Ato I., Hatto                                             Graf im Hegau
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    - nach 858/67
 

Sohn des Grafen N.N.
 

Schmid Karl: Seite 282-303
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"Kloster Schienen"

Gelegentlich einer Schenkung LUDWIGS DES FROMMEN an das Kloster Kempten erfahren wir, dass Ato im Jahre 831 zwei Grafschaften in der Bertoldsbaar innehatte. Eine Reihe von Urkunden des Klosters St. Gallen, die im Eschatokoll den Passus sub Atone comite aufwiesen, bestätigen dies. Die Orte in der Bertoldsbaar, die im Zusammenhang mit Atos Grafschaftsrechten standen, lagen demnach im Quellgebiet von Donau, Neckar und Wutach. Doch nicht nur in der Bertolds- und Albuinsbaar, das heißt im westlichen Teil des großen Baarenbereiches, sondern auch im östlichen begegnet der comes Ato. Sogar weit im Süden Alemanniens taucht Graf Ato auf. Die weit auseinanderliegenden gräflichen Wirkungsbereiche Atos im Quellgebiet der Donau im Gau Appha und im Thur- und Zürichgau waren nicht ohne verbindende Brücke, denn um 850 erscheint Graf Ato auch im Hegau.
Graf Ato ist somit von 831 bis 857 in Alemannien nachweisbar. Überblickt man die Urkunden, die ihn nennen, so überrascht nicht ihre Anzahl, sondern vielmehr Atos weitgespanntes Wirkungsfeld. An Zahl der Grafschaften, die ihm zur Verwaltung oblagen - in den 40-er Jahren waren es, nach den verschiedenen landschaftlichen Bereichen seines Auftretens zu schließen -, konnte sich zu seiner Zeit wohl kaum ein anderer Graf in Alemannien mit Ato messen.
Im Grafen Ato der Formel haben der Editor und die sich an ihn anschließenden Forscher den bekannten gleichnamigen Grafen Hatto, der in einem Brief auch Atto genannt wird, den Bruder Adalberts von Metz (+ 13.5.841), gesehen.
Wohl um 836 erhält der nobilissimus dux ac consul Hatto die briefliche Mitteilung von Thegan, er werde Alcuins De Trinitate als Geschenk erhalten. Am 14. Juni 838 ist Hatto am kaiserlichen Hoflager zu Neumagen anwesend. Aus einem 839 verfaßten Brief Einhards lernen wir Hatto in einer reichspolitisch wichtigen Angelegenheit an erster Stelle unter den comitis, qui sunt in Austria, kennen. Im Zusammenhang mit dem Rückzug LOTHARS vor der Übermacht seiner Brüder im Jahre 842 hatte Hatto comes zusammen mit Erzbischof Otger von Mainz, Heriold und anderen LOTHARS Sache aufgegeben und war geflohen.
Diesen Reichsaristokraten Hatto treffen wir also gerade 838 im Gefolge LUDWIGS DES FROMMEN und bis zur Niederlage LOTHARS an der Mosel als dessen Anhänger. So bereitet die bisher von der Forschung vorgenommene Identifizierung des Ato aus dem Brief an Walahfrid mit Hatto keine Schwierigkeiten. Sie ist begründet. Denkt man daran, dass Adalbert von Metz, Hattos Bruder, als Befehlshaber das lotharische Heer an der Wörnitz geführt hat, so ist naheliegend zu vermuten, auch Hatto habe an der Wörnitz gekämpft, zumal er noch an der Mosel, als Adalbert schon gefallen war, im Heere LOTHARS stand. Gerade vom Kampf an der Wörnitz wird gesagt, es seien principes Alamannorum gewesen, die sich Ludwig dem Deutschen entgegengestellt hatten, dann aber das Weite suchen mußten. Da mit Sicherheit anzunehmen ist, dass der Ato des Briefes an Walahfrid in einem unmittelbaren Bezug zu Alemannien stand und die bisherige Forschung wohl mit Recht in diesem Ato den Grafen Hatto wiedererkannt hat, sprechen die Indizien für ihre Identität.
Erst die Tatsache, dass Hatto als Graf am Mittelrhein und als kaiserlicher Beauftragter sich öfters in der Nähe des Herrschers und am Hofe befand und bei den Verhandlungen des Kaisers mit den Königen in Neumagen zugegen war, zugleich aber eine mächtige Stellung in Alemannien innehatte, gibt der Kommendation, von der im Brief an Walahfrid die Rede ist, ihren Sinn. Dann wird auch die Schenkung des Uto comes an das Kloster Fulda, die alemannische Güter beinhaltet hat, verständlich und sprechend.
Das Bild, das sich über die Stellung des Magnaten Hatto/Ato gewinnen läßt, wird nicht gestört, wenn wir ihn nach der entscheidenden Niederlage LOTHARS im Frühjahr 842 bald unter Ludwig dem Deutschen mächtig finden. Denn von jenem Zeitpunkt an war es Ludwig, der die Gegenden am Mittelrhein und in Alemannien, in denen Ato vornehmlich wirkte, nunmehr endgültig behaupten.
Wenn wir aus dem Papstbrief erfahren, dass Ato, der zur Zeit des Prozesses Kleriker war, als Graf zwei Klöster gebaut, nicht gegründet habe, von denen eines in der Diözese Konstanz lag, wenn Ato, der eine Zeit als Graf im Hegau waltete, in diesem Kloster nach Ausweis der gleichen Quellen als Eigenklosterherr fungierte  - er hatte den Willen, sein Sohn Lambert solle ihm an seiner Statt nachfolgen -, dann paßt eine solche Kennzeichnung des in der Diözese Konstanz gelegenen, nicht namentlich genannten Klosters genau für Kloster Schienen.
Die Bemühungen um die Nachfolge seines Sohnes als Eigenklosterherr, die Tatsache, dass er selbst nicht den Stand des Mönches wählte und der Text des Papstbriefes keineswegs den Eindruck erweckt, als sei Ato kanonisch einwandfrei Kleriker gewesen, der ganze Streitfall läßt starke Zweifel aufkommen, ob Ato sich freiwillig von der Welt zurückgezogen hat. Es scheint, als habe der frühere Anhänger LOTHARS und spätere Vasall Ludwigs des Deutschen seine Stellung durch ein Machtwort des Ostfrankenkönigs verloren.

Borgolte Michael: Seite 60-62
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"Die Grafen Alemanniens"

ATO (I)
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belegt als Graf 831 V 14 - ?851 IV 13, 847/48/54 VII 1
belegt als Lebender * 858/67
belegt als Graf
Westen der Bertoldsbaar 831 V 14 - 847/48/54 VII 1, ?851 IV 13, Hegau ?842 X 12
Bereich der Alaholfsbaar ?843 XII 26
Zürichgau 844 VIll 6

Belege mit comes-Titel:
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Monumenta Boica 31,1 Nr. 25 (= BM Nr. 889), W II Nr. 384, Formvlae 368 Nr. 7, W I Nr. 376, II Nrn. 400, 387, Codice diplomatico di Bobbio I Nr. 41, W II Nrn. 432,414, W III Anh. Nr. 4, Nicolai I. papae epistolae 652f. Nr.132, D LdD Nr. 71 (= W II Nr. 435), W II Anh. Nr. 21

Beleg ohne comes-Titel:
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? Liber Memorialis von Remiremont 21rA2

Literatur:
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Stälin, Geschichte I 330 - Baumann, Zur schwäbischen Grafengeschichte 32 A. 4 - Ders., Gaugrafschaften 80,156 - Tumbült, Hegau 625f. - Schultze, Gaugrafschaften 178,225 - Speidel, Zürichgau 93 - Jänichen, Baar und Huntari 86f.,95,112,115,126, Tafel 2: "Die Bertholde" im Anhang - Decker-Hauff, Ottonen und Schwaben 332-350 - Tellenbach-Fleckenstein-Schmid, Kritische Studien 185-190 - Schmid, Königtum, Adel und Klöster 282-291,293,299-301,307f.,329,331 - Schulze, Grafschaftsverfassung 90,104,111,117f. - Schmid, Zur historischen Bestimmung 515 - Walther, Fiskus Bodman 254 - Borst, Pfalz Bodman 195 - Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens, s. v.

Von 831 bis in die Jahrhundertmitte sind zahlreiche Belege für einen Grafen Ato in Alemannien überliefert. Sie müssen - entgegen der herrschenden Forschungsmeinung - wohl von den Nachweisen Graf Utos getrennt werden, dessen Identität mit Ato nicht ausreichend begründet werden kann. Ato gilt als Graf in der Bertoldsbaar, im Hegau, Affa und Zürichgau. Die Annahme einer Akkumulation von Grafschaften scheint durch einige Quellenhinweise auf eine hervorragende Stellung Atos gerechtfertigt zu sein (vgl. Art. Ato II). Bereits am 14. Mai 831 waren zwei Comitate Atos, qui sunt in Bertoldesbara, erwähnt, als LUDWIG DER FROMME Kloster Kempten den 10. Teil aller dortigen Tribute und sonstigen öffentlichen Abgaben schenkte (Mon. Boica Nr. 25). In der Zeit Abt Grimalds (841-872) weist dann Ludwig der Deutsche die Grafen in Alemannien an, St. Gallen dasselbe Inquisitionsrecht zu gewähren, das die anderen königlichen Klöster und Benefizien bereits innehaben; stellvertretend für die übrigen comites erscheinen Ato und Udalrich (III, IV) in der Adresse des Diploms (D LdD Nr. 71). Vom März 838 stammt wohl das in einer Formularsammlung aufbewahrte Schreiben vom Kaiserhof an Walahfrid Strabo, in dem Ato abermals genannt sein dürfte (zur Datierung: Beyerle, Von der Gründung 99f.; Schmid, Königtum, Adel und Klöster 287f.). Der Graf fungierte demnach als Treuhänder eines Allods, das einem anderen zum Comitat berufenen Großen gehörte (Formvlae 368; Konrad I). Schließlich hat in villa Pettinuuilari eine Gerichtssitzung coram regalibus missis, videlicet Crimaldo abbate et Atone comite aliisque comitibus Vuillihelmo et Alboino stattgefunden. Obwohl sehr wahrscheinlich Alboin für den st. gallischen Besitz in Vilsingen, um den es dabei ging, von Amts wegen zuständig war, wird Ato gleich nach Grimald und deutlich von den übrigen Grafen abgehoben genannt (W II Anh. Nr. 2 1).
Abgesehen von dem Kemptener Königsdiplom ist Ato in der Grafenformel von 4 St. Galler Urkunden als Amtswalter im Bereich der Bertoldsbaar bezeugt. Er war demnach Graf in der Gegend von Bachheim (W I Nr. 376) und Pfohren (W II Nrn. 384, 432). Beide Ortschaften werden 838 bzw. 836/42 in der Bertoldsbaar lokalisiert, während Schreiber Albrich zur Bestimmung Pfohrens 847,848 oder 854 nur in Para vermerkt hat (vgl. Jänichen 86f.,95; Schulze 111, 117f.). In pago Albunespara lag das Traditum Antwarts; als Güterort der um 851 ausgestellten Urkunde mit Atos Namen wird Rötenbach (Hochschwarzwald) angegeben (W II Nr. 414). Bachheim, Pfohren und Rötenbach gehörten einem Bereich an, der nach 817 einen Comitat im Westen der Bertoldsbaar gebildet haben dürfte. Wenn Ato in der Bertoldsbaar 831 zwei Grafschaften innehatte, wird man den zweiten Amtssprengel vor allem im N, in der Umgebung von Sulz und Horb, suchen; allerdings fehlen hier die urkundlichen Zeugnisse (s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 161). Freilich ist es nicht ausgeschlossen, dass Ato vorübergehend auch die Grafschaft im Osten der Bertoldsbaar übernommen hatte, für die Karamann (I, II) um 820 und dann wieder 834 nachgewiesen werden kann.
Zur Grafschaft im Westen der Bertoldsbaar hat vielleicht zeitweise der Hegau gehört (s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 162; vgl. aber Borst, Walther, Schulze 104,117, Schultze 178, Tumbült). Aus dieser Landschaft ist nur eine einzige Urkunde überliefert, die für Ato in Betracht kommt; sie wurde etwa am 12. Oktober 842 ausgestellt (W II Nr. 400; s. Art. Liutolt).
Möglicherweise im folgenden Jahr, am 26.12.843, wurde eine Schenkungsurkunde gefertigt, nach der Ato auch im Bereich der Alaholfsbaar, nach der Lokalisierungsformel in pago Appba, Grafenrechte ausübte (W II Nr. 387). Der Umfang von Atos Kompetenzen läßt sich hier nicht genau bestimmen, da die Quellen sichere Aussagen über die Verwaltungsorganisation nicht zulassen (s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 168f.). Immerhin darf man den Pfalzgrafen Ruadolt als Atos Nachfolger betrachten, da er ebenso wie dieser mit Bezug auf Andelfingen bezeugt ist.
Auf den 6. August 844 wird eine carta aus Bobbio datiert, in der Ato ebenfalls in der sub N. comite-Formel erscheint (Codice diplomatico di Bobbio Nr. 41; zum Datum zuletzt. UB St.Gallen Süd I44f. Nr.38; Tanner, Beiträge 6f.). Da der Aussteller Vuolfart dem ober-italienischen Kloster die Basilika in Wangen prope marcha Recie und seine Erwerbungen von einem Rikerus in der Mark von Tuggen übertrug, muß Ato als Graf dieser Gegend angesehen werden; das gilt allerdings nur unter der - freilich wahrscheinlichen - Voraussetzung (s. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 77), dass die Formel in der Bobbieser Urkunde dieselbe Bedeutung wie in St. Gallen hatte. Wangen, in der Urkunde in pago Turgauge lokalisiert, wird 872 dem Zürichgau und der Grafschaft Hunfrids zugerechnet; dies entspricht der Beobachtung, dass die Landschaft an der Ostspitze des Zürichsees in fränkischer Zeit nicht als Teil der Thurgaugrafschaft erscheint (s. Borgolte, loc., cit., Kap. III. 1). Ato darf deshalb als Graf im Zürichgau bestimmt werden.
Dieses Urteil wird durch eine undatierte St. Gatter Notitia bestätigt, die Wartmann noch im Stiftsarchiv einsehen konnte, die nun aber seit einiger Zeit verschollen ist (W III Anh. Nr. 4). Vor Ruadhoh, dem Abgesandten des Grafen Ato, der selbst als missus a parte palacii bezeichnet wird, hat demnach eine Untersuchung über den Klosterbesitz zu Mönchaltorf stattgefunden, bei der nicht weniger als 50 Zeugen zur Tradition Piatas und Walafrids befragt wurden. Der ausdrücklich erwähnte königliche Auftrag wird Ato wohl zugefallen sein, weil er in der Gegend der umstrittenen Liegenschaften als Graf eingesetzt war.
Schmid (Königtum, Adel und Klöster 307) und Decker-Hauff (334) haben vermutet, in einigen Comitaten sei Ato schon durch andere Grafen ersetzt worden, als er anderswo noch amtierte. Bei der Unsicherheit der Urkundendaten kann man tatsächlich nur im Zürichgau eine vorzeitige Ablösung Atos durch Gerold (IV) ermitteln (s. aber Artt. Uto, Ruadolt).
Nach einer weiteren These von Schmid (Königtum, Adel und Klöster) ist Ato mit dem Grafen Hatto vom Mittelrhein, dem Bruder Adalberts von Metz, identisch gewesen (Belege für diesen ebd. 289-291). Schmid sah Ato als Reichsaristokraten an, der in die Kämpfe der Söhne LUDWIGS DES FROMMEN mit ihrem Vater und in die Bruderkriege verwickelt war. Seine Vermutung, Ato habe seinen Grafenrang nach dem Tode LOTHARS I. im Zuge einer Umschichtung im Adel des O-Reiches verloren, setzte eine Identität Atos mit Uto voraus. Ein ehemaliger Graf Atho, nunmehr Kleriker, wird in einem Mandat Papst Nikolaus' I. (858-867) an die Bischöfe im Reich Ludwigs des Deutschen genannt. Atho, der in laicali adhuc ordine in praediis propriis aedificasset monasteria duo, mußte sich nach dem päpstlichen Schreiben in Rom gegen Anklagen seines Sohnes Lambert verteidigen, er habe diesen zum Eintritt ins Kloster nötigen wollen. Eines der von Atho erbauten monasteria ist nach der einleuchtenden Interpretation Schmids Schienen in der Diözese Konstanz gewesen (ebd. 299). Da hier - wenigstens zeitweise - Ato als Inhaber der Grafengewalt ausgewiesen ist, darf man ihn, der bisherigen Forschung folgend, mit dem Vater Lamberts gleichsetzen.
Weitere Quellen, die für Ato in Anspruch genommen wurden, bieten tatsächlich keine oder keine sicheren Belege. Jänichen glaubte (112), den ohne Titel genannten Zeugen Ato in einer Freisinger Urkunde auf den Grafen beziehen zu können, ohne dafür mehr als die Namenidentität anzuführen (Bitterauf I Nr. 730; Wilhelm). Ato com(es), der auf pag. 6 des St. Galler Gedenkbuches nachträglich eingeschrieben wurde (Piper, Libri Confrat. 15 col. 23b,29), ist nicht Ato (so Jänichen 87), sondern Ato (II) "von Buchau" gewesen) der mit Adallind vermählt war. Der angebliche Eintrag Atos auf der Magnatenliste derselben Handschrift (pag. 8, Piper 20 col. 32,18, s. Jänichen 87) muß wohl auf einen älteren Träger des Namens bezogen werden, da er zur Anlage von ca. 814 gehört (Schmid, Zur historischen Bestimmung 507,515). Im Reichenauer Verbrüderungsbuch ist ein Ato ohne Titel in die Liste der lebenden Wohltäter eingeschrieben worden (Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau 99A3). Die Vermutung Decker-Hauffs (344), damit sei Graf Ato gemeint gewesen, läßt sich kaum überzeugend begründen, auch wenn der Name zahlreichen Grafen der anlegenden Hand folgt und deshalb noch im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts eingetragen worden sein könnte (vgl. Tellenbach 188f.). Auf der zweiten Seite der NOMINA DEFUNCTORUM QUI PRESENS COENOBIUM SUA LARGITATE FUNDAUERUNT steht ein Uato comis in der Nachbarschaft der Grafen Scrot und Nuno (115C2 = Piper 294 col. 466,6); er kann mit Ato (oder Uto) nicht identisch sein, da die Liste bereits um 824 entstanden ist (s. Art. Scopo). Vielleicht wurde Ato dagegen in einem Eintrag des Liber Memorialis von Remiremont (21rA2) notiert, der neben den Namen der Mönche aus Schienen plaziert ist. Ein Ato wurde dabei Ato (II), Adallind und ihren Kindern vorangestellt. Da Ato wohl mit den sogenannten Buchauer Adligen verwandt war (Ato II), könnte er hier an der Spitze der Familie Atos (II) vermerkt worden sein (so Tellenbach 186, vorsichtiger Schmid 293).
Baumann (Zur schwäbischen Grafengeschichte) und Jänichen (115, Tafel 2) hielten Ato für einen ALAHOLFINGER (BERTOLDEN); dafür war ihre Annahme ausschlaggebend, die angeblichen Grafschaften in der Alaholfsbaar seien in diesem Geschlecht vererbt worden (dazu aber Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 138,146). Decker-Hauffs These, dass Ato mit einer Enkelin des Grafen Bego von Paris verheiratet war, wurde von Tellenbach (188f.) widerlegt. Tellenbach selbst glaubte an einen Zusammenhang mit dem Grafen Ato vom Wormsgau und seinem Sohn Lambert, das heißt mit den WIDONEN (189f., vgl. Schmid, Königtum, Adel und Klöster 329; Gockel, Königshöfe 267, Hlawitschka, Franken in Oberitalien 138-142 Nr. XXXIII).



  oo N.N.
              -
 
 
 
 

Kinder:

  Willa von Buchau
  833-

 849
  oo Welf I. Graf im Linzgau
              - vor 876

  Lambert Abt des Klosters Schienen
          -
 
 
 
 

Literatur:
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Borgolte Michael: Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1986 Seite 42,49,60-62,127,130,158,182,186,225,240,260,273,293,296 - Rappmann Roland/Zettler Alfons: Die Reichenauer Mönchsgemeinschaft und ihr Totengedenken im frühen Mittelalter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1998 Seite 486 -
 
 
 
 
 
 


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