Liutgard von Luxemburg               Gräfin von Holland
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960/65-13.5.1005
 

Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg und der Hadwig
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 10
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VIII. 49. LIUTGARD
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* ..., + 14. V. nach 1005

Gemahl:
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Arnulf Graf von Westfriesland (siehe VIII 68)
        + 993 18. IX.

Anmerkungen: Seite 127
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VIII. 49. Liutgard lebt noch 1005, Thietm. 6,15. [VIII 70]



Werner Karl Ferdinand: Band IV Seite 471
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

VIII. 68-78
Nach dem erwähnten Siegfried dem Jüngeren (er ist es, der in den Briefen Gerberts Havet nr. 41 und 51 vorkommt) gehört Liutgard zu den ältesten Geschwistern.
Vgl. zu ihr oben VIII, 52 (Ehe und Geburtsdatum) und Uhlirz 456 sowie Renn 103, der den Todestag berichtigt: V 13, nicht V 14 (Brandenburg) -



Thiele Andreas: Tafel 66
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

LIUTGARD
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  oo Arnulf II. Graf von Holland-Westfriesland
               + 993



Thietmar von Merseburg: Seite 262,468
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"Chronik."
 

Buch VI

Kapitel 14
 
Darnach suchte der König die Friesen mit einer Flotte heim und zwang sie, ihre aufrührerischen Unternehmungen aufzugeben und den heftigen Unwillen der Schwester der Königin, der Liudgarda [68 Mai-Juni 1005 Zug über die Zuidersee gegen die Westfriesen, Hilfeleistung für Liudgard, die Witwe des 993 von den Friesen erschlagenen Grafen Arnulf von Holland.] zu besänftigen. Auch erließ er in seiner Pfalz und in allen Grafschaften des Reichs ein Aufgebot, bei Strafe der Acht sich zu einem Zuge nach Polen und zur Versammlung in Liezca einzufinden. Das Heer kam denn auch zur bestimmten Zeit, nämlich am 16. August, am bestimmten Orte zusammen. Der König aber, welcher zu Magadaburg Mariä Himmelfahrt feierte, setzte am selbigen Tage nach der Messe und dem Festmahle in Begleitung der Königin zu Schiff über die Elbe.

Buch VIII

Kapitel 13
 
Doch wozu erzähle ich das alles, da ich in keinem dieser Vorfälle weder ein gutes Beispiel, noch eine Hülfe für mich sehe? Besser ist es, ich bleibe meinem Plane getreu, und während ich das erwäge, schwebt mir jenes Gesicht des heiligen Johannes vor Augen: "Ein Wehe ist dahin, siehe, es kommen noch zwei Wehe nach dem." [Offenb. Joh. 9, 12.] Denn gar sehr kläglich ist, was ich bisher so oft darstellen mußte. Doch hat sich zu den  Zeiten unsers Regenten und unbesiegten Schützers Heinrich nie ein solches Unheil ereignet, wie vor kurzem durch unsere Missethat hervorgerufen ist. Im Monate Juli nämlich, und zwar am 29sten, an einem Dienstage, hat Mars gegen die Eingeweide des Reiches so
gewüthet, daß darüber die Mutter Kirche beständig zu klagen haben wird. Denn Aethelbold, der Utrechter Bischof, griff an diesem Tage unterstützt von Herzoge Godefrith [von Lothringen] mit Hülfe
seiner Bundesgenossen und Freunde Thietrich [87 Graf Dietrich III. von Holland 993-1039, Sohn des Grafen Arnulf und der Liudgard, einer Schwester der Kaiserin Kunigunde - Juli 1018.], den Vetter unserer Kaiserin an, nachdem ihm derselbe durch Erschlagung seiner Krieger gar vielfach bittern Kummer bereitet hatte. Auf einer Insel kam das berufene Herr zusammen. Dieses, schnell zum Kampfe gerüstet, erlitt den Tod, den es dem Feinde drohte, leider alsbald selbst. Denn es wurde von den von allen Seiten aus einem Hinterhalte hervorbrechenden Friesen und von den Mannen des genannten jungen Grafen unerwartet umzingelt, und kam - es ist schrecklich zu schildern! - durch das Schwert und in den Fluthen um, ohne daß die Gegner einigen Verlust erlitten. Der Bischof entkam nur mit genauer Noth in einem Boote, der Herzog aber ward vor dem Feinde gerettet, und wahrhafte Zeugen versichern, daß die Zahl der Erschlagenen drei Legionen überstieg. Das ganze Land dort entbehrt eines bewaffneten, schützenden Armes, es ist in Angst vor landenden Seeräubern, es trauert fortwährend.
Graf Godefrid ist dort gefallen, ebenso der treffliche Ritter Johannes, den das Vaterland stets beweinen wird; und ihre Waffengefährten, edel und ruhmbedeckt und bisher mit siegreichen Rechten kämpfend, ruhen jetzt, von einem unglücklichen Loose betroffen. Ihre Körper büßen jetzt, was unsere sündenbefleckten Leiber verschuldet haben; doch ich hoffe, ihre Seele wird Freude haben, von der schweren Erbitterung gereinigt. Damit aber du, mein Leser, über ein solches Ereigniß nicht staunest, so vernimm auch den  Ursprung desselben. Jener unglückselige Graf Thiedrich war der Vasall des genannten Bischofs. Dieser hatte in einem Walde, Namens Mirwidu, ein großes Gut, über welches sämmtliche Landesbewohner beim Kaiser zu Niumagun [Nimwegen] Klage führten, daß es nämlich vom Grafen Thiedrich ihnen unrechtmäßiger Weise entwandt sei. Daher befahl nach dem Rathe seiner Großen der Kaiser dem Bischof von Utrecht, die Gebäude daselbst anzuzünden und das leere Grundstück den Klägern zurückzugeben, und da der abscheuliche Jüngling seinen Lehnsherrn von solchem Gebote nicht abbringen konnte, beurlaubte er sich und erklärte, er werde das zu verhindern wissen. Und es dauerte nicht lange, so geschah, was ich so eben erzählte, und zwar mehr um unserer Missethat willen, als weil der Sieger es also verdient hätte. Dies unaussprechliche und ganz unersetzliche Leid hatte schon lange vorher ein Schwarm von Vögeln angedeutet, die sich von allen Seiten hier versammelten und sich einander mit ihren Klauen zerfleischten und diejenige Stelle vorher eingenommen hatten, wo jene nachher den Tod fanden. Die Verwünschung, die der heilige David über
den Berg Gilboa [2 Sam. 1. 21] ausgesprochen hat, dieselbe spreche ich, obwohl ein Mann ohne einiges Verdienst, aus  innerstem Herzensgrunde über diese Insel aus.
 
Bischof Balderich von Lüttich starb zu Thiele am selbigen Tage.

Liutgard führte für ihren unmündigen Sohn Dietrich III. die Vormundschaft. Ihr Schwager HEINRICH II. trat 1005 als ihr Rächer gegen die Friesen auf.

Renn, Heinz: Seite 83,103
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"Das erste Luxemburger Grafenhaus"

Eine Schwester der Königin, so nennt sie uns Thietmar ausdrücklich [7 VI, 19 = SSRG., n., s., Seite 296 f: "rex ... magnum Liudgardae, sororia reginae, zelum placare coegit."], ist die schon erwähnte Liutgard von West-Friesland. Bereits 980 hat ihr Gatte Arnulf sie unter Anwesenheit OTTOS II. heimgeführt, denn die Annales Egmundani berichten uns zu diesem Jahre: "Arnulfus comes Liudgardam coniugem suam legaliter coram rege OTTONE desponsavit, testamentumque dotale inde scribi fecit." Die junge Braut muß damals wenigstens  15 Jahre alt gewesen sein; sie ist also 965 oder früher geboren. Auf jeden Fall haben wir in ihr eines der ältesten Kinder Sigfrids zu erblicken. Ich wies schon darauf hin, daß die Ehe unter Vermittlung des berühmten Trierer Erzbischofs Egbert (975-993), eines Onkels des Grafen Arnulf, zustandegekommen sein wird. 988 folgt Arnulf seinem Vater Theoderich II. in den Grafschaften Westfriesland und Zeeland. Doch schon nach fünf Jahren fällt er im Kampf gegen die Friesen. Liutgard übernimmt jetzt für ihren minderjährigen Sohn Theoderich III., den der Merseburger Historiker "nepos" der Kaiserin nennt, die Regierung. Damit hat sie eine schwere Bürde auf ihre Schultern geladen; denn die Friesen machen ihr große Schwierigkeiten. Im Jahr 1005 leiht ihr deshalb ihr königlicher Schwager seine Hilfe und bestraft die Empörer.
Kunigundens Neffe, Graf Theoderich von W-Friesland, erweitert noch unter HEINRICH II. seine Machtstellung gewaltig nach Südosten hin, besonders auf Kosten des Bistums Utrecht. Von seiner Mutter Liutgard hören wir nichts mehr. Die Nekrologien melden uns nur ihren Todestag zum 13. Mai: "Liucart comitissa soror Chunigundis imperatricis obiit." [72 Genealogicum Ranshofense: SS. VII; Seite 791, und Necrologia IV, Seite 425.]

Weinfurter, Stefan: Seite 194
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"Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten"

Kunigundes Schwester Liutgard war seit 980 die Frau des Grafen Arnulf von W-Friesland.

Leo Heinrich Dr.: Seite 643-645
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten."

Arnulf folgte dem Vater, als dieser 988 starb, als Graf vom Gau Flardinga oder Marsum, im Kennemerlande und in Friesland; doch hatte die Familie auch im Teisterbant schon sehr ansehnliche Besitzungen. Seine Gemahlin Luitgard war eine Schwester der Kaiserin Kunigunde, und die Gunst des kaiserlichen Hauses mochte Arnulf auf die Succession in seines Schwiergervaters Burggrafschaft von Gentz verschaffen.
Arnulf muß entweder von den Friesen im Texelgau über die Ausdehnung und den Umfang seiner Gewalt, oder mit denen im Westrachia über die Grenen in Streit geraten sein; es kam zwischen ihnen zum offenen Kampf, in welchem die Friesen siegten und der Graf seinen Tod fand 993 oder 1003 [3
Die erstere Jahreszahl gibt das Chron. Edm.; Kluit aber beruft sich auf eine Urkunde, die Arnulf mit seiner Gemahlin, Luitgard, und seinem Sohne Dietrich im Jahre 998 als Burggraf von Gent ausgestellt habe, und verspricht einen ausführlichen Beweis, daß Arnulf erst 1003 gefallen sei. So viel ich weiß, ist der Beweis nicht erschienen.]. Er hinterließ zwei Söhne, Dietrich III. und Siegfried oder Sicco.
 
 
 
 

 980
  oo Arnulf Graf von Holland
      955-18.11.993
 
 
 
 

Kinder:

  Dietrich III.
         -27.5.1039

  Siegfried Landvogt von Westfriesland
        -5.3.1030

  ? Gertrud
           -21.7.1077

  oo Liudolf IV. Graf von Braunschweig
       ca 1003-23.4.1038
 
 
 
 

Literatur:
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Baumgärtner, Ingrid (Hg): Kunigunde - eine Kaiserin an der Jahrtausendwende, Furore Verlag Kassel 1997 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998  Tafel 5 Seite 10,127 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II. 1. bis 3. Band, Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 643  - Renn, Heinz: Das erste Luxemburger Grafenhaus, Bonn 1941 Seite 83,103 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 66 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 262,468 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 Seite 456 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 194 - Werner Karl Ferdinand: Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation) Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf  Seite 471 -