Anselm                                                     Graf von Nagoldgau
---------                                                   Stifter von Blaubeuren
    -25.12. um 1087
 

Sohn des Grafen N.N.; Bruder des Grafen Hugo III. von Tübingen
 

Sönke Lorenz: Seite 311  1995
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"Staufer, Tübinger und andere Herrschaftsträger im Schönbuch"
in: Von Schwaben bis Jerusalem

Graf Anselm, von Tubingius ob seiner Verdienste um die Stiftung von Blaubeuren gewürdigt, hat in hochmittelalterlichen Quellen kaum Spuren hinterlassen. Wenn das Fragment eines Blaubeurer Nekrologs unter dem 25. Dezember Anshelmus com. und unter dem 26. Dezember Berchta coma verzeichnet hat, dann möchte man die beiden mit dem von Tubingius beschriebenen Ehepaar identifizierten. Merkwürdig bleibt aber, dass der Name dieses von Tubingius als wichtige Persönlichkeit geschilderten Grafen bei den späteren TÜBINGERN nicht mehr zu finden ist - Heinrich und Hugo sind wenigstens für drei Generationen die beherrschenden Leitnamen und finden auch später noch fast regelmäßige Verwendung. Gleichwohl ist nicht zu übersehen, dass der Name Anselm bei jenen Grafen vorkommt, zu deren Amtsbereich der Nagoldgau gehörte, jener Siedlungsraum also, den auch der Comitat von Graf Heinrich I. von Tübingen umfaßte und der noch für längere Zeit zum Herrschaftsbereich der TÜBINGER gehörte: Für 966 und für 1048 ist jeweils ein Graf Anselm belegt. Ferner trat ein schwäbischer Graf Anselm auf dem berühmten Ulmer Reichstag von 1027 in Erscheinung, dessen ungenannten Amtsbereich die Literatur gerne im Nagoldgau vermutet. Mit Graf Anselm und dem Nagoldgau wird gelegentlich auch jener Heinrich-Denar in Zusammenhang gebracht, den die Umschrift ANSHALM ziert und den man heute als Esslinger Beischlag aus der Zeit HEINRICHS III. anspricht. Karl Schmid hat auf eine Sippe mit dem häufig vorkommenden Namen Adalbert und Anshelm aufmerksam gemacht, die etwa von der Mitte des 10. Jahrhunderts an bis in die SALIER-Zeit hinein durch zahlreiche Gedenkbucheinträge faßbar wird und mit der vielleicht die für den Nagoldgau belegten Grafen in Zusammenhang stehen. Aber wie die heute kaum noch faßbaren verwandtschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit auch immer ausgesehen haben, es bleibt jedenfalls denkbar, dass jener Anselm, dessen Comitat 1048 den Nagoldgau umfaßte, eine Vorfahre des Stifters von Blaubeuren war, vielleicht der Vater, vielleicht sogar Graf Anselm von Tübingen selbst.
 
Dr. L. Schmid: Seite 37  1853
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"Geschichte des Pfalzgrafen von Tübingen"

Graf Anselm und seine Angehörigen haben das Meiste beider Klosterstiftung getan, und sie zur Vollendung geführt, daher ihm die andere Hälfte der Stiftung zugeschrieben wird. Was derselbe in Gemeinschaft mit seinem Bruder Hugo beigesteuert hat, haben wir bereits oben angegeben. Für sich und seine Gemahlin gab er Rotenacker und Heudorf; auch stifteten sie miteinander verschiedene kostbare, mit Edelsteinen verzierte Kirchengeräte. Anselm war es auch, der, nach Tubingius, sich wegen Besetzung des Klosters mit Mönchen an den berühmten Abt Wilhelm von Hirschau wandte, der Azelinus als Abt und eine Anzahl Mönche hersandte. Anselms Gemahlin hieß Bertha; ihr Herkommen ist nicht angegeben. Am meisten scheint die Ansicht für sich zu haben, die sie für eine Gräfin von Kellmünz (an der Iller) und für identisch mit der Gräfin Bertha von Kellmünz hält, die in der pfalzgräflichen Urkunde von 1173 genannt wird. Indes glauben wir auch dies verwerfen zu müssen.
Es steht nichts im Wege anzunehmen, dass die Grafschaft, die das Haus TÜBINGEN um diese Zeit besaß, unter 2 Brüder geteilt war. Hugo dürfte die unteren Bezirke Ammerthal und Schönbuch, Anselm den Nagoldgau erhalten haben, während dem 3. Bruder Sigibot die Allodialbesitzungen, besonders in der Gegend von Blaubeuren, zugefallen waren.
 
 
 
 

  oo Bertha
             -26.12.
 
Bertha scheint ihren Gemahl Anselm nicht, oder nicht lange überlebt zu haben, da ihrer in der Geschichte der Klosterstiftung sonst nicht mehr gedacht wird.
 
 
 
 
 
Kinder:

  Heinrich I.
         -28.2.1103
 
  Hugo
         -   1103?