3. Sohn des Königs
Ludwig II. von Anjou-Neapel und der Jolanthe
von Aragon, Tochter von König
Jakob I.
Karl I. wurde 1434 Graf und 1436 Herzog von Maine, 1435 Graf von Guise, von Gien, Mortain, Vicomte von Chatellerault und von Matigne, Seigneur de la Ferte-Bernard; Gouverneur und Kapitän von Paris, 1443 Gouverneur von Languedoc und auch von Guyenne, 1436 Pair von Frankreich. Er war Stütze des königlichen Schwagers in der Endphase des Hundertjährigen Krieges und machte 1440/44 den "Praguerie"-Aufstand gegen den König mit.
Ehlers Joachim: Seite 324,328,334,338
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"Geschichte Frankreichs im Mittelalter."
Dennoch mußte Bedford wichtige Vorhaben abbrechen,
so die Belagerung von Lagny am 10. August 1432, und er trug unbeabsichtigt
zum Sturz La Tremoilles bei, indem er Herzog Johann
V. von der Bretagne und seinem Bruder Richemont ein Bündnis
anbot. Auf diese Nachricht nämlich erklärte La Tremoille seinen
Frieden mit Richemont und erregte durch solche schnell und ganz selbständig
vollzogene Wendung das Mißtrauen der ANJOUS,
die ihn im Juni 1433 auf Schloß Chinon überraschend verhaften
ließen. Nur gegen hohes Lösegeld und das Versprechen, dem Hof
künftig fernzubleiben, kam er wieder frei. Für den Beraterkreis
Karls VII. bedeutete es zweifellos eine Stabilisierung, daß
nunmehr Jolande von Aragon, Karl
von Anjou und Richemont die unbestrittene Vormachtstellung innehatten,
denn auf diese Weise gewann die königliche Politik an Stetigkeit und
Ausdauer beim Verfolgen einmal gewählter Ziele.
Da sich Rene
von Anjou noch in der Gefangenschaft Philipps
des Guten befand, mußte seine Familie ihre Position am
Königshof schon deshalb stärken, um den Verhandlungen über
die Freilassung Nachdruck zu verleihen. Sie konnte dabei auf Richemont
zählen, der seit dem Frühjahr 1432 mit dem König ausgesöhnt
war und mit Pierre d'Amboise, Pregent de Coetivy, Jean de Bueil und Pierre
de Breze Männer in die Umgebung Karls VII.
brachte, die in den folgernden Jahren als Berater an hervorragender Stelle
stehen sollten. Alle vier kamen aus Diensten der Häuser
ANJOU und BRETAGNE, die
Jolande von Aragon und Herzog Johann
V. Anfang 1431 in einem Bündnis vereint hatten, um ein
Gegengewicht zu anderen Kräften, vor allem gegen den Herzog von Bourbon
zu schaffen. Durch diese Koalition war Anfang 1432 der Graf von Maine
und Schwager Karls VII., Karl
von Anjou, in eine Vertrauensstellung gelangt, von der aus er
zusammen mit seiner Schwester, der Königin
Maria, und seiner Mutter, Jolande
von Aragon, alle wichtigen Entschlüsse des Königs
bestimmte, während Richemont sich weiterhin auf die militärischen
Vorhaben beschränkte.
Die Fürsten hatten für den 28. Januar 1442
zu einer großen Versammlung nach Nevers geladen, aber dort erschien
überraschend Karls Kanzler Regnault
de Chartres und beanspruchte alle Aufmerksamkeit durch ausführliche
Berichterstattung über eine geplante Heirat Karls
von Anjou mit der Nichte Philipps des
Guten, Maria von Geldern.
Heinrichs VI. persönliche
Entscheidung, seinem Schwiegervater Rene von Anjou
Maine auszuliefern, um dafür ein auf 20 Jahre angelegtes Bündnis
mit ihm und Karl von Anjou zu erreichen,
stieß in England auf lebhafte Kritik, aber York konnte am Hof gleichwohl
kein Verständnis für die Finanznöte der Normandie weccken.
Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Seite 348
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"Die französischen Könige des Mittelalters.
Von Odo bis Karl VIII. 888-1498."
Am 16. Juli 1465 standen sich die Heere bei Montlhery südlich von Paris gegenüber. Zunächst schien der Sieg der disziplinierten Truppen des Königs sicher, doch dann floh der kampfesunwillige und mit den Fürsten in Kontakt stehende Graf von Maine, der den linken Flügel des französischen Heeres kommandierte.
Kendall Paul Murray: Seite 48,75,233,334
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"Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483"
Die Niederlage von La Tremoille hatte die Macht des Hauses
ANJOU in der Gestalt des jüngeren Bruders der Königin,
Karl,
Graf
von Maine, gefestigt, eines Mannes von glänzendem Aussehen,
wie es gemeinhin hieß; und jetzt, da die Monarchie an Ansehen in
der Welt zu gewinnen begann, strebten andere große Herren ebenfalls
nach einem Sitz im königlichen Rat.
Dann aber, als der Sommer dem Herbst wich, ließ
er sich auf andere Pläne ein, diesmal gemäßigter Art. Er
verbündete sich mit Renes Bruder
Karl,
dem Grafen von Maine, der immer noch voller Groll darüber war,
daß Pierre de Breze ihn überflügelt hatte, und leitete
eine Kampagne ein mit dem Ziel, den König zu überreden, Breze
und dessen Hauptanhänger aus der Regierung zu entlassen. Der Graf
von Maine söhnte sich mit Breze aus, während der König mit
Wohlwollen zusah.
Ludwig XI. brachte
es fertig, Herzog Johann von Lothringen
das Siegel von Johanns Onkel Karl,
Graf
von Maine, zu entlocken. Das Siegel verkörperte Maines
Treueid gegenüber der Liga der Öffentlichen Wohlfahrt, als Erwiderung
der Garantie seines Ranges; und Maine hatte sich geweigert, das Siegel
irgend jemand unter den Ligaanhängern auszuhändigen, ausgenommen
seinem treuen Neffen. Mit diesem Beweis von Maines Verrat in der Hand entzog
Ludwig
ihm umgehend die Würde des Gouverneurs der Languedoc, zwang
ihn, sich einem erniedrigenden Verhör zu unterziehen und verzieh ihm
nur unter der Bedingung, daß er zuhause bleibe und aufhöre,
sich in öffentliche Angelegenheiten zu mischen.
Der Tod von Karl,
Graf
von Maine, König Renes Bruder,
beseitigte noch einen weiteren Intriganten gegen die Krone.
1434
1. oo Cobella Ruffo, Tochter des Grafen Carlo
di Montalto
- 1442
9.1.1443
2. oo Isabella von Luxemburg, Tochter des Grafen
Peter zu St.-Pol
- 1472
Kinder:
1. Ehe
Karl II. (IV.)
1436-11.12.1481
2. Ehe
Luise
um 1445- 1477
12.6.1462
oo Jakob d'Armagnac Herzog von Nemours
1437-4.8.1477
Illegitim
Ludwig "d'Anjou" "Bastard von Maine"
-
1488
1474
oo Anna de la Tremouille, Tochter des Grafen Ludwig
I. von Guines uns Benon, Vicomte de Thouars
- 1492
Johann Seigneur von Charroux
- um
1497
Literatur:
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Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter.
W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 324,328,334,338 - Ehlers Joachim/Müller
Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München
1996 Seite 348 - Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von
Frankreich 1423-1483 Verlag Callway München 1979 Seite 48,68,75,233,
334,425,475,481 - Schelle, Klaus: Karl der Kühne. Burgund zwischen
Lilienbanner und Reichsadler. Magnus Verlag Essen Seite 77 -