Agila I.                                           König der Westgoten (549-554)
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     554 ermordet
     Merida
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 206
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Agila, König der Westgoten
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Agila wurde im Dezember 549 als Nachfolger des ermordeten Theudegisel gewählt. 550 versuchte er vergeblich, das rebellierende Cordoba zu erobern. Nach dem Verlust eines Großteils seines Heeres, des Königsschatzes und den Tod seines Sohnes zog er sich nach Merida zurück. In Sevilla erhob sich Athanagild gegen ihn, zu dessen Unterstützung ein byzantinisches Heer unter Liberius im Sommer 552 an der spanischen Südküste landete. Nach dreijährigen unentschiedenen Kämpfen wurde Agila in Merida ermordet.



Thiele, Andreas: Tafel 218
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

AGILA
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     555

Agila I. war Herzog und wurde 549 König. Er war Arianer, verfolgte die Christen blutig und scheiterte im Thronkrieg gegen Athanagild bei Cordoba gegen die Byzantiner. Agila I. wurde ermordet.



Gegen die Katholiken erlitt Agila eine empfindliche Niederlage - sein Sohn fiel, sein Schatz wurde erbeutet. Der Führer des Aufstandes, der dem alten Adel entsprossene Athanagild, rief vaterlandsverräterisch die Byzantiner in das Reich. Freudig ergriff Kaiser Justinian I. die Gelegenheit, das nächste Germanenreich auf römischem Boden anzugreifen. Alsbald landete eine byzantinische Flotte ein Heer unter dem Patricius Liberius. Freudig begrüßten die Katholiken, die Römer diese Truppen als Befreier und öffneten ihnen die Tore in den meisten Seestädten der Südostküste. Schon schien es, als Agila vor Sevilla von den vereinten Byzantinern und Rebellen geschlagen wurde, daß alsbald auch das Westgoten-Reich den Untergang finden sollte. Da ermordeten seine eigenen Anhänger den König, der zu Merida neue Rüstungen betrieb und erkannten Athanagild an.

Dahn Felix: Seite 120
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"Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas."

Gegen seinen Nachfolger Agila (549-554) empörten sich, wie es scheint, zumal die Katholiken in und um Cordoba. Wenigstens wird eine empfindliche Niederlage, die er hier erlitt - sein Sohn fiel, sein Schatz wurde erbeutet - als Strafe der Heiligen für die (wohl arianische) Verachtung Christi und Verletzung des Grabes des katholischen Märtyrers Sankt Acislus aufgefaßt. Damit stimmt auch zusammen, daß der Führer des Aufstandes, der dem alten Adel entsprossene Athanagild, die Hauptbeschirmer des rechten Glaubens, die Byzantiner, vaterlandsverräterisch in das Reich rief. So wurde die von Theudis geahnten und bekämpfte Gefahr durch gotische Männer selbst ins Land geholt. Kaiser Justinian ergriff mit beiden Händen die seiner Staatskunst so gelegene Aufforderung zur Einmischung in Thronstreitigkeit und Parteiung des Westgotenvolkes. Alsbald landete eine byzantinische Flotte ein Heer unter dem Patricius Liberius. Freudig begrüßten die Katholiken, die Römer diese Truppen als Befreier und öffneten ihnen die Tore in den meisten Seestädten der Südostküste, die nun über zwei Menschenalter im Besitz der Kaiser blieben. Schon schien es, als Agila vor Sevilla von den vereinten Byzantinern und Rebellen geschlagen wurde, daß alsbald auch das Westgoten-Reich den Untergang finden sollte. Da ermordeten seine eigenen Anhänger den König, der zu Merida neue Rüstungen betrieb und erkannten Athanagild an.

Norwich John Julius: Band I Seite 300
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Dann, im Jahre 551, sah sich Theodis' zweiter Nachfolger, König Agila, gleich mit zwei Aufständen konfrontiert: einem römischen in Cordoba und einem weit größeren und gefährlicheren seines Verwandten Athanagild. Er setzte sich entschlossen zur Wehr, und es dauerte nicht lange, bis Athanagild den Kaiser um Hilfe bat. Genau dies war eine Gelegenheit, wie sie Justinian erwartet hatte. Trotz der Erfordernisse des Italienfeldzugs und trotz des chronischen Mangels an einsatzfähigen Leuten befahl er, eine kleine Streitmacht, höchstens ein-, zweitausend Mann, von Narses' Armee freizustellen und unter Liberios zur Unterstützung von Athanagild und zum Schutz der römischen Aufständischen nach Spanien abzukommandieren. Die Landung erfolgte an der Südostküste und stieß auf wenig Widerstand, denn die westgotische Armee war bereits hoffnungslos gespalten in das Lager der Agila-Treuen und derer, die sich dem Aufstand angeschlossen hatten. Es dauerte daher nicht lange, bis Liberius das gesamte Gebiet südlich einer Linie von Valencia nach Cadiz unter Kontrolle brachte, darunter auch Cordoba. 555 wurde Agila von seinen eigenen Truppen ermordet, und Athanagild bestieg den Thron ohne Widerstand.
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Völkerwanderung. Germanisch-Romanische Frühgeschichte Europas. Verlag Hans Kaiser Klagenfurt 1977 Seite 120,176 - Gregor von Tours: Fränkische Geschichte. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1988 Buch III Kapitel 30; Buch IV Kapitel 8 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 300 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 218 -