Hermenegild                                  westgotischer Prinz
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vor 550 13.4.585 hingerichtet
               Tarraco
 

Ältester Sohn des Königs Leowigildaus seiner 1. Ehe mit der Theodosia
 

Thiele, Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

HERMENEGILD
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    585

Hermengild war ab 578 Mitregent zu Sevilla, wurde durch seine Frau Christ und geriet so schroff gegen seinen Vater. Im nun ausbrechenden Bürgerkrieg wurde er, unterstützt von Byzanz und den MEROWINGERN, zwei Jahre lang in Sevilla belagert, dann gefangen und hingerichtet.

  oo INGUNDE DER FRANKEN
           

Tochter des Königs Sigibert I. von Austrasien



Hermenegild wurde 571 zum Mitregenten ernannt. Wegen Familienstreitigkeiten - man hatte den Übertritt Ingundis zum Arianismus vorausgesetzt - in Glaubensfragen bestellte ihn sein Vater zum Herzog von Andalusien mit dem Wohnsitz Sevilla. Unter dem Einfluß seiner Gattin und seines Onkels Leander bekannte er sich Ende 579 offen zur römischen Kirche. Er trat den Byzantinern Cordoba ab, verbündete sich mit Franken und Sueben und ließ zum König ausrufen. Er schlug Münzen mit einer geflügelten Siegesgöttin und dem eigenen Brustbild und trachtete dem Vater nach dem Leben. 583 eroberte Leowigild Sevilla und Hermenegild und Ingunde flohen zu den Byzantinern nach Cordoba. Hier suchte er in einer Kirche Zuflucht und unterwarf sich dem Vater. Er wurde nach Toledo, dann nach Valencia gebracht; seine Güter wurden natürlich eingezogen, sein Hofstaat auf einen Diener beschränkt, die bisher eingeräumte Mitherrschaft hatte notwendig ein Ende und ebenso die Thronfolge. Im Jahr 585 wurde Hermenegild zu Tarraco mit dem Beil enthauptet. War ihm das Leben eidlich zugesichert worden, so traf ihn der Tod wohl für eine neue Schuld.
 
 
 
 

 579
  oo Ingunde von Austrasien, Tochter des Königs Sigibert I.
               585           Enkelin seiner Stiefmutter
 
 
 
 

Kinder:

  Athanagild
  um 580 nach 588
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 124,125,127,129,131,155,413 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch V Kapitel 38; Buch VI Kapitel 18, 29,33, 43; Buch IX Kapitel 16 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 62 - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 100,101,203,204 - Paulus Diakonus und die Geschichtsschreiber der Langobarden: Geschichte der Langobarden. Phaidon Verlag Kettwig 1992 Buch III Kapitel 21 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 101 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 153,208,210,228 -