Vermutlich älteste Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg
(† 8.4.1146) aus
dem Hause der DIEPOLDINGER aus seiner 1.
Ehe
mit der Adelheid
von Polen († 25./26.3.1127), Tochter
von Herzog
Wladislaw I.
Hermann († 4.6.1102) und
der
Judith Maria von
Deutschland
Schwester
von Domvögtin
Jutta (Judith) von Regensburg († 1.12.1175), von Markgraf Diepold IV. von Vohburg († 31.11. vor 1130), Gräfin Liutgard von Lechsgemünd (†
25.9.
nach 1160), Gräfin Eufemia von Assel († vor
1146),
Stief-Schwester von Markgraf Berthold II. von Vohburg und Cham († 15.9.1182/15.9.1185), Markgräfin Kunigunde von Steiermark († 21./22.11.1184),
Gräfin Adelheid von Lauffen († um 1175), Markgraf Diepold VI. von Vohburg und Cham († 21.10.1193/21.9.1185), Herrin Sophie von Falkenstein und Hernstein († 12.3.1176),
Nichte von Gräfin Adelheid von Mochental-Berg († 1.12.1125),
Groß-Nichte von Graf Rapoto III.
(IV.) von Cham (⚔ 15.10.1080),
Verwandte
von Graf Udalrich
(Ulrich) I. von Passau († 24.2.1099), Pfalzgraf Rapoto IV. (V.) von Bayern († 14.4. 1099), Gräfin Mathilde von Ratelberg-Winberg († 1125), Bischof Hermann von Augsburg († 19.3.1133) und Gräfin Hedwig von Abenberg,
Enkelin von Markgrafen
Diepold II. von Vohburg (⚔ 7.8.1078)
und der Liutgard
von Kärnten
Ur-Enkelin vom
Römischen Kaiser HEINRICH III.
(†
5.10.1056)
Nach Tobias Weller Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg
(† 8.4.1146) aus
dem Hause der DIEPOLDINGER aus seiner 1. Ehe
mit einer
polnischen Adligen
W. K. Prinz von Isenburg und W. Wegener
sehen Adela
als Tochter Diepolds III. von
Vohburg aus seiner 2. Ehe mit Kunigunde
von Northeim, Tochter von Graf
Kuno,
der Cousine der Römischen
Kaiserin
Richenza
von Northeim († 10.6.1141), an. Das
Geburtsjahr wäre
dann um 1128 anzusetzen.
ADELA
VON VOHBURG
---------------------------------
* Ende 1128, †
nach 1187
Kloster Weißenau (bei Ravensburg)
Vater Diepold,
Markgraf der Oberpfalz, hatte
das
Egerland für seine Familie gewonnen. Als er 1146 starb, zog es König
KONRAD
III. für das Reich ein und sorgte für die
verwaiste
Tochter Adela, indem er sie im selben
Jahr oder im darauf folgenden mit seinem Neffen Herzog
Friedrich III. von Schwaben, dem späteren Kaiser
FRIEDRICH
I. BARBAROSSA, verheiratete. Diese Fürsorge
erwies
sich für das Paar nicht als Segen, denn die Ehe blieb nicht nur
kinderlos,
sondern wurde auch unglücklich. An der Königskrönung
ihres
Mannes am 9. März 1152 in Aachen nahm Adela
nicht teil, und im Jahr darauf ließ BARBAROSSA
die Ehe durch Bischof Hermann von Konstanz scheiden.
Offiziell wurde als
Grund „zu nahe Verwandtschaft“ genannt, doch geben viele Quellen einen
Ehebruch
Adelas als Begründung
an, wofür manches spricht. Zum einen konnte es sich ein König
nicht leisten, als betrogener Ehemann dazustehen, zum anderen
hätte
Ehebruch allenfalls zu einer Trennung geführt, als Scheidungsgrund
hätte er auch bei einer Königin nicht ausgereicht. Das
Verwandtschaftsargument
war natürlich nur vorgeschoben, denn es war ja schon bei der
Eheschließung
bekannt und stellte in vielen anderen Fällen kein Hindernis dar.
Zudem
bemühte sich BARBAROSSA nach der
Scheidung sogleich, allerdings vergebens, um die byzantinische
Prinzessin Maria Komnena (*
um 1139, †
nach 1154),
mit der
er enger verwandt war als mit Adela.
Ein anderer möglicher Scheidungsgrund wäre gewesen, dass die
Ehe nicht „vollzogen“ worden sei, doch mag das nach fünf Jahren
wenig
glaubhaft gewesen sein oder doch als Makel auf der
königlich-männlichen
Ehre gegolten haben. Darauf, dass dem dennoch so gewesen sein
könnte,
deutet die Tatsache, dass beide einstigen Partner in den nächsten
Verbindungen eine Reihe von Nachkommen hatten.
Adela
verheiratete
sich schon sehr bald nach der Scheidung mit dem
Ministerialen Dietho
von Ravensburg (* um 1130, † nach 1187);
und auch diese „Mesalliance“
ist wohl ein Beleg für den Tatbestand Ehebruch, denn nur die Macht
inniger Liebe vermochte Standesschranken zu überwinden, wie sie die
Fürstin
Adela vom
Dienstmann Dietho trennten. Dass
BARBAROSSA
gegen die Neuverheiratung nicht einschritt, ist erstaunlich;
gewöhnlich
verschwand die verstoßene Ehefrau eines Königs
stillsschweigend
in einem Kloster.
XXXVII : Adela (von Vohburg), 1. Gemahlin König und Kaiser
Friedrichs I. (Barbarossa)
Gemahl:
----------
1.) Herzog Friedrich III. von Schwaben,
der nachmalige Kaiser, in
Eger 1147, geschieden März 1153 zu Konstanz
SS 9, 582; 16, 9, 89; 17, 509
2.) Dieto
von
Ravensburg, welfischer Ministerial.
Aus 1. Ehe. † 25.V....
(Nec. II.333, St. Lambrecht); heiratete
1. in Eger 1147 (MG. SS. 15/2.1088)
Kaiser
FRIEDRICH I.,
von dem sie ..III.1153 (MG. SS. 17. 390) zu Konstanz geschieden wurde,
um
2. Dietho
von
Ravensburg, einen kaiserlichen
Ministerialen,
zu heiraten (MG. SS. 9. 582; 16. 9; 16. 89)
VIII. GENERATION
44 (35) KAISER FRIEDRICH I. BARBAROSSA
-------------------------------------------------------------
*
um 1122-etwa 1124, †
10.6.1190
1146/47; geschieden
Konstanz März
1153
wegen einer angeblich zu nahen Blutsverwandtschaft
1. oo
ADELA/ADELHEID
VON VOHBURG
* um 1128/Anfang 1129, †
wohl nach
1187
Kloster Weißenau bei Ravensburg
Tochter des Markgrafen von Giengen (Brenz), von Vohburg, von Cham, von Nahburg, Markgrafen auf dem Nordgau Diepold III. (um 1080 † 1146) und seiner 2. (nicht 1.!) Gattin N von Polen (1106/09 † um 1129), Tochter des Königs Boleslaw III. ("Schiefmaul") von Polen.
2. oo Ende 1153/54
Dietho von Ravensburg
* um 1130, † nach 1187
Ministeriale
des Herzogs Welf VI., dann des Herzogs
Friedrich V. von Schwaben, Wohltäter des
Prämonstratenser-Klosters
Weißenau, urkundet 1152-1187
(Aus dieser Ehe Nachkommen; die Ehe mit BARBAROSSA
kinderlos)
KAISER
FRIEDRICH I. BARBAROSSA
----------------------------------------------------
* 20.-23.12. (?) 1122
† 10.6.1190, ertruken im Fluß Saleph in
Kleinasien
Grabstätte: Fleisch in der Kathedrale St. Peter in Antiochia, Herz und Eingeweide in Tarsus, Gebeine in der Kathedrale in Tyrus, ihre Beisetzung in Jerusalem war vorgesehen
Eltern: Friedrich (II.) der Einäugige († 1147), Herzog von Schwaben, und die WELFIN Judith († 1130/31) (siehe Seite 263)
um 1130-1145
freie Verbindung mit einer Hochfreien (?)
1147 oder 1149 in Eger (?)
1. oo
ADELA VON VOHBURG
* Ende 1128/Anfang 1129
† wohl nach 1187, Prämonstratenserstift
Weißenau
bei Ravensburg
(?)
Eltern: Markgraf Diepold III. von Vohburg († 1146) und eine Tochter des Polen-Königs Boleslaw III.
Die Ehe wurde unter dem Vorwand zu
naher
Verwandtschaft
im März 1153 im Dom zu Konstanz in Anwesenheit der päpstlichen
Legaten Bernhard von S.
Clemente und Gregor von
S. Angelo und Bischof Hermann
von Konstanz geschieden.
Ende 1153/54 heiratete Adela
Dietho von Ravensburg († nach 1187),
einen Ministerialen im
Dienst Welfs VI.,
später Herzog Friedrichs V. von Schwaben.
ADELA
-----------
†
aus 2. Ehe
ERBIN des EGERLANDES
Eger vor 2.III.1147
I. oo FRIEDRICH
III. Herzog von Schwaben (STAUFER),
1152 HRRKg, 1155 HRRKaiser
† 10.VI.1190
geschieden Konstanz III. 1153
II. oo DIETO VON RAVENSBERG welfischer
Ministeriale 1152/80
†
FRIEDRICH
I. BARBAROSSA
----------------------------------------
* wohl nach 1122, †
ertrunken
im Fluss Saleph, Kleinasien
10. VI 1190
als Friedrich
III. HERZOG VON SCHWABEN
Frankfurt/Main 4. III 1152 als KÖNIG
gewählt
Aachen 9. III 1152 gekrönt
Rom 18. VI 1155 KAISER
1156 GRAF VON
BURGUND
Arles 20. VII 1178 gekrönt als KÖNIG
VON BURGUND
nimmt 1188 das Kreuz
Begraben: Eingeweide Tarsus, "Fleisch" zu St. Peter in Antiochia, Gebeine Kathedrale zu Tyrus
Eger vor 2. III 1147
I. oo
ADELA
VON VOHBURG
Tochter von Diepold
III. Markgraf von Vohburg und
Cham
Erbin des
EGERLANDES,
geschieden Konstanz III 1153
II. oo Dieto
von Ravensburg 1152/80 welfischer
Ministerialer
Mühlbacher Josef: Seite
30-31
***************
"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"
Die erste Ehe FRIEDRICH
BARBAROSSAS
mit
Adela
von Vohburg hätte nach heutigen Begriffen der
Boulevardpresse
Schlagzeilen eingebracht.
Adela (geboren zwischen
1110 und 1127) war die Tochter
des Markgrafen Diepold
II. von der Ober-Pfalz,
dem Grenzland gegen Böhmen, das 1077 durch Kaiser
HEINRICH IV. dem ihm getreuen Diepold I. aus dem ehemaligen
Nordgau erweitert worden war. Die Mutter Adelas
war Adelheid, die Tochter des Herzogs
Wladislaw I. von Polen. Die DIEPOLDINGE waren
schwäbischer
Herkunft, standen als Grafen von Acerra und Herzöge von Spoleto im
Dienst BARBAROSSAS und starben 1204
aus.
FRIEDRICH BARBAROSSA
heiratete Adela um 1147, im März
1153 wurde die Ehe geschieden. Die Gründe, die FRIEDRICH
vorbrachte,
waren fadenscheinig. Auch mit seiner zweiten Frau
Beatrix
von Burgund war er im selben Grad verwandt; als weiterer
Scheidungsgrund
wurde die Unfruchtbarkeit Adelas
angeführt,
schließlich wurde ihr, um das Maß der Beschuldigungen
vollzumachen,
Ehebruch vorgeworfen.
Die Ehe wurde zwar mit päpstlicher
Erlaubnis
getrennt,
aber nicht geschieden, so dass FRIEDRICH
sich nicht wieder hätte verheiraten können. 1153 sprachen
sich
in Konstanz der Kardinal Johann Orsini und mehrere
Prälaten für
die Scheidung aus. FRIEDRICH lag daran,
Adela
loszuwerden.
Adela heiratete in
zweiter Ehe Dietho von
Ravensburg, der 1179 als Ministeriale
BARBAROSSAS,
ein Jahr später als Ministeriale
der WELFEN
erwähnt wird. Er war der Ahnherr der Kämmerer von Ravensburg.
Der Ehe entstammten Kinder.
Ein Nachkomme, Heinrich,
wurde Dienstmann Konradins.
Wann Adela, die in zweiter Ehe unter
ihrem Stand geheiratet hatte, starb, ist unbekannt.
Lebe Reinhard: Seite 58
*************
"Ein Königreich als Mitgift"
FRIEDRICH
hat
etwa im Jahre 1147, wohl auf Betreiben seines Onkels, König
KONRADS III., Adela
(alias
Adelheid)
von
Vohburg geheiratet, die Tochter des Markgrafen Diepold von
Vohburg-Cham-Nabburg-Giengen. Es war fraglos eine pragmatische
Mitgiftheirat,
denn Adela
brachte dem jungen Schwaben-Herzog
beträchtliche Güter ein. Nie aber trat FRIEDRICH
mit Adela offiziell auf, sie wurde
nicht zur Königin gekrönt, und sie gebar ihm keine Kinder; ja
es ist "in neuerer Zeit schlüssig festgestellt" worden, dass "der
Grund für die Scheidung", die FRIEDRICH
schon nach wenigen Ehejahren betrieb, "in einem Ehebruch seiner Frau
gelegen
haben dürfte" (Helmut Hiller).
Als offizieller Grund für die vom Papst
taktisch
bereitwillig gebilligte Auflösung der Ehe wurde freilich zu nahe
Blutsverwandtschaft mit Adela angegeben.
Wir haben davon gesprochen: eine in solchen Fällen gängige
Spitzfindigkeit,
mit der das kanonische Recht ausgetrickst wurde, denn so "verwandt"
miteinander
wie FRIEDRICH und Adela
waren die Partner in sehr zahlreichen, ja fast den meisten dynastischen
Ehen. Die überlieferte Tabula consanguinita aber bewies mit feiner
Manipulation: allzu nah "verwandt".
Später ist - fast so "schlüssig" wie
ihr
"Ehebruch"
- auch
Adelas Kinderlosigkeit als eigentlicher
Scheidungsgrund genannt worden. Adelas Mitgiftbesitzungen
jedenfalls behielt der STAUFER, als
er sich 1153 von ihr trennte - und wenn sie ihn denn wirklich
schuldhaft
betrogen haben sollte, mag's ihr recht geschehen sein. Nicht zu
verschweigen
übrigens, dass die Verstoßene in einer zweiten Ehe
keineswegs
kinderlos geblieben ist.
Lehmann Johannes: Seite 40,77
***************
"Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen
Kaisergeschlechts"
Als FRIEDRICH
BARBAROSSA vom
Kreuzzug nach Schwaben zurückkam, war Friedrich Einaug
gestorben,
so dass das Herzogtum Schwaben auf ihn überging. In diese Zeit
fällt möglicherweise ein Ereignis, das FRIEDRICH
BARBAROSSA und seine Chronisten erstaunlicherweise schlichtweg
totgeschwiegen haben, so dass wir wieder einmal keinerlei Daten
besitzen:
Es war die Hochzeit
FRIEDRICH BARBAROSSAS mit
Adelheid,
der Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg. Aber
nicht
einmal bei seiner Krönung im Jahre 1152 wurde die Königin mit
einem einzigen Wort erwähnt. Dass FRIEDRICH
BARBAROSSA überhaupt verheiratet war, erfahren wir erst
nach seiner Krönung aus der Tatsache, dass er vom Papst die
Annullierung
seiner Ehe verlangte und auch bekam.
Die Ehe FRIEDRICHS
mit Adelheid von Vohburg hatte der
Papst schon im März 1153 annulliert. Als Trennungsgrund wurde
offiziell angegeben, BARBAROSSA sei
zu nah - nämlich im 6. Grad - mit Adelheid
verwandt gewesen, eine Entdeckung, die er freilich reichlich spät
machte und die ihn dann auch nicht hinderte, Beatrix
von Burgund zu heiraten, die ebenfalls eine Verwandte 6. Grades
war.
Man hat früher vermutet, BARBAROSSA
habe wirklich befürchtet, die Ehe werde kinderlos bleiben,
während
andere Historiker meinten, die Ehe mit der Markgrafen-Tochter habe nicht
seiner Stellung als König und Kaiser entsprochen. Ob dies die
für
BARBAROSSA
ausschlaggebenden
Gründe waren, läßt sich jedoch nicht nachweisen.
Dagegen
gibt es vier mittelalterliche Quellen, die von einem Ehebruch der Adelheid
berichten.
Man hat diese Berichte immer wieder als Verleumdung abtun wollen;
für
ihre Korrektheit spricht aber, dass
Adelheid
nach
der Scheidung weit unter ihrem Stand einen unfreien Dienstmann, einen
sogenannten
Ministerialen, heiratete, was den Historiker Friedrich von Raumer schon
im letzten Jahrhundert zu der Bemerkung veranlaßte, dass Adelheids
zweite
Heirat "an allerhand obige Beschuldigungen erinnernde Bedenken erregt"
habe, weil ein solcher Abstieg nur mit echter Liebe erklärt werden
könne. Man nimmt daher heute allgemein an, dass Ehebruch der
wahre Trennungsgrund gewesen ist und sicherlich auch der
Anlaß
dafür, dass
FRIEDRICH BARBAROSSA Adelheid
mit
keinem Wort erwähnte und auch nicht zur Königin krönen
ließ.
Da Ehebruch den Mann zur Verstoßung seiner Frau, aber nicht zu
einer
kirchlich anerkannten Ungültigkeitserklärung berechtigt
hätte,
wurde zu nahe Verwandtschaft vorgeschoben.
Lechner Karl: Seite 354 A 37
***********
"Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von
Österreich
976-1246"
FRIEDRICH I. war bereits vorher mit Adela, der Tochter Markgraf Diepolds II. von Cham-Vohburg, verheiratet, hatte sich aber im März 1153 auf einem Hoftag zu Konstanz von ihr getrennt, angeblich wegen "fornicatio", wie Otto von St. Blasien in seiner Chronik sagt. Der Vorwurf ist ebenso wie eine angebliche Blutsverwandtschaft unbegründet. Der Grund dürfte die Unfruchtbarkeit der Gemahlin nach mehrjähriger Ehe gewesen sein.
Cardini Franco: Seite 68
*************
"Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes"
In welchem Jahr FRIEDRICH
sich mit Adela, der Schwester von Markgraf
Gebhard von Vohburg,
vermählt hatte, können wir nicht mit
Sicherheit sagen. Manche nehmen an, die Hochzeit habe noch ehe FRIEDRICH
Herzog
von Schwaben geworden war, also in den ersten Monaten des Jahres 1147,
stattgefunden; nach anderen erst in der 2. Hälfte des Jahres 1149.
Adela,
die einige Jahre älter als FRIEDRICH war,
hatte als Mitgift das direkt vom König abhängige Lehen Egerland
in die Ehe mitgebracht. Wie hinter einem Nebelschleier bleibt
vor unseren
Blicken diese deutsche Dame verhüllt, die lange abseits stand, die
bei der Thronbesteigung ihres Gemahls nicht mit ihm gekrönt wurde
und die sich schließlich mit der der Auflösung der Ehe
abfinden
mußte. Da ihre Ehe kinderlos geblieben war, andererseits aber die
Zweitehen beider Partner mit Nachwuchs gesegnet waren, besteht in der
Tat
der Verdacht, dass intime Beziehungen zwischen FRIEDRICH
und
seiner Gemahlin eher selten gewesen sein dürften. Zwischen
Kreuzzug,
der Sorge um das Herzogtum und dann dem Kampf um die Krone wird
FRIEDRICH
wohl nicht viel Zeit geblieben sein, um sich einer nicht mehr ganz
jungen
und obendrein aus einer zweitrangigen Familie stammenden Frau zu widmen.
Die Gerüchte über Adelas
Untreue mögen allenfalls zu den Rechtfertigungsbelegen für
die
Annullierung des Ehebundes gehört haben, aber es ist kaum
anzunehmen,
dass sie vom Hof und schon gar nicht von FRIEDRICH
ausgegangen
sind. Die Entwicklung der ganzen Affäre veranlaßt uns
jedenfalls
eher zu der Annahme, dass FRIEDRICH
der verlassenen Adela
gegenüber
Gefühle entfernter Reue, wenn auch vermischt mit Unduldsamkeit,
hegte.
Die Auflösung der Ehe erfolgte ohne Schwierigkeiten und mit
Billigung
der Kirche aufgrund des damals üblichen Vorwandes einer
vorhandenen
Blutsverwandtschaft 6. Grades.
Adela
vermählte
sich in zweiter Ehe mit dem standesgemäß unter ihr stehenden
Ritter
Dietho von Ravensburg,
einem Ministerialen, wobei
Ungewißheit
darüber besteht, ob er Anhänger der STAUFER
oder
WELFEN
war.
Opll Ferdinand: Seite 32,46,238
*************
"Friedrich Barbarossa.!"
FRIEDRICH
verstand
es in diesen Jahren seine Stellung als schwäbischer Herzog durch
seine
Ehe mit mit der Tochter des Markgrafen
Diepold von Vohburg, Adela,
weiter zu festigen und damit zugleich seine territoriale Machtbasis
nach
dem osten entscheidend auszuweiten.
Der STAUFER nahm
gerade dabei ganz bewußt Maßnahmen seines Vorgängers
wieder
auf, wobei es parallel zu deutsch-byzantinischen Eheverhandlungen darum
gegangen war, die als Mitgift für die Gemahlin Kaiser
Manuels, Bertha von Sulzbach,
vorgesehene Abtretung italienischen Bodens wieder rückgängig
zu machen. In der Tat nahm FRIEDRICH
derartige Pläne gerade ab diesem Tag von Konstanz in
verstärktem
Maße auf, war damals doch seine erste Ehe mit Adela
von Vohburg - offiziell wegen zu naher Verwandtschaft faktisch
aber wohl eher wegen weiter ausgreifender, poltischer Motive - von den
päpstlichen Legaten getrennt worden. Damit konnte der STAUFER
selbst als Brautwerber in den ab dem Sommer 1153 geführten
Verhandlungen
mit Ostrom auftreten.
Der STAUFER selbst
war in seiner ersten, 1153 geschiedenen Ehe mit Adela
von Vohburg vermählt gewesen und hatte damit seine Macht
und seinen Einfluß in den ostfränkischen Raum hinein
ausdehnen
können.
1147-1153
1. oo 1. FRIEDRICH I. BARBAROSSA
König des
Deutschen Reiches
x
1122/25 † 10.6.1190
2. oo Dietho von Ravensburg
(Ministeriale)
um 1130 † um
1180
Quellen:
----------
Otto von
Freising und Rahewin:
Die Taten
Friedrichs
oder richtiger Cronica, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt
1965
-
Literatur:
-----------
Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon
Staufer.
Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 8 - Bernhardi,
Wilhelm:
Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von
Duncker
& Humbolt Leipzig 1883 Seite 478 - Cardini, Franco:
Friedrich
I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite
68,86,94
- Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte -
Kunst
- Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 351 - Engels,
Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln
1972,
Seite 7,59,60 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge
zur
Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen
1996, Seite 88 A,101, 181 A,133 - Giesebrecht Wilhelm von:
Geschichte
der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Hiller,
Helmut: Friedrich Barbarossa. Kaiser - Ritter - Held. Wilhelm Heine
Verlag
München 1977 Seite 67 - Hiller, Helmut: Friedrich
Barbarossa
und seine Zeit. Eine Chronik Paul List Verlag KG München 1977
Seite
69 - Hlawitschka
Eduard: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige,
Kaiser
und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band II 1138-1197
Hahnsche Buchhandlung Hannover 2009 Seite
14,19,86,135-141,158,197 - Jordan Karl: Friedrich Barbarossa. Kaiser des
christlichen
Abendlandes. Musterschmidt-Verlag Göttingen 1959 - Jordan,
Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag
München,
Seite 62 - Lebe Reinhard: Ein Königreich als Mitgift.
Heiratspolitik
in der Geschichte. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1998 Seite 58 - Lechner,
Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich
976-1246,
Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 354 A 37 - Lehmann,
Johannes:
Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom
Verlag Bindlach 1991, Seite 40,77 - Mühlbacher, Josef:
Lebensweg
und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977
Seite
30-31 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 32,46,230,238,275 - Schmid
Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter.
Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983,
Seite 415-418,420,462 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche
Herrscher
in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria
Graz
Wien Köln 1990 Seite 275,282 - Schwarzmaier, Hansmartin:
Die
Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren
staufischer
Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1976 Seite 16,61,76 - Schwennicke Detlev: Europäische
Stammtafeln
Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998
Tafel 15 - Schwennicke,
Detlef: Europäische
Stammtafeln.
Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge
Band
XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel
78 - Simonsfeld,
Henry: Jahrbücher des Deutschen
Reiches
unter Friedrich I., 1. Band 1152-1158, Verlag von Duncker & Humblot
Leipzig 1908 Seite 27,156,157,167,168,169,217,469 - Thiele,
Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte
Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Stürner,
Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien
und
Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 202 - Weller Tobias:
Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau
Verlag
Köln
Weimar Wien 2004 Seite 11,74,76,84-91,96,188-189,195,224,
394,401,782,789,805,815,827,837
- Wies,
Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle
Esslingen 1999, Seite 59,96 - www.wikipedia.de
-