Begraben: St. Peter Schwarzwald
Ältester Sohn des Herzogs
Berthold II. von Zähringen und der Agnes
von Rheinfelden, Tochter von König
RUDOLF
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 2027
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Berthold III., Herzog von Zähringen
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+ 1122/23
Begraben: St. Peter im Schwarzwald
Im Gefolge HEINRICHS V. begegnet
Berthold
schon zu Lebzeiten des Vaters. Als filius Bertoldi
und der Agnes
von Rheinfelden begleitete er den SALIER
auf
dem Romzug 1111 und beschwor für ihn den Vertrag mit Paschalis II.
in Sutri. 1114 geriet er in die Gefangenschaft der Kölner. Auch das
Wormser Konkordat von 1122 weist seinen Namen auf. Gemeinsam mit seinem
Bruder Konrad
nahm er Handlungen für das zähringische
Hauskloster St. Peter im Schwarzwald vor. In die Zeit seiner Herrschaft
fällt die Auseinandersetzung mit den Grafen von Hohenberg anläßlich
der Gründung des St. Peter benachbarten Chorherrenstiftes St. Märgen
durch Bruno von Hohenberg. Es ging um die Beherrschung der Verkehrsverbindungen
über den südlichen Schwarzwald, insbesondere durch das Dreisamtal
über die Wagensteige, wobei die Burg Wiesneck zerstört wurde.
Und die wohl schon von Berthold II. begonnene wirtschaftliche und
politische Erschließung des Schwarzwaldes im Zuge des Herrschaftsaufbaues
voranzutreiben, strebten die zähringischen
Brüder nicht nur die Sicherung der Verbindungen an, sondern betrieben
vielmehr eine aktive Rodungs- und Siedlungs-, Kloster- und Vogteipolitik
und kümmerten sich um den Burgenbau wie um die Städtegründung.
Von diesem Streben ist nach dem frühen Tod Bertholds,
der im Winter 1122/23 bei einer Fehde vor Molsheim im Elsaß
umkam, wohl noch stärker die Herrschaft seines Bruders Konrad geprägt.
Berthold III. von Zähringen
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-3.5.1122
Er folgte seinem Vater Berthold II. in der Regentschaft.
Berthold
fiel im Kampf um die elsässische Stadt Molsheim.
Heyck Dr. Eduard: Seite 225-246
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"Geschichte der Herzöge von Zähringen"
Auch Herzog Bertold II. von Zähringen
rief seine Mannen zur Teilnahme an der Romfahrt auf; doch übernahm
nicht mehr er selber ihre Führung, sondern stellte sie unter seinen
erstgeborenen Sohn Bertold. Der junge
Bertold
ist sicherlich mit dem König über Burgund, durch das Rhonetal
und über den Jupitersberg nach Italien gezogen. Auf den Roncalischen
Feldern unweit Piacenzas fand im Oktober 1110 die Vereinigung der beiden
deutschen Heeressäulen statt. 30.000 wohlgerüstete Ritter zählte
die Heerschau des Königs, zu denen sich stattliches Fußvolk
und ein endloser Troß gesellten.
Bertoldgehörte
zu den weltlichen Fürsten, die am 9. Februar 1111 vor den päpstlichen
Gesandten in Sutri den Sicherheitseid für Papst Paschalis mitbeschworen.
Bertoldgehörte nicht zu den Fürsten,
die am 11. April den Frieden mit dem Papst beschworen, der anschließend
freigelassen wurde und die Kaiserkrönung vornahm. Am 12. April 1111
starb Herzog Bertold II.; sollte eilende Botschaft vorher den Sohn
an das Krankenlager des Herzogs in die schwäbische Heimat zurückgerufen
haben?
Als Bertold zurückkam
zu Mutter und Geschwistern, war er selber inzwischen das Haupt des Geschlechtes
und der Träger der zähringischen Rechte
und Güter, die vom Reiche gingen, geworden. Ferner ist nicht nur die
Vogtei von St. Peter, sondern auch die von St. Georgen auf dem Schwarzwalde
danach Bertold III.
zugefallen. Noch in demselben Jahre 1111 wurde das zähringische
Haus von neuen Schicksalsschlägen schwer niedergebeugt durch den Tod
des jungen Rudolf und dann am 19. Dezember durch den Tod der Mutter.
Eine völlige Teilung der Eigengüter hat zunächst
zwischen Bertold und Konrad nicht stattgefunden.
Als sie die Mutter in St. Peter zur ewigen Ruhe bestatteten, schenkten
sie im Beisein zahlreicher schwäbischer Herren am 27. Dezember 1111
gemeinsam dem Kloster ihr Gut zu Benzhausen (BA. Freiburg, in der Ebene
westlich am Mooswald) und die Schwarzwaldrodung Gottschalksgereute in nächster
Nähe von St. Peter mit einem ausgedehnten Teil des Waldes selbst.
Und Bertold "noch glühend von
frommen Eifer" fügte bald nach jener Schenkung vom 27. Dezember 1111
noch Weiteres hinzu: eine neu Rodung, welche östlich an die Klostergebäude
heranreichte und an das Gottschalksgerente stieß.
Von den Reichsangelegenheiten hat sich Bertold
anscheinend
zunächst fern gehalten; was wir von ihm wissen zeigt uns nur das Walten
des Grundherrn in seinem Besitz, vor allem neue lebhaftestes Fürsorge
für das Hauskloster St. Peter. Der 30. September 1113 sah Herzog
Bertold und seinen Bruder Konrad
von neuem auf der Schwarzwaldhöhe
von St. Peter und zugleich mit ihnen eine große Versammlung geistlicher
und weltlicher Herren, denn es galt die Weihe des neugebauten Münsters
feierlich zu begehen.
Als Albgaugraf wird Bertold
III. am 22. April 1112 genannt.
Wann dieses Grafenamt von den
ZÄHRINGERN
zurückerworben
war, bleibt im Dunkeln. Beim Kaiser erschien
Herzog
Bertold III. eben so selten, als sein Vetter Hermann
II. ein häufiger Gast, ja fast ein ständiger Begleiter
des Hofes war. Er hatte schon unter den Fürsten gefehlt, die am 7.
August 1111 um HEINRICH V. waren, als
dieser zu Speyer unter prunkenden Feiern der Leiche seines kaiserlichen
Vaters ein spätes würdiges Begräbnis gab, ferner blieb er
selbst bei der glänzenden Hochzeit fern, die HEINRICH
Anfang Januar 1114 mit Mathilde von England zu
Straßburg beging und zu der alle Reichsfürsten entboten und
abgesehen von unzähligen kleineren Herren 35 Erzbischöfe und
Bischöfe, 5 Herzoge erscheinen waren. Sollte der "Herzog
von Zähringen" aus Fragen der Rangetikette daheim geblieben
sein? - Als aber der Kaiser sodann den Rhein heraufzog, fand sich auch
Bertold bei ihm ein und unter den
Fürbittern der Urkunde vom 7. März 1114, die HEINRICH
V. von Basel aus der Propstei Zürich gab, findet sich neben
den mitanwesenden Bischöfen von Münster, Basel, Chur, Konstanz,
Lausanne und dem Schwabenherzog Friedrich der "Herzog
Bertold" mit seinem Vetter Hermann und dem seinem Hause befreundeten
Pfalzgrafen Gottfried, dem Calwer, der wohl schon damals sein Schwager
war.
Nicht bloß am 7. März war Bertold
beim
Kaiser zu Basel, wenn das auch der erste ganz sicher beglaubigte Tag ist.
Möglicherweise war er schon am 4. März dort, denn er steht mit
als Zeuge in einer auf diesen Tag datierten Königsurkunde für
Kloster Muri. Jedenfalls aber verweilte Bertold
noch bis zum 10. März in des Kaisers Umgebung, an welchem Tage sowohl
er, als auch die LENZBURGER in den Urkunden des Königs für Kloster
Einsiedeln und Bistum Basel aufgeführt werden.
Schon während seiner Hochzeitsfeierlichkeiten hatte
der Kaiser für die zweite Woche nach Pfingsten ein Aufgebot zum Feldzug
gegen die nach Unabhängigkeit gelüstenden Friesen ausgeschrieben
und die anwesenden Fürsten in Pflicht der Teilnahme genommen. Als
er nun an den oberen Rhein und nach Basel gekommen war, muß ihm auch
Bertold
die
Heeresfolge gelobt haben und vielleicht hängt es damit zusammen, wenn
sich der zähringische Herzog alsbald
nach dem inneren Schwaben begab. Am 16. Juni finden wir dann
Bertold III.
und seinen Vetter
Hermann II., sowie die Herzöge Friedrich
von Schwaben und LOTHAR VON SACHSEN
auf dem Marsche mit dem Kaiser. Dollendorf in der Eifel ist der zufällige
Ort, an dem sie angetroffen werden. Bedeutsam scheint es in die Zukunft
zu deuten, wenn Bertold auf diesem
Zuge in Verkehr mit dem SUPPLINBURGER
tritt, der dereinst als deutscher König in Amt und Machtberuf das
zähringische
Haus über viele Fürstenhäuser des Reiches erhöhen sollte.
Kaum hatte man nun Friesland erreicht, als der Kölner Zuzug im Heere
des Kaisers nach einer von den Friesen erlittenen Schlappe in die Heimat
umkehrte.
HEINRICH, der gegen Köln
zog, ging, um neue Streitkräfte aufzubieten, nach Thüringen,
wo er am 26. August zu Erfurt urkundete und Markgraf Hermann bei ihm war,
Herzog
Bertold, "der Getreueste des Kaisers", jedoch nicht; so war
dieser also entweder beim Reichsheer geblieben, oder etwa, um seinerseits
Verstärkungen aufzubringen, nach Alemannien geeilt. Fast scheint es,
als ob das Heer überhaupt beurlaubt war, da die Kölner im August
und September auf keinen Widerstand stießen. In der Ende September
1114 bei Andernach ausgetragenen Schlacht zwischen den Kölnern und
ihren Bundesgenossen und den Kaiserlichen erlitten Letztere ein Niederlage
und Herzog Bertold geriet in Gefangenschaft.
Er hat aber wohl bis an die letzte Entscheidung mitkämpfen können,
denn gerade Dietrich von Ahr war es, der den vornehmen Gefangenen beanspruchte
und ihn in der Tat in seinen Gewahrsam bekam. Wie es aber doch scheint,
hielt Graf Dietrich ihn nicht auf einer Burg in Haft, sondern Bertold
lebte,
wenn auch als Dietrichs Gefangener, in Köln und in Verkehr mit den
Kölnern.
Wann die Städter oder vielmehr Dietrich von Ahr
den Herzog Bertold aus der Haft entlassen
haben, ist nicht bekannt. Als aber HEINRICH V.,
ohne etwas gegen den Aufstand erreicht zu haben und durch den Tod der Gräfin
Mathilde von Tuszien veranlaßt nach Italien zu gehen, auf den 1.
November 1115 zur Ordnung der Reichsangelegenheiten einen Fürstentag
nach Mainz beschied, da war es Graf Dietrich von Ahr, der in des Kaisers
Namen zu den Sachsen ging. Die Sinnesänderung des Grafen ist in der
Tat überraschend; ist es da nun beim Mangel anderer Erklärungsversuche
allzu kühn, ihren Förderer und vielleicht gar ihren Urheber in
Dietrichs hohem Gefangenen, dem jungen Herzog
Bertold, dessen eifrige Treue für den Kaiser gerade die
Kölner so sehr bemerkten, zu vermuten? Es ist jedoch unbekannt, wann
Bertold
aus der Haft entlassen wurde. Im Kampfe der Aufständischen und Kaiserlichen
war Bertold III.,
unseres Wissens wenigstens, nicht mehr selbständig beteiligt. Bertold
ist nicht unter den Teilnehmern des Italienzuges HEINRICHS
V. zu finden und verblieb trotz des zunehmenden Widerstandes
der Sachsen auf der Seite des Kaisers. Gerade mit dessen Vorkämpfer
und Vertreter, mit Friedrich von Schwaben, trifft er bei seinem erstmaligen
Wiedererscheinen seit der Kölner Gefangenschaft, nämlich im Jahre
1116 zu Rotenacker zusammen. Dass Herzog Bertold
III. in der Folgezeit irgendwie in Aktion getreten sei, ist
durch nichts bedingt.
Wir wissen über sein Tun und Lassen für mehrere
Jahre gar nichts: Sein Bruder Konrad zog gegen das Kloster Schaffhausen
und gründete auf seinen breisgauischen Eigen die Stadt Freiburg, aber
des Herzogs Anteil oder Nichtanteil an solchen Ereignissen könnte
man nur vermuten wollen. Die Zeit Bertolds III.
ist überhaupt die stillste und am meisten kleindynastische der gesamten
zähringischen
Geschichte: jener eine unglückliche Zug mit gegen die Kölner,
im übrigen flutet der Strom der Weltbegebenheiten, in welchem einst
Bertold I. und II. kraftvoll gerungen, breit an dem Hause der Söhne
vorüber. Am 2. August 1121 finden wir Bertold
III. dann einmal wieder: bei einem Grenzvergleich zwischen St.
Peter und St. Märgen, dem er als Vogt es erstgenannten Klosters beiwohnte,
wodurch er zugleich mit seinem Vetter, dem Markgrafen Hermann, ferner mit
Bischof Ulrich von Konstanz und vielen schwäbischen Herren zusammentraf.
Diese Begegnung Bertolds III. mit dem
Bischof Ulrich, der noch vor ein paar Monaten, als HEINRICH
V. nach Ostern Konstanz besuchte, gegen den von Rom gebannten
Kaiser demonstriert hatte, läßt immerhin so viel schließen,
dass der Herzog von Zähringen zu
jener Zeit in Schwaben eine mehr vermittelnde Stellung zwischen der Anhängerschaft
HEINRICHS V. und den Gegnern einnahm
und jeweils kein lauter und offener Kämpfer gegen die letzteren war.
Herzog Bertold
begegnet noch einmal bei einem Ereignis von weltgeschichtlicher
Bedeutung, wo er Zeuge und Willegeber gewesen ist: bei der Beschwichtigung
des Investiturstreits im Jahre 1122. Zur Wormser Versammlung war nun auch
Herzog Bertold
und
zwar mit seinem Bruder Konrad erschienen, ferner waren unter anderen
weltlichen Fürsten der Herzog Heinrich der Schwarze (Bertolds
Schwiegervater), die Herzöge Friedrich von Schwaben (Bertolds
Schwager) und Simon von Lothringen, die Markgrafen Diepold von Vohburg
(Bertolds Vetter) und Engelbert von
Istrien, sowie der Pfalzgraf Gottfried von Calw (Bertolds
Schwager). Inmitten der Fürsten, mit deren "Zustimmung und Rat" Kaiser
HEINRICH seine Zusicherungen gab, ist in der kaiserlichen Urkunde
als letzter der vier Herzöge pertolfus dux unterschrieben. Sein Bruder
Konrad
war
begreiflicher Weise nicht zugezogen worden; dagegen steht er als Zeuge
und zwar neben seinem Bruder in einer anderen Verbriefung, in dem damals
im Lager auf den Lobwiesen bei Worms ausgestellten Privileg
HEINRICHS V. für das westfälische Kloster Kappenberg.
Falls Bertold III.
sich wirklich Hoffnung machen konnte, auf Grund des Punktes im Wormser
Vertrages, der die Wiederherstellung des Besitzstandes vor dem großen
Kampfe festsetzte, mit einigem Erfolg Ansprüche auf das Herzogtum
Kärnten oder auf irgendwelche Entschädigung zu erheben, so sollte
er doch nicht mehr zur Verfolgung dieser Angelegenheit gelangen. Im Winter
1122 auf 1123 zog er dem Grafen Hugo von Dagsburg im unteren Elsass
zu, um ihm Hilfe gegen Aufrührer zu bringen und fand in dieser Fehde
seinen Tod. Die Kölner Chronik sagt, er fiel durch unvorsichtigen
Versuch, die Stadt Molsheim einzunehmen, was mit der Nachricht der zähringischen
Genealogie
aus St. Peter zur Not zu vereinigen ist: "Er zog mit Graf Hugo von Dagsburg
vor den elsässischen Ort Molsheim hinab und nahm dort gewaltsames
Einlager. Die Bürger aber drangen vor, zerstreuten seine Genossen
und Bertold kam
in unwürdigem Tode um." Die Freiburger Chronik des 16. Jahrhunderts
erzählt ähnlich: Er wurde von den Molsheimern "freventlich in
Kriegsleuffen uberfallen und mit graff Hugo von Dagspurg gefangen und unwirdigen
todts jemerlich verderbt". Aber der Herzog ist nicht etwa in diesem Volksauflauf
selbst zufällig erschlagen worden; läßt schon der "unwürdige
Tod" an Anderes denken, so erfahren wir weiter aus dem sächsischen
Annalisten, dass der Straßburger Bischof Kuno seines Bistums entsetzt
wurde, "weil er seine Zustimmung zur Tötung des Herzogs
Bertolds gab". Bertold III.
muß also in irgendwie vorbereiteter Weise, am wahrscheinlichsten
nach summarischem Gerichtsverfahren ums Leben gebracht worden sein.
Die Leiche des Herzogs wurde seinen Leuten zugestellt
und die Getreuen brachten sie (in einem ausgehöhlten Baumstamm, weiß
die erwähnte Freiburger Chronik noch hinzuzusetzen) nach St. Peter;
hier in dem von ihm selber so sehr geförderten Kloster seines Hauses,
wo Vater und Mutter seit 11 Jahren ruhten, fand - und zwar im Kapitelsaaal
vor des Abtes Stuhl - nun auch der in der Blüte der Jahre hinweggeraffte
Bertold
III. die Grabstätte.
Das nicht ganz zu lichtende Dunkel, das über Bertolds
Tod gelagert ist, überschattet auch den Tag, das Datum seines Ablebens.
Die Nekrologien machen unmögliche Angaben; es ist für uns maßgebend,
dass
Bertold III.
noch dem großen Wormser Tag im September 1122 beigewohnt
hat, aber andererseits schon um Weihnachten 1122 sein Bruder Konrad
Herzog und Vertreter des zähringischen
Hauses ist, wie unten gezeigt werden wird. Das legt nahe, Bertolds
Tod
in den Dezember 1122 zu setzen und dazu stimmt es auch, wenn die
meisten annalistischen Quellen ihn noch zu 1122 melden, eine andere aber
meint, er falle schon in das Jahr 1123, und wenn ein ähnliches Schwanken,
das sich ebenfalls durch den während der Verbreitung des Nachricht
geschehenen Jahreswechsel erklären muß, bezüglich der Absetzung
des Bischofs Kuno stattfindet. Den Tag ganz genau bestimmen zu wollen,
ist gewagt, aber eine Spur führt doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
auf den 8. Dezember. - Möglicherweise fand erst am 19. Februar
1123 Bertolds Beisetzung in St. Peter
statt.
Bertold III. hinterließ
eine Gemahlin, doch keine Kinder. So mochte sie ihm vielleicht erst kurz
vorher angetraut worden sein, als des Herzogs Tod sie schon zur Witwe machte.
Sie war die zweite Tochter Heinrichs des Schwarzen (aus dem den ZÄHRINGERN
so
lange Zeit verbündeten welfischen
Hause) und seiner sächsischen Gemahlin Wulfhild und war Sophia
geheißen; ihre ältere Schwester Judith war die Gattin
Friedrichs II., des STAUFERNS von Schwaben,
der also dadurch Bertolds III.
Schwager war, die jüngere, Wulfhild, war die Gemahlin Rudolfs
aus dem mit den
ZÄHRINGERN schon durch die Rheinfelder verschwägerten
Bregenzer Grafenhaus. Als Mitgift waren Sophie Güter aus der
Achalmer Erbschaft der WELFEN zugewiesen
worden und Bertold III.
bestätigte daher - zu leider unbekannter Zeit - ebenso
wie sein Schwiegervater es getan hatte, dem Kloster Zwiefalten bereitwillig
alle von dessen Achalmischen Stiftern gemachten Schenkungen aus dem Gute
dieser Familie.
oo 1. Sophia von Bayern, Tochter Heinrichs des
Schwarzen
x um 1105-11.7.
um 1140
1122
2. oo Leopold I. Markgraf von
Steiermark
-24.10.1129
Literatur:
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Die Zähringer. Schweizer Vorträge und
neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1990, Seite 65,106, 166,217,252,257,279,334,352,378 -