Karl I.                                                  Graf und Herzog von Maine (1434/36-1472)
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14.10.1414-10.4.1472
 

3. Sohn des Königs Ludwig II. von Anjou-Neapel und der Jolanthe von Aragon, Tochter von König Jakob I.
 

Karl I. wurde 1434 Graf und 1436 Herzog von Maine, 1435 Graf von Guise, von Gien, Mortain, Vicomte von Chatellerault und von Matigne, Seigneur de la Ferte-Bernard; Gouverneur und Kapitän von Paris, 1443 Gouverneur von Languedoc und auch von Guyenne, 1436 Pair von Frankreich. Er war Stütze des königlichen Schwagers in der Endphase des Hundertjährigen Krieges und machte 1440/44 den "Praguerie"-Aufstand gegen den König mit.

Ehlers Joachim: Seite 324,328,334,338
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"Geschichte Frankreichs im Mittelalter."

Dennoch mußte Bedford wichtige Vorhaben abbrechen, so die Belagerung von Lagny am 10. August 1432, und er trug unbeabsichtigt zum Sturz La Tremoilles bei, indem er Herzog Johann V. von der Bretagne und seinem Bruder Richemont ein Bündnis anbot. Auf diese Nachricht nämlich erklärte La Tremoille seinen Frieden mit Richemont und erregte durch solche schnell und ganz selbständig vollzogene Wendung das Mißtrauen der ANJOUS, die ihn im Juni 1433 auf Schloß Chinon überraschend verhaften ließen. Nur gegen hohes Lösegeld und das Versprechen, dem Hof künftig fernzubleiben, kam er wieder frei. Für den Beraterkreis Karls VII. bedeutete es zweifellos eine Stabilisierung, daß nunmehr Jolande von Aragon, Karl von Anjou und Richemont die unbestrittene Vormachtstellung innehatten, denn auf diese Weise gewann die königliche Politik an Stetigkeit und Ausdauer beim Verfolgen einmal gewählter Ziele.
Da sich Rene von Anjou noch in der Gefangenschaft Philipps des Guten befand, mußte seine Familie ihre Position am Königshof schon deshalb stärken, um den Verhandlungen über die Freilassung Nachdruck zu verleihen. Sie konnte dabei auf Richemont zählen, der seit dem Frühjahr 1432 mit dem König ausgesöhnt war und mit Pierre d'Amboise, Pregent de Coetivy, Jean de Bueil und Pierre de Breze Männer in die Umgebung Karls VII. brachte, die in den folgernden Jahren als Berater an hervorragender Stelle stehen sollten. Alle vier kamen aus Diensten der Häuser ANJOU und BRETAGNE, die Jolande von Aragon und Herzog Johann V. Anfang 1431 in einem Bündnis vereint hatten, um ein Gegengewicht zu anderen Kräften, vor allem gegen den Herzog von Bourbon zu schaffen. Durch diese Koalition war Anfang 1432 der Graf von Maine und Schwager Karls VII., Karl von Anjou, in eine Vertrauensstellung gelangt, von der aus er zusammen mit seiner Schwester, der Königin Maria, und seiner Mutter, Jolande von Aragon, alle wichtigen Entschlüsse des Königs bestimmte, während Richemont sich weiterhin auf die militärischen Vorhaben beschränkte.
Die Fürsten hatten für den 28. Januar 1442 zu einer großen Versammlung nach Nevers geladen, aber dort erschien überraschend Karls Kanzler Regnault de Chartres und beanspruchte alle Aufmerksamkeit durch ausführliche Berichterstattung über eine geplante Heirat Karls von Anjou mit der Nichte Philipps des Guten, Maria von Geldern.
Heinrichs VI. persönliche Entscheidung, seinem Schwiegervater Rene von Anjou Maine auszuliefern, um dafür ein auf 20 Jahre angelegtes Bündnis mit ihm und Karl von Anjou zu erreichen, stieß in England auf lebhafte Kritik, aber York konnte am Hof gleichwohl kein Verständnis für die Finanznöte der Normandie weccken.

Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Seite 348
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"Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498."

Am 16. Juli 1465 standen sich die Heere bei Montlhery südlich von Paris gegenüber. Zunächst schien der Sieg der disziplinierten Truppen des Königs sicher, doch dann floh der kampfesunwillige und mit den Fürsten in Kontakt stehende Graf von Maine, der den linken Flügel des französischen Heeres kommandierte.

Kendall Paul Murray: Seite 48,75,233,334
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"Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483"

Die Niederlage von La Tremoille hatte die Macht des Hauses ANJOU in der Gestalt des jüngeren Bruders der Königin, Karl, Graf von Maine, gefestigt, eines Mannes von glänzendem Aussehen, wie es gemeinhin hieß; und jetzt, da die Monarchie an Ansehen in der Welt zu gewinnen begann, strebten andere große Herren ebenfalls nach einem Sitz im königlichen Rat.
Dann aber, als der Sommer dem Herbst wich, ließ er sich auf andere Pläne ein, diesmal gemäßigter Art. Er verbündete sich mit Renes Bruder Karl, dem Grafen von Maine, der immer noch voller Groll darüber war, daß Pierre de Breze ihn überflügelt hatte, und leitete eine Kampagne ein mit dem Ziel, den König zu überreden, Breze und dessen Hauptanhänger aus der Regierung zu entlassen. Der Graf von Maine söhnte sich mit Breze aus, während der König mit Wohlwollen zusah.
Ludwig XI. brachte es fertig, Herzog Johann von Lothringen das Siegel von Johanns Onkel Karl, Graf von Maine, zu entlocken. Das Siegel verkörperte Maines Treueid gegenüber der Liga der Öffentlichen Wohlfahrt, als Erwiderung der Garantie seines Ranges; und Maine hatte sich geweigert, das Siegel irgend jemand unter den Ligaanhängern auszuhändigen, ausgenommen seinem treuen Neffen. Mit diesem Beweis von Maines Verrat in der Hand entzog Ludwig ihm umgehend die Würde des Gouverneurs der Languedoc, zwang ihn, sich einem erniedrigenden Verhör zu unterziehen und verzieh ihm nur unter der Bedingung, daß er zuhause bleibe und aufhöre, sich in öffentliche Angelegenheiten zu mischen.
Der Tod von Karl, Graf von Maine, König Renes Bruder, beseitigte noch einen weiteren Intriganten gegen die Krone.
 
 
 
 

    1434
  1. oo Cobella Ruffo, Tochter des Grafen Carlo di Montalto
                 -   1442

   9.1.1443
  2. oo Isabella von Luxemburg, Tochter des Grafen Peter zu St.-Pol
                -   1472
 
 
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Karl II. (IV.)
  1436-11.12.1481

2. Ehe

  Luise
  um 1445-   1477

 12.6.1462
    oo Jakob d'Armagnac Herzog von Nemours
        1437-4.8.1477

Illegitim

  Ludwig "d'Anjou" "Bastard von Maine"
        -   1488

 1474
  oo Anna de la Tremouille, Tochter des Grafen Ludwig I. von Guines uns Benon, Vicomte de Thouars
              -   1492

  Johann Seigneur von Charroux
         - um 1497
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 324,328,334,338 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 348 - Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483 Verlag Callway München 1979 Seite 48,68,75,233, 334,425,475,481 - Schelle, Klaus: Karl der Kühne. Burgund zwischen Lilienbanner und Reichsadler. Magnus Verlag Essen Seite 77 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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