Nach Lex. MA und H. Ludat einziger Sohn des Grafen
Friedrich I. im Harzgau und der Bia
Schölkopf, Ruth:
**************
"Die sächsischen Grafen 919-1024"
Die Sippe der Harzgrafen
läßt sich auf Grund unmittelbarer Zeugnisse durchgängig
vom 9. Jahrhundert bis in das 10. Jahrhundert hinein verfolgen. Nach dem
Bericht der Vita Liutbirgae besaßen die beiden Grafen
Friedrich und Adalgar
in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts ein Haus in Thale. Sie sind die
ersten bekannten Mitglieder einer Familie, die allmählich ihre Stellung
ausbaute und zu hohem Ansehen gelangte. Auch im Derlingau bei Lauingen
(Kreis Helmstedt) ließ sich an Hand der Corveyer Traditionen Besitz
des Grafen Friedrich nachweisen. Sein Bruder - Graf Adalgar -
vergrößerte den Familienbesitz um Calefeld und Wulften, die
in seinem Komitat lagen. Die Vita Liutbirgae berichtete, dass Friedrich
mit
einer Bia
vermählt war.
Die gleichen Namen traten erneut in einer Urkunde von
937 auf. Auf Bitten eines Fridericus fidelis noster erhielt seine
Mutter Bia, eine verwitwete Edelfrau
(nobilis matrona), bisher königliches Gut in Giersleben im
Schwabengau geschenkt. Wenn wir - gestützt auf die Aussage der Urkunde
- ein hohes Alter der Bia annehmen,
ist es möglich, sie mit der Gattin des Grafen Friedrich zu
identifizieren.
Bias Sohn war vermutlich
der Graf Friedrich, der im Jahre 921den Abschluß des Vertrages
zwischen HEINRICH
I. und Karl
III. dem Einfältigen testierte. Am Ende der aus elf
Grafennamen bestehenden Zeugenliste standen Fridericus und Folcdag,
die namensmäßig sächsische Grafen aus dem Harzgebiet sein
könnten. Ihre Rangstellung nach den Mitgliedern der angesehenen Familien
der KONRADINER und HATTONEN würde
ihrer Machtstellung entsprechen. Graf Friedrich ist ferner durch
ein Diplom HEINRICHS I. bezeugt. Eine
Verwandtschaftsbeziehung zu Graf Folcdag
läßt sich nicht ermitteln, aber die Stammsilbe seines Namens
tritt bei Friedrichs Sohn wieder auf.
Graf Friedrich hatte zwei Söhne, wie aus
einer Urkunde von 945 hervorgeht. Diese Söhne
Folcmarund
Ricbert
erhielten Besitzrechte über bisher königliches Eigentum in Wieskau
und in drei Ortschaften des Fuhnegebietes im Gau Serimunt. Graf Friedrich
selber
hieß in dem Diplom noster fidelis vassalus, eine Bezeichnung,
die um diese Zeit noch selten angewandt wurde. Von den Söhnen liegen
noch keine Zeugnisse vor.
oo N.N.
-
Kinder:
Friedrich III. Pfalzgraf
-
1003
Rikbert II.
- vor 961
Tochter
-
oo Dedi Graf im Hassegau
-13.7.982
Unego
-
Folkmar Erzbischof von Köln (965-969)
-18.7.969
Kinder:
nach Lex. MA
Volkmar I. Graf im Harzgau
- vor 961
Rikbert II. 945
-
Literatur:
-----------
Albert Herzog
zu Sachsen: Die Wettiner in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien
Köln 1995 Seite 12 - Eckhardt
Karl August: Genealogische Funde zur allgemeinen Geschichte. Deutschrechtlicher
Instituts-Verlag Witzenhausen 1963 Seite 164-190 - Ludat, Herbert:
An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches
und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag Weimar
1995 Stammtafel - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen
919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen
Atlas Niedersachsens - Wenskus
Reinhard: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel.
Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1976 Seite 206 -