Rikbert                                           Graf im Harzgau
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    -9.2. (+ um 1022 H. Ludat)
 

Sohn des Harzgaugrafen Friedrich II.
Nach R. Wenskus Sohn des Grafen Bruno von Arneburg und der Frideruna; Bruder Bruns von Querfurt
Nach H. Ludat Sohn des Grafen Friedrich III. vom Harzgau und Bruder von Volkmar II.
 

Althoff, Gerd: Seite 390,407
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                       G 17

Lü:    9.2.    Ricbertus com

Hirsch, Jbb. Heinrichs II. 1, Seite 456 und Schölkopf, Die sächsischen Grafen, Seite 89 identifizieren Ricbert vermutungsweise als Angehörigen der Grafen von Arneburg aus der Zeit HEINRICHS II. Außer dem Namen gibt es für die Zuordnung keine Indizien. Zu weiteren Grafen dieses Namens in Sachsen vgl. Wenskus, Sächsischer Stammesadel (Register S. 589).



                                                                 G 86

Me:    13.7.     Richbertus com

Die Identifizierung des Grafen ist bisher nicht gelungen. Man kann jedoch auf D OI, Nr. 69 hinweisen: In dieser Urkunde schenkt OTTODER GROSSE auf Intervention Adelheids und Liudolfsden Brüdern Folcmar und Richbert Güter. Als Vater der beiden Brüder wird der fidelis vasallusFriedrich genannt, den Schölkopf, Die sächsischen Grafen, Seite 83, vermutungsweise in die Familie der Harzgrafen einordnet.
Starke, Pfalzgrafen, Seite 182 vermutet, daß es sich bei Folcmar un den späteren Kölner Erzbischof gehandelt habe (vgl. B 81); vgl. auch Wenskus, Sächsischer Stammesadel, Seite 207.



Rikbert wurde von Kaiser OTTO III. abgesetzt und auf Verwendung Lothars von Walbeck von HEINRICH II. wieder eingesetzt. Eine Urkunde bezeugt Rikbert im Harzgau um Ilsenburg.

Thietmar von Merseburg: Seite 197
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"Chronik"

Inzwischen reiste meines Vaters Bruder (Liuthar) mit seinem Oheim Rikbert [Markgraf Liuthar von der sächsischen Nordmark, Rikbert wohl Bruder von Liuthars Mutter.] [Persönlicher Einwurf: Die Mutter Markgraf Liuthars war Mathilde von Arneburg, Tochter des Grafen Bruno.], den der Kaiser seiner Grafenwürde entsetzt hatte - er hatte sie an Liudger, einen Ritter Bischof Arnulfs verliehen - heimlich nach Bamberg, gewann des Herzogs Gunst und die Aussicht auf Rückgabe und Vergrößerung seines Lehens [18 Auch Rikbert ist 1003 wieder Graf im Harzgau (D. H. II Nr. 46)], obwohl er ihm, seinem Eide getreu, keine Huldigung leistete.

Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

MathildesBruder war Graf Ricbert. Thietmar führte ihn als avunculus Lothars von Walbeck auf. Graf Lothar von Walbeck stand durch seine Parteinahme bei der Wahl von 1002 in gutem Einvernehmen mit dem neuen König HEINRICH II. und setzte sich sogleich für den von OTTO III. abgesetzten Grafen Ricbert ein. An Ricberts Stelle war Liudger, ein miles Bischof Arnulfs von Halberstadt, belehnt worden. HEINRICH II. versprach, Ricbert wieder einzusetzen und seine Lehen zu vergrößern. Dass er sein Wort hielt, geht aus einer Urkunde hervor, die Graf Ricbert im Harzgau um Ilsenburg bezeugt. Weitere Tatsachen aus Ricberts Leben sind nicht bekannt. Vielleicht ist er mit dem Ricbertus comes personengleich, dessen Todestag das Lüneburger Necrolog am 9. Februar verzeichnete.
Ricberts Amtsnachfolger wurde ein Graf Liudger. Vermutlich ist das derselbe Liudger, der schon vorher an Stelle des abgesetzten Ricbert Graf gewesen war. Graf Liudger amtierte im Harzgau im Raume von Heudeber. Er ist auch im Nordthüringgau anzutreffen, aus dem Hamersleben (Kr. Oschersleben) eximiert wurde. Es handelte sich also um einen Herrschaftsbereich, der in unmittelbarer Nähe Ottlebens lag, wo Markgraf Ricdag - allerdings nach einem verfälschten Diplom - Grafenrechte ausgeübt hatte. Da unter seinem Sohn die Machtstellung der Familie aufgegeben werden mußte, ist es denkbar, dass Graf Liudger aus dieser Entsetzung Gewinn zog. Eine dritte Urkunde bezeugte Graf Liudger im Derlingau um Helmstedt und Gifhorn. Das Diplom ist zwar eine Fälschung, seine inhaltliche Aussage kann jedoch aufrecht gehalten werden. Graf Liudger amtierte somit in einem Gebiet, das sich schon vorher als Amtsbereich der Ricdag-Sippe herausgestellt hatte. Ob sein Name Ausdruck der Versippung mit den WALBECKERN ist, mag dahingestellt bleiben. Bode gab ihn für einen Bruder des Markgrafen Werner von der Nordmark aus, was nicht nachweisbar ist. Möglicherweise fiel er 1033 bei Werden im Kampf gegen die Liutizen. Er war vermutlich mit dem Liudgerus comes identisch, dessen Todestag das Necrol. S. Michaelis am 9. Oktober aufschrieb.

Görich Knut: Seite 158
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus"

Es überrascht nicht, dass in Liuthars Umgebung ein weiterer Adliger erscheint, dessen Machtposition gelitten hatte und der ebenfalls nicht Ekkehard unterstützte. Gemeint ist Liuthars Onkel Richbert aus der Familie der Harzgaugrafen. Ihm hatte OTTO III. aus unbekanntem Anlaß die Grafschaft entzogen und einem Vasallen Bischof Arnulfs von Halberstadt übertragen. Nach dem Tod des Kaisers und noch vor der Ermordung Ekkehards zog Richbert mit Liuthar zu Heinrich IV. von Bayern, der ihn - offensichtlich als Gegenleistung für seine Unterstützung - die Restitution der Grafschaft in Aussicht stellte; ein Versprechen, das Heinrich auch eingehalten hat.
 
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 390,407 - Eckhardt Karl August: Genealogische Funde zur allgemeinen Geschichte. Deutschrechtlicher Instituts-Verlag Witzenhausen 1963 Seite 164-190 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 158 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II., Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 Band I Seite 456 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 197 - Wenskus Reinhard: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1976 Seite 206,207,589 -