Cleph                                              König der Langobarden (572-574)
--------                                             Herzog von Ticinus-Pavia
     574 ermordet
     Pavia
 

Sohn des Beleos; Neffe? und Nachfolger König Alboins
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 2152
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Cleph, langobardischer König 572-574
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  oo Masa

Vater König Autharis. Nach der Ermordung Alboins erhoben die Langobarden in Pavia Cleph aus dem hochadligen Geschlecht der BELEOS zu ihrem König. Der neue Herrscher war zuvor Herzog gewesen, aber nicht von Bergamo, wie häufig in der Literatur behauptet wird. Nach nur anderthalbjähriger Herrschaft, während der sich die Bedrückung der romanischen Bevölkerung verschärfte, wurde Cleph von einem seiner Gefolgsleute erschlagen.

Literatur:
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Hartmann, Gesch. Italiens II,1, 38f. - Schmidt, I, 596 - R. Schneider, Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter, 1972, 23f. - J. Jarnut, Bergamo 568-1098, 1979, 13 - H. Fröhlich, Studien zur langobardischen Thronfolge [Diss. Tübingen, 1971], 1980, 73ff.



Thiele, Andreas: Tafel 224
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KLEF II.
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    574 ermordet

Klef II. war Gefolgsmann König Alboins, Herzog von Ticinus-Pavia und königlicher Herkunft. Er setzte sich nach Alboins Ermordung durch dessen Frau Rosamunde gegen sie und deren zweiten Mann Helmigis, den sie als Nachfolger durchsetzen wollte, 572/73 als König durch. Er wurde nach weiteren ununterbrochenen Bürgerkriegen ermordet, dem ein 10-jähriges Interregnum folgte, in dem die langobardischen Herzöge eine völlig eigenständige Politik betrieben und Streifzüge durch ganz Italien und Süd-Frankreich unternahmen. Italien wurde stark entvölkert und die Grundlagen zu den Herzogtümern Spoleto und Benevent wurden gelegt.



Den Verfall der langobardischen Einigkeit konnte auch Cleph, der mit großer Einmütigkeit 572 in Pavia zum König gewählt worden war, nicht aufhalten. Offensichtlich mit zu harter Hand versuchte er sein Königtum zu stärken und die zentrifugalen Bestrebungen sowie den Egoismus der einzelnen Herzöge zu unterbinden. Zugleich scheint er, in Fortsetzung der Alboinschen Politik, die föderierten Volksgruppen unter langobardisches Recht gezwungen zu haben, was damit endete, dass die Sachsen ihr Bündnis mit den Langobarden aufkündigten und aus Italien abzogen. Unter seiner Regierung setzte eine erste Verfolgung der einheimischen romanischen Oberschicht ein. Viele Großgrundbesitzer wurden umgebracht oder aus Italien vertrieben, die Güter von Cleph eingezogen. Ob er damit den Verlust des Kronschatzes ausgleichen oder dem Aufbegehren einer byzantinischen Opposition entgegen wirken wollte, ist unklar. Nach nur eineinhalb Jahren Regierungszeit wurde er von einem Sklaven mit dem Schwert erschlagen. Nach seiner Ermordung folgte bis 584 ein Interregnum.
 
 
 
 

  oo Ansane
            
 
 
 
 

Kinder:

  Authari
        5.9.590 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter, Seite 25-26 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 224 Tafel 224 -