Godegisel                                       König der Burgunder (473-500)
-------------
    501 ermordet
     Vienne
 

2. Sohn des Königs Gundowech und der Carentana
 

Lexikon des Mittelalters:
********************
Godegisel, König der Burgunden
-------------
    501

Einer der vier Söhne von Gundiok (Gundowech) und Carentena, erhielt bei der Reichsteilung unter den Gundiok-Söhnen, die spätestens nach dem Tod ihres Onkels Chilperich I. (um 480) stattfand, einen Teilbereich, zu dem wohl Genf gehörte. Seine Gemahlin Theodelinde und er nahmen die Töchter seines Bruders Chilperich, unter ihnen Chlothilde, auf. Im Jahre 500 paktierte Godegisel insgeheim mit dem fränkischen König Chlodwig und ergriff die Partei der Franken, als diese das Burgunden-Reich angriffen und König Gundobad damit zu vorübergehender Flucht nach Avignon zwangen. Nach Chlodwigs Abzug wurde Godegisel jedoch von Gundobad in Vienne belagert und fand in der dortigen Kirche der Arianer 501 den Tod.

J. Richard



Thiele, Andreas: Tafel 222
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

GODEGISEL
-------------------
    501 ermordet

Godegisel war Mit-König zu Genf und hatte ständig Streit mit seinen Brüdern. Während der Bruderkriege rief er den Franken-König Chlodwig I. zu Hilfe, der nach der Schlacht bei Dijon (500) Godegisels Bruder Gundobad verjagte. Godegisel anerkannte die fränkische Hoheit und fiel bei Vienne ( 501).



Godegisel regierte mit seinen Brüdern gemeinsam und nahm seinen Sitz in Genf. Im Bunde mit dem Franken-König Chlodwig bekriegte er seinen Bruder Gundobad, der 500 bei Dijon besiegt wurde. Doch dieser bewahrte mit westgotischer Hilfe seine Herrschaft, schloß Godegisel in Vienne ein und ließ ihn bei der Erstürmung der Stadt töten.
 
 
 
 

  oo Theodelinde
  x          
 
 
 
 

Literatur:
------------
Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 366 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 81,84,128 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch II Kapitel 28,32,33; Buch III Einleitung - Offergeld Thilo: Reges pueri. Das Könitum Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 Seite 123, 124 - Riehl Hans: Die Völkerwanderung. Der längste Marsch der Weltgeschichte. W. Ludwig Verlag 1988 Seite 217 - Schreiber Hermann: Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes. Gondrom Verlag Bindlach 1993 Seite 84,87,101,286 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 222 -