Sohn des N.N.
Borgolte Michael: Seite 273
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"Die Grafen Alemanniens"
UTO
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belegt als Graf im Westen der Bertoldsbaar ?851 VI 24 - 857 IV 28)
Belege mit comes-Titel:
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W II Nr. 416, DD LdD Nrn. 69 (= W II Nr. 433, ThUB I
Nr. 87), 81, St. Galler Gedenkbuch pag. 10 (= Piper, Libri Confrat. 25
col. 43,21), Necrologium Augiae Divitis 276 ad 30.5., ? Bossert, Württembergisches
249 Nr. 52 (= Dronke, Traditiones 92 cap. 40 Nr. 10)
Literatur:
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Baumann, Gaugrafschaften 156 - Decker-Hauff, Ottonen
und Schwaben 333 A. 361 - Jänichen, Baar und Huntari 87 - Schmid,
Königtum, Adel und Klöster 284 A. 8, 299f.,308 - Ders., Familie,
Sippe und Geschlecht 5 mit A. 9 - Schulze, Grafschaftsverfassung 117 A.
244 - Rappmann, Die älteren necrologischen Aufzeichnungen
Die Belege für einen Grafen
Uto wurden bisher nur von Jänichen von denjenigen Atos
(I) getrennt. Dagegen hielten unter anderem Schulz, Schmid, Decker-Hauff
und Baumann Uto und Ato für
dieselbe Person. Dieses Urteil stützte sich auf die räumliche
und vor allem die angebliche zeitliche Überschneidung der Nachweise;
während nach Wartmanns Datumsauflösungen der St. Galler Urkunden
414 und 432 Ato noch im April 851 und am 1. Juli 854 amtierte, schien
Uto
bereits
für den Juni 851 (Nr. 416) und Juli 854 (D LdD Nr. 69) bezeugt zu
sein. Indessen zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass Wartmanns
Ansätze nicht verläßlich sind. Die chronologischen Angaben
der Urkunden 414 und 416 tragen Widersprüche in sich, so dass die
reduzierten Daten auf Emendationen beruhten (Borgolte, Chronol. Stud. 189
mit A. 635); und bei Nr. 432, die zeitlich nur durch Kalendertag und Regierungsjahr
fixiert ist, kommt außer der von Wartmann angesetzten Epoche des
20.6.840 auch die vom September 833 bzw. die Jahreszählung von 833
= I in Betracht. Deshalb könnte diese carta auch aus den Jahren 847
oder 848 stammen (Borgolte, Chronol. Stud. 188 mit A. 634). Es gibt somit
keinen Beleg Utos, der sicher der Zeit
Atos
angehört. Da auch die Namen auf ganz verschiedene Wurzeln zurückgeben,
muß man wohl künftig von der Nichtidentitit der beiden Grafen
ausgeben (s. auch unten zu dem bisher nicht beachteten Gedenkbucheintrag).
Der Name Utos
erscheint in der zitierten St. Galler "Privaturkunde" in der
sub N. comite-Formel. Der carta zufolge hat Sigibold, der congruum locum
monachicae uite inter ipsos fratres erlangen wollte, dem Kloster unter
Abt Grimald eine Hufe in Schura in der Bertoldsbaar übergeben (W II
Nr. 416). Südlicher verzichten; in dem Königsdiplom
Ludwigs des Deutschen, das das Rechtsgeschäft festhält,
wird Baldingen in comitatu von Schura, in Baldingen, mußte St. Gallen
854 zugunsten des Bistums Konstanz auf eine Kapelle mit Zubehö Utonis
comitis in pagello Perabtoltespara lokalisiert (D LdD Nr. 69).
In der Grafschaft
Utos in pago Bara
lag Heidenhofen (Schwarzwald-Baar-Kreis; Karte bei Borgolte, Kommentar:
112), in dem Ludwig der Deutsche 857
auf Bitten seiner Tochter Irmingart
mit Abt Folkwin von Reichenau zwei Hufen gegen vier Zinsleute in Saulgau
(Ldkr. Sigmaringen; zit. Karte: Q 11-12) eintauschte; die Königszinser
sollten künftig ihre Dienstleistungen und Tribute für das der
Irmingart übergebene Kloster Bitchau aufbringen (D LdD
Nr. 81). Der Comitat Udos, der Rechte
über Schura, Baldingen und Heidenhofen in sich schloß, lag im
W der Bertoldsbaar; er war von der Grafschaft im O derselben Landschaft
seit ca. 817 offenbar deutlich geschieden (s. Borgolte, Geschichte der
Grafschaften Alemanniens, Kap. V.3).
Die bisher besprochenen urkundlichen Belege wurden auf
einen und denselben
Grafen Uto bezogen,
weil die räumliche und zeitliche Nähe die Identifizierung rechtfertigen
konnte. Dieselben Kriterien fehlen bei einer Traditionsnotiz aus Fulda.
Im 12. Jahrhundert wurde im Codex Eberhardi notiert: Uto
comes trad. sco. Bon. predia sua que habuit in Alamannia (Bossert
nach Dronke). Die bisherige Forschung setzte den alemannischen Förderer
der Bonifatiusabtei mit
Uto (Ato) gleich.
Einen bis jetzt vernachlässigten Beleg Utos
bietet
wohl das Gedenkbuch aus St. Gallen (s. aber Note Pipers, Libri Confrat.
26). Auf pag. 10 stehen von einer Hand Alberih com(es), Huoto com(es),
Adalhelm com(es) eingetragen. Alle drei Grafennamen dürften sich auf
urkundlich in der Mitte des 9. Jahrhunderts belegte Grafen beziehen. Alberih
war wohl der im Breis- und Alpgau 838/54 bis ca. 859 und im Oberen Aargau
854/61 nachgewiesene Amtswalter (s. Art. Albrich), Adalhelm der Graf im
Thurgau (857-859) und Zürichgau (858/9?, s. Art. Adalhelm), Huoto
Uto in der Bertoldsbaar.
Auch im jüngeren Necrolog der Reichenau ist ein
Vto
com(es) belegt, und zwar durch einen Todeseintrag zum 30.5.
(Necrologium Augiae Divitis 276); da der Eintrag vor 896/900 datiert werden
kann, dürfte Uto
gemeint gewesen
sein (Rappmann).
UTO
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+ 30.5. 857 oder später
Necr. B 30.5. "Vto com.", im Westen der Bertoldsbaar, belegt ?851-857
Literatur:
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Jänichen, Baar und Huntari Seite 87; Borgolte Grafen
Seite 273f.
Da der Necrologeintrag von anlegender Hand stammt, muß
Graf Uto vor 896/900 gestorben
sein. Im alemannischen Raum ist im 8. und 9. Jahrhundert nach den neuesten
Forschungen von Borgolte nur ein Graf dieses Namens bekannt: Graf
Uto im Westen der Bertoldsbaar,
der zwischen ?851 VI 24 und 857 IV 28 nachzuweisen ist. Nach Borgolte und
Jänichen ist er aber entgeegn der allgemeinen Annahme von jenem Grafen
Ato zu unterscheiden, welcher kurze Zeit vorher unter anderem für
das gleiche Gebiet zu belegen ist: Graf Ato, vgl. Borgolte Seite
60. Zu den wenigen Erwähnungen Utos
kommt noch ein Eintrag im St. Galler Gedenkbuch p. 10 hinzu, in dem er
zusammen mit Graf Alberich vom Breisgau und Alpgau (838/54-ca. 859) und
Graf Adalhelm vom Thurgau (857-859) genannt wird. An Beziehungen Utos
zur Reichenau ist nichts bekannt, selbst im Reichenauer Verbrüderungsbuch
scheint er nicht vorzukommen. Es gilte jedoch zu bedenken, daß die
Reichenau bereits um die Mitte des 9. Jahrhunderts Besitz (zum Beispiel
Heidenhof) im Gebiet der Grafschaft Utos
hatte; vgl. D LdD 81, Borgolte und Historischer Atlas von Baden-Württemberg,
Beiwort 7,2 Seite 13.