Dietrich III. der Jerusalemer           Graf von Holland (993-1039)
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um 980/85-27.5.1039
 

Ältester Sohn des Grafen Arnulf von Holland und der Liutgard von Luxemburg, Tochter von Graf Siegfried; Neffe der Königin Kunigunde
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 1023
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Dietrich III., Graf von Holland 993
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     + 27. Mai 1039

  oo Othelhild, eine Sächsin

Während der Minderjährigkeit Dietrichs III. führte seine Mutter Liutgard aus dem Hause LUXEMBURG die Regentschaft; sie rief 1005 ihren Schwager, König HEINRICH II., gegen ihre friesischen Untertanen zu Hilfe. Nach dem Beginn seiner eigenständigen Regierung rückte Dietrich III. jedoch von dieser politischen Haltung ab, indem er sich gegen die wachsende Macht der Bischöfe von Utrecht und damit auch gegen den König wandte. Daraus erfolgte 1018 ein Konflikt, den Dietrich durch die Errichtung einer Burg in Vlaardingen ausgelöst hatte. Hier, im Mündungsgebiet von Maas und Waal, siedelte der Graf friesische Kolonisten an und erhob Zoll von den passierenden Handelsschiffen. Dagegen erbaten die Kaufleute von Tiel und der Bischof Adalbold von Utrecht Hilfe von HEINRICH II. Ein Reichsheer unter Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen rückte heran, wurde aber bei Vlaardingen vernichtet. Um die Küstenverteidigung nicht zu schwächen, verzichtete das Reich in der Folgezeit auf weiteres Vorgehen. - Wahrscheinlich unternahm Dietrich III. eine Wallfahrt nach Palästina und erhielt daher den Beinamen 'Hierosolymita'.



Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

IX. 60. DIETRICH III., Graf von Westfriesland 993
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    + 1039 27. V.?

Gemahlin:
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Otehildis
       + 1044 9. III.



Thiele, Andreas: Tafel 7
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

DIETRICH III. "DER JERUSALEMER"
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    + 1039

Für den unmündigen Dietrich III.führte seine Mutter die Vormundschaft. Er reiste nach Jerusalem, woher sein Beiname rührt. Er führte ständig gegen Flandern Kriege und verlor dabei unter anderem Gent und Walcheren. Unter ihm begannen die Jahrhunderte langen Auseinandersetzungen mit den Bischöfen von Utrecht um die führende Position in Friesland, später kamen die Auseinandersetzungen Hollands mit Geldern um das Bistum Utrecht hinzu. Er befehdete Bischof Adelbold und gewann das Gebiet um Dordrecht, das er als Zollstätte gründete, was zum Anlass für weitere Jahrhunderte lange Streitigkeiten mit den Nachbarn wurde. Er erhielt zeitweise Unterstützung von Kaiser HEINRICH II., dessen Frau Kunigunde die Schwester von Dietrichs Mutter Liutgard war. 1006/07 fielen letztmals die Normannen plündern ein. Am 29.7.1018 besiegte Dietrich auf der Insel Ysselmonde bei Vlaardingen (Klaredingen) sensationell ein deutsches Ritterheer unter dem Kommando von Gottfried von Nieder-Lothringen, das ihn unterwerfen sollte. Er baute die Burg Dordrecht und erhob einen Schiffszoll. Er nannte sich als Erster des Hauses Graf von Holland und dehnte seinen Einfluss im Bistum Utrecht und in Friesland bedeutsam aus.

  oo OTHELINDIS (? VON HALDENSLEBEN)
                 + 1044

eventuell Tochter des Markgrafen Bernhard I. von der Nordmark



Werner Matthias: Band I Seite 386
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"Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit" in: Die Salier und das Reich

Folgt man den Berichten zu 1012/13,1018 und 1037, so scheinen der konkrete königliche Auftrag zur Kriegsführung oder die unmittelbare Bedrohung des Landes durch einen äußeren Feind den Herzog berechtigt zu haben, die Bischöfe zur Stellung eines Aufgebotes und zur persönlichen Teilnahme am Feldzug zu veranlassen und wohl auch die königliche Heerfolgepflicht der Reichsklöster seines ducatus durchzusetzen. Die zahlreichen Truppen ausgewählter Krieger bei dem Feldzug Gottfrieds I. und der niederlothringischen Bischöfe gegen Dietrich III. von Holland 1018 und das große Heer Gotfrieds des Buckligen vom Herbst 1075 dürften auf diese Weise zustandegekommen sein.

Leo Heinrich Dr.: Seite 649
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten."

Dietrich III. hinterließ bei seinem Tode im Jahre 1039 seine alten Besitzungen sowohl (nämlich Maasland, Kennemaren mit dem Rheinlande und vielleicht auch Friesland), als auch die neuerworbenen von Hollands und Unrochs Grafschaft seinem älteren Sohn Dietrich IV.; doch sind einige holländische Geschichtsforscher der Meinung, Friesland sei an den jüngeren Sohn, Florenz, gekommen. Dietrichs Gemahlin, Adelhilde, überlebte ihn, und starb erst 1044.
 
 
 
 

  oo Othelendis (von Haldensleben), Tochter des Markgrafen Bernhard I. von der Nordmark
              -9.3.1044
 
 
 
 

Kinder:

  Dietrich IV.
         -14.1.1049

  Florenz I.
         -18.6.1061

  Bertrada
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  oo Dietrich I. Graf von Katlenburg
             -10.9.1056
 
 
 

Literatur:
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Blok P. Dirk: Holland und Westfriesland. Seite 351,352 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 11 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 2 Bände Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 386, 440,447 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 396,443 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 645-649 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 7 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 468-472 -