Adela von Vohburg                        Deutsche Königin
------------------------                       Herzogin von Schwaben
1110/27 25.5. nach 1187
              Kloster Weißenau bei Ravensburg  

Vermutlich älteste Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg (8.4.1146) aus dem Hause der DIEPOLDINGER aus seiner 1. Ehe mit der Adelheid von Polen ( 25./26.3.1127), Tochter von Herzog Wladislaw I. Hermann ( 4.6.1102) und der Judith Maria von Deutschland
Schwester von
Domvögtin Jutta (Judith) von Regensburg ( 1.12.1175), von Markgraf Diepold IV. von Vohburg ( 31.11. vor 1130), Gräfin Liutgard von Lechsgemünd (25.9. nach 1160), Gräfin Eufemia von Assel (vor 1146), Stief-Schwester von Markgraf Berthold II. von Vohburg und Cham ( 15.9.1182/15.9.1185), Markgräfin Kunigunde von Steiermark ( 21./22.11.1184), Gräfin Adelheid von Lauffen (um 1175), Markgraf Diepold VI. von Vohburg und Cham ( 21.10.1193/21.9.1185), Herrin Sophie von Falkenstein und Hernstein (12.3.1176),
Nichte von Gräfin Adelheid von Mochental-Berg (
1.12.1125),
Groß-Nichte von Graf
Rapoto III. (IV.) von Cham ( 15.10.1080),
Verwandte von
Graf Udalrich (Ulrich) I. von Passau ( 24.2.1099), Pfalzgraf Rapoto IV. (V.) von Bayern ( 14.4. 1099), Gräfin Mathilde von Ratelberg-Winberg ( 1125), Bischof Hermann von Augsburg (19.3.1133) und Gräfin Hedwig von Abenberg,
Enkelin von
Markgrafen Diepold II. von Vohburg ( 7.8.1078) und der Liutgard von Kärnten
Ur-Enkelin
vom Römischen Kaiser HEINRICH III. ( 5.10.1056)
Nach Tobias Weller
Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg (8.4.1146) aus dem Hause der DIEPOLDINGER aus seiner 1. Ehe mit einer polnischen Adligen
W. K. Prinz von Isenburg und W. Wegener sehen Adela als Tochter Diepolds III. von Vohburg aus seiner 2. Ehe mit Kunigunde von Northeim, Tochter von Graf Kuno, der Cousine der Römischen Kaiserin Richenza von Northeim (10.6.1141), an. Das Geburtsjahr wäre dann um 1128 anzusetzen. 

Bedürftig Friedemann: Seite 8
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"Taschenlexikon Staufer"

ADELA VON VOHBURG
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* Ende 1128, nach 1187
                       Kloster Weißenau (bei Ravensburg)

Vater Diepold, Markgraf der Oberpfalz, hatte das Egerland für seine Familie gewonnen. Als er 1146 starb, zog es König KONRAD III. für das Reich ein und sorgte für die verwaiste Tochter Adela, indem er sie im selben Jahr oder im darauf folgenden mit seinem Neffen Herzog Friedrich III. von Schwaben, dem späteren Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA, verheiratete. Diese Fürsorge erwies sich für das Paar nicht als Segen, denn die Ehe blieb nicht nur kinderlos, sondern wurde auch unglücklich. An der Königskrönung ihres Mannes am 9. März 1152 in Aachen nahm Adela nicht teil, und im Jahr darauf ließ BARBAROSSA die Ehe durch Bischof Hermann von Konstanz scheiden. Offiziell wurde als Grund „zu nahe Verwandtschaft“ genannt, doch geben viele Quellen einen Ehebruch Adelas als Begründung an, wofür manches spricht. Zum einen konnte es sich ein König nicht leisten, als betrogener Ehemann dazustehen, zum anderen hätte Ehebruch allenfalls zu einer Trennung geführt, als Scheidungsgrund hätte er auch bei einer Königin nicht ausgereicht. Das Verwandtschaftsargument war natürlich nur vorgeschoben, denn es war ja schon bei der Eheschließung bekannt und stellte in vielen anderen Fällen kein Hindernis dar.
Zudem bemühte sich BARBAROSSA nach der Scheidung sogleich, allerdings vergebens, um die byzantinische Prinzessin Maria Komnena (* um 1139,
nach 1154), mit der er enger verwandt war als mit Adela. Ein anderer möglicher Scheidungsgrund wäre gewesen, dass die Ehe nicht „vollzogen“ worden sei, doch mag das nach fünf Jahren wenig glaubhaft gewesen sein oder doch als Makel auf der königlich-männlichen Ehre gegolten haben. Darauf, dass dem dennoch so gewesen sein könnte, deutet die Tatsache, dass beide einstigen Partner in den nächsten Verbindungen eine Reihe von Nachkommen hatten.
Adela verheiratete sich schon sehr bald nach der Scheidung mit dem Ministerialen Dietho von Ravensburg (* um 1130,
nach 1187); und auch diese „Mesalliance“ ist wohl ein Beleg für den Tatbestand Ehebruch, denn nur die Macht inniger Liebe vermochte Standesschranken zu überwinden, wie sie die Fürstin Adela vom Dienstmann Dietho trennten. Dass BARBAROSSA gegen die Neuverheiratung nicht einschritt, ist erstaunlich; gewöhnlich verschwand die verstoßene Ehefrau eines Königs stillsschweigend in einem Kloster.


Hlawitschka Eduard: Seite 135-138
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"Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band II 1138-1197"

XXXVII : Adela (von Vohburg), 1. Gemahlin König und Kaiser Friedrichs I. (Barbarossa)

1 : Adela (von Vohburg)

Adela (von Vohburg) wird von FRIEDRICH I. in seinen Urkunden nicht als Gemahlin genannt; und auch auf den Münzen BARBAROSSAS, die diesen als Fredricus Rex zeigen, die also noch in seine Königszeit gehören, und neben ihm eine Frau aufweisen, welche somit nicht die erst in seiner Kaiserzeit geheiratete Beatrix, meinen kann, erscheint ihr Name nicht; vgl. G. PAMME-VOGELSANG, Ehen der mittelaltterlichen Herrscher im Bild Seite 226ff., 320ff.
Im März 1153 wurde in Konstanz die Ehe FRIEDRICHS I. und Adelas geschieden; vgl. hierzu die Quellenzusammenstellung bei H. SIMONSFELD, Jahrbücher Friedrichs I., Band 1, 1908, Seite 156; auch J.F. BOEHMER-F. OPPPL, Regesten Friedrichs I., 1. Lieferung, Seite 48 nr. 167. - Während einige Quellen wie zum Beispiel die Ann. Welfici Weingartenses, MGH SS 17 Seite 309 (auch ed. in: E. KÖNIG, Historia Welforum Seite 88), nur das Faktum der Ehetrennung mitteilen - Anno 1153. Divorcium factum est Constantiae inter Fridericum et Adilam filiam Diopaldi marchionis -, geben andere auch Gründe hierfür an. Nach Otto von Freising, Gesta Fredrici lib. II cap. 11, MGH SS rer. Germ. Seite 111ff., ed. F.-J. SCHMALE Seite 300, erfolgte die Ehescheidung ob vinculum consanguinitatis.
Auch die Ann. Marbacenses ad 1153, MGH SS rer. Germ. Seite 46f., überliefern die Begründung Ottos von Freising:
legati filiam, marchionis de Frovburch Adelam nomine ob vinculum consanguinitatis, ut dicebatur ... separaverunt.
Bei Burchard von Ursperg, Chron., MGH SS rer. Germ. Seite 26, wird die gleiche Begründungg gegeben:
iudicio ecclesie in sinodo Constantiensi inter ipsum [= Friedrich] et Adilam, filiam marchionis Diepoldi de Vohburc, quam habuerat uxorem, divortium celebratum est obiectu consanguinitatis.
Auch ebd. Seite 45 zu 1153 das Zitat aus den Ann. Welfici Weingartenses (ed. E. KÖNIG Seite 88). -
Oftmals wird in der Literatur (vgl. bei E. RUNDNAGEL, Ehescheidung Friedrich Barbarossas Seite  148f.) auch über Kinderlosigkiet und Unfruchtbarkeit Adelas als Scheidungsgrund spekuliert. Basis hierfür bilden die Würzburger Annalen (Ann. Herbipolenses ad 1153, MGH SS 16 Seite 9):
Imperator ... filiam Theobaldi marchionis de Voheburc vel pro eo quod ...... vel ideo, quod in articulo consanguinitatis proxime illicito videbantur coniuncti esse matrimonio.
Die Lücke von etwa 6 Worten zwischen quod und vel wird hierbei mit der Konjektur sine prole erat geschlossen. Auf Konjekturen jedoch läßt sich nicht bauen! Und Unfruchtbarkeit war nach erst etwa 3-5 jähriger Ehe schwerlich schon behauptbar. -
Otto von St. Blasien, Chronica cap. 10, MGH SS rer. Germ. Seite 10, gibt um 1209/10 an, daß Friedrich seine Frau, weil sie mehrfach des Ehebruchs bezichtigt war, verstieß:
Fridericus ... apud Constanciam  ... in choro Constanciensi uxorem suam, filiam marchionis de Vohiburch, Adalam nomine, causa fornicationis sepius infamatam repudiavit.
Die Ann. Palidenses ad 1156, MGH SS 16 Seite 82, berichten, daß Friedrich nobilem habens uxorem filiam Tiepaldi marchionis, die er propter inproborum figmante ... repudiaverat.
Im Chronicon Montis Sereni (um 1230 entstanden), MGH SS 23 Seite 149, heißt es (ad 1153):
Fridericus rex coram nunciis apostolici ab uxore sua propter notam adulterii separatus est.
Und die Ann. S. Aegidii Brunsvicens. excerpta, MGH SS 30/1 Seite 15, überliefern, aus den Ann. Palidenses schöpfend:
Rex Fredericus separatus est ab uxore sua coram apostolice sedis legatis, qui, nobilem habens exorem, filiam Tietpaldi marchionis, propter improborum figmenta repudiavit.
Zu den Hintergründen der Ehescheidung vgl. E. RUNDNAGEL, Ehescheidung Seite 145-149, der aber nicht voll überzeugen kann; vgl. auch G. BAAKEN, Altersfolge der Söhne Friedrich Barbarossas, Seite 46ff.; T. WELLER; Heiratspolitik Seite 84ff.; zuletzt ausführlich E. HLAWITSCHKA, Auflösung der Ehe Friedrich Barbarossas Seite 509-536.
Adela heiratete später den welfischen Ministerialen Dietho de Ravenspurc ministerialis ipsius [=  Friderici imperatoris; dies aus späterer Sicht, als die welfischen Ministerialen bereits mit dem Erbe Herzog Welfs VI. staufisch geworden waren]; so Burchard von Ursperg, Chron. Seite 26. Vgl. auch H. SIMONSFELD, Jahrbücher Friedrichs I. Seite 169.
Die Zeit um "ca. 1147" als Zeitpunkt des Beginns der kinderlos gebliebenen, 1053 getrennten Ehe Adelas mit FRIEDRICH BARBAROSSA vermuten unter anderem E. MASCHKE, Geschlecht der Staufer Seite 150f. Anm. 1 (mit Begründung), Seite 154 Anm. 62, und Stammtafel im Anhang; K. TROTTER, Grafen von Vohburg, in: Genealogisches Handbuch zur bairisch-österreichischen Geschichte Seite 57; G. BAAKEN, Altersfolge Seite 47 Anm. 4; T. WELLER, Heiratspolitik Seite 85; DERS., Auf dem Weg Seite 55. - Für "wohl 1149" plädieren O. ENGELS, Friedrich I., in: LexMA IV Spalte 931; H. SIMONSFELD, Jahrbücher Friedrichs I. Seite 157 Anm. 23; E. RUNDNAGEL, Ehescheidung Seite 146 und 149; K. NICOLAI, Genealogie und Charakteristik, Anmerkungsseite 27f. Anm. 266. - Unentschieden zwischen 1147 und 1149 läßt die Frage F. BÖHMER-F. OPPL, Regesten Nnr. 46. -
Daß die Ehe in Eger geschlossen worden sei, berichtet das späte Chronicon Waldsassense, ed. A. F. OEFELE, Rerum Boicarum Scriptores I Augsburg 1743, Seite 56:
Post aliquantos igitur annos ubi basilica ipsa (= Waldsassen) extructa fuit, Friedricus primus ... in oppido Eger, quod monasterio est confine, cum filia supradicti marchionis, quam sibi desponsaverat, nuptiarum solemnia exegit.
Doch ist dies eine unhaltbare Schlußfolgerung aus der in der 2. Hälfte des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts entstandene Fundatio monasterii Waldsassensis cap.8, MGH SS 15/2 Seite 1092, wo bei der Erwähnung des Reichstages FRIEDRICHS BARBAROSSAS von Eger vom Juni 1179 die Weihe der Waldsassener Basilica und die dudum ante hoc dies erfolgte desponsatio FRIEDRICHS mit der Tochter Markgraf Diepolds III. und die Dotation mit toto illo territorio erwähnt sind.
Die Geburtszeit Adelas "vor 1127" läßt sich daraus folgern, daß sie ein Kind der 1. Ehe ihres Vaters war. Ihre Mutter verstarb 1127; vgl. dazu unten bei nr. 2; auch E. MASCHKE, Geschlecht Seite 154 Anm. 62.
Zu Adelas Todestag gibt es zwei verschiedene Vermutungen. So möchte der Editor des Nekrologs von St. Lambrecht/Steiermark, S. HERZBERG-FRÄNKEL, den Eintrag Adelheit regina zum 25. Mai, MGH Necrol. 2 Seite 333 und Register Seite 380, auf sie beziehen; ihm schließt sich K. TROTTER, Grafen von Vohburg Seite 57, an. In MGH Necrol. 1, hg. von F. L. BAUMANN, ist der zum 19. Februar (Seite 177) erfolgte Eintrag Adelhaidis regina, benefactrix im Nekrolog von Isny mit der Fußnote uxor prior Friderici I? versehen. Bei der 2. Nennung dürfte es sich jedoch um Adelheid, die 1079 verstorbene 2. Gemahlin des (Gegen)-Königs RUDOLF (VON RHEINFELDEN) handeln; vgl. bei XXIV : Königin Adelheid nr. 1 (= Band I,2 Seite 504).
Ihr Grab soll sie im ehemaligen Kloster Löwental (heute Ortsteil von Friedrichshafen am Bodensee) gefunden haben; so F. A. RIEF, Buchhorner Urkunden, Einleitung Seite XI. Es wird jedoch kein Quellenbeleg hierfür angegeben, so daß diese Angabe kaum Glauben verdient. Übernommen von hier sind die Hinweise auf Adelas Bestattungsort Löwental bei K. NICOLAI, Genealogie und Charakteristik Seite 52,54 und W. KOWALSKI, Königinnen Seite 11 Anm. 3.
Die Angaben von H. DECKER-HAUFF, Das Staufische Haus Seite 351, zu Adela "* um 1128 - Anfang 1129,
(Kloster Weißenau bei Ravensburg?) wohl nach 1187" sind teils unrichtig und widerlegbar (siehe oben), teils unbelegt. Sie sind übernommen bei W. KOCH, Kaiser Friedrich I. Barbarossa Seite 275. Von den von H. Decker-Hauff "gefälschten Texten", die angeblich aus dem (im 2. Weltkrieg arg beschädigten, inzwischen jedoch wiederhergestellten) sogenannten 'Roten Buch des Klosters Lorch' stammen sollten, spricht jetzt - zu Recht - K. GRAF, Staufertraditionen im Kloster Lorch Seite 171; vgl. auch T. WELLER, Heiratspolitik Seite 196-226.

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 189
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25. ADELA
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(Aus 2., nicht 1. Ehe von 18).
Adela kann nicht gut älter gewesen sein als ihr 1125/26 geborener erster Gatte, daher stammte sie nicht aus 1. Ehe Dietpolds  III., die damals schon etwa 25 Jahre währte; ihr Name geht außerdem auf ihre Ur-Großmutter Adela von Löwen zurück.

Gemahl:
----------
1.) Herzog Friedrich III. von Schwaben, der nachmalige Kaiser, in Eger 1147, geschieden März 1153 zu Konstanz SS 9, 582; 16, 9, 89; 17, 509
2.) Dieto von Ravensburg, welfischer Ministerial.


GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 56
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15. ADELA
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Aus 1. Ehe. 25.V.... (Nec. II.333, St. Lambrecht); heiratete
1. in Eger 1147 (MG. SS. 15/2.1088)
Kaiser FRIEDRICH I., von dem sie ..III.1153 (MG. SS. 17. 390) zu Konstanz geschieden wurde, um
2. Dietho von Ravensburg, einen kaiserlichen Ministerialen, zu heiraten (MG. SS. 9. 582; 16. 9; 16. 89)


Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 351
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"Die Zeit der Staufer"

VIII. GENERATION

44 (35) KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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* um 1122-etwa 1124, 10.6.1190
 

  1146/47; geschieden Konstanz März 1153 wegen einer angeblich zu nahen Blutsverwandtschaft
  1. oo ADELA/ADELHEID VON VOHBURG
           * um 1128/Anfang 1129, wohl nach 1187
                                                 Kloster Weißenau bei Ravensburg

Tochter des Markgrafen von Giengen (Brenz), von Vohburg, von Cham, von Nahburg, Markgrafen auf dem Nordgau Diepold III. (um 10801146) und seiner 2. (nicht 1.!) Gattin N von Polen (1106/09um 1129), Tochter des Königs Boleslaw III. ("Schiefmaul") von Polen.

  2. oo Ende 1153/54
          Dietho von Ravensburg
          * um 1130, nach 1187

Ministeriale des Herzogs Welf VI., dann des Herzogs Friedrich V. von Schwaben, Wohltäter des Prämonstratenser-Klosters Weißenau, urkundet 1152-1187
(Aus dieser Ehe Nachkommen; die Ehe mit BARBAROSSA kinderlos)


Höflinger Klaus: Seite 275
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"Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190)" in: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern

KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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* 20.-23.12. (?) 1122
10.6.1190, ertruken im Fluß Saleph in Kleinasien

Grabstätte: Fleisch in der Kathedrale St. Peter in Antiochia, Herz und Eingeweide in Tarsus, Gebeine in der Kathedrale in Tyrus, ihre Beisetzung in Jerusalem war vorgesehen

Eltern: Friedrich (II.) der Einäugige ( 1147), Herzog von Schwaben, und die WELFIN Judith ( 1130/31) (siehe Seite 263)

  um 1130-1145
  freie Verbindung mit einer Hochfreien (?)

  1147 oder 1149 in Eger (?)
  1. oo ADELA VON VOHBURG
          * Ende 1128/Anfang 1129
          wohl nach 1187, Prämonstratenserstift Weißenau bei Ravensburg (?)

Eltern: Markgraf Diepold III. von Vohburg ( 1146) und eine Tochter des Polen-Königs Boleslaw III.

Die Ehe wurde unter dem Vorwand zu naher Verwandtschaft im März 1153 im Dom zu Konstanz in Anwesenheit der päpstlichen Legaten Bernhard von S. Clemente und Gregor von S. Angelo und Bischof Hermann von Konstanz geschieden.
Ende 1153/54 heiratete Adela Dietho von Ravensburg (
nach 1187), einen Ministerialen im Dienst Welfs VI., später Herzog Friedrichs V. von Schwaben.


Schwennicke, Detlef: Tafel 78
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

ADELA
-----------
   

aus 2. Ehe

ERBIN des EGERLANDES

 Eger vor 2.III.1147
  I. oo FRIEDRICH III. Herzog von Schwaben (STAUFER), 1152 HRRKg, 1155 HRRKaiser
             
10.VI.1190

geschieden Konstanz III. 1153

  II. oo DIETO VON RAVENSBERG welfischer Ministeriale 1152/80
               


Schwennicke Detlev: Tafel 15
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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* wohl nach 1122, ertrunken im Fluss Saleph, Kleinasien 10. VI 1190

als Friedrich III. HERZOG VON SCHWABEN
Frankfurt/Main 4. III 1152 als KÖNIG gewählt
Aachen 9. III 1152 gekrönt
Rom 18. VI 1155 KAISER
1156 GRAF VON BURGUND
Arles 20. VII 1178 gekrönt als KÖNIG VON BURGUND
nimmt 1188 das Kreuz

Begraben: Eingeweide Tarsus, "Fleisch" zu St. Peter in Antiochia, Gebeine Kathedrale zu Tyrus

   Eger vor 2. III 1147
  I. oo ADELA VON VOHBURG

Tochter von Diepold III. Markgraf von Vohburg und Cham
Erbin des EGERLANDES, geschieden Konstanz III 1153

  II. oo Dieto von Ravensburg 1152/80 welfischer Ministerialer


Adela war die Erbin des Egerlandes.
Die erste Ehe Adelas wurde wegen zu naher Verwandtschaft (6. Grad), wegen Unfruchtbarkeit oder wegen Ehebruchs mit päpstlicher Erlaubnis geschieden. Die zweite Ehe Adelas mit einem weit unter ihr rangierenden, abhängigen Ministerialen deutet möglicherweise an, dass das Gerücht des Ehebruchs nicht aus der Luft gegriffen war.

Mühlbacher Josef: Seite 30-31
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Die erste Ehe FRIEDRICH BARBAROSSAS mit Adela von Vohburg hätte nach heutigen Begriffen der Boulevardpresse Schlagzeilen eingebracht.
Adela (geboren zwischen 1110 und 1127) war die Tochter des Markgrafen Diepold II. von der Ober-Pfalz, dem Grenzland gegen Böhmen, das 1077 durch Kaiser HEINRICH IV. dem ihm getreuen Diepold I. aus dem ehemaligen Nordgau erweitert worden war. Die Mutter Adelas war Adelheid, die Tochter des Herzogs Wladislaw I. von Polen. Die DIEPOLDINGE waren schwäbischer Herkunft, standen als Grafen von Acerra und Herzöge von Spoleto im Dienst BARBAROSSAS und starben 1204 aus.
FRIEDRICH BARBAROSSA heiratete Adela um 1147, im März 1153 wurde die Ehe geschieden. Die Gründe, die FRIEDRICH vorbrachte, waren fadenscheinig. Auch mit seiner zweiten Frau Beatrix von Burgund war er im selben Grad verwandt; als weiterer Scheidungsgrund wurde die Unfruchtbarkeit Adelas angeführt, schließlich wurde ihr, um das Maß der Beschuldigungen vollzumachen, Ehebruch vorgeworfen.
Die Ehe wurde zwar mit päpstlicher Erlaubnis getrennt, aber nicht geschieden, so dass FRIEDRICH sich nicht wieder hätte verheiraten können. 1153 sprachen sich in Konstanz der Kardinal Johann Orsini und mehrere Prälaten für die Scheidung aus. FRIEDRICH lag daran, Adela loszuwerden.
Adela heiratete in zweiter Ehe Dietho von Ravensburg, der 1179 als Ministeriale BARBAROSSAS, ein Jahr später als Ministeriale der WELFEN erwähnt wird. Er war der Ahnherr der Kämmerer von Ravensburg. Der Ehe entstammten Kinder.
Ein Nachkomme, Heinrich, wurde Dienstmann Konradins. Wann Adela, die in zweiter Ehe unter ihrem Stand geheiratet hatte, starb, ist unbekannt.

Lebe Reinhard: Seite 58
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"Ein Königreich als Mitgift"

FRIEDRICH hat etwa im Jahre 1147, wohl auf Betreiben seines Onkels, König KONRADS III., Adela (alias Adelheid) von Vohburg geheiratet, die Tochter des Markgrafen Diepold von Vohburg-Cham-Nabburg-Giengen. Es war fraglos eine pragmatische Mitgiftheirat, denn Adela brachte dem jungen Schwaben-Herzog beträchtliche Güter ein. Nie aber trat FRIEDRICH mit Adela offiziell auf, sie wurde nicht zur Königin gekrönt, und sie gebar ihm keine Kinder; ja es ist "in neuerer Zeit schlüssig festgestellt" worden, dass "der Grund für die Scheidung", die FRIEDRICH schon nach wenigen Ehejahren betrieb, "in einem Ehebruch seiner Frau gelegen haben dürfte" (Helmut Hiller).
Als offizieller Grund für die vom Papst taktisch bereitwillig gebilligte Auflösung der Ehe wurde freilich zu nahe Blutsverwandtschaft mit Adela angegeben. Wir haben davon gesprochen: eine in solchen Fällen gängige Spitzfindigkeit, mit der das kanonische Recht ausgetrickst wurde, denn so "verwandt" miteinander wie FRIEDRICH und Adela waren die Partner in sehr zahlreichen, ja fast den meisten dynastischen Ehen. Die überlieferte Tabula consanguinita aber bewies mit feiner Manipulation: allzu nah "verwandt".
Später ist - fast so "schlüssig" wie ihr "Ehebruch" - auch Adelas Kinderlosigkeit als eigentlicher Scheidungsgrund genannt worden. Adelas Mitgiftbesitzungen jedenfalls behielt der STAUFER, als er sich 1153 von ihr trennte - und wenn sie ihn denn wirklich schuldhaft betrogen haben sollte, mag's ihr recht geschehen sein. Nicht zu verschweigen übrigens, dass die Verstoßene in einer zweiten Ehe keineswegs kinderlos geblieben ist.

Lehmann Johannes: Seite 40,77
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"Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts"

Als FRIEDRICH BARBAROSSA vom Kreuzzug nach Schwaben zurückkam, war Friedrich Einaug gestorben, so dass das Herzogtum Schwaben auf ihn überging. In diese Zeit fällt möglicherweise ein Ereignis, das FRIEDRICH BARBAROSSA und seine Chronisten erstaunlicherweise schlichtweg totgeschwiegen haben, so dass wir wieder einmal keinerlei Daten besitzen: Es war die Hochzeit FRIEDRICH BARBAROSSAS mit Adelheid, der Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg. Aber nicht einmal bei seiner Krönung im Jahre 1152 wurde die Königin mit einem einzigen Wort erwähnt. Dass FRIEDRICH BARBAROSSA überhaupt verheiratet war, erfahren wir erst nach seiner Krönung aus der Tatsache, dass er vom Papst die Annullierung seiner Ehe verlangte und auch bekam.
Die Ehe FRIEDRICHS mit Adelheid von Vohburg hatte der Papst schon im März 1153 annulliert. Als Trennungsgrund wurde offiziell angegeben, BARBAROSSA sei zu nah - nämlich im 6. Grad - mit Adelheid verwandt gewesen, eine Entdeckung, die er freilich reichlich spät machte und die ihn dann auch nicht hinderte, Beatrix von Burgund zu heiraten, die ebenfalls eine Verwandte 6. Grades war.
Man hat früher vermutet, BARBAROSSA habe wirklich befürchtet, die Ehe werde kinderlos bleiben, während andere Historiker meinten, die Ehe mit der Markgrafen-Tochter habe nicht seiner Stellung als König und Kaiser entsprochen. Ob dies die für BARBAROSSA ausschlaggebenden Gründe waren, läßt sich jedoch nicht nachweisen. Dagegen gibt es vier mittelalterliche Quellen, die von einem Ehebruch der Adelheid berichten. Man hat diese Berichte immer wieder als Verleumdung abtun wollen; für ihre Korrektheit spricht aber, dass Adelheid nach der Scheidung weit unter ihrem Stand einen unfreien Dienstmann, einen sogenannten Ministerialen, heiratete, was den Historiker Friedrich von Raumer schon im letzten Jahrhundert zu der Bemerkung veranlaßte, dass Adelheids zweite Heirat "an allerhand obige Beschuldigungen erinnernde Bedenken erregt" habe, weil ein solcher Abstieg nur mit echter Liebe erklärt werden könne. Man nimmt daher heute allgemein an, dass Ehebruch der wahre Trennungsgrund gewesen ist und  sicherlich auch der Anlaß dafür, dass FRIEDRICH BARBAROSSA Adelheid mit keinem Wort erwähnte und auch nicht zur Königin krönen ließ. Da Ehebruch den Mann zur Verstoßung seiner Frau, aber nicht zu einer kirchlich anerkannten Ungültigkeitserklärung berechtigt hätte, wurde zu nahe Verwandtschaft vorgeschoben.

Lechner Karl: Seite 354 A 37
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"Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

FRIEDRICH I. war bereits vorher mit Adela, der Tochter Markgraf Diepolds II. von Cham-Vohburg, verheiratet, hatte sich aber im März 1153 auf einem Hoftag zu Konstanz von ihr getrennt, angeblich wegen "fornicatio", wie Otto von St. Blasien in seiner Chronik sagt. Der Vorwurf ist ebenso wie eine angebliche Blutsverwandtschaft unbegründet. Der Grund dürfte die Unfruchtbarkeit der Gemahlin nach mehrjähriger Ehe gewesen sein.

Cardini Franco: Seite 68
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"Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes"

In welchem Jahr FRIEDRICH sich mit Adela, der Schwester von Markgraf Gebhard von Vohburg, vermählt hatte, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Manche nehmen an, die Hochzeit habe noch ehe FRIEDRICH Herzog von Schwaben geworden war, also in den ersten Monaten des Jahres 1147, stattgefunden; nach anderen erst in der 2. Hälfte des Jahres 1149. Adela, die einige Jahre älter als FRIEDRICH war, hatte als Mitgift das direkt vom König abhängige Lehen Egerland in die Ehe mitgebracht. Wie hinter einem Nebelschleier bleibt vor unseren Blicken diese deutsche Dame verhüllt, die lange abseits stand, die bei der Thronbesteigung ihres Gemahls nicht mit ihm gekrönt wurde und die sich schließlich mit der der Auflösung der Ehe abfinden mußte. Da ihre Ehe kinderlos geblieben war, andererseits aber die Zweitehen beider Partner mit Nachwuchs gesegnet waren, besteht in der Tat der Verdacht, dass intime Beziehungen zwischen FRIEDRICH und seiner Gemahlin eher selten gewesen sein dürften. Zwischen Kreuzzug, der Sorge um das Herzogtum und dann dem Kampf um die Krone wird FRIEDRICH wohl nicht viel Zeit geblieben sein, um sich einer nicht mehr ganz jungen und obendrein aus einer zweitrangigen Familie stammenden Frau zu widmen.
Die Gerüchte über Adelas Untreue mögen allenfalls zu den Rechtfertigungsbelegen für die Annullierung des Ehebundes gehört haben, aber es ist kaum anzunehmen, dass sie vom Hof und schon gar nicht von FRIEDRICH ausgegangen sind. Die Entwicklung der ganzen Affäre veranlaßt uns jedenfalls eher zu der Annahme, dass FRIEDRICH der verlassenen Adela gegenüber Gefühle entfernter Reue, wenn auch vermischt mit Unduldsamkeit, hegte. Die Auflösung der Ehe erfolgte ohne Schwierigkeiten und mit Billigung der Kirche aufgrund des damals üblichen Vorwandes einer vorhandenen Blutsverwandtschaft 6. Grades.
Adela vermählte sich in zweiter Ehe mit dem standesgemäß unter ihr stehenden Ritter Dietho von Ravensburg, einem Ministerialen, wobei Ungewißheit darüber besteht, ob er Anhänger der STAUFER oder WELFEN war.

Opll Ferdinand: Seite 32,46,238
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"Friedrich Barbarossa.!"

FRIEDRICH verstand es in diesen Jahren seine Stellung als schwäbischer Herzog durch seine Ehe mit mit der Tochter des Markgrafen Diepold von Vohburg, Adela, weiter zu festigen und damit zugleich seine territoriale Machtbasis nach dem osten entscheidend auszuweiten.
Der STAUFER nahm gerade dabei ganz bewußt Maßnahmen seines Vorgängers wieder auf, wobei es parallel zu deutsch-byzantinischen Eheverhandlungen darum gegangen war, die als Mitgift für die Gemahlin Kaiser Manuels, Bertha von Sulzbach, vorgesehene Abtretung italienischen Bodens wieder rückgängig zu machen. In der Tat nahm FRIEDRICH derartige Pläne gerade ab diesem Tag von Konstanz in verstärktem Maße auf, war damals doch seine erste Ehe mit Adela von Vohburg - offiziell wegen zu naher Verwandtschaft faktisch aber wohl eher wegen weiter ausgreifender, poltischer Motive - von den päpstlichen Legaten getrennt worden. Damit konnte der STAUFER selbst als Brautwerber in den ab dem Sommer 1153 geführten Verhandlungen mit Ostrom auftreten.
Der STAUFER selbst war in seiner ersten, 1153 geschiedenen Ehe mit Adela von Vohburg vermählt gewesen und hatte damit seine Macht und seinen Einfluß in den ostfränkischen Raum hinein ausdehnen können.
 
 
 
 

    1147-1153
  1. oo 1. FRIEDRICH I. BARBAROSSA König des Deutschen Reiches
      x       1122/2510.6.1190

  2. oo Dietho von Ravensburg (Ministeriale)
           um 1130um 1180
 
 
 
Quellen:
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Otto von Freising und Rahewin: Die Taten Friedrichs oder richtiger Cronica, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1965 -

Literatur:
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