Berthold III.                                              Herzog von Zähringen (1111-1122)
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um 1085-3.12.1122 gefallen
              bei Molsheim

Begraben: St. Peter Schwarzwald
 

Ältester Sohn des Herzogs Berthold II. von Zähringen und der Agnes von Rheinfelden, Tochter von König RUDOLF
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 2027
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Berthold III., Herzog von Zähringen
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     + 1122/23

Begraben: St. Peter im Schwarzwald

Im Gefolge HEINRICHS V. begegnet Berthold schon zu Lebzeiten des Vaters. Als filius Bertoldi und der Agnes von Rheinfelden begleitete er den SALIER auf dem Romzug 1111 und beschwor für ihn den Vertrag mit Paschalis II. in Sutri. 1114 geriet er in die Gefangenschaft der Kölner. Auch das Wormser Konkordat von 1122 weist seinen Namen auf. Gemeinsam mit seinem Bruder Konrad nahm er Handlungen für das zähringische Hauskloster St. Peter im Schwarzwald vor. In die Zeit seiner Herrschaft fällt die Auseinandersetzung mit den Grafen von Hohenberg anläßlich der Gründung des St. Peter benachbarten Chorherrenstiftes St. Märgen durch Bruno von Hohenberg. Es ging um die Beherrschung der Verkehrsverbindungen über den südlichen Schwarzwald, insbesondere durch das Dreisamtal über die Wagensteige, wobei die Burg Wiesneck zerstört wurde. Und die wohl schon von Berthold II. begonnene wirtschaftliche und politische Erschließung des Schwarzwaldes im Zuge des Herrschaftsaufbaues voranzutreiben, strebten die zähringischen Brüder nicht nur die Sicherung der Verbindungen an, sondern betrieben vielmehr eine aktive Rodungs- und Siedlungs-, Kloster- und Vogteipolitik und kümmerten sich um den Burgenbau wie um die Städtegründung. Von diesem Streben ist nach dem frühen Tod Bertholds, der im Winter 1122/23 bei einer Fehde vor Molsheim im Elsaß umkam, wohl noch stärker die Herrschaft seines Bruders Konrad geprägt.


Klauser Heinrich: Seitwe 34
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"Lexikon deutscher Herrscher und Fürsatenhäuser"

Berthold III. von Zähringen
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    -3.5.1122

Er folgte seinem Vater Berthold II. in der Regentschaft. Berthold fiel im Kampf um die elsässische Stadt Molsheim.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER

Gewin Dr. J.P.J.: Seite 109
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IX. 25. Berthold
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Herzog von Zähringen, 1114-1122/23.
1114. Juni 16. befand er sich mit den Herzögen von Schwaben und Sachsen bei König HEINRICH V. zu Dollendorf. Er stand immer auf Seiten des Kaisers und wurde 1122/23 bei Molsheim erschlagen.
Literatur Neue Deutsche Biographie Band II. Berlin 1955 und Gisebrecht III. 854, 857, 947.

Berthold III. war 1110/11 mit Kaiser HEINRICH V. in Italien, zog mit ihm auch gegen Köln und geriet dabei 1114 in Gefangenschaft. Er folgte 1111 dem Vater und wurde auch Vogt von St. Blasien, gründete Freiburg im Breisgau und baute zielstrebig das "ZähringerReich" aus. Er stand in Schwaben ständig gegen die STAUFER und Vasallen und vermittelte und beschwor 1122 das Wormser Konkordat mit. Er kam im Verlauf einer Fehde in der Nähe von Molsheim im Elsaß ums Leben. Berthold hatte den Grafen Hugo IX. von Egisheim-Dagsburg bei kriegerischen Auseinandersetzungen unterstützt, war seinen Gegnern vermutlich lebend in die Hände geraten und später getötet worden.

Heyck Dr. Eduard: Seite 225-246
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"Geschichte der Herzöge von Zähringen"

Auch Herzog Bertold II. von Zähringen rief seine Mannen zur Teilnahme an der Romfahrt auf; doch übernahm nicht mehr er selber ihre Führung, sondern stellte sie unter seinen erstgeborenen Sohn Bertold. Der junge Bertold ist sicherlich mit dem König über Burgund, durch das Rhonetal und über den Jupitersberg nach Italien gezogen. Auf den Roncalischen Feldern unweit Piacenzas fand im Oktober 1110 die Vereinigung der beiden deutschen Heeressäulen statt. 30.000 wohlgerüstete Ritter zählte die Heerschau des Königs, zu denen sich stattliches Fußvolk und ein endloser Troß gesellten. Bertoldgehörte zu den weltlichen Fürsten, die am 9. Februar 1111 vor den päpstlichen Gesandten in Sutri den Sicherheitseid für Papst Paschalis mitbeschworen. Bertoldgehörte nicht zu den Fürsten, die am 11. April den Frieden mit dem Papst beschworen, der anschließend freigelassen wurde und die Kaiserkrönung vornahm. Am 12. April 1111 starb Herzog Bertold II.; sollte eilende Botschaft vorher den Sohn an das Krankenlager des Herzogs in die schwäbische Heimat zurückgerufen haben?
Als Bertold zurückkam zu Mutter und Geschwistern, war er selber inzwischen das Haupt des Geschlechtes und der Träger der zähringischen Rechte und Güter, die vom Reiche gingen, geworden. Ferner ist nicht nur die Vogtei von St. Peter, sondern auch die von St. Georgen auf dem Schwarzwalde danach Bertold III. zugefallen. Noch in demselben Jahre 1111 wurde das zähringische Haus von neuen Schicksalsschlägen schwer niedergebeugt durch den Tod des jungen Rudolf und dann am 19. Dezember durch den Tod der Mutter.
Eine völlige Teilung der Eigengüter hat zunächst zwischen Bertold und Konrad nicht stattgefunden. Als sie die Mutter in St. Peter zur ewigen Ruhe bestatteten, schenkten sie im Beisein zahlreicher schwäbischer Herren am 27. Dezember 1111 gemeinsam dem Kloster ihr Gut zu Benzhausen (BA. Freiburg, in der Ebene westlich am Mooswald) und die Schwarzwaldrodung Gottschalksgereute in nächster Nähe von St. Peter mit einem ausgedehnten Teil des Waldes selbst. Und Bertold "noch glühend von frommen Eifer" fügte bald nach jener Schenkung vom 27. Dezember 1111 noch Weiteres hinzu: eine neu Rodung, welche östlich an die Klostergebäude heranreichte und an das Gottschalksgerente stieß.
Von den Reichsangelegenheiten hat sich Bertold anscheinend zunächst fern gehalten; was wir von ihm wissen zeigt uns nur das Walten des Grundherrn in seinem Besitz, vor allem neue lebhaftestes Fürsorge für das Hauskloster St. Peter. Der 30. September 1113 sah Herzog Bertold und seinen Bruder Konrad von neuem auf der Schwarzwaldhöhe von St. Peter und zugleich mit ihnen eine große Versammlung geistlicher und weltlicher Herren, denn es galt die Weihe des neugebauten Münsters feierlich zu begehen.
Als Albgaugraf wird Bertold III. am 22. April 1112 genannt. Wann dieses Grafenamt von den ZÄHRINGERN zurückerworben war, bleibt im Dunkeln. Beim Kaiser erschien Herzog Bertold III. eben so selten, als sein Vetter Hermann II. ein häufiger Gast, ja fast ein ständiger Begleiter des Hofes war. Er hatte schon unter den Fürsten gefehlt, die am 7. August 1111 um HEINRICH V. waren, als dieser zu Speyer unter prunkenden Feiern der Leiche seines kaiserlichen Vaters ein spätes würdiges Begräbnis gab, ferner blieb er selbst bei der glänzenden Hochzeit fern, die HEINRICH Anfang Januar 1114 mit Mathilde von England zu Straßburg beging und zu der alle Reichsfürsten entboten und abgesehen von unzähligen kleineren Herren 35 Erzbischöfe und Bischöfe, 5 Herzoge erscheinen waren. Sollte der "Herzog von Zähringen" aus Fragen der Rangetikette daheim geblieben sein? - Als aber der Kaiser sodann den Rhein heraufzog, fand sich auch Bertold bei ihm ein und unter den Fürbittern der Urkunde vom 7. März 1114, die HEINRICH V. von Basel aus der Propstei Zürich gab, findet sich neben den mitanwesenden Bischöfen von Münster, Basel, Chur, Konstanz, Lausanne und dem Schwabenherzog Friedrich der "Herzog Bertold" mit seinem Vetter Hermann und dem seinem Hause befreundeten Pfalzgrafen Gottfried, dem Calwer, der wohl schon damals sein Schwager war.
Nicht bloß am 7. März war Bertold beim Kaiser zu Basel, wenn das auch der erste ganz sicher beglaubigte Tag ist. Möglicherweise war er schon am 4. März dort, denn er steht mit als Zeuge in einer auf diesen Tag datierten Königsurkunde für Kloster Muri. Jedenfalls aber verweilte Bertold noch bis zum 10. März in des Kaisers Umgebung, an welchem Tage sowohl er, als auch die LENZBURGER in den Urkunden des Königs für Kloster Einsiedeln und Bistum Basel aufgeführt werden.
Schon während seiner Hochzeitsfeierlichkeiten hatte der Kaiser für die zweite Woche nach Pfingsten ein Aufgebot zum Feldzug gegen die nach Unabhängigkeit gelüstenden Friesen ausgeschrieben und die anwesenden Fürsten in Pflicht der Teilnahme genommen. Als er nun an den oberen Rhein und nach Basel gekommen war, muß ihm auch Bertold die Heeresfolge gelobt haben und vielleicht hängt es damit zusammen, wenn sich der zähringische Herzog alsbald nach dem inneren Schwaben begab. Am 16. Juni finden wir dann Bertold III. und seinen Vetter Hermann II., sowie die Herzöge Friedrich von Schwaben und LOTHAR VON SACHSEN auf dem Marsche mit dem Kaiser. Dollendorf in der Eifel ist der zufällige Ort, an dem sie angetroffen werden. Bedeutsam scheint es in die Zukunft zu deuten, wenn Bertold auf diesem Zuge in Verkehr mit dem SUPPLINBURGER tritt, der dereinst als deutscher König in Amt und Machtberuf das zähringische Haus über viele Fürstenhäuser des Reiches erhöhen sollte. Kaum hatte man nun Friesland erreicht, als der Kölner Zuzug im Heere des Kaisers nach einer von den Friesen erlittenen Schlappe in die Heimat umkehrte. HEINRICH, der gegen Köln zog, ging, um neue Streitkräfte aufzubieten, nach Thüringen, wo er am 26. August zu Erfurt urkundete und Markgraf Hermann bei ihm war, Herzog Bertold, "der Getreueste des Kaisers", jedoch nicht; so war dieser also entweder beim Reichsheer geblieben, oder etwa, um seinerseits Verstärkungen aufzubringen, nach Alemannien geeilt. Fast scheint es, als ob das Heer überhaupt beurlaubt war, da die Kölner im August und September auf keinen Widerstand stießen. In der Ende September 1114 bei Andernach ausgetragenen Schlacht zwischen den Kölnern und ihren Bundesgenossen und den Kaiserlichen erlitten Letztere ein Niederlage und Herzog Bertold geriet in Gefangenschaft. Er hat aber wohl bis an die letzte Entscheidung mitkämpfen können, denn gerade Dietrich von Ahr war es, der den vornehmen Gefangenen beanspruchte und ihn in der Tat in seinen Gewahrsam bekam. Wie es aber doch scheint, hielt Graf Dietrich ihn nicht auf einer Burg in Haft, sondern Bertold lebte, wenn auch als Dietrichs Gefangener, in Köln und in Verkehr mit den Kölnern.
Wann die Städter oder vielmehr Dietrich von Ahr den Herzog Bertold aus der Haft entlassen haben, ist nicht bekannt. Als aber HEINRICH V., ohne etwas gegen den Aufstand erreicht zu haben und durch den Tod der Gräfin Mathilde von Tuszien veranlaßt nach Italien zu gehen, auf den 1. November 1115 zur Ordnung der Reichsangelegenheiten einen Fürstentag nach Mainz beschied, da war es Graf Dietrich von Ahr, der in des Kaisers Namen zu den Sachsen ging. Die Sinnesänderung des Grafen ist in der Tat überraschend; ist es da nun beim Mangel anderer Erklärungsversuche allzu kühn, ihren Förderer und vielleicht gar ihren Urheber in Dietrichs hohem Gefangenen, dem jungen Herzog Bertold, dessen eifrige Treue für den Kaiser gerade die Kölner so sehr bemerkten, zu vermuten? Es ist jedoch unbekannt, wann Bertold aus der Haft entlassen wurde. Im Kampfe der Aufständischen und Kaiserlichen war Bertold III., unseres Wissens wenigstens, nicht mehr selbständig beteiligt. Bertold ist nicht unter den Teilnehmern des Italienzuges HEINRICHS V. zu finden und verblieb trotz des zunehmenden Widerstandes der Sachsen auf der Seite des Kaisers. Gerade mit dessen Vorkämpfer und Vertreter, mit Friedrich von Schwaben, trifft er bei seinem erstmaligen Wiedererscheinen seit der Kölner Gefangenschaft, nämlich im Jahre 1116 zu Rotenacker zusammen. Dass Herzog Bertold III. in der Folgezeit irgendwie in Aktion getreten sei, ist durch nichts bedingt.
Wir wissen über sein Tun und Lassen für mehrere Jahre gar nichts: Sein Bruder Konrad zog gegen das Kloster Schaffhausen und gründete auf seinen breisgauischen Eigen die Stadt Freiburg, aber des Herzogs Anteil oder Nichtanteil an solchen Ereignissen könnte man nur vermuten wollen. Die Zeit Bertolds III. ist überhaupt die stillste und am meisten kleindynastische der gesamten zähringischen Geschichte: jener eine unglückliche Zug mit gegen die Kölner, im übrigen flutet der Strom der Weltbegebenheiten, in welchem einst Bertold I. und II. kraftvoll gerungen, breit an dem Hause der Söhne vorüber. Am 2. August 1121 finden wir Bertold III. dann einmal wieder: bei einem Grenzvergleich zwischen St. Peter und St. Märgen, dem er als Vogt es erstgenannten Klosters beiwohnte, wodurch er zugleich mit seinem Vetter, dem Markgrafen Hermann, ferner mit Bischof Ulrich von Konstanz und vielen schwäbischen Herren zusammentraf. Diese Begegnung Bertolds III. mit dem Bischof Ulrich, der noch vor ein paar Monaten, als HEINRICH V. nach Ostern Konstanz besuchte, gegen den von Rom gebannten Kaiser demonstriert hatte, läßt immerhin so viel schließen, dass der Herzog von Zähringen zu jener Zeit in Schwaben eine mehr vermittelnde Stellung zwischen der Anhängerschaft HEINRICHS V. und den Gegnern einnahm und jeweils kein lauter und offener Kämpfer gegen die letzteren war.
Herzog Bertold begegnet noch einmal bei einem Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung, wo er Zeuge und Willegeber gewesen ist: bei der Beschwichtigung des Investiturstreits im Jahre 1122. Zur Wormser Versammlung war nun auch Herzog Bertold und zwar mit seinem Bruder Konrad erschienen, ferner waren unter anderen weltlichen Fürsten der Herzog Heinrich der Schwarze (Bertolds Schwiegervater), die Herzöge Friedrich von Schwaben (Bertolds Schwager) und Simon von Lothringen, die Markgrafen Diepold von Vohburg (Bertolds Vetter) und Engelbert von Istrien, sowie der Pfalzgraf Gottfried von Calw (Bertolds Schwager). Inmitten der Fürsten, mit deren "Zustimmung und Rat" Kaiser HEINRICH seine Zusicherungen gab, ist in der kaiserlichen Urkunde als letzter der vier Herzöge pertolfus dux unterschrieben. Sein Bruder Konrad war begreiflicher Weise nicht zugezogen worden; dagegen steht er als Zeuge und zwar neben seinem Bruder in einer anderen Verbriefung, in dem damals im Lager auf den Lobwiesen bei Worms ausgestellten Privileg HEINRICHS V. für das westfälische Kloster Kappenberg.
Falls Bertold III. sich wirklich Hoffnung machen konnte, auf Grund des Punktes im Wormser Vertrages, der die Wiederherstellung des Besitzstandes vor dem großen Kampfe festsetzte, mit einigem Erfolg Ansprüche auf das Herzogtum Kärnten oder auf irgendwelche Entschädigung zu erheben, so sollte er doch nicht mehr zur Verfolgung dieser Angelegenheit gelangen. Im Winter 1122 auf 1123 zog er dem Grafen Hugo von Dagsburg im unteren Elsass zu, um ihm Hilfe gegen Aufrührer zu bringen und fand in dieser Fehde seinen Tod. Die Kölner Chronik sagt, er fiel durch unvorsichtigen Versuch, die Stadt Molsheim einzunehmen, was mit der Nachricht der zähringischen Genealogie aus St. Peter zur Not zu vereinigen ist: "Er zog mit Graf Hugo von Dagsburg vor den elsässischen Ort Molsheim hinab und nahm dort gewaltsames Einlager. Die Bürger aber drangen vor, zerstreuten seine Genossen und Bertold kam in unwürdigem Tode um." Die Freiburger Chronik des 16. Jahrhunderts erzählt ähnlich: Er wurde von den Molsheimern "freventlich in Kriegsleuffen uberfallen und mit graff Hugo von Dagspurg gefangen und unwirdigen todts jemerlich verderbt". Aber der Herzog ist nicht etwa in diesem Volksauflauf selbst zufällig erschlagen worden; läßt schon der "unwürdige Tod" an Anderes denken, so erfahren wir weiter aus dem sächsischen Annalisten, dass der Straßburger Bischof Kuno seines Bistums entsetzt wurde, "weil er seine Zustimmung zur Tötung des Herzogs Bertolds gab". Bertold III. muß also in irgendwie vorbereiteter Weise, am wahrscheinlichsten nach summarischem Gerichtsverfahren ums Leben gebracht worden sein.
Die Leiche des Herzogs wurde seinen Leuten zugestellt und die Getreuen brachten sie (in einem ausgehöhlten Baumstamm, weiß die erwähnte Freiburger Chronik noch hinzuzusetzen) nach St. Peter; hier in dem von ihm selber so sehr geförderten Kloster seines Hauses, wo Vater und Mutter seit 11 Jahren ruhten, fand - und zwar im Kapitelsaaal vor des Abtes Stuhl - nun auch der in der Blüte der Jahre hinweggeraffte Bertold III. die Grabstätte.
Das nicht ganz zu lichtende Dunkel, das über Bertolds Tod gelagert ist, überschattet auch den Tag, das Datum seines Ablebens. Die Nekrologien machen unmögliche Angaben; es ist für uns maßgebend, dass Bertold III. noch dem großen Wormser Tag im September 1122 beigewohnt hat, aber andererseits schon um Weihnachten 1122 sein Bruder Konrad Herzog und Vertreter des zähringischen Hauses ist, wie unten gezeigt werden wird. Das legt nahe, Bertolds Tod in den Dezember 1122 zu setzen und dazu stimmt es auch, wenn die meisten annalistischen Quellen ihn noch zu 1122 melden, eine andere aber meint, er falle schon in das Jahr 1123, und wenn ein ähnliches Schwanken, das sich ebenfalls durch den während der Verbreitung des Nachricht geschehenen Jahreswechsel erklären muß, bezüglich der Absetzung des Bischofs Kuno stattfindet. Den Tag ganz genau  bestimmen zu wollen, ist gewagt, aber eine Spur führt doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf den 8. Dezember. - Möglicherweise fand erst am 19. Februar 1123 Bertolds Beisetzung in St. Peter statt.
Bertold III. hinterließ eine Gemahlin, doch keine Kinder. So mochte sie ihm vielleicht erst kurz vorher angetraut worden sein, als des Herzogs Tod sie schon zur Witwe machte. Sie war die zweite Tochter Heinrichs des Schwarzen (aus dem den ZÄHRINGERN so lange Zeit verbündeten welfischen Hause) und seiner sächsischen Gemahlin Wulfhild und war Sophia geheißen; ihre ältere Schwester Judith war die Gattin Friedrichs II., des STAUFERNS von Schwaben, der also dadurch Bertolds III. Schwager war, die jüngere, Wulfhild, war die Gemahlin Rudolfs aus dem mit den ZÄHRINGERN schon durch die Rheinfelder verschwägerten Bregenzer Grafenhaus. Als Mitgift waren Sophie Güter aus der Achalmer Erbschaft der WELFEN zugewiesen worden und Bertold III. bestätigte daher - zu leider unbekannter Zeit - ebenso wie sein Schwiegervater es getan hatte, dem Kloster Zwiefalten bereitwillig alle von dessen Achalmischen Stiftern gemachten Schenkungen aus dem Gute dieser Familie.
 
 
 
 

  oo 1. Sophia von Bayern, Tochter Heinrichs des Schwarzen
  x       um 1105-11.7. um 1140

       1122
     2. oo Leopold I. Markgraf von Steiermark
                     -24.10.1129
 
 
 
 

Literatur:
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Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 65,106, 166,217,252,257,279,334,352,378 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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