald nach jener zu Lambach gemacht, ist die Abtei zu St. Stephan in Würzburg im Jahre 1057 für 30 Benediktiner, wozu er die Schenkung der Pfalzgräfin Mathilde gegeben hat, wie der Lebensbeschreiber dieser Mathilde bezeugt; nebst diesen hat er auch von seinen Erbgütern 9 Höfe in Hettingsfeld oder Heidingsfeld und einen beim Kloster gelegenen Garten hergeschenkt. In Banz, wie die Stiftungsurkunde dieses Klosters selbst reden, muss des Bischofs Adalbero Andenken, wie jenes des Stifters Markgrafen Hermann und der Stifterin Alberada erhalten werden; wie er dann auch wirklich als ein Hauptstifter dort verehrt wird. Überdies wird Bischof Adalbero auch zu Schwarzach in Franken als ein zweiter Stifter verehrt, weil er im Jahre 1074 die Klosterkirche neu erbaute und auf das prächtigste dotierte. Dahin gab er den Zehnten vom Wein und Getreide zu Dettelbach und Schwarzenau, den er von seinem eigenen Erbgut, das er von seinem Vater ererbt, oder anderswo erworben, um bares Geld erkauft hat. Der würzburgische Geschichtsschreiber Ludwig erwähnt auch noch mehrere Schenkungen des Bischofs Adalbero nach Schwarzach, als: den Lichterwald, den Wald und alle Nutzung in Konobach, den Zehnt in Dettelbach, einen Hof und den 3. Teil des Blutzehnts, der zur Pfarre Dettelbach gehörte; weiter  einen Weinberg in Lozelink. Die Schicksale des Bischofs Adalbero, besonders während der Spaltung zwischen dem König HEINRICH IV. mit dem römischen Stuhle, und während der 2 Nebenkönige RUDOLF und HERMANN findet man sowohl bei mehreren gleichzeitigen Schriftstellern zerstreut, als auch beisammen in den 9 würzburgischen Geschichtsschreibern aufgezeichnet. Man ersieht hieraus, dass er bei König HEINRICH IV. und anderen Fürsten seiner Zeit großes Ansehen gehabt und dass man, ungeachtet er dem König HEINRICH IV. widerstand, doch nicht daran dachte, ihn abzusetzen, bis aufs Jahr 1085, wo er sich zwar auf eine kurze Zeit entfernen musste; doch aber von Zeit zu Zeit zurückkehrte und seine bischöflichen Handlungen ausübte. Berthold von Konstanz beim Jahre 1090 erteilt ihm vieles Lob darüber, dass er einer der alten Bischöfe war, der die Partei des heiligen Stuhles zu Rom auf das standhafteste hielt: unus de antiquioribus Episcopis in causa S. Petri contra Guibertum et ejus complices strenuissimus. Endlich, nachdem er viel Gefahren und Verfolgungen großmütigst  erlitten hat, starb er auf seinem Gut Lambach im Jahre 1090 den 6. Oktober und wurde daselbst in seinem Kloster, das er auf seinen Gütern gestiftet, begraben, wo er auch als ein Seliger schon seit dem 12. und 13. Jahrhundert verehrt wird.
5) Vom seligen Bischof ist noch ein Vermächtnis an das Hochstift Würzburg zu erwähnen, das er nach Zeugnis des Ludwig in den würzburgischen Schriftstellern kurz vor seinem Tode dahin  gemacht haben soll. Das Vermächtnis ist richtig, weil es zwei Urkunden vom Jahre 1222 die uns gelobter Ludwig in einem kurzen Auszug geliefert hat, ausdrücklich anziehen; die Zeit aber ist so gewiss nicht.Bischof Adalbero vermachte nach Würzburg von seinem väterlichen Erbteil ein gutes Vorwerk, Pflege oder Amt zu Lambach mit großen Einkommen und Nutzungen, Obrigkeiten, Rechten und Zugehörungen, dafür man jährlich ein Amt mit Vigilien und Messen im Domstift halten und die seine und seiner Eltern Seele beten sollte. Diese Nutzungen und Gefälle zu empfangen musste jährlich der Bischof von Würzburg einmal nach Lambach kommen, bis endlich Bischof Otto im Jahre 1222 das ganze Amt samt seinen Zubehören an Herzog Leopold von Österreich um 1.500 Mark Silbers verkauft und davon 500 Mark zum Gedächtnis Bischof Adalberos und zur Haltung eines Jahrtages angelegt hat. Diese Einkünfte werden in rationario austriae des 13. Jahrhunderts pradia Erbipolensis, nämlich vom Bischof von Würzburg erkaufte Kammergüter des Herzogs, genannt.
6) Der erwähnte Ludwig bringt endlich noch ein altes Fragment vor, welches beim Tod des Bischofs Adalbero meldet, zum Angedenken dieses Bischofs hätte Otto seinen Bruder einen Weinberg zu Dungersheim und einen Diensthof daselbst bestimmt; vorher hätte er 6 Fuder Wein zu Ingelheim und 1 Fuder zu Königshofen den Domherren zum Weingeld vermacht. Es ist aber die Leseart selbst in sich sehr dunkel und mir ist gar nicht wahrscheinlich, dass Bischof Adalbero einen Bruder gehabt haben soll, der ihn überlebt hätte. Ich lasse mir die Stelle wohl gefallen; aber ich lege sie entweder von einem jüngeren Bruder, der aber geistlichen Standes war, oder von einem vor dem Bischof Adalbero verstorbenen Bruder aus, den vielmehr der Bischof, als er den Bischof geerbt hatte.
 
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 303,304,307,320,384 - Brunos Buch vom Sächsischen Kriege. Übersetzt von Wilhelm Wattenbach, Phaidon Verlag Essen 1986, Seite 48,110,112 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 296/Band II Seite 98,137,227-229,232,235,240,246, 531/Band III Seite 311,331,392-394 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 50,95,133,140,217,246,291 - Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag Darmstadt 1998, Seite 215-223 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 70,89,102,176,212,259 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 95,108,122,128,217 – Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 118,124,138,1253,202 -